stadtnachrichten: di. 8.12.2009

am dritten tag in folge, werden in griechischen städten politische auseinandersetzungen auf der strasse ausgetragen. dabei ist die desolate wirtschaftlich situation des landes sicherlich nicht unwichtig und meines erachtens kann nicht davon gesprochen werden, wie es das handelsblatt tut, dass bei der griechischen bevölkerung die krise noch nicht angekommen ist. ganz im gegenteil, sie ist schon lange da und sie drückt sich in urbanen konflikten um das recht auf bildung, das recht auf eine perspektive und das recht auf einen alltag ohne polizeiwillkür aus. °°° zu dem thema passt eine weitere wirtschaftsnachricht. eine studie der ILO hat ergeben, dass weltweit seit märz 2008 20 millionen arbeitsplätze verloren gegangen sind. dass sich diese umstrukturierung der erwerbslandschaft auf das leben in den städten auswirken wird, kann nicht bestritten werden, wie sie sich auswirken wird, liegt so viel in den sternen, wie in händen aller an der weltweiten gesellschaft teilhabenden.°°° ein weiterer nicht wohnungspolitischer faktor für das leben in den städten sind die sicherheitspolitiken und da inzwischen in europa nicht nur die nationalen, sondern vor allem auch die europäischen. es lohnt sich also für stadtaktivistInnen ein auge auf das „stockholm-programm“ zu werfen um nicht irgendwann in nicht allzu ferner von demonstrationsüberwachenden drohnen überrascht zu werden. da in großbritannien die engmaschige überwachung der öffentlichen sphäre praxis ist, hier noch ein blick in die möglichkeiten und einer auf konkrete praxen. der überwachung sozialer zusammenhänge in der stadt°°° die tiere des waldes kommen vermehrt in die städte°°°

nicht nur in dortmund, wie gestern berichtet, sondern auch in berlin steigen die preise für den nahverkehr°°°der soziologenblog diskutiert heute die eigentümerperspektive auf die stadt und stellt die debatte um „baugruppen“ dar.°°°

in hamburg gehen raucher für ihre rechte auf die straße°°°die studentInnen scheinen mindestens teilerfolgreich: das hamburger hochschulgesetz wird überprüft°°°es sieht so aus, als würde die entwicklung der lettow-vorbeck-siedlung in jenfeld scheitern. mir fällt es schon schwer, den namen zu schreiben, weil es der name eines deutschen kolonial-offiziers ist, der auch im nationalsozialismus weiterhin mitglied der wehrmacht war und mir in diesem zusammenhang auch die verwendung von „siedlung“ statt dem derzeit ubiquitären „quartier“ sauer aufstösst. -davon abgesehen, ist die „siedlung“ direkt in der nähe der großraumbebauung in jenfeld ein interessantes und wenig beachtetes moment hamburger stadtentwicklung bei dem ich mich frage, ob das wohl für die jenfelder eher gut, oder eher schlecht ist, wenn ein vorzeigeprojekt in ihrem stadtteil gebaut wird. °°° hamburger museen überlegen den verkauf von kunstwerken, um ihre kassen aufzufüllen°°° das tamm-museum macht jetzt überdimensioniert werbung für sich.°°° hey, hey! cdu und gal sind jetzt für soziale stadtentwicklung, natürlich mit „weitsicht“. kriegt die stadt dann demnächst mit großem trommelwirbel eine sozialwohnung mehr? die gal gibt sogar zu, dass es verdrängung gibt, laut dem ndr allerdings,glauben sie nicht daran, dass der trend zu stoppen sei. andy grote von der spd hat jetzt obendrauf noch ein „eckpunktepapier gentrification“ veröffentlicht. zeitgleich versucht er als „stadtpolitischer sprecher“ das projekt „oberhafen“ voranzutreiben, wo dann am liebsten alle künstlers hin sollen. ich schlage vor: alle büros nach city nord, alle geschäfte in die innenstadt, alle wohnungen an die elbe, alle künstler an den oberhafen, alle handwerker aufs heiligengeistfeld und in den planten und blomen und so weiter und so fort. das wird dann auch schön ordentlich. °°°kleiner zeitrafferfilm über den bau der elbphilharmonie°°° berzirksamtsleiter in hamburg schlagen alarm weil die kürzungen zu tief ins profil schneiden°°°