Archiv für Januar 2010

stadtnachrichten freitag 29.01

in den städten verdienen frauen mehr als auf dem land°°°
die steuereinnahmen sinken stärker als erwartet°°°

die deutschen immobilenfonds lohnen immer weniger die investition. die renditen sinken, weil der leerstand steigt und die preise in den keller gehen.°°°

auf haiti werden mehr und mehr dachlose frauen opfer von gewalttätern°°°

auch frankfurt will mehr raum für kreative schaffen. langsam fragt man sich allen ernstes ob in der studie von richard florida irgendwelche hypnotischen muster im text waren, dass alle bürgermeister der bundesrepublik nun denken, sie müssen nur mal ordentlich kreativ kreative förder und dann läuft das mit den steuereinnahmen. seltsam auch, dass die schwulen, die bei florida auch zu erflogsgaranten hören, bei diesen politiken gar nicht erst erwähnt werden. aber vielleicht kommt das noch. und wenn es kommt, dann hätte ich auch noch gerne lesben, trans, queer, bis und andere mit in der förderung. also eigentlich jeden, der mehr geld, mehr raum, mehr freiheit braucht um ein schönes leben zu führen. °°°

das kunsthaus tacheles soll geräumt werden, weil die eigentümerin es verkaufen möchte. allerdings hat sie noch keinen käufer. °°°in neukölln häufen sich die nazi-umtriebe°°°diskussion über eine räumung der liebigstr.14°°°in pankow wird modernisiert°°°über die verquickungen von berliner stadtpolitikern und der bauwirtschaft berichtet der gentrificationblog°°

die kulturhauptstadt ruhr möchte gerne mit dem spektakel die kreativen am standort halten und möglichst noch welche mehr dorthin locken°°°

in düsseldorf werden jetzt bäume gefällt°°° dort engagieren sich bürgers für ihre alten gaslampen und wollen von energiesparen nichts wissen°°°
die rheinbahn soll ein extra-ticket für bedürftige vorhalten, wurde aber nicht bei der planung befragt. da geht es ihnen so, wie allen anderen stets. mich hat auch noch niemand gefragt, wieviel geld ich für mein ticket zahlen möchte°°° ein bürokomplex, der „seestern“ soll wieder in hellerem licht erstrahlen°°°

der kölner bürgermeister erzählt in e inem interview üpber die ersten hundert tage seiner amtszeit°°°

osnabrück spart so sehr, dass kultur bald nicht mehr gefördert wird, nat+rlich ausser den leuchttumrprojekten. also unterhaltung für touristen, aber nicht für anwohner.°°°

im verleich zum vormonat sind in hamburg 8,1 prozehnt mehr leute arbeitslos°°°stadt hat geldmangel, weil sie weniger knöllchen verteilen konnte. ob sie woh ldeswegen dann eine schulspeisung aufhören? ist knöllchen ein guter weg um geld zu spenden? kann man die absetzen?°°°°elbmusikgebäudebau dauert noch länger als ausgedacht°°°baumbesetzerInnen im gählerspark wurden von einem hubschrauber aus gefilmt°°°polizei sucht weiter nach menschen, die die steine kennen, die auf die lerchenwache flogen°°°

„Jeudi Noir“ hält Schloss in Paris besetzt

Ein Schloss – mitten in Paris, am Place des Vosges. Bis vor kurzem stand es leeer. Seit 3 Monaten ist es besetzt.
Die Besetzer: „Jeudi Noir“ („Schwarzer Donnerstag“), eine Gruppe von Leuten, die seit 3 Jahren in Paris mit unterschiedlichsten Aktionen auf die krasse Wohnungsnot in der Stadt aufmerksam machen. Eine fantastische Aktion. Stefan Ulrich schreibt in der Süddeutschen Zeitung („Vive la Chance“, 27.1.2010), dass die Räumung vor der Tür steht (- sie ist bereits gerichtlich erwirkt). Er schreibt aber auch von der Begegnung der „Jeudi Noirs“ mit der Besitzerin und von den Reaktionen aus der Nachbarschaft, die einfach nur toll klingen:

„Wir verstehen uns ausgezeichnet mit ihr“, sagt Dubouchet (einer der Besetzer). „Sie ist einmal gekommen und hat drei Stunden mit uns geplaudert.“ Die 87-Jährige, die im Altersheim lebt, habe ihren Vormund ausgetrickst, der unbedingt dabei sein wollte. Sie sei einfach früher gekommen. (…) Der Besuch der alten Dame hat die Hausbesetzer ermutigt. Auch viele der reichen Nachbarn aus dem noblen Viertel haben freundlich reagiert. „Sie brachten Wein und ließen sich von uns das Palais vorführen“, sagt ein anderer Aktivist. Das ist nicht untypisch für Frankreichs Bürger, die viel Verständnis für Protestierer aufbringen, seien es Streikende, Demonstranten oder Arbeiter, die ihre Firmenchefs als Geiseln nehmen. Womöglich hallt in diesen kleinen Revolten die Große Revolution nach.

Erfolg: Senat reagiert auf die „Recht auf Stadt“-Bewegungen in Hamburg mit einem Paradigmenwechsel

unsere fabelhafte agentin paula zucker scheut ja, neben dem vergnügen der selbstorganisierten politiken, die mühen des parlamentarischen plateaus nicht und liebt abgeordnetenwatch. vor ein paar tagen fragte sie über diese seite bei christiane schneider (die linke) an, ob die abschaffung des höchstgebotsverfahrens bei der veräußerung städtischer grundstücke ein erfolg der stadtkritischen bewegungen in hamburg sein. alles weitere lest selbst:

Christiane Schneider schrieb am 27.01.2010

Liebe Paula Zucker,
(…)
Dass die Stadt offiziell vom Höchstgebotsverfahren abrückt, ist, davon gehe ich aus, auf die „Recht auf Stadt“-Bewegung zurückzuführen. Gerade in der Auseinandersetzung um das Gängeviertel wurde aufgedeckt, welche schlimmen Folgen dieses Verfahren für die Stadtentwicklung hat. Die Käufer werden natürlich versuchen, bei der Nutzung die höchstmögliche Rendite zu erzielen: Die politische Entscheidung zum Höchstgebotsverkauf gibt öffentliche Einwirkungsinstrumente aus der Hand und unterwirft die Stadtstruktur privaten Renditeinteressen. Diese Unterwerfung unter Renditeinteressen mit all ihren Folgen (Gentrifizierung, sozialräumliche Segregation, Zerstörung der Solidarität und Desintegration der Stadtgesellschaft) hat die „Recht auf Stadt“-Bewegung thematisiert und die herrschende Politik unter Druck gesetzt.
Offiziell will die Regierungskoalition nun also zum „Bestgebotsverfahren“ übergehen, bei dem der Preis nur noch zu 30%, konzeptionelle, also Nutzungsvorstellungen zu 70% eine Rolle spielen. Ich bin bei der Beurteilung allerdings vorsichtig: Ob und wie die Stadt die Ankündigung umsetzt, wird ausschließlich davon abhängen, ob sie weiterhin mit einer kräftigen Bewegung rechnen muss.

Der Senat hatte auch früher schon angekündigt, vom Höchstgebotsverfahren Abstand nehmen zu wollen. Dennoch haben die im Höchstgebotsverfahren abgewickelten Verkäufe städtischer Grundstücke/Immobilien von 7 im Jahr 2007 auf 15 in den ersten neun Monaten 2009 zugenommen. Misstrauisch macht mich auch das jüngste in der Bürgerschaft verhandelte Beispiel: der Verkauf bzw. die Nutzung der Amsinckvilla. Auch diese war im Höchstgebotsverfahren an einen [zudem windigen] Investor gelangt, der sich um die öffentlichen Nutzungsinteressen praktisch nicht scherte. Nur der anhaltende Widerstand der Amsinck-Park-Nutzer/innen und FreundInnen der Amsinckvilla sowie der kommunalen Gremien in Eimsbüttel haben die Regierungsfraktionen zu einem gewissen Rückzug veranlasst: Das Ganze soll neu überdacht werden – aber bezeichnenderweise fehlt in dem Antrag von GAL und CDU (Datum 19.1.10!) zur „Zukunft der Amsinckvilla“ jede klare Absage an einen Verkauf im Höchstgebotsverfahren. Die „FreundInnen der Amsinckvilla“ meinen übrigens, dass die schöne alte Villa überhaupt nicht verkauft werden darf, wenn das öffentliche Interesse an ihrer Nutzung gesichert werden soll. Und damit haben sie Recht.

Es wird also auch in Zukunft darauf ankommen, für außerparlamentarische Bewegungen wie für uns als Opposition, wachsam zu bleiben und sich die einzelnen Verkaufsfälle genau anzuschauen. Leider ist der Umgang mit den städtischen Immobilien oft erst im Nachhinein zu erfahren, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist – die zuständige Kommission für Bodenordnung tagt nicht öffentlich und gibt auch nur einmal im Jahr einen allgemeinen Bericht ab.

Freundliche Grüße

Christiane Schneider

eigenbedarf wird ausgeweitet

Wohnungsbesitzer dürfen Mietern auch wegen Eigenbedarf für entferntere Verwandte kündigen. Nicht nur etwa Geschwister, sondern auch Angehörige wie Neffen oder Nichten seien eng genug mit dem Vermieter verwandt, verkündete der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Im Einzelfall komme es deswegen nicht auf eine besondere persönliche Beziehung oder soziale Bindung an. Die Richter stärkten damit die Rechte von Vermietern und präzisierten geltendes Recht, demzufolge Vermieter Wohnungen wegen Eigenbedarfs für sich selbst oder Angehörige des Haushalts kündigen können.

stadtnachrichten mittwoch 27.1

moskau verbietet in offen homophober form schon wieder eine gay-parade°°°

in new york city ist ein riesiges bauvorhaben phänomenal gescheitert und damit sind 11.000 wohnungen in denen gut 25.000 leute wohnen zunächst vor der umwandlung in luxuswohnanlagen gerettet.°°°

die meist vernachlässigenswerte zeitschrift „bahamas“ schreibt über „recht auf stadt“ und kontextualisiert im artikel lefebvre im rahmen der situationisten. da es dazu ansonsten eher texte auf englisch gibt, lohnt sich ein blick, wenn man die mühen der anderen sprache scheut. sonst lieber hier lesen, da gibt lefebvre ein interview zu den situationisten.°°°

die post schließt wahrscheinlich alle bisher noch verbliebenen filialen°°°

die stadt köln möchte größer werden um mehr wohnraum anbieten zu können und versucht sich kleinstädte aus dem umkreis einzugemeinden. °°°

in berlin richten sich mehr und mehr mittelständische personen in baugruppen gemütlich ein. dass sie dabei die orte an die sie ziehen um sie zu geniessen in orte verwandeln, denen sie hoffentlich entfliehen wollten, scheint ihnen nicht klar zu werden: sie bauen sich reihenhäuser auf hinterhöfe.und vergessen meist dabei sogar eine ladenzeile für ihre bioladenbedürfnisse und schnickschnackläden mit einzuplanen°°° wie das dann wird sieht man paradigmatisch am prenzlauer berg°°° das anti-räumungsfestival der liebig-str in berlin rückt näher und hat nun ein programm°°°

oberbaudirektor jörn walter spricht im abendblatt über die neuen pläne des senates bezüglich hamburger stadtentwicklungspraxen. erstaunlich ist dabei, dass hamburg von dem höchstgebotsverfahren abstand nimmt und damit sich wieder mehr direkte politsche gestaltungsfähigkeit einräumt. es zählt also nicht mehr nur der höchste erlös, sondern auch der bauplan. was eigentlich schon lange das mindeste sein sollte, wenn man nicht in einer vollkommen der diktatur der warenförmigkeit unterworfenen umgebung leben möchte.°°°für die bundesgartenschau in wilhelmsburg, die den stadtteil ja neben der iba plagt sollen 2235 bäume gefällt werden. weg mit dem baum, her mit dem baum.°°°die moorburgtrassengegner möchte um jeden einzlnen baum streiten und wer dabei mitmachen will, kann sich in eine sms-liste eintragen.°°°leider wird das bernardt-nocht-quartier tatsächlich gebaut werden.°°° und auch leider zieht jetzt ikea nach altona. schade, dass die einzelhändler und anwohner in altona nicht die gelegenheit genutzt haben sich tatsächlich gemeinsam alternative konzepte für die nutzung der konsumbrache auszudenken. ikea wird die preise für laden- und wohnungsmieten unweigerlich nach oben treiben und autobahnzubringer vor der haustür machen noch nicht das bessere leben. vielleicht machen sich ja jetzt die menschen rund um die große bergstraße mobil und verhängen so etwas wie ein mieterhöhungsmoratorium. es wäre ihnen zu wünschen.°°° das projekt „zuflucht“ ist ein gerade eröffnetet haus für mädchen und frauen, die nicht zwangsverheiratet werden wollen. wer dorthin möchte:“Betroffene können sich unter Telefon 22622627 (10 bis 22 Uhr) bei der Hotline melden oder bei den Beratungsstellen i.bera und LALE unter (0174)1507709.“ °°°die spd möchte zusammen mit der gal clubs stärken und denkt ein bisschen nach°°° der staat fühlt sich durch die attacken auf die lerchenwache in seinen grundfesten angegriffen und reagiert mit der vollen kraft der strafverfolgunsapparatur.°°°über die geschichte des frappant-gebäudes und den stand der entwicklungen lässt sich in der telepolis lesen°°°

stadtnachrichten dienstag 26.01

ig metall malt das menetekel von 700.000 gefährdeten arbeitsplätzen innerhalb der nächsten zwei jahre an die wand der wirtschaftskrisenauswirkungen.°°°

schleswig-holstein und niedersachsen haben nicht genug kita-plätze°°°

in berlin gibt es ein „monitoring soziale stadtentwicklung“, da ist die „helle mitte“ mit platz 434 auf dem letzten. nur 434 von was? soviele bezirke kann doch selbst die hauptstadt nicht haben und kieze hat sie bestimmt mehr, wenn fast jede straße einen bildet. und quartiere?, wer legt denn die fest und für wen sind diese grenzen verbindlich?°°° das ehemalige flughafengelände tempelhof kriegt jetzt noch ne lücke im zaun.°°°

der streit um die hamburger elbphilharmonie vertieft sich°°° in hamburg schimmeln die wohnungen°°°

stadtnachrichten montag 25.01

der fussballkram in südafrika ist umstritten. kritiker sind dafür, das geld eher in die versorgung der ärmsten in den benachteiligten stadtteilen der städte zu stecken, anstatt ein gigantisches stadium zu bauen.°°°

am 30.1 wird in berlin gegen mieterhöhungen demonstriert.°°°auf radiofritz gibt es einen beitrag zur liebigstraße, deren anti-räumungsfestival bald anfängt°°° grünenpolitiker finden, dass berlintouristen jetzt mal gebühren zahlen sollen°°°der tagesspiegel diskutiert, wie man die segregation los werden kann°°°die taz öchte gerne wissen wie man gegen mietensteigerungen vorgeht. und attestiert der spd mangelnde handlungsfähigkeit°°°

der soziologenblog schreibt, dass in der wiener zeitung über gentrifizierung geschrieben wird. °°° der freitag hingegen berichtet über ein ehemaliges amüsierviertel in wien°°° für ganz österreich gilt, dass es in einer gewerbeimmobilienkrise steckt°°°
dafür entwickelt sich die gesamteuropäische immobilienwirtschaft aus der krise heraus.°°°

einen umgang mit der schlechten lebensmittelversorgung auf dem land, versuchen menschen in vettweiß zu finden. dabei werden twitter und die methoden der food-coop verbunden.°°°

es gibt immer noch keine erhohlung auf dem wohnimmobilienmarkt in den usa°°° statt dessen schlägt ein us-amerikanischer wirtschaftsdozent vor, überall in der „dritten“ welt städte nach deutschem vorbild zu bauen. also sowas wie gütersloh in abu dabi? das scheint mir bizarr°°°

in köln gibt es eine bettensteuer für hotels, in oberhausen eine sexsteuer und in fürth werden goldbarren in euros gewandelt, damit die kommunen ihren aufgaben nachgehen können. die auswirkungen der wirtschaftskrise auf das alltagsleben in der bundesrepublik zeichnen sich also nach und nach deutlicher ab.°°° in troisdorf sind bürger gegen eine giftmülldeponie in ihrem wald°°°

nach und nach verschwanden in frankfurt die sitzbänke und die idee liegt nah, dass es sich bei diesem schwund um eine „intuitive architektonische“ strategie handelt, um mit dem „problem“ der sichtbarkeit von obdachlosen keine direkte auseinandersetzung eingehen zu müssen.°°° vielleicht wird das in zukunft anders, denn bald sollen die bürger der stadt über die verwendung der städtischen budgets mitentscheiden dürfen°°° und die kreativen werden vom magistrat ab demnächst mit arbeitsorten versorgt.°°°

in düsseldorf verschwindet ein parkplatz°°° der bund verkauft einen übungsplatz°°°und die ganze stadt, die sich, so wie hamburg, als unternehmen sieht ist 97 Millionen Euro wert, fragt sich nur für wen. ich würde den früheren „dschungel“, das „limelight“ und den „irish pub“ nehmen. °°°

in zürich wird eine alte gleisanlage zum park gewandelt°°°°

verdi kritisiert die hamburger sparpolitik°°°°die elbdisharmonien schlagen kleine wellen°°° die mopo bezeichnet einen hamburg-eppendorfer als krawall-tourist weil er auf beim schanzenfest, also in altona, wütend war. wie geht es damit wohl weiter, darf man sich demnächst nur noch politisch äußern, wenn es um die straße geht, in der man zufällig wohnt und ansonnsten ist man halt nicht betroffen und agiert nur aus lust an der destruktion?°°° die altonaer bevölkerung möchte lieber ikea als ein künstlerhaus. also lieber eine billig-kette als die kreativwirtschaft. auch mal interessant.°°° wird das lettow-vorbeck-quartier in jenfeld doch gebaut? auf jeden fall reissen sie schon mal die kaserne ab.°°° thalia-intendant redet über finanzielle misstände in der hamburger kulturpolitik°°°auch in harburg wollen die anwohner keine neue hochhäuser mit büros und gastronomie. die zeit für emporragende architektInnenträume scheint wohl mal vorbei. die zeit für top-down-stadtplannung mit ein bisschen partizipationsgarnitur auch.°°° was es für das erleben der eigenen geschichtlichkeit und raumverbundenheit bedeuteten kann, wenn sich ehemalige wohnviertel in publikumsmagneten verwandeln wird in diesem text über schanze schön beschrieben°°° „hände weg vom isebek“ brauchen unterschriften für ihre partizipationskraft°°°ib berlin wird über die hamburger entwicklung des letzten jahres diskutiert°°° einen begeisterten bericht mit fotos und links, über die vorstellung der studie „kreative milieus und offene räume in hamburg“ kann man hier lesen. bei all der begeisterung scheint übersehen zu werden, dass es nicht zu mehr sozialer gerechtigkeit führt, wenn hamburg nun die künstler als wirtschaftsfaktor begreift. °°°

Baugenehmigung für BNQ – Der Drops ist noch nicht gelutscht!

Laut Ankündigung des Bezirksamtsleiters wird die Baugenehmigung für das Bernhard-
Nocht-Quartier erteilt. Wir freuen uns außerordentlich darüber, dass Investoren und Politiker
schon vielen Anregungen unserer Initiative gefolgt sind – Herzlichen Glückwunsch! Auch sind wir gern
bereit, ihre Planungen – welche einer nachhaltigen Stadtplanung auch nach Vorgaben der von der Stadt in
Auftrag gegebenen Gutachten zuwiderlaufen – in Zukunft weiter zu begleiten.
So lange bis aus dem ewig gleichen Eigentumswohnungsgebaue ein Konzept wird, das den tatsächlichen Bedürfnissen des Viertels und
seiner AnwohnerInnen gerecht wird.

Bekannt ist bereits, dass die Investoren den BewohnerInnen und Kneipen eine Mietgarantie über zehn Jahre
geben wollen. Auch diesen Umstand begrüßen wir – schließlich sind es nicht zuletzt unsere Steuergelder, die da in Form von Fördergeldern die Investoren zu diesem Zugeständnis verpflichten. Doch zehn Jahre sind nicht genug. Und so müssen wir jetzt schon mitteilen, dass wir auch nach Ablauf dieser Zeit immer noch da sein werden – und mit Spannung erwarten, was dann mit den Wohnungen geschieht…

Schade finden wir allerdings, dass die Details zur Baugenehmigung anscheinend am Montagabend wieder
einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen wurden. Dies zeugt vom weiterhin intransparenten
Vorgehen: Welches Treffen mag das wohl gewesen sein, bei dem Investoren und Politik nach dem Beschluss
im Bauausschuss am 6. Januar verhandelten? Auch nach intensiven Recherchen konnten wir kein Gremium
finden, bei dem dieser Punkt auf der Tagesordnung stand. Ernst gemeinte Beteiligung der Nachbarinnen und
Anwohner geht anders, aber auch hier bieten wir gern Nachhilfe an.

Mit dem Ideenkonzept „Guten Morgen, Hamburg!“ haben wir Vorschläge für gemeinsame Planungen mit den
AnwohnerInnen sowie genossenschaftliche Lösungen und Ideen für eine sinnvolle Nutzung des Quartiers
entwickelt – für die Menschen, die hier leben und für die, die in Zukunft unsere NachbarInnen sein werden.
Und ein von uns aufgestelltes, tragfähiges Finanzierungskonzept beweist: Eine Sanierung der Häuser, günstige
Mieten und eine stadtteilgerechte Nutzung der Flächen und Gebäude sind auch ohne Investoren und den Bau
von Eigentumswohnungen bezahlbar.
Man darf von seinem Hinterhof mehr verlangen als zum Gähnen langweilige und lediglich von Profitgier bestimmte
Klötze mit 80 Eigentumswohnungen – die Abwertung unseres nicht zuletzt auch stadtgeschichtlich bedeutsamen
Viertels werden wir nicht zulassen!

Wir sind kooperativ und gesprächsbereit. Und unser Protest ist mit der Entscheidung des Bezirksamts noch lange
nicht beendet. Mit unseren Vorstellungen sind wir nicht allein, sondern Teil eines stetig wachsenden Zusammenschlusses
von Initiativen in Gesamt-Hamburg, die sich einig sind: Wir können es besser!

Wir arbeiten weiter gegen die Gentrifizierung und freuen uns darauf, den Herren Köhler und von Bargen mit
unserem Konzept die Chance zu eröffnen, ein in Hamburg bisher einmaliges Projekt umzusetzen!

Mit freundlichen Grüßen
Die Interessengemeinschaft No BNQ

__
Kontakt:
Interessengemeinschaft No BNQ
c/o GWA St. Pauli
(040) 410 9887 31
info@no-bnq.org

und was soll das?: Rolltreppe gesperrt für Hartz-IV-Empfänger

Rolltreppe gesperrt für Hartz-IV-Empfänger

Im Neuköllner Einkaufszentrum Kindl-Boulevard dürfen Hartz-IV-Empfänger auf dem Weg ins Jobcenter im ersten Obergeschoss die Rolltreppe nicht benutzen. Das Jobcenter Neukölln gibt Sicherheitsgründe an.

Recht auf Stadt in no time musealisiert: Die Marke Hamburg und die Kreativen

Die Marke Hamburg und die Kreativen

Das Hamburg Museum bietet mit seinem “STADTFORUM – Gespräche über die Entwicklung unserer Stadt” eine außergewöhnliche Gelegenheit die Stadtentwicklung Hamburgs und aktuelle Bauprojekte aus der Stadt zu diskutieren. So etwa am 11. Februar 2010 mit der Podiumsdiskussion zum Thema: “Die Marke Hamburg und die Kreativen!”

aber richtig off the record

Hamburger Automatenverlag
beim literarturhaus steht jetzt ein automat mit büchern drin. die idee mag ich gern. vor einem jahr gab es in berlin-neukölln einen „kunstautomaten“ gegen kleingeld konnte man da zigarettenschachteln ziehen, in denen hübsche kleine kunstwerke waren, und wo auf beipackzetteln mehr über die kunst und die produzenten stand. tatsächlich steht ein kleiner holzklotz mit dem darauf aufgebrachtem foto einer siebziger-jahre wohnzimmereinrichtung, die für das bild, symetrisch arrangiert wurde in meinem bücherregal.

videos über wohngruppenprojekte

Auswahl

stadtnachrichten mi.20.1.2010

in spanien liegt die arbeitslosenquote bei 20%°°°

über die häuserpreise in china kann man sich in der heutigen financial times informieren. vorweg: die steigen rasch°°°

in wien soll eine straße fußgängerzone werden, um mehr konsumenten zu locken. wenn ich mich recht erinner, war die argumentation früher ein bisschen anders, da ging es immer so, dass die konsumenten ja mit dem auto kommen, wegen der einkäufe und deswegen die fußgängerzone wirtschaftliche nachteile darstellen. °°°

über stadtplanung als gesellschaftspolitik schreibt walter siebel im eurozine.°°°

in berlin und sachsen wurden linke orte durchsucht um plakate gegen den naziaufmarsch in dresden zu beschlagnahmen.°°°

wenn kommunen in der bundesrepublik anfangen zu sparen, dann kommen da nicht nur niedrigere schwimmbadtemperaturen sondern manchmal auch bellende städtische angestellte bei raus. das ist ein bisschen lustig, dramatisch wird es, wenn wie in dem artikel beschrieben, die städte auch bei sozial-schlechtergestellten den handlungsspielraum immer stärker verringern. so sollen zum beispiel in köln, bisher in „zu großen“ wohnungen geduldete hartzIV-empfänger nun umziehen müssen. °°°

in köln wurde ein vermieter wegen rassistischer wohnungsvergabepraxis zu einer geldstrafe verurteilt.°°°

in berlin sollen mit hilfe von bildung stadtviertel nun nachhaltig entwickelt werden.°°° wegen links zu linken kampagnen auf der projektträgerwebseite von „inwole“, wurde dem Projekthaus Potsdam-Babelsberg der etat eigenfroren.°°°

°°°nachdem hamburgs von beust gegen bürgerinitiativen wetterte greift nun auch die taz das thema auf und diskutiert sinn und unsinn der bürgermitbestimmung das von beust in dem artikel eine „kritische stimme“ genannt wird, scheint mir doch etwas zu hoch gegriffen. vielmehr muss er wohl gerade einsehen wieviele menschen mit der top-down politik wirklich unzufrieden sind°°°was macht eigentlich das gängeviertel, fragte ich mich vorhin müssig und fand prompt im ersten artikel des tages einen verweis: es nimmt die politik der stadt voraus, in dem es die petrischale für die „kreativen milieus“ erhält und dem senat einen guten grund gegeben hat, das laborglas nicht zu zerschlagen. soweit die analyse der taz zum gutachten „kreative Milieus und offene räume“ das dienstag vorgestellt wurde. ansonsten gibt es viel programm dort und es ist immer noch besetzt. da kann man gratulieren°°°

Grünes Licht für Sanierung des Bernhard-Nocht-Quartiers

NDR Online – Nachrichten – Hamburg- Grünes Licht für Sanierung des Bernhard-Nocht-Quartiers

Die Altbauten des Bernhard-Nocht-Quartiers waren jahrelang dem Verfall ausgesetzt. Bewohner und Nachbarn protestierten jedoch, als ein Investor eine umfassende Sanierung ankündigte. Nach öffentlichen Diskussionen werde das Projekt jetzt genehmigt, sagte Bezirksamtsleiter Markus Schreiber NDR 90,3. „Wir haben nach intensiven Gesprächen erreicht, dass das Mietniveau für zehn Jahre so bleibt, wie es jetzt ist.“

stadtnachrichten dienstag 19.1

seit ende 2009 legen investoren ihr geld wieder in gewerbeimmobilien an.°°°

der stillgelegte berliner flughafen tempelhof kostet jährlich weiterhin millionen.°°° im bundesländervergleich einer studie, hat berlin die meisten armen bürger ist aber voll mit der nase im wind.°°°

in hamburg regen sich die bürger und der bürgermeister sich auf. zum beipiel sind die anwohner in övelgönne, einem stadtstück direkt an der elbe gegen einen umbau des hafens. von beust spricht nun davon dass bürgerinitiativen gegen den gemeinsinn agieren würden. da hätte er ja vielleicht ein argument, wenn denn die hamburger stadtpolitik unter seiner führung eine dem gemeinsinn angemessene stadtplannung machen würde. so aber? ich sage nur elbphilharmonie, wenig sozialwohnungen, 1 millionen quadratmeter leerstehender büroraum und so weiter und so fort.°°°°
die altonaer initiative gegen ikea hat 6153 unterschriften abgegeben.damit sind die bedingungen für einen bürgerentscheid erfüllt. es sei denn, der senat evoziert.°°° mehr über den streit um ikea in altona berichtet der spiegel und nebenbei macht immer noch mehr werbung für das möbelhaus. das wort hängt mir schon aus der tastatur. im haus 3 gibt es eine tischlerselbsthilfewerkstatt. da kann man sich selber möbel bauen. in der motte glaub ich auch. °°° eine bürgerinitiative in eimsbüttel rettet 30 bäume°°°die bezirke in hamburg wollen die anmietung öffentlicher räume durch rechte, vehementer verhindern.°°°

Mehr Altona

Sucht man im Netz nach einem „Masterplan Altona“, findet man unter anderem eine Datenbank, die 2.500 Bebauungspläne innerhalb Hamburgs in Form von Karten und den entsprechenden Gesetzen über die Bebauungspläne nach Stadtteilen sortiert auflistet.
Die erste Bahrenfeld-Karte, die ich öffnete, datierte auf das Jahr 1938. Interessant, da weiter durchzusehen.

„Mehr Altona – der Zukunftsplan“ – unter diesem Titel müssten in den nächten Monaten genauere Infomationen zum Planungsstand Altona zu finden sein – zumindest kündigt es die Behörde so an: zunächst werde an einer Bestandsaufnahme, dem „Atlas Altona“, gearbeitet – als Teil des noch in der Planung befindlichen Planungsprozesses.

Für das Verfahren wird es einen Beteiligungsprozess geben, an dem Bewohner, Gewerbetreibende, Initiativen, Verwaltung, Politik und externe Fachleute gemeinsam an dem Planwerk arbeiten. Momentan wird über das weitere Beteiligungsverfahren beraten. Dazu ist eine Koordinierungsgruppe eingesetzt worden, die den Beteiligungsprozess methodisch und steuernd begleitet. Die Gruppe besteht aus 15 Mitgliedern: sieben Vertretern von Initiativen und im Gebiet aktiven Gruppen (z.B. Bürgertreff Altona-Nord, Sanierungsbeiräte), eine Anwohnerin, fünf Vertretern aller politischen Fraktionen aus der Bezirksversammlung und zwei Vertretern der Verwaltung.

Man kann gespannt sein, wie das weitere Verfahren dann aussehen wird.

Gordon Matta Clark: Conical Intersect (1975, 16mm Film, Farbe, auf DVD überspielt, Farbe, ohne Ton 17’12″) from nothinglefttoadjust on Vimeo.

„Die Macher, Denker und Entscheider sprechen Tacheles“

der management-circle mit seinem untertitel „bildung für die besten“ lädt am 09./10. Februar ins empire riverside hotel zum immobiliensymposium ein. titel der veranstaltung: „Die Macher, Denker und Entscheider sprechen Tacheles“

es kann übrigens „jeder“ teilnehmen: “
Die Teilnahmegebühr für den zweitägigen Kongress beträgt inklusive
Mittagessen, Erfrischungsgetränken, Dokumentation und der exklusiven
Abendveranstaltung € 1.895,–“

eingeladen:
Dr. Michael Freytag
Senator der Freien und Hansestadt Hamburg
Daniel Libeskind
B.Arch. M.A. BDA AIA, Studio Daniel Libeskind
Prof. Jörn Walter
Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg
Lutz Basse
SAGA GWG
Jürgen Bruns-Berentelg
HafenCity Hamburg GmbH
Uli Hellweg
IBA Hamburg GmbH
Dieter Becken
BECKEN Holding GmbH
Frank Brockmann
Hamburger Sparkasse AG
Dr. Marc Weinstock
HSH Real Estate AG

veranstaltung unter dem gleichen titel auch in münchen und wohl auch in berlin. man könnte wohl sagen: macher machen mobil.