stadtnachrichten: montag 7.dezember

in rio de janeiro werden die bewohner der favelas drangsaliert um die stadt auf die olympiade vorzubereiten. überhaupt scheinen große sportereignisse mit ihrer tiefen verankerung im wir-gefühl der bevölkerungen, immer ein grund für massive „aufräum“-aktionen und drastische erhöhung der sicherheitsarchitekturen gekoppelt mit aufwertung der grundstücke zu sein, denn auch im südafrika vor dem fussball-quatsch wird ohne ende poliziert.dass es nicht für die leute geschieht, die an den orten wohnen, durch die, die sicherheitskräfte geschickt werden, wird schon daran klar, dass es massive akute polizeieinsätze sind, die hier stadtentwicklung betreiben und nicht eine langfristige und nachhaltige entwicklung der viertel hin zu besserem lebensstandard für ihre bewohner. so bekommen viele dann eine zelle im knast, statt einer chance auf ein selbstbestimmtes leben. °°°

in england wurde eine zollfreie brücke verkauft°°°

athen war schauplatz stundenlanger demonstrationen gegen polizeigewalt und kapitalismus. dazu gibt es viele artikel und videos, dabei fällt der aus der telepolis besonders auf, weil er als einziger einen explizit medienkritischen ansatz hat. °°°


chimbote
soll nicht stinken. so lautet die forderung der bewohner der peruanischen stadt°°°

wie der immobilienkuchen in dubai jetzt verteilt wird schreibt das handelsblatt.

über das leben im new yorker stadtteil harlem erzählt das buch „push“ von sapphire ziemlich viel, und das gibt es jetzt auch als film „precious“°°°

bundesweit wurden schon mehrere besetzte unis polizeilich geräumt. inzwischen solidarsieren sich auch viele schüler mit den studenten. hier findet sich eine karte mit den europaweiten besetzungen von bildungseinrichtungen.°°° demnächst bei demos mit auf den straßen: der neue wasserwerfer, das neuste sicherheitsindustrieprodukt, dass jetzt erst mal ein paar marketingevents (demonstrationseinsätze) durchlaufen muss und dann sicher weltweit exportiert wird. das erinnert mich daran, dass auch die bundesdruckerei ein paar jahre privatisiert war und die patente auf die neuen pässe hält und durchaus auch verkauft. habe ich schon gesagt, dass ich demnächt das tamm-museum an der börse handel möchte? kauft jetzt aktien bei mir,dann habt ihr dann rendite just mailto: townschaetzchen(at)yahoo.com°°°
beim tagesspiegel gibt es einen überblick über die kürzungen im kulturressort, die städte und kommunen im nächsten jahr einplanen.°°°
der mieterbund glaubt fest daran, dass sich die fdp mit ihren geplanten einschnitten ins mietrecht nicht durchsetzen wird°°°


schilda
in mörs: trotz leerer kassen und ländlicher umgebung soll eine 10stöckige tiefgarage für 20 Millionen Euro gebaut werden°°°

einen rückblick auf die entwicklung der mietpolitiken in berlin gibt hingegen der artikel über den in rente gehenden leiter des berliner mietervereins°°°

was haben steigende gesundheitskosten in den stadtnachrichten zu suchen? sie werden das leben in der stadt nachhaltig verändern. sieht man jetzt schon mal manchmal leute auf flohmärkten brillen mit ihrer ungefähren stärke kaufen und bekommt man jetzt schon mit, dass zum beispiel letztes jahr in ganz steilshoop kein kinderarzt niedergelassen war, dann wird rasch deutlich, dass auch die gesundheitskosten die menschen in den ökonomisch benachteilgten quartieren härter treffen werden, als in den ökonomisch privelegierten.°°°
im ruhrgebiet gibt es immer mehr vandalismus an bahneigentum. und dass wo es doch in dortmund so schöne küstenferne leuchtturmprojekte gibt°°° und nicht nur das sondern ebenfalls in dortmund will jetzt eine bürgerinitiative gegen drogen und prostitution auf die straße gehen°°°außerdem verdoppelt sich der preis für das dortmunder sozialticket°°°
in köln-porz sind 523 wohnungen von einem berliner investor gekauft worden. da läuft doch was falsch, wenn es sich für investoren lohnt wohnungen zu kaufen. °°°

samstag gab es in berlin eine demo anläßlich der räumung der brunnenstr. vor ein paar wochen°°° mit parkplätzen hat die stadt berlin im letzten jahr 10 Millionen Euro überschüße erwirtschaftet. ob die demnächst parkplätze an der börse handeln?°°° über die zukünftige nutzung des ehemaligen tempelhofer flughafens informiert der artikel „Tempelhofer Flower Power“°°° die mediaspree-initative verlässt den sonderausschuss°°° überwachungskamera-spaziergänge erweisen sich als gutes mittel um die aufmerksamkeit für die zunehmende kontrolle des öffentlichen raums zu schärfen°°°

im gählerspark in hamburg-altona wurden von moorburgtrassengegner zwei eichen besetzt°°°
in der hafenstr. gab es bei einem festnahmeversuch eine prügelei°°°
asklepsios will in hamburg betriebsräte verhindern°°°
der hamburger hafen versucht mit rabatten den betrieb wieder ans laufen zu kriegen°°°
nach dem anzünden eines polizeiautos vor der hamburger lerchenwache, als zeichen der solidarität mit den demonstranten in griechenland, schlagen die wellen der presseemörung hoch mit schaumkronen wie „Droht uns eine neue RAF?“ und wellentälern ala „Nur Ermittlungserfolge schrecken die Militanten ab“. und gichtspritzern nach folgender art: experte erklärt das bekennerschreiben und und sagt „Es gibt drei Botschaften“.
die ganze peitschende brühe hier widerzugeben scheint müssig, ein spaziergang am kiosk vorbei dürfte für jeden reichen um qualität und tonfall der steineinswasserwerferumwellenzuerzeugen mitzubekommen. °°°

menschen aus dem gängeviertel laden dazu ein, zu diskutieren, wie man sich das viertel vorstellt, was da entstehen soll. di. 20.00 jupi-bar°°°

berlin hat schon mehrere und hamburg zieht jetzt nach: generationsübergreifende spielplätze°°°

schreberspacken war zu besuch bei den holstenpunx in hamburg-bahrenfeld. das projekt ist aus klassischer straßensozialarbeit entstanden und unterliegt damit auch allen üblichen vor- und nachteilen städtischer befriedungspolitiken. auf jeden fall droht dem projekt im im laufe des nächsten jahres die auflösung durch den verkauf des geländes und da die jugendlichen dort gerne wohnen, scheint es mir wichtig, sie zu unterstützen. °°°

der „strategieblog“ denkt über das „not in our name“-manifest nach, interessant daran ist, dass hier die hamburger stadtentwicklung aus marken-affiner sicht kritisiert wird.°°°

lächerlich: nachdem die spd in den letzten jahrzehnten in hamburg die aufwertung von stadtteilen und damit meist einhergehend die verdrängung der vorherigen bewohnerschaft aktiv betrieben hat-schließlich sind die saga und die steg zu spdzeiten eingesetzt wurden- und jede hausbesetzung sofort geräumt, fordert sie nun einen „Schutzschirm gegen Verdrängung“. da glaube ich doch fast lieber der landespastorin, die sagt, dass der soziale friede in hamburg gefährdet ist und frage mich: fällt bismarck bald in die elbe?°°°
harburger schließen sich mit wilhelmsburgern gegen die verlegung der wilhelmsburger reichsstraße zusammen°°°


2 Antworten auf „stadtnachrichten: montag 7.dezember“


  1. 1 moyen 07. Dezember 2009 um 11:05 Uhr

    Der film „precious“ wird laut heutigem tagesspiegel nicht überall hochgehalten:

    Die schwarze Kritik ist von „Precious“ deutlich weniger begeistert. So schrieb Armond White in der „New York Press“ einen wütenden Artikel, der „Precious“ als einziges rassistisches Klischee bezeichnet. „Noch nie hat ein Film das Bild schwarzen Lebens derart übel verzerrt.“ Arme schwarze Familien als inzestuös darzustellen, schwarze Jugendliche als extrem übergewichtig und analphabetisch, sei eine „Mischung aus rassischer Ausbeutung und Opportunismus“. „Poverty Porn“ – Elendsporno – sei das, „eine soziologische Horror-Show“.

  2. 2 Administrator 08. Dezember 2009 um 12:02 Uhr

    habe ich mich vorher schon gefreut auf den film, dann bin ich nun gespannt. interessant finde ich, das wir aus dem gleichen artikel so unterschiedliche beurteilungen herauslesen. und selbst bei dem zitat, dass du verwendest, bin ich mir nicht sicher, wie ich die kritik finde, da wir ja nicht mehr in den siebzigern leben, wo es vor blaxploitation kaum darstellungen von „schwarzen“ lebensrealitäten in filmen gab. da hätte ich dem obigen sicher eher zugestimmt, obwohl ich auch die gangsterdarstellungen wie in „shaft“ durchaus wichtig finde. aber in einer zeit, in der die bill-cosby-show eine afroamerikanische mittelstandsfamilie weltweit in die haushalte getragen hat, in der ophrah winfrey eine echte meinungsmachinstanz im amerkianischen fernsehn war, in der obama präsident ist und spike lee für viele filmemacher ein vorbild, kann eine darstellung von unterschiedlichen lebensrealitäten „schwarzer“ menschen in den usa meines erachtens eine wertvolle ergänzung darstellen und darauf aufmerksam machen, dass das thema rassimus und seine auswirkungen noch länst nicht aus dem alltag verschwunden sind.
    ich bin gespannt was ich nach dem filmschauen darüber denke.

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