„metrobasel“ : Ein Comic zu Stadtplanung

Das ETH-Studio Basel, ein Aussenposten der Abteilung Architektur der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich, hat im Mai 2009 die Ergebnisse diverser städtebaulicher Studien über die sogenannte Metropolitanregion Basel, die eben gerade auch die angrenzenden französischen, deutschen und schweizerischen Gebiete umfasst, vorgestellt.
Ganz poppig und trendig, und um einfacher vermittelbar zu sein, hat das ETH-Studio seine Untersuchungsergebnisse in einem Comic gefasst, dessen Protagonisten dem Godard-Film „A bout de souffle“ entnommen sind. Leider gibt es den Comic (noch?) nicht im Netz, er ist aber hier in verschiedenster Weise kurz beschrieben: bei anArchitecture, bei einer Buchhandlung und hier bei einem privaten Netz-Kommentar. Auch das ETH-Studio Basel hat seine Vorstellungsseite.

Insgesamt ist der Comic der perfekte Ausdruck eines technokratischen Stadtverständnisses, in dem Stadt im Sinne des Wortes von oben angeschaut wird, darin rumgespielt und grosszügig Visionen entwickelt werden, über die Köpfe hinweg der reellen BewohnerInnen der realen Stadt.

Seid ihr per Zufall mal in der Schweiz, und wollt keine Pause von eurer alltäglichen Beschäftigung, dann schaut an einem Kiosk vorbei – dort gibt es den Comic fast immer zu bestaunen…

Es gibt auch einen Wirtschaftsförderverein für die „Metropolitanregion Basel“, der sich wohl nicht zufällig auch „metrobasel“ nennt.


4 Antworten auf „„metrobasel“ : Ein Comic zu Stadtplanung“


  1. 1 Administrator 21. Dezember 2009 um 20:33 Uhr

    das habe ich durch eine importeurin aus der schweiz auch schon in den händen gehabt und war verblüffft von der unverblümtheit der stadtplannungsfantasien. „das kommt mal wech und hier bauen wir was neues hin, und das war doch schon immer eine schmuddelecke“ ungefähr so stelle ich mir die sotto-voce-murmelleien der plannungsheroen vor, beim durchblättern des buches. eine tolle vorlage um zu wissen, wie man stadtplanung nicht mehr will.

  2. 2 moyen 22. Dezember 2009 um 0:11 Uhr

    dieser comic hat mich persönlich ziemlich beeindruckt. einer der sätze, die mir hängengeblieben sind, ist: „schrebergärten sind blockaden.“ unglaublich – da werden schrebergärten und deren besditzer, die als nicht-schrebergärtennutzer dargestellt weerden, dafür verantwortlich gemacht, dass die meisten basler keinen freien zugang zum fluss haben. plakativer geht kaum, sag ich mal.

  3. 3 Administrator 22. Dezember 2009 um 7:06 Uhr

    lukas stanek fragt ja in dem video, was hier aufm blog ist danach auf „what kind of a city“ wohl in dem „recht auf stadt“ gemeint ist und ich für mich kann es schon mal mit der negation beantworten, dass es nicht die stadt ist, metrobasel meint. und mit der positiven folie, dass es eine stadt sein könnte, wie es sie bei der recht-auf-stadt-parade gab. mit aller unterschiedlichkeit der vorhandenen gruppen, mit der es für mich zum mindest nicht möglich wäre, eine durchgängige identität aufzubauen. sprich, ich könnte nicht alle forderungen unterschreiben, mit vielen müsste und musss ich mich streiten um meine identität weiter zu fühlen, aber dass alle so unterschiedlich sind, dabei so gut organisiert waren und anscheinend auf der parade offensichtlich spass hatten, finde ich toll. wenigstens für das eine mal, war dieses bündnis etwas, was in mir die sehnsucht, die der begriff queer mal weckte, kurz gestillt hat. die sehnsucht danach mit aller unterschiedlichkeit platz zu haben und die differenzen nicht zum trennenden sondern zum gemeinsamen ausgangspunkt zu machen.

  1. 1 Georgys Blog » Stadtplanung: Wachstum durch Abriss Pingback am 05. Januar 2010 um 12:21 Uhr
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