Archiv für Dezember 2009

!Abrissgenehmigung erteilt: Frappant schachmatt | altona.INFO Webzeitung

Abrissgenehmigung erteilt: Frappant schachmatt | altona.INFO Webzeitung
Hamburg / Altona (erstepresse).

Die folgende Meldung dürfte für viele engagierte Bürgerinnen und Bürger überraschend kommen. Durch die sogenannte “Genehmigungsfiktion” wurde der Abriss des Frappant nach Auskunft der Bezirksverwaltung bereits am 21.12.2009 erteilt. Somit ist vor Durchführung des Bürgerentscheides zu IKEA im Januar bereits der Abriss des Gebäudes genehmigt. Argumente der IKEA-Gegner, man könne mit dem Frappant auch etwas anderes planen, erscheinen nun unhaltbar. Auf Hintergründe und Umstände gehen wir im nachfolgenden Beitrag ein.

Zurück zur Fabrik? Lefebvre # stricken IV

Zurück zur Fabrik. Ich krame schon seit Tagen in diversen Lefebvre-Texten rum und bin mir gar nicht sicher, ob er die Idee „Fabrik“ überhaupt als utopisches Bild so anbietet oder ob das nicht verkürzt ist? Habe bisher nur das Zitat gefunden: „Die Stadt ist eine Maschine der Möglichkeiten“. Was aber nicht heißt: Die Stadt ist eine Fabrik, und auch nicht heißt, dass die Stadt der Zukunft eine Fabrik sei. Interessant hier ein längeres Interview mit ihm, das auf youtube (hoch lebe das www.) zu finden ist:

Analog zur Entwicklung der (industriellen) Arbeitsteilung erfährt auch der Raum – so L. – eine immer stärkere Spezialisierung. Er wird zunehmend spezifiziert und zerlegt. In diesem spezialisierten Raum werden ganz bestimmte Aktivitäten zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt ausgeführt, diese Tätigkeiten wiederholen sich. Monotonie und Vereinheitlichung, also. Außerhalb dieser Nutzung ist der Raum verloren, es ist ein toter Raum. Als Beispiel nennt er die Büros, sicherlich trifft das auch für Fabriken zu, denn wer nutzt die Fabrik nachdem die letzte Schicht vorbei ist? Die Fabrik kann zwar mit anderen Nutzungen gefüllt werden, so wie Paula Zucker es vorschlägt. Aber ich finde, wenn irgendwie alles Fabrik ist, ist nix Fabrik: Lernfabriken, ein Loft fürs gehobene Fabrikwohnen, Familienfabriken, Atelierfabriken. Und: hier wird auch jeweils eine spezialisierte Tätigkeit vorgegeben bzw. ein Nebeneinander von bestimmten Tätigkeiten. Klassisch geben ja die Maschinen in der fordistischen Fabrik vor, wie Arbeit und auch Raum organisiert sind. Ein Nebeneinander von verschiedenen Tätigkeiten bedeutet aber nicht automatisch eine gerechtere Arbeitsteilung. Die entscheidende Frage bleibt: Wer macht den Abwasch und wer den Umsatz?

Meine Kritik: Identitätsstiftung läuft nach wie vor über das, was ich den ganzen Tag über tue: fabricare, anfertigen. Die Frauen in der Fabrik sind nach der Schicht eben die Frauen aus der Fabrik. Ein Vorteil der klassischen Fabrik? Irgendwann geht das Licht aus, die Maschinen stehen still, Feierabend! Die Entgrenzung durch die integrierte Fabrik, die nun alle Bereiche des Lebens erfasst und die Menschen zu Unternehmern ihrer selbst macht, ist für mich kein Ideal. Digitale Bohème – ohne mich! Konnten Fabriken noch besetzt und Schraubstöcke in Maschinen geworfen werden (im besten Fall), so stellt sich dieser von Frau Zucker beschriebene „Soziale Raum Fabrik“ nicht in der verinnerlichen Ich-Fabrik her. („Sozial“ nicht gleich „gut“, sondern auch von Hierarchien & Konflikten durchzogen). Mit‘m Laptop sitze ich allein im Wlan-Cafe, vor mir – quasi als Eintrittskarte – der Macchiato, neben mir bastelt jemand an seinen eigenen Projekten oder tut zumindest so. Also eine weitere Fragmentierung und Vereinzelung.

Nach langem Überlegen hab ich mich vor zwei Monaten bei Facebook angemeldet und folgenden Willkommensgruß erhalten: „Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen“. Traurig daran ist, dass ich mich dort angemeldet hatte, da ich das Gefühl hatte, sonst was zu verpassen, weil irgendwie alle bei Facebook sind. Das Netz als sozialer Ort, der Bildschirm als Fabrikfenster.

Aber zurück zu Lefebvre: Im dritten Teil des Interviews wettert er gegen den auf Monopolisierung und Konsum ausgerichteten Urbanismus. Dieser habe Wohnraum (l’habitat) geschaffen, aber keinen bewohnten Raum (l’habité). Soziales Leben hingegen könne sich nur in Räumen bilden, die vielfältig nutzbar sind und Platz lassen für Symbolisches, Spielerisches, Poetisches, Unvorhergesehenes… Was wir stattdessen vorfinden, ist ein funktionalisierter Raum, der von Planern für eine bestimmte Nutzung vorgesehen ist. Nicht der Gebrauch, sondern der Tausch im Sinne der kapitalistischen Verwertung bestimmt, wie Raum genutzt wird. So weit, so schlecht.

Nun zum interessanten Part: Was passiert nun in der Phase, die er die „urbane Revolution“ nennt? Zunächst – kleine Verbeugung Richtung Marx – muss der Raum einem Gebrauchswert zurück geführt werden (5:03). Das sei der erste Schritt, aber es geht darüber hinaus. Im Übergang von der instrustriellen zur urbanen Phase müssen sich auch die Ideen, die Referenzen und die sozialen Praxen grundlegend verändern. Eine neue Sprache ist zu entwickeln. Das Sprechen (die Sprache/langage) über einem Raum, der anzueignen ist, ist nicht zu vergleichen mit dem Sprechen über einen Raum, der kommerzialisiert ist. Die Ware, die sich ausbreitet, die alles einnimmt unter dem Schutz des Staates und der repressiven Macht, hat auch zur Veränderung von Sprache geführt: „Il faut presque trouver une autre langage pour parler de tout ca“.

Gegen Ende des Interviews beharrt Lefebvre darauf, dass dieses urbane Leben der Zukunft keine Kopie von früher sein kann, sondern dass es vielmehr um neue Erfindungen, um die Produktion von Raum gehe. Eine klare Absage also an die Fabrik, die ja das Symbol für die industrielle Produktion schlechthin ist. Schön zu sehen, wie er darum ringt, etwas zu entwickeln, das über Sprache/das derzeitige Sprechen und Denken über Raum hinaus geht. Es ist ein An-Denken, wie eine Raumproduktion aussehen könnte, in der die Differenz und Heterogenität von Städten aufgehen kann. Konflikte werden dabei nicht abschließend gelöst und in eine feste Form gegossen (die optimale Stadt), sondern sie sind Gegenstand von permanenten Auseinandersetzungen, die an einzelnen Stellen immer wieder auftauchen und die konkret verhandelt werden müssen. Also keine festen Orte/Bilder, die als Utopie durchschimmern, sondern das Nichtrepräsentierte, das verdrängte Andere, das seinen Platz immer wieder einfordert. Well, so meine Interpretationen zum Interview.

Diese Vorstellung von Stadt als ein Ort der permanenten sozialen Auseinandersetzungen finde ich auch viel passender als die Idee des „Freiraums“, ein Begriff, der ja in linken Kontexten weit verbreitet ist. Klar ist zum einen, dass es solche Freiräume außerhalb des Kapitalismus leider nicht gibt. Zum anderen ist aber auch jeder subkulturelle Raum höchst anfällig für informelle Strukturen und damit verbundener Ausgrenzung des Unpassenden/Ungleichen/Unverstandenen. Ein Freiraum wird flux zum geschlossenen Raum. „In einer hierarchisierten Gesellschaft gibt es keinen Raum, der nicht hierarchisiert ist und nicht die Hierarchien und Distanzen zum Ausdruck bringt“, schreibt Bourdieu. Dies gilt auch für Orte, die vielleicht nichtkommerziell sind, hierarchisch sind sie immer. Was nicht gegen diese Räume spricht und die Menschen, die sich darin engagieren, sondern nur dafür, dies mit zu reflektieren und ggf. gegenzusteuern…

Zusammenfassung des Tages:
* Viel Fabrik = wenig gut.
** Was kommt eigentlich nach der Sprache: It’s the end of the world as we know it (And I feel fine)?
*** Jetzt aber Feierabend! Oder hab ich gar nicht gearbeitet?

Teil V: Aufm Land

stadtnachrichten machen eine pause

es sollen endlich mal kriminalromane gelesen werden.
am 5 januar geht es dann weiter.

stadnachrichten: freitag 25.dezember

gegen die sparwut und für ein „recht auf stadt“ machte sich in wuppertal ein bündnis auf den weg durch die strassen der bergischen gemeinde. °°°

stadtnachrichten:donnerstag 24.12

in wien gibt es ein „frauenWohnHaus“. die betreiberinnen gehen davon aus, dass wohnen ein menschenrecht ist und versuchen demgemäß wohnraum für wohnungslose oder von der wohnungslosigkeit bedrohte frauen zu schaffen.°°°

barbie hat jetzt midlife-krise und wir dürfen gespannt sein, wie sich das auf die möblierung von städtischem wohnraum auswirkt°°°

die auswirkungen der wirtschaftskrise auf das leben in der bundesrepublik werden deutlicher „sichtbar°°°härter allerdings trifft es zum beispiel großbritannien, wo die einschnitte in bildung gravierend sind und wo eine ganze generation von fertig ausgebildten berufseinsteigern wenig bis keine chance auf dem markt der arbeit hat aber statt dessen durch verschärfte gesetze der öffentlichen ordnung in die zonen der angst getrieben wird.°°°

die kontrolle des öffentlichen und zumeist städtischen raums, da in den wäldern und auf den äckern so wenig personen herumlaufen, nimmt auch auf dem europäischen kontinent immer abgefahrenere formen ein. die neuste: automatisierte verbrecherjagd per videokamera. ein weiterer schritt in richtung einer ökodikatur, wie sie in „demolition man“ mit wesley snipes und sylvester stallone so persifliert als zukunftsvision dargestellt wird.und wie sie in konzeptionellen ansätzen in kopenhagen praktiziert wurde °°°

gestern wurde das hamburger audimax geräumt°°°die polizeiantworten auf eine kleine anfrage bezüglich der auseinandersetzungen vor dem ahoi in diesem monat können hier gelesen werden°°° die frage danach wem die quartiere gehören versucht „die link“ in einer broschüre zu ergründen°°°

demolition man

recht auf stadt fahrradtour

recht auf stadt paraden jingle


höre den jingle gerade als dauerschleife. die musik ist toll, die texte mag ich. und die schnitte funktionieren. das macht mich froh.
bitte: macht mehr davon ich würde mir platten kaufen.

stadnachrichten: mittwoch 23.dezember

der weltweite immoblienmarkt spürt immer noch den griff der krise°°°

die durch die räumung des wiener audimax wieder obdachlos gemachten menschen, haben eine neue bleibe. soweit so gut. schlecht ist allerdings, dass die stadt wien, diejenigen, die keinen österreichischen pass haben nun loswerden will°°°für den erhalt und die pflege der jüdischen friedhöfe in wien setzt sich seit jahren eine historikerin ein°°°

dubai verkauft deutschland°°°

an der eth in zürich wird in einem masterstudiengang darüber nachgedacht, wie die zukunft für adis abeba aussehen kann.°°° ein züricher immobilienhändler plaudert in der nzz über sein verhältnis zur stadt°°°

den kommunen geht es wirtschaftlich viel schlechter. deutlich merken wird man das wohl zunächst an schwimmbädern und bibliotheken. nur nicht in düsseldorf. wie sie das schaffen ist mir ein rätsel. vielleicht liegt der schwerpunkt der stadterträge dort auf knöllchen-verteilung.

im berliner wedding sollen nun auch die plätze aufgewertet und die trinker und obdachlosen vertrieben werden. und wohin sollen die dann? mein vorschlag: ein park für mitte mit übernachtungsplätzen und trinkerbänken.°°°°baugruppen bleiben heftig umstrittten°°°

hamburg will die hsh-nordbank so schnell wie es geht verkaufen. fragt sich nur wer die haben will. vielleicht sollte man sie gängeviertelmäßig besetzen und das „recht auf stadt“ auch als „recht auf eigene finanzierungsmöglichkeiten“ sehen. man könnte sie auch für einen symbolischen preis kaufen, so wie kretschmer die flora. das dumme ist nur, dass man wahrscheinlich versteckte schulden mitkauft. ihhh.°°° auf der reeperbahn haben die supermärkte demnächst sonntags wieder zu. ob das eine massnahme gegen gentrifizierung ist?°°° es gibt ein neues „haus für migrantinnen“ als zufluchtsstätte°°°°was mit der moorburgtrasse passiert, wird auf dem suttnerblog diskutiert.

was hat kunst mit stadt zu tun: diesmal ohne gentrifizierung im text

mit lefebvre als hintergrund im kopf die stadt denken, führt mich unweigerlich immer wieder zu der frage danach, wie wir uns gesellschaftlich organisieren wollen. ich hänge also bei „recht auf stadt“ immer beim „stadt“-teil und stadt als steinwerdende metapher für die verhältnisse die wir uns schaffen, in denen wir uns orientieren. und da gibt es recht grundlegende fragen: wo kommt die wärme im winter her, wo das essen, wo die gesundheit, wo die musik, wo die kleidung, wo die literatur, wo die möbel, wo das kochgeschirr und so weiter. kurz und gut, ich lande so häufig bei den „produktionsverhältnissen“. bei dem wort habe ich nur ein mittelangenehmes gefühl, denke ich doch sofort an die wenig nach „freiheitlichen assoziation von individuen“ gewirkt habenden- versuche mit dem realen sozialismus. dann möchte ich das wort am liebsten in die mottenkiste unter dem eintrag „misslungene versuche“ archivieren. das nicht alles an den versuchen misslungen war und das es bei dem versuch, die vergangen bewegungen zu durchdenken durchaus interessante anregungen für eine neue form von stadt zu holen gibt, dachte ich gestern beim anhören eines vortrages über konstruktivismus und realismus als gesellschaftliche praktiken. when art goes public in a different sense:

recht auf stadt-parade: neuer film

mehr nebenwiderspruch: how to cite judith butler

an der london school of academics von robyn wiegman

um nicht dem aktualitätszwang zu unterliegen: hier noch mal eine bewertung des schanzenfests

aus einer antwort bei abgeordnetenwatch.
ich finde christiane schneiders auf die frage nach gewalt beim schanzenfest ganz treffend. da ich heute schon zwei verweise auf frau schneider gemacht hat hier noch eine art politischer disclaimer: „die linke“ als partei ist mir aufgrund von lafontaine und konsorten nicht angenehm. auch die betonung von der „schaffung von arbeitsplätzen“ als lösung für alle gesellschaftlichen problemlagen befremdet mich. mehr umverteilung gesellschaftlichen reichtums würde eher meine linie treffen.

abgeordnetenwatch.de: Christiane Schneider

das Schanzenfest hatte gerade in diesem Jahr einen ausgesprochen politischen Charakter. Es richtete sich gegen die Umstrukturierung des Schanzenviertels, die dazu führt, dass preisgünstiger Wohnraum verschwinden, Wohnungen luxussaniert und z.B. in Eigentumswohnungen verwandelt werden, dass Menschen, die sich Luxuseigentumswohnungen oder superteure Mietwohnungen nicht leisten können, aus dem Viertel verdrängt werden, dass kleine Geschäftsleute, die z.T. seit ewigen Zeiten dort ansässig waren, aufgrund horrender Mietsteigerungen ihre Geschäfte aufgeben müssen und Geschäfte dort einziehen, die sich an eine bestimmte geldschwere Klientel richten, für die das Viertel damit noch lukrativer und anziehender wird usw.usw. Hier ist eine Spirale in Gang gesetzt, die man aus anderen Stadtteilen Hamburgs und aus allen Metropolen der Welt kennt. …

was macht eigentlich ein: Stadtentwicklungsausschuss

abgeordnetenwatch.de: Stadtentwicklungsausschuss

Wichtige Handlungs- und Förderschwerpunkte der Stadtentwicklung und Stadterneuerungsförderung sind: Die Stärkung der Innenstadt und der Nebenzentren einschließlich der Bahnhofsbereiche, die Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, die Entwicklung von Zukunftsstandorten – vor allem auf Brachflächen –, die Gewerbegebiete im Bestand, die Bewahrung und Sicherung des historischen Erbes und die Unterstützung regionaler Entwicklungen. Hinzu kommen weitere baupolitische Themen wie zum Beispiel die behutsame Fortentwicklung des Baurechts sowie die Baukultur.

auf der seite kann man dann auch sehen, wer alles im ausschuss sitzt und die leute auch noch kontaktieren. was ich aber jetzt selbst beim dritten eintrag in dieser reihe noch nicht mal im ansatz begreife ist, wie sich politik in gebäude verwandelt. aber: wir bleiben am ball.
10 minuten später fällt mir ein: ich schreibe die frage mal an einen der ausschusssitzer.
3 minuten später: jetzt an christiane schneider, die linke geschrieben und nun kann gewartet werden.

Wasser und Seife_ Doku über eine Hamburger Wäscherei

Das kleine Fernsehspiel – ZDF.de

der nebenwiderspruch oder wie gender immer noch hergestellt wird

salon schreibt einen fast witzigen artikel über die erfahrungen, die beim kauf eines spielzeuges im internet zu machen sind.
fast weil, mir zumindest, das lachen ein wenig hinter der verblüffung und die verblüffung ein wenig hinter dem ärger darüber zurückgetreten ist.

stadtnachrichten di.22.12

in zürich gibt es jetzt, zu besseren versorgung der bevölkerung, auf zwei polizeiwachen einen notärztlichen dienst.°°°über videoüberwachung gegen vandalismus in den züricher bezirken meilen und egg schreibt die nzz heute und eine bewertung des einsatzes von videokameras findet sich in diesem begleitendenartikel °°°

wie sich die wirtschaftskrise auf das sozialleben in der gesellschaft auswirken kann zeigt sich eindrücklich am beispiel irlands, dessen vergangenheit mit den der hungersnot geschuldten massenauswanderungen bei dieser doch recht dramatischen entwicklung wie eine hintergrundfolie im zeichentrickfilm aufscheint. °°°

kunst und kultur als markenzeichen im städtebau und gleichzeitiger motor der gesellschaftlichen veränderung sind eine karte, auf die abu dhabiverstärkt setzt.°°°

über einen immobilienboom in china berichtet heute die faz. da liest sich noch mal deutlich, wie sehr ein immobilienboom eine immobilienpleite für die menschen ist, die wohnraum brauchen. wenn also, viele interesse am handel mit wohnraum haben, was ja gut sein sollte, weil dann mehr hergestellt werden könnte um den bedarf zu decken, dann wird statt dessen die ware wohnraum verknappt, damit die erträge mit dem handel desselben steigen. ich finde das verwirrend.

es wird weniger baugespart°°°
die kommunen bemerken auswirkungen des konjunkturpakets

immer noch wird sich das „recht auf bildung“ erstritten und das mit erstaunlich langem atem°°°

die landkreise schleswig-holsteins wollen an der betreuung für behinderte sparen. da bei henri lefebvre der begriff der „urbanen gesellschaft“ auch für das leben in den ländlichen teilen der welt gilt und sich beim „recht auf stadt“ die frage nach den möglichen verhandlungsweisen gesellschaftlicher konflikte stellt, die derzeit nahezu mehrheitlich zu lasten marginalisierter gruppen gelöst werden, soll diese nachricht hier nicht unerwähnt bleiben.°°°

in berlin weigern sich bürger geld in den umbau ihrer wohnstr. zu stecken°°°1000 demonstrierten gegen nazi-attacken in kreuzberg und neukölln°°° eine gruppe türkischer väter in neukölln ist gegen das betreuungsgeld und will lieber bessere bildungsinfrastruktur°°° was genau am leipziger platz entstehen wird ist unklar°°°

der gent.-blog macht auf die kontinuität der hamburger auseinandersetzung mit der, wie es damals so schön hies „yuppiesierung“ von stadtteilen aufmerksam°°°

womit sich planer so beschäftigen: stadtplanung und körpergewicht

recht auf essen in der stadt?

der blog „hamburger allee“ diskutiert in einem artikel, die auch in hamburg sich vermehrende praxis des „containerns“, also in etwa des mitnehmen von lebensmitteln aus supermarktmülltonnen. so wie hamburger allee das schreibt gilt das wohl als diebstahl und zwei leute müssen sich deswegen in hamburg gerade vor gericht verantworten.
da diese praxis für viele menschen, auch in hamburg, schon seit jahren eine wichtige quelle für gesunde und abwechselungsreiche ernährung ist, halte ich es für unverantwortlich, dieses verhalten strafrechtlich zu sanktionieren.
ich kenne „containern“ von vor 15 jahren als ich auf isemarkt gearbeitet habe und gesehen habe, wie viele menschen sich beim abbau der marktststände mit frischem obst und gemüse versorgt haben und fand und finde das toll.

Cointainern in Hamburg – protestieren gegen die Wegwerfgesellschaft | Hamburger Allee

hierfinde ich interessant, wie man sich das recht auf versorgtheit in der stadt gemeinsam nimmt. also, was bedeutet der slogan „recht auf stadt“ bei einer praxis, die als diebstahl bezeichnet wird. sollte man als solidarische forderungsgenossen nun eine art versicherung für die fälle der strafverfolgung gründen, so wie die „rote hilfe“ und wenn ja, wie macht man die bekannt? mit aufklebern auf jeder supermarktmülltonne: „ärger vor gericht?-wir hauen dich raus!“?