stadtnachrichten: mi.9.12

in griechenland spitzt sich die wirtschaftliche lage noch weiter zu und es gibt so wenig glaubhafte quellen zu den protesten, dass spreeblick schon die leserInnen des blogs befragt, ob sie in jüngster zeit in athen waren und genau informationen haben . am verlässlichsten scheint uns „tears and anger“, aber wer weiss das schon, wenn man die leute nicht kennt. °°°

die wirtschaftskrise treibt die zahl der bundesdeutschen insolvenzen kräftig in die höhe. und die kommunen überlegen stärker nach leistung zu bezahlen. da muss man sich doch fragen, was zum beispiel die leistung eines arbeitsvermittlers oder eines gerichtsvollziehers ist und wie sich die insolvenzen und die vermultich härter werdenden staatlichen repressionen auf das soziale leben in den städten auswirken werden.°°°
in großbritannien bleiben zum beispiel schon viel mehr junge leute einfach bei ihren eltern wohnen°°°

in kiel freuen sich die stadtplaner auf das frei werdende ex karstadt gebäude°°°

in berlin werden heute anti-gentrifizierungs-filme gezeigt°°° und der kölner stadtanzeiger schreibt über die brennenden autos in der hauptstadt°°°

über die gestaltung von wartehäusschen wird in frankfurt geredet°°°

mehr zu organisation der zugänge- zu-der-und-in-der-stadt-verhindernden polizeimaßnahmen in kopenhagen lässt sich hier erfahren°°°
die umgestaltung des stuttgarter hauptbahnhofs wird eine milliarde teuerer°°°

der hamburger senat will jetzt die independant-labels fördern, so wie das die steg schon seit ein paar jahren mit dem „karo-star“ macht. independent ist auch nicht mehr das, was es mal hätte sein können. vorgestellt haben sie den gedanken in der „hanseplatte“ die mit ihrem slogan „musik von hier“ schon lange einen seltsam lokalpatriotischen bezug aufmacht. in der kombination der beiden informationen könnte man sich fragen, ob „independent“ jetzt endgültig die marschmusik der creative industrie wird und damit die clubs zu den bierzelten der event-ökonomie°°°° in harburg werden jetzt wie auf st-.pauli zwei neue türme gebaut. in st.pauli tanzen sie und in harburg haben sie turbinen. und in beiden stadtteilen werden wahrscheinlich einfach mal wieder büros darin beherbergt°°° ein bisschen mehr informationen über die möglichen auswirkungen der sparwut des senats gibt ein artikel der mopo heute. genauer wird allerdings das abendblatt.°°° die hamburger kultursenatorin findet, die museen sollten ihre kunstwerke nicht verkaufen. wie wir aus dem kommentar zu dem eintrag „was macht eigentlich eine stadtentwicklungssenatorin“ lernen konnten, hätte sie da ja einige möglichkeiten um das zu verhindern. und hier kann ich mir den hinweis nicht verkneifen, dass die wirtschaftskrise nun das endgültige beweisstück dafür ist, wie handlungsfähig und mächtig politik ist.verkaufen sie doch einfach gebündelt ein paar schulden, frau senatorin:

Es traf nicht nur die Hypothekenbanken. Denn die Baukredite wurden zu neuen Wertpapieren gebündelt und verkauft. Kreditgeber mussten die Baufinanzierung nicht mehr wie früher in ihren Büchern behalten, sie konnten sie zu Paketen verschnürt an Banken, HedgeFonds und andere Investoren weiterreichen. Verpackungskünstlern gelang es, aus den zweitklassigen Hypotheken armer amerikanischer Hausbesitzer Wertpapiere zu basteln, die Anleihen glichen. Dieser Prozess nennt sich Verbriefung( vgl. Leichen im Keller der Verbriefungen).

Komplizierte Finanzinstrumente mit sperrigen Namen sind eine der ganz großen Erfolgsgeschichten der modernen Finanzwelt: Swaps, ABS (Asset Backed Securities), CDO (Collateralized Debt Obligations) und all die anderen Derivate. Das Verbriefen hat das Geschäft der Banken revolutioniert: Die Kreditgeber mussten sich nicht mehr mit dem Risiko herumschlagen, dass ein Schuldner zum säumigen Zahler absteigt.

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heute abend wird im hamburg museum die stadtplanung für die innenstadt diskutiert°°° ach was: der bau der elbphilarmonie gerät ins stocken°°° gängeviertel-artikel im freitag und ein link zur facebookseite der küntslers°°°