Archiv für Juni 2010

Open-Air-Dokumentar-Filme im BINZ-SQUAT (Zürich)

Den Juli über gibts verschiedene Filme zu sehen – immer dienstags, immer 21:30, immer an der Uetlibergstrasse 113 (bei Regen in der Halle). Die mir bisher unbekannten Filme bekommen eine Beschreibung dazu:

6. Juli: EMPIRE ST. PAULI
Irene Bude und Olaf, Deutschland 2009, 85 Min

13. Juli: PERESTROIKA – UMBAU EINER WOHNUNG
Christiane Büchner, Deutschland 2008, 85 Min.
Eine Wohnung, 4 Zimmer, 4 verschiedene Wohnparteien, die niemals das Zimmer der anderen betreten. Nach dem Ende des Sozialismus schenkte der russische Staat den Bewohnern ihre Zimmer. «Eine Gemeinschaftswohnung ist so etwas wie ein Wohnheim. Man treibt verschiedene Familien in eine Wohnung, die dann miteinander leben müssen», beschreibt eine Bewohnerin die Gemeinschaftswohnungen. Nun soll eine solche Kommunalka im Zentrum von St. Petersburg entmietet, verkauft und umgebaut werden. Alle vier Besitzer müssen dem Verkauf gleichzeitig zustimmen und gleichzeitig ausziehen. Sie brauchen zusammen einen Käufer, denn nur mit dessen Geld können die Eigentümer neue Zimmer in anderen Wohnungen erwerben. Alle wollen ihre Wohnsituation verbessern und haben besondere Wünsche. Eine nicht leicht zu bewältigende Aufgabe für die beiden Maklerinnen, die mit Verhandlungsgeschick und trickreichen Strategien arbeiten müssen.

20. Juli: 69 – UNDOMSHUSET
Nikolaj Viborg, Dänemark 2008, 60 min

27. Juli: UNSER GARTEN EDEN
Mano Khalil, Schweiz 2009, 88 Minuten
Mit humorvoll-ironischem, aber dennoch immer respektvollem Blick portraitiert der syrisch-kurdische Regisseur Mano Khalil Menschen im Berner Schrebergartenareal Bottigenmoos. Die einen kommen her um Tomaten zu pflanzen, die anderen um zu Grillieren. Und während die einen hoffen, der Garten werde ihre Beziehung retten, möchten andere ihre gescheiterte Ehe
wenigstens ein paar Biere lang vergessen. Im Schrebergarten gestalten Leute unterschiedlicher geografischer, sozialer und politischer Herkunft ihre Freizeit friedlich zusammen. Ihr buntes Neben- und Miteinander stellt zugleich eine Abbildung der Gesellschaft dar, wo auch Konflikte nicht fehlen. Das Bottigenmoos ist daher ein Miniaturabbild und eine Übungswiese
in Sachen Schweizer Demokratie.

Der KLANG!-Container auf den Alsterwiesen (Unterhalb des Fährdamms)

2. Juli, 16 bis 19 Uhr
LISTENING. Die Stadt als Klanglandschaft

Eine akustische Präsentation des Studiengangs Kultur der Metropole | HafenCity Universität Hamburg in Kooperation mit KLANG! unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Lindner und Fritz Schlüter.
In einer akustischen Präsentation werden die besten Hörstücke des Studiengangs „Kultur der Metropole“ erstmals öffentlich vorgestellt (Premiere um 17 Uhr, zweite Vorführung um 18 Uhr). Eine ambient-sound-Installation zeigt darüber hinaus das breite Spektrum der Field Re­cordings und macht den KLANG!-Container damit vorübergehend selbst zum Aus­gangspunkt und Reproduzenten der Klanglandschaft Hamburgs. (Field Recordings der Studierenden, Komposition von Fritz Schlüter). Alle Semesterarbeiten können zudem an einer Hörstation aufgerufen werden. Weitere Informationen hier.

wir sind woanders abschlussfest

fette mieten party in ottensen

hildesheim: try again fail again

beim denken über die stadt, darf wohl das denken über das scheitern von utopien nicht fehlen.
alleine wenn der geneigte leserinnen beschreibungen von großwohnprojekten der siebziger jahre durchliest mit all ihren ansprüchen an gemeinschaftlichkeit und wohlstand für alle und dann sieht wie diese projekte inzwischen die markanten symbole für „abgehängte“ stadtteile sind, merkt man wie sehr in der utopie das scheitern schon verhaftet sein kann. für hamburg wären die beispiele wohl steilshoop, osdorfer born, kirchdorf-süd.
mit dem moment der großen vision und ihres scheiterns beschäftigt sich in den nächsten tagen der kunstverein hildesheim unter dem motto: try again, fail again und hier kommt das programm:

Try Again. Fail Again.
Vom Wissen übers Scheitern
Symposium 1. bis 3. Juli 2010
Ehmaliges Textilhaus Weinsziehr, 1. Obergeschoss
Wallstraße 12, Hildesheim

Programm

Das vollständige kommentierte Programm zum Download (de, pdf).
Die Printversion der Programmübersicht zum Download (de, pdf).

Programmübersicht

Donnerstag
17.00 Akkreditierung und Einführung
18.00 Podium I
Vorstellungen
19.00 Silvia Pereira
Monopoly
Versuchsandordnung (Englisch)

Freitag
10.30 Frühstück
11.30 Tilman Peschel und Martin Seck
Pole
Video
Attila Menesi und Christoph Rauch
A Detour Within The Periphery
Projektbericht
13.00 Pause
14.00 Edith Kollath und Julia Bonn laden acht Personen ein
Vom Scheitern im Centipede
10 Personen, 100 Bilder, 50 Minuten, Power-Point-Performance
Monkeydick-Productions
Monkeydick-Productions – Scheitern aus Leidenschaft
Imagefilm
Attila Menesi und Christoph Rauch
Boxed
Workshop
16.00 Pause
17.00 Martin Gehri
Zum Glück bin ich Bildhauer
Lesung
Urssa Severa
My Life Is A Constant Failure
A psychonautic debate (Englisch)
18.00 Pause
20.00 N.N.
Kulturjournalistischer Kommentar
Salong
L‘Etude Malhereuse
Performance Video
Andreas Hirsch
TreeSpeedMusic
Komposition für Palmwedel, Stimme und aufblasbares Krokodil

Samstag
11.00 Frühstück
12.00 Zhenia Couso Martell
Der, die, das
Video
Thomas Glatz
Die alles unter 4,99-Euro Sammlung
Vorstellung
Victor Kegli
Bomb de Busch
Erzählung
13.00 Pause
14.00 Hans Diernberger
Ich werde erwartet
Video
Sonja Vohland und Jakob Hartmann
Die Utopie!
Performance
Podium II
Auswertung

Psychotechnischer Test
online Darr Tah Leia
The Failure graphic line. A post traumatic evolutionary step (Englisch)

Der Test ist online ab dem 28. Juni 2010

wien: Ladyzzz‘ Mile: Reclaim the Urban Space!

Ladyzzz‘ Mile: Reclaim the Urban Space!
Hol‘ dir deinen Platz zurück!

Im Juni und Juli 2010 gerät durch die laufende (Männer-) Fußball-WM so manche_r und manches aus dem Blickfeld: Die kommerzielle Form des Fußballevents nimmt breiten öffentlichen und medialen Platz ein. Frauen, Lesben, Schwule, Transgenders, ältere Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen sowie Menschen die um ihre Niederlassungsfreiheit in Österreich kämpfen haben wenig medialen Raum. Wir lassen uns nicht an den Rand drängen und holen uns unseren öffentlichen Platz zurück: Antirassistisch, antisexistisch, antihomophob, gegen Altersdiskriminierung, feministisch und queer, wird am 1. Juli rund um das Fluc (Praterstern 5) ein Festival stattfinden und den Praterstern in ein
alternatives Camp mitten in der Stadt verwandeln: Die Ladyzzz‘ Mile.

Mit einem Musikprogramm zwischen Independent Rock und Electronic, mit
Workshops, mit viel öffentlicher Präsenz an einem der zentralen Plätze
Wiens, mit öffentlichen Interventionen, mit deinen Ideen …

EMPOWER YOURSELF!

http://www.fluc.at/programm/2010/07/w01_Ladyzzz--Mile-2010.html

Do, 1.7.2010
Fluc& Fluc-Wanne Vienna
Praterstern 5
1020 Wien

toronto: nach den demonstrationen

hört der widerstand natürlich nicht auf. gestern gab es zum beispiel eine „jail solidarity ralley“. wer sich weiter informieren möchte kann das bei „torontomobilize“ oder bei mediacoop.. so wie das den mails zu entnehmen ist, gab es mehrere razzien in linken projekten und viele andere unanehmlichkeiten:

„many residences were raided (the raids had started on thursday
night), the alternative media centre and the convergence space
(headquarter of the toronto mobilization network) were also raided
and many organizers arrested. several small, peaceful actions and
solidarity rallies – both what was planned ahead and spontaneous jail solidarity marches – were surrounded by massive numbers of police in riot gear who attacked with rubber bullets and tear gas without any provocation. the arrests were systematic and followed scripted
profiles. the bus stations were surveilled and people arrested as they were leaving town. many of the key organizers – including poeple who organized daycare and medics – are now in detention (or in hiding). charges range from „breaching peace“ to „conspiracy“. the
level of absurdity was so high that last night at a downtown corner several hunderd riot police surrounded a group of about 150 poeple, many of them on their way to dinner or shopping and caught there by accident, kept them in pouring rain for several hours, in full view
of live tv cameras. at the time of this writing, the number of people arrested is estimated to be around 900. the conditions at the detention centre are deplorable. some poeple have been transferred to higher security jails.“

stadtnachrichten montag 28 juni

dragan klaic betrachtet den umstand das städte durch kultur geformt werden in einem eurozine artikel kritisch und untersucht den oft zitierten wandel von der industriellen zur kulturellen stadt auf seine vor- und nachteile hin. °°°

über den topops „sanfte gentrification“ schreibt der gentrifizierungsblog°°°

die inura, ein weltweites netzwerk kritischer stadtforscherInnen feiert zur Zeit ihr 20jähriges bestehen mit einer konferenz in zürich in der roten fabrik.°°° es gibt einen plan für die öffentlichen bedürfnisanstalten in zürich er heißt „Masterplan Züri WC“°°°ein immobilienbesitzer in winterthur möchte gerne wissen wie groß seine wohnungen sind und bittet die mieter um ausmessung derselben°°°in einer abstimmung soll entschieden werden, ob es einen öffentlich zugänlichen weg rund um den zürisee geben soll°°°auf dem ehemaligen coop-areal sollen 530 wohnungen entstehen, wie viele davon zum verkauf und wie viele zur miete stehen werden, ist noch nicht bestimmt°°°über das leben in der neubausiedlung „integra-square“ berichtet ein artikel des tagesanzeigers°°°

in calais hat sich ein mit migrantInnen solidarisches netzwerk herausgebildet°°°

bremen will die „residenzpflicht“ abschaffen.°°°

zehntausende demonstrierten in toronto gegen G20-Gipfel°°°

anlässlich des gay-pride in wien gibt es eine eigene offizielle briefmarke°°°°auf dem st.ulrichsplatz darf ein wohnwagen eingestrickt werden°°°°°°studentInnen protestieren gegen zwangsumzug aus einem günstigen studentenwohnheim in innenstadtnaher lage°°°

großbritannien erhöht die mehrwertsteuer um 2, 5 prozent auf 20 prozent. mehrwertsteuer ist die steuer bei der am meisten die armen und mittleren haushalte belastet werden, da bei ihnen die größte menge des erwirtschafteten geldes in den konsum geht, mit jeder mehrwertssteuererhöhung zahlen also die schwächer monetär ausgerüsteten teile einer gesellschaft für die besser ausgerüsteten mit. °°°

die iba stadtumbau sachsen-anhalt wird in der telepolis gepriesen°°°

im spiegel spricht der architekt des heftig umstrittenen großbauprojekts stuttgart 21″ darüber warum er nicht aufgibt. °°° eine neue bibiliothek entsteht in riesigen dimensionen°°°

menschen in göttingen fordern abschiebestopp für eine gruppe von roma.°°°

in bulgarien fordern 25 organisationen ein verbot des gay-pride°°°

das innenministerium der bundesrepublik verweigert die ansiedlung weiterer irakischer flüchtlinge so genannter „kontingentflüchltlinge°°°°

bei dem fussballunsinn gibt es auch „townshiptourismus“°°°

ob häuser ausserhalb der eurozone die bessere geldanlage sind, diskutiert ein artikel im handelsblatt°°°

am abend nach dem transgenialen csd in berlin, kam es schon wieder zu einem angriff auf homosexuelle. diesmal im volkspark in friedrichshain.°°°wer den müll wegbringen darf ist zur zeit ein streit zwischen privaten und kommunalen müllentsorgern°°° der „hirschhof“, ein kleiner park im prenzlauer berg ist nun objekt von anwohnerstreiterreien. wohneigentümer wollen den park für sich und zwar als eingezäuntes gartengelände. und andere anwohner in prenzlauer berg wollen den knaack-club nicht mehr und klagen seit jahren wegen lärms, so dass der club musik nun nur noch in zimmerlautstärke abspielen darf°°°der sensat überlegt die mieten in öffentlichen wohnungen stärker zu regulieren.°°°° „caritas“ und „nationale armutskonferenz“ visualisierten am wochenende in berlin ihre kritik am sparpaket°°°über die entwicklung der mieten im öffentlich geförderten wohnraum in berlin berichtet die taz°°°über 650 jahre neukölln weiss ein stadterklärer zu erzählen°°°°das handelsblatt meldet, dass das wohneigentum in berlin teurer wird°°°um 13 uhr begann eine demo für das kunsthaus tacheles°°°

in postdam gab es aus solidarität mit einem wohnprojekt ein „kulturfrühstück“ auf dem luisenplatz°°°

in esslingen wurde für ein atuonoms zentrum demonstriert°°°

braunschweig wird nachts durch kunst beleuchtet°°°

in hamburg-altona geht es mit den tempo 30-zonen nicht weiter°°°heute montag, sollen am abend die plän e für die rindermatkhalle vorgestellt werden, allerdings nur einem publikum, dass sich vorher per mail anmeldet und seine persönlichen daten den veranstaltern übergibt. warum soll man eigentlich leuten vertrauen, ordentlich mit daten umzugehen, wenn die so wenig vetrauen in die öffentlichkeit haben, dass sie diese abfragen? über pro und contra zur geplanten musikhalle auf diesem gelände informiert kiezterror °°°am samstag wurde im künstlerhaus frappant ein eigener plannugsworkshop für die gegend um den altonaer bahnhof veranstaltet°°°°eine neue erfindung namens „urban camp“ möchte die stadt verbessern°°° in st.georg wird der erlass einer „sozialen erhaltungssatzung“ viel zu spät erwogen°°° seit freitag steht ein schanzenfestteilnehmer vor gericht.°°°auch die mopo begreift, dass es mit den mietensteigerungen in hamburg so nicht weitergehen kann°°° nachdem der „mieter helfen mietern“ darauf aufmerksam machte, geht nun die behörd gegen leerstehende häuser vor. derzeit ein haus auf dem schulterblatt°°° die „galerie der gegenwart“ stellt dan doch noch mal was aus.°°°die ortsumgehung finkenwerder nimmt form an°°°kiezterror beschreibt eindringllich, warum man als st.paulianer an diesem wochenende lieber schlechtes wetter gehabt hätte. halbmarathon, harley-days und fan-fest lassen das eigene leben zur event-kulisse werden und nur regen hilft als ausweg.°°°magerfettstufe hingegen hat die altonale genossen und schilder vom „wortfindungsamt“ abfotografiert°°°die fernwärmetrasse soll nun durch den recht romanisch klingenden „schellfischtunnel“ verlegt werden°°°statt mehr sozialwohnungen an attraktiven orten, wird jetzt der teuerste wohnkomplex hamburgs gebaut, die „sophienterassen“ mit hundeduschen und einem quadratmeterpreis bis zu 20.000 euro°°°° anwohnerInnen sind genervt vom umbau des hansaplatzes in st.georg°°°°ergebnisse der justizministerkonferenz präsentiert hh1°°°°die bezirke weigern sich eigene sparvorschläge zu entwickeln°°°°mehr über die ansiedlung der langjährigen drogenhilfeeinrichtung „stay alive“ in altona gibt es hier°°°über die hamburger unkulturpolitik lästert die wochenzeitschrift „die zeit“°°°aus den tagesnotizen noch folgender hinweis: „Handyvideo zeigt Vorlauf der Auseinandersetzung zw Polizisten und (anderen, jungen) Männern in HH-Neuwiedenthal .°°°°°

über den umbau von köln deutz berichtet der kölner stadtanzeiger°°°

am wochenende gab es in düsseldorf den „tag der architektur“°°°laut der rheinischen post erwirtschaften düsseldorfs kunst-und kulturbetriebe 7,4 milliarden euro zurückgeführt wird diese weit über den bundesdurchschnitt liegende wirtschaftsleistung auf eine konsequente künstlerförderung .°°° wohnungsbau auf dem ehemaligen güterbahnshofgelände in deredorf beginnt.°°° die bewegung „freiraum für alle“ hat einen leerstandsmelder initiiert°°°

10.-19. September: Intersquat Festival Berlin

Vom 10. bis zum 19. September findet das Intersquat Festival in Berlin statt. Wer Vorschläge und Ideen für Workshops, Veranstaltungen, Musik etc. hat, kann diese bis zum 13. August an intersquat-berlin(ät)riseup.net schicken. Wer wissen möchte, was dort in etwa passieren könnte, dem und der sei der Bericht über die Intersquattage, die jetzt im Juni in Barcelona stattfanden, empfohlen. Bei Intersquat Barcelona wurde (laut Bericht mit Menschen aus 10 europäischen Ländern und den USA) über „Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft der Häuserbesetzung in Europa“ diskutiert.
Gewissermaßen also eine Art „retraite“, eine Zwischenbilanz. Damit es nicht zu einem inter squat, einem Beerdigen der Squats und der Idee des Squattens kommt. Ganz hübsch finde ich die offensichtlich nicht unübliche Praxis in Barcelona, die auf eine Räumung mit einer Neubesetzung reagiert:

nach dem Motto „eine Räumung = eine Besetzung“.

Geplant: Post soll Briefe von Arbeitslosen öffnen und scannen

Zukünftig sollen an die Arbeitsagentur adressierte Briefe direkt bei der Post geöffnet, eingescannt und elektronisch weiter verschickt werden. Auf der Seite datensicherheit.de ist in ein Pressespiegel zu der Meldung zu finden, in dem unter anderem von einem geplanten Pilotversuch in Thüringen und Sachsen-Anhalt zu lesen ist. Datenschutzrechtliche Bedenken haben die Deutsche Post und die Agentur für Arbeit nicht. Es wäre wohl auch sehr in beiderseitigem Sinn, dieses Vorhaben durchzusetzen, bedeutet es doch nicht nur Personaleinsparungsmöglichkeiten auf beiden Seiten, sondern ist auch dem Vorhaben der Arbeitsagentur dienlich, auf die Dauer von Papier- auf elektronische Akten umzurüsten.

Bern: Demo für die Regularisierung von Sans Papiers

Am heutigen Samstag, 26.6., findet in Bern eine gesamtschweizerische Demonstration unter dem Titel „Freiheit, Gleichheit, Würde“ statt, zu der ein sehr breites Bündnis aufgerufen hat:

Aus dem Aufruf:

Dem Misstrauen und der Sündenbockpolitik setzen wir den solidarischen Kampf entgegen für politische und soziale Grundrechte für alle.

* Ja zur Regularisierung von Sans-Papiers. Flüchtlinge brauchen Schutz, nicht Abschreckung. Kein Mensch ist illegal. Zwangsausschaffungen sind unmenschlich.

* Ja zum Recht auf Ehe auch für Menschen, die keine Papiere haben. Liebe kennt keine Grenzen.

* Ja zum Einsatz für Menschenwürde und Menschenrechte. Unterstützungsgruppen von und für Menschen, die ausgegrenzt werden dürfen nicht kriminalisiert werden.

* Ja zur Sozialhilfe für alle, die sie benötigen. Die Nothilfe muss in Sozialhilfe umgewandelt werden und ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Die Arbeitslosenversicherung muss in der Krise aus- und nicht abgebaut werden.

* NEIN zur Ausschaffungsinitiative und zum Gegenvorschlag. Ein liberales Strafrecht gilt für alle gleich.

Wir finden uns nicht damit ab, dass Ausgrenzung normal wird. Den zunehmenden Rassismus in unseren Gesetzen und im Alltag akzeptieren wir nicht.
Wir fordern: Solidarität, gleiche Rechte und Mitbestimmung für alle statt Zwangsintegration.
Demokratie kann es ohne Grundrechte nicht geben. Sie sind Fundament einer offenen Gesellschaft mit Zukunft. Sie gelten für alle. Oder gar nicht. Darum stehen wir ein für Freiheit. Gleichheit. Würde. Für mich und dich.

Besammlung: 14.30 Waisenhausplatz, Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz

IBA-Wilhelmsburg gibt es auf CNN zu sehen

und zwar hier. das ganze läuft unter dem motto „future cities“ und dargestellt wird hamburgs rolle in der weltwirtschaft und dann die IBA hineinkontextualisiert. mit schlagworten wird wihlhelmsburg als „multicultural“ und „industrial“ dargestellt und die „macher“ der IBA werden interviewt. interessant ist, dass es aus dieser perspektive nach einem tollen und fortschrittlichem projekt klingt. allerdings bleiben die unangenehmen folgen für die wilhelmsburgerInnen reichlich ausgespart aus der berichterstattung und man erfährt auch nichts über die reichlich misslungenen „Bürgerbeteiligungs“-verfahren.

Die Mietenfrage beantworten im Centro Sociale

Die Mietenfrage beantworten

>> Denn wir dürfen die Wohnungsfrage nicht PolitikerInnen überlassen, sondern müssen sie selbst in die Hand nehmen. < <

Die Mietpreise steigen in Hamburg kontinuierlich an und das erscheint den meisten als normal und natürlich. Auch in Berlin, aus Hamburger Perspektive eher Billigwohnland, ziehen die Mietpreise merklich an. Sowohl in Hamburg als auch in Berlin gibt es Initiativen die sich mit den stetig steigenden Mieten nicht einfach abfinden wollen. In Berlin existiert bereits seit längerem das Bündnis SMS (Steigende Mieten Stoppen), in Hamburg finden „Fette-Mieten-Partys“ statt und es gibt eine AG-Mieten im Bündnis Recht auf Stadt.

"Momentan befinden diese Bewegungen sich in einem Stadium des Protestes und der berechtigten Empörung, perspektivisch soll das Ziel aber eine ganz andere Organisierung des Wohnens und der Gesellschaft sein."

"Wir müssen den Zusammenhang von Wohnraum und Profitorientierung grundlegend in Frage stellen. Dieser wurzelt letztlich im ‚heiligen‘ Prinzip des Privateigentums, das für die kapitalistische Organisation des städtischen Raumes zentral ist...."

Es gibt verschiedene konkrete Forderungen aus Berlin und Hamburg wie z.B. „Höchstmiete von X Euro/qm“, „Legalisierung der Besetzung von Leerstand“. Über Sinn und Unsinn derselben und mögliche Alternativen wollen wir gemeinsam diskutieren.

Als Gast begrüßen wir einen Vertreter des Berliner SMS-Bündnisses.

Beide Zitate aus dem Papier „Nehmen wir uns die Stadt“

für eine menschenwürdige asylpolitik in österreich

geht es am 1. juli auf den heldenplatz:

1. Juli, 18.30 Uhr Heldenplatz: GENUG IST GENUG! Für eine menschenwürdige Asylpolitik!

GENUG IST GENUG!

Arigona Zogaj und ihre Familie sollen bleiben!
Für eine menschenwürdige Asylpolitik!

Großdemonstration: Donnerstag, 1. Juli 2010, 18.30 Uhr, Heldenplatz

Die Familie Zogaj wurde zum Symbol für das Elend der österreichischen Asyl- und Einwanderungspolitik – und für deren Erbarmungslosigkeit. Mit dem Befehl zur „unverzüglichen Ausreise“ krönen das Innenministerium und die Behörden ihr menschenverachtendes Vorgehen in diesem Fall.

Seit Jahren schon wird diese Familie politisch zerstört. Und die Zogajs sind kein Einzelfall. Seit Jahren schon werden viele andere Familien aus ihrem längst vertrauten Umfeld herausgerissen. Kinder dürfen die Schule nicht fertig machen. Fußballer werden vom Training weg in Schubhaft genommen. Familien bei Nacht und Nebel aus den Betten geholt, damit ihre Nachbarn und Nachbarinnen es nicht rechtzeitig bemerken. Wir fragen: Wie daneben ist das denn?

Und wir sagen: Genug ist genug.

Deshalb demonstrieren wir für ein

Sofortiges humanitäres Bleiberecht für die Familie Zogaj!

Für eine menschenwürdige Asylpolitik und ein humanitäres Fremdenrecht!

Donnerstag, 1. Juli 2010, 18.30 Uhr, Heldenplatz

Elfriede Jelinek – Robert Palfrader – Stefan Ruzowitzky – Florian Scheuba – Rudolf Scholten – Barbara Coudenhove-Kalergi – Markus Hering – Sigrid Maurer – Freda Meissner-Blau – Robert Menasse – Barbara Blaha – Constantin Wulff – Robert Misik – Isolde Charim – Doron Rabinovici – Franzobel – Karl Merkatz – Michael Köhlmeier – Susanne Scholl – Dwora Stein – Anne Bennent – Otto Lechner – Eva Jantschitsch („Gustav“) – Josef Hader – Andrea Maria Dusl – Franz Adrian Wenzel („Austrofred“) – Gertraud Auer Borea d‘Olmo – Peter Henisch – Karl-Markus Gauss – Wolfgang Kos

Mit Unterstützung von SOS Mitmensch

post it+++from town to town+II

fortsetzung von

über new york ist eigentlich alles geschrieben worden. ich bin jetzt seit 14 tagen hier; insgesamt verbringe ich 2 monate in der stadt, dem referenz-punkt von stadt, zumindest für die kapitalistische globalisierte welt. angereist mit tausend bildern im kopf, einem koffer voller zitate, filmszenen und projektionen. from town to town möchte ich in dieser bilderkiste stöbern und einzelne davon gegen das licht halten. nicht reiseliteraturtauglich, sondern eher notizenhaft. schnell auf meinem rückweg mit dem zug aus der stadt heraus geschrieben. habe dazu einen stapel gelbe post-it mit, die direkt und vergänglich erinnern. tagesnotitzen, die so lange halten wie sie kleben, ständig überklebt von neuen notitzen.

++++++++++++++++++++++post+it+++

28/06 haarscharf am klischee entlang fahrend, habe ich heute eine weltreise mit der linie 7 gemacht. als „multikulti-express“ im lonely planet angekündigt, quetsche ich mich – wie empfohlen – an das rückfenster des letzten waggons, zusammen mit zwei anderen touris, die den guide auf französisch lesen. letzte haltestelle: flushing main. dort starten wir drei unser besonderes new-york-erlebnis, das „megaurbane erscheinungen durch das innerste von queens“ verspricht. und tatsächlich leben entlang der pinken linie – jeweils nur durch ein oder zwei u-bahn-stationen getrennt – asian, hispanic, indian & irish communitys mit ihren typischen geschäften und restaurants. wie verlaufen die übergänge von einem viertel zum anderen?, frage ich mich, und was ist das verbindende jenseits der subway? ich mag diese querschnitte durch stadt und wünschte mir eine silberne time-maschine-line, die mich durch das new york der 1920er, 60er und 80er jahre kutschiert.

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26/06 über den strand book store ist wirklich schon viel geschrieben worden und dennoch. nicht nur die „8 miles of books“, mit denen sie werben, sind beeindruckend, auch die art und weise, wie die bücher liebevoll zusammen gestellt sind. da werden schon mal „crime, sea & ships, law, journalism“ gemeinsam auf einem schild angekündigt und die bücher liegen in friedlicher koexistenz nebeneinander. dann wieder überrascht mich die erstaunliche ausdifferentiertheit. in der jugendbuchabteilung bleibe ich fasziniert hängen. dort gibt es 2 miles of books – minimum! – sortiert nach fantasy, environment, biography, american history, immigration, ethnic studies & diverse interests: asian, native american, jewish, black, asian, hispanic …

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24/06 ohne verbindung … als der zug aus der penn station rausfährt, ist die stromversorgung unterbrochen und wir halten auf einem abstellgleis im verzweigten tunnelsystem unter dem bahnhof. die sonst allgegenwärtige klimaanlage surrt nicht. im tunnel geben altmodische glaslampen von außen ein wenig licht. hektische blicke auf die blackberrys & mobiltelefone. viele menschen in nyc sind ständig mit jemandem in verbindung – und nun auch hier kein empfang. nach einer viertelstunde ist der spuk vorbei, das licht geht an, der zug rollt los. mein sitznachbar holt ein buch raus, eine fast antiquierte geste im kindlezeitalter. ich linse auf den titel. „how to find friends and influence people“ ist das kapitel überschrieben, das er gerade liest.

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22/06: „at the same moment“ steht auf einem pier nahe der ablegestelle der fähre, die gratis von mantattan nach staten island fährt. und ja – es gibt parallelwelten in new york, die sich zwar ständig kreuzen, doch nie berühren: die touris & die stadtbewohner. während die einen massenhaft auf der rechten seite der fähre stehen – die freiheitsstatur im fokus ihrer kamera – sitzen die anderen auf der linken seite entspannt mit dem rücken zur freiheit. eine asymetrie zwischen alltag und einmal-im-leben-sehen-wollen. nicht nur aufgrund der ungleichen verteilung des gewichtes, sondern auch aufgrund der kollektiv gesammelten projektionen müsste der stattliche dampfer eigentlich einen starken drall zur miss liberty haben.

karoviertelimpressionen aus nachbarschaftlichen alben

falls noch jemand fotos vom karoviertel hat und sie gerne hier sehen möchte: bitte eine mail an townschaetzchen(at)yahoo.com

stadtnachrichten montag 21 juni

vom rand auf die mitte guckt die ausstellung „provinz“. oder guckt sie von der grenze nach innen? oder von innen nach innen? oder von innen nach außen?°°°

einer der auswirkungen der wirtschaftskrise auf irland ist, dass die iren vermehrt ausreisen und ihr glück in anderen ländern suchen.°°°

der freitag bietet eine reportage über shanghai°°°

in essen wird ein jugendzentrum geschlossen. auf indymedia findet sich eine stellungnahme dazu, die das geschehen in die feierei rund um die „kulturhauptstadt ruhr“ kontextualisiert°°°

lesbisch-schwule geschichte ordentlich archiviert gibt es demnächst in wien°°°unter dem motto „wir sind friedlich,was seid ihr?“ finden sich bei no-racism.net betrachtungen zu antirassimus und zivilen ungehorsam anlässsliche einer abschiebeblockade°°° der standard berichtet, wo man neben kaffee und bier auch joints konsumieren kann°°°das verfahren zur genehmigung von kleinen aussengastronomien ist extrem vereinfacht worden°°°in der skodagasse sind gedankplaketten für jüdische bewohnerInnen eines hauses von unbekannten mutwillig zerstört worden°°° in der betreuung alter menschen sollen neue wege gegangen werden, statt pflegheimen nun betreutes wohnen°°°° der yppenplatz wurde umgestaltet°°°in der servitengasse gibt es ein neues mahnmalzum gedanken an von den nazis ermordete und vertriebene wienerInnen°°°

ob die „tafeln“ nur „abspeisung der armen“ wären, wird schon wieder mal diskutiert. wir finden, dass es allemal gut ist, wenn leute sich günstig ernähren können.°°°

über das sparprogramm für köln berichtet der stadtanzeiger°°°

die hausbesetzerInnen aus bensheim machten einen kundgebung°°°

um das sparpaket auch umzusetzen, wenn sich durch die ergebnisse in nordrheinwestfalen die bundesratsmehrheiten ändern, wird es nun in zwei gesetze gewandelt°°° und um die schulden zu verringern wird schon mal staatsbesitz verkauft: wälder, äcker, seen°°°

beim berliner csd äusserte judith butler vehmente kritik an dem ihres erachtens nach unsolidarischem und unpolitischen treiben und verweigerte die annahme eines preises. ein artikel fragt danach, ob es nicht aufgrund steigender gewalt gegen homosexuelle zeit für einen aufstand wäre°°°der bundesgerichtshof urteilt, dass die überwachung der sogenannten „militanten gruppe“ rechtswiderig war°°°ein weiteres grundstück am spreeufer wurde vom bund meistbietend versteigert und as bündnis „mediaspree entern“ protestierte dagegen.°°° am berliner sozialgericht wurde die 100.000 klage gegen hartzIV eingereicht. für ein gesetz, das erst seit dem 1.1. 2005 gilt, keine geringe zahl an beschwerden in einer einzigen stadt. °°°gegen streichungen im bildungsetat protestiert jetzt der flüchtlingsrat°°°für eine kz-gedenkstätte beim ehemaligen flughafen tempelhof, sprechen sich nun verschiedene gruppen aus, damit die geschichte von zwangsarbeit und der internierung politischer gefangener nicht ins vergessen gerät°°°das köpeniker jugendprojekt „mellowpark“ baut jetzt an der wuhlheide mit blick aufs wasser ein neues zentrum.°°°an der admiral-brücke sollen nun mediatorinnen die konflikte rund um den partylärm entschärfen°°°in mitte wurde ein fenster der bußgeldstelle eingeworfen°°°der gentrificationblog berichtet darüber, dass sich jetzt immobilienmakler positiv auf „gentrification“ beziehen. es nimmt einen nicht wirklich wunder, verspricht der begriff doch dem immobilienbesitzer wertsteigerung.weiterhin wird auf dem blog mehr zu den aktionen rund um die bienale berichtet, die in die aufmerksamkeit von gentrifizierungskritikerinnen geraten ist. °°°

auf das oberlandesgericht in hamburg ist farbe geworfen worden°°°die altonaer kulturinstitution „fabrik“ soll kein geld mehr von der stadt bekommen, wenn sie sich nicht deren vorgaben beugt°°°schreberspacken schreiben in ihrem bericht von einem altonale-stand, dass die saga aus ihren gewinnen hundert millionen euro zu finanzierung der elbphilharmonie beisteuert. da die saga mit ihrem bestand von 14% aller mietwohnungen in hamburg, das größte wohnungsbauunternehmen der stadt ist, kann man wohl sagen, dass also die städtischen mieterInnen ein gutes drittel der bisherigen kosten der elbphilharmonie tragen.°°°die iba wilhelmsburg will wohl nun das motto „sozialer und bezahlbarer wohnraum“ zu ihrem nächsten leitmotiv werden lassen. na dann: viel spass°°°am 16 juni gab es die zweite „fette-mieten-party“ in hamburg, diesmal in ottensen. die erste war im karoviertel°°°°°°der blog „schanzenpolitik“ fühlt sich von einer einladung zum schanzenfest nicht angesprochen, weil sich darin nicht von gewalt distanziert wird.°°°der „einwohnerverein st.georg“ setzt sich für ein wandbild für den antifaschistischen widerstandskämpfer helmuth hübener ein°°°über den ungekonnten einsatz von photoshop zur meinungsmache beim bürgerentscheid für oder gegen die bebauung des isebek-ufers regt sich zuihitsu auf°°° wie der „kleine grasbrook“ in zukunft aussehen soll, wird derzeit diskutiert. zwischen wohnungen und unibauten ist wohl alles möglich°°°trotz geplanter kosten von 800 millionen euro ist die stadtbahn noch immer nicht vom planungstisch.°°° eine initiative möchte das hundertwassercafe in ottensen unter denkmalschutz sehen°°°was der bürgermeister zum thema sparen sagt findet sich bei hh1 in voller länge°°°in altona wollen bürger die drogenhilfeeinrichtung „stay alive“ nicht in ihrer nähe haben. nicht sehr anständig, finden wir. °°°was mit dem hamburger hafen in der europäischen konkurrenz passiert versucht ein artikel der taz zu verdeutlichen°°°kiezterror bietet eine seite an um weitere idee für das real-areal zu sammeln.°°°

bukarest im wandel der zeit beschreibt eine reportage in der jungle world°°°

düsseldorf will nach abschluss der derzeitigen großbauprojekte erst mal 30, 40 jahre ruhe von dieser art von bebauung, sagt zumindest einer der stadtplanungsverantwortlichen.°°°die rheinische post verät, wo in düsseldorf neue wohngebiete entstehen° und das die anwohnerInnen eines der neuen gebiete immer noch recht besorgt sind wie sich die neuen bauten auf ihr wohnen auswirken werden.°°°

in luzern gibt es genügend krippenplätze und der tagesanzeiger sieht deren finanzierungsmodell als vorbild für zürich°°°die reichen gemeinden zürichs werden immer noch reicher°°°schwerzenbach kriegt 190 neue wohnungen.°°°im zollkerberg wird über neubauten gestritten°°°an den wochenenden sollen fortan mehr polizisten in zürich wache schieben, nachdem im februar eine gruppe durch die stadt randalierte°°°

Birds on the Wires from Jarbas Agnelli on Vimeo.

post it+++from town to town+I

über new york ist eigentlich alles geschrieben worden. ich bin jetzt seit 6 tagen hier; insgesamt verbringe ich 2 monate in der stadt, dem referenz-punkt von stadt, zumindest für die kapitalistische globalisierte welt. angereist mit tausend bildern im kopf, einem koffer voller zitate, filmszenen und projektionen. from town to town möchte ich in dieser bilderkiste stöbern und einzelne davon gegen das licht halten. nicht reiseliteraturtauglich, sondern eher notizenhaft. schnell auf meinem rückweg mit dem zug aus der stadt heraus geschrieben. habe dazu einen stapel gelbe post-it mit, die direkt und vergänglich erinnern. tagesnotitzen, die so lange halten wie sie kleben, ständig überklebt von neuen notitzen.

++++++++++++++++++++++post+it+++
20/06 glücklich über die williamsburg bridge gelaufen und dabei kirschen gegessen. wie ein rosa elefant trägt mich die hängebrücke von manhattan nach brooklyn. anscheinend aus 1.000 verschiedenen farbeimern gestrichen und doch nie fertig geworden, vermischt sich hier die traditionelle mädchenfarbe rosa in allen möglichen nuancen charmant mit rost.

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19/06 eigentlich war ich nach einem tag im central park schon auf dem weg zum bahnhof, da hat mich die subway entführt. am columbus circle die falsche richtung erwischt. als ich das merke, gibt’s kein entkommen mehr. der zug brettert an allen haltestellen entlang des central parks vorbei. die anderen meist afroamerikanischen mitfahrenden sind davon aber nicht beunruhigt, und so bin ich es auch nicht. es ist ein express, der erst an der 125. straße wieder zum halten kommt: in harlem. ich tauche kurz beim malcom-x-boulevard auf: reges straßenleben, viele kirchen & mosheen auf wenige meter, überall stände, an denen man selbstgebranntes zum hören, schmuck und t-shirts von martin luther king und obama kaufen kann oder von beiden zusammen, verbunden mit einem wort: hope.

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18/06 heute habe ich den himmel und lenin gesucht; ich wollte mir einen überblick verschaffen. und das soll ganz gut gehen – von der aussichtsplattform des rockefeller centers. ich betrete den art-deco-häuserkomplex: innen schwarzer stein, verziert mit goldelementen. „jeder geschlossene raum ist ein sarg“, dieses blumfeldzitat fällt mir ein. der weg nach oben ist teuer: 21 us$. zu teuer, beschließe ich, & verlasse das center, um wo anders den himmel zu suchen. werde im bryant park fündig, ein winziger fleck grün mit interessanter gentrifizierungsgeschichte. ein stück himmel finde ich auch im schönen lesesaal der public library. ach ja, lenin war – wie ich – nur auf stippvisite bei den rockefellers: sein konterfei war teil eines wandgemäldes von diego rivera, das dieser für das foyer eines der häuser entwarf. das hat den damaligen auftraggebern nicht so gefallen & sie ließen das fresko wegen kommunistischer symbolik wieder übermalen.

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17/06 hab mir ’nen lauen gemacht und bin in meinem beschaulichen vorort in new jersey geblieben. hier sind die häuser aus bunt gestrichenem holz, die vorgärten in schuss und die zeitung wird locker mit dem auto ausgetragen und auf die veranda geworfen: bekannte bilder einer us-amerikanischen vorstadtidylle. was schon auf dem ersten blick die idylle trübt, sind die vielen for sale-schilder vor den häusern. allein auf meinem weg zum bahnhof, der 10 minuten entfernt liegt, zähle ich 15 häuser, die zum verkauf stehen oder zu vermieten sind. oft sind sie schon von weitem an der blätternden farbe und den verwilderten gärten zu erkennen. subprime!

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16/06 „lower fat in lower east“ würde ich meinen tag überschreiben, wenn ich eine überschrift finden müsste. das design bestimmt das bewusstsein und außendesign – sprich style – ist hier die heiß gehandelte ware, wo noch vor 30 jahren andere kurzlebige glücksversprechen gedealt wurden. die coolness im ehemaligen junkie-viertel besticht und wirft mich auf eigene identitätsfragen zurück. zweifelsfrei als touri zu identifizieren: was mach ich eigentlich hier mit der karte falsch rum in der hand? nach 2 stunden auf und ab lande ich müde im landmark sunshine cinema, ein renoviertes jiddisches theater und ehemaliger ort für boxveranstaltungen. gezeigt wird eine dokumentation von banksy, in der er den hype von streetart (und seine eigene rolle darin) auf die schippe nimmt. passender film für diesen tag.

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15/06/ first we take brooklyn. heute bin ich zwischen den brücken gelandet. unzählige hochzeitspaare kreuzen meinen weg auf der suche nach dem besonderen foto-background, der zufällig immer derselbe ist. es ist die stelle, an der auch ich sitze: ein kleiner steiniger strand mit der manhattan bridge im hintergrund. die schminke zerläuft bei der hitze, die festtagsfrisur leidet – smile & click. beim gang durchs viertel trifft flakerndes sonnenlicht auf ehemalige lagerhallen in braunklinker. und innen ein gleichmäßiges, wohldosiertes neonlicht, dezente wandfarben und klimatisierte office situationen. ständige licht- und temperaturwechsel von draußen nach drinnen: beim kurzen stopp in einem buchladen, einer galerie und in anderen dumbo-orten.

Fortsetzungen Teil II und Teil III

gärtnern bei bambule?

bambule

das ehemalige bambule-grundstück sieht seit heute – oder schon länger? – so aus, als könne man nachbarschaftlichen gemüseanbau dort beginnen oder – passend zum heutigen wetter – die grillsaison auf dem vernachlässigten hinterhof des karolinenviertels einläuten: das tor ist offen. was man nicht alles bei spaziergängen durchs viertel entdecken kann. hätte ich kohlsetzlinge auf meinem balkon angezogen, so würde ich sogleich mit dem spaten im rucksack in die vorwerkstraße fahren, um sie dort einzupflanzen.
für mehr brachen, mehr gemüsegärten und mehr sozialwohnungen.

ps: soweit ich es erinnere, ist auf dem gelände seit die bambule geräumt wurde nichts passiert außer zaunbau und rasenmähung. wozu die abgezirkelten, umzäunten kleingärten und die hütte mitten auf dem grundstück eigentlich bestimmt waren und ob die steg die schlüssel dazu hat, bleibt mir schleierhaft.