Archiv für Juli 2010

im ruhrgebiet gibt es leerstand, so viel wie in hamburg wohnraummangel

und eine initiative setzt sich dafür ein, die leeren räume nutzen zu können. eine andere stadt fordern sie. und hier geht es zu ihrem manifest

warum hamburgs radiolandschaft nervt

das alsterradio nervig ist, ist wenig bestritten. kann man doch schon den sender von all den anderen kaum unterscheiden mit den beliebtesten 80ger und 90ger hits wird man im norden auf jeden fall beschallt. nun versuchen sie sich mit sexismus eine alleinstellungsmedaille zu ergattern. heute am mittwoch den 28 juli, sagte so gegen eins der moderator die temperaturen an und bemerkte, dass es am gänsemarkt regnen würde: „nun werden die jungen bürokauffrauen nass, und es zeichnen sich dinge deutlicher ab, als sie es sonst tun würden“ war in etwa sein kommentar. auf den mailistischen hinweis einer bekannten von uns, dass das jawohl eine unnötige und grenzüberschreitende bemerkung sei, kam als antwort „wir sehen das anders.“
das hatte man sich so schon denken können, macht aber alles nicht besser.
natürlich kann man jetzt dauerhaft fsk hören oder deutschlandfunk, schöner wäre aber, es gäbe mehr angenehme radiostationen in hamburg. oder wenigstens eine erreichbarkeit der bbc-channels.
ihhh alsterrradio

23. september: sleep out am michel

23.-24. september, 20 bis 8 uhr: sleep out am hamburger michel *** aufmerksam machen auf die miserablen zustände bei der unterbringung von obdachlosen und auf den mangel an bezahlbaren wohnungen ***
organisiert von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, die vom 21. bis 30.9. eine aktionswoche unter dem titel „Der Sozialstaat gehört allen! Menschen in Wohnungsnot haben ein Recht auf Wohnen, Arbeit, Gesundheit“ veranstaltet.

Ikea rückt näher

Die Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat verkündet, dass der „Bauvorbescheid für die Ansiedlung von IKEA in Altona erteilt“ worden ist. Der Bescheid präzisiert die konditionen der Ansiedlung, dazu gehören: “ u.a. Aussagen zur Größe und Gestaltung des Gebäudes, wie z.B. die Vorgabe, Garagengeschosse gegenüber den darunter liegenden Geschossen aus stadtbildgestalterischen Gründen zurückversetzt zu bauen.“ Zum zuküntig zu erwartenden Verkehr ist im Papier zu lesen, dass IKEA „eine Verkehrsplanung zu erstellen“ aufgefordert ist – und die Umbaukosten tragen muss.
Darüber hinaus – so die Pressestelle – ist ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt abzuschließen, der derzeit noch verhandelt wird. – da frage ich mich: Was ist ein städtebaulicher Vertrag? Die knappe Recherche sagt, da geht es auch um Zuschüsse, Darlehen, … – eben die Bedingungen der Ansiedlung. Also trägt die Stadt vielleicht doch die Umbaukosten für reibungslosen Verkehr? Vielleicht weiß ja jemand besser das Baugesetzbuch zu lesen (das ich im Netz nicht aufklappte) …

… „IKEA plant, mit den Abrissarbeiten in diesem Winter zu starten.“

Neue Mitte Altona: Mir kommt die GALle hoch

Mit viel Tamtam hatte die GAL-Altona im Mai 2010 ein Positionspapier unter dem Titel „Die neue Mitte Altona“ veröffentlicht. „Nachhaltig, lebenswert und vielfältig“ sollte sie sein, die „Neuentwicklung des ,Gleisdreiecks‘ Altona“. Und direkt nach der Präambel führt die GAL-Altona aus, dass sie es wirklich ernst meint mit der Bürgerbeteiligung. Es müsse sichergestellt sein, dass „zügig ein breit angelegtes, moderiertes niedrigschwelliges Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt wird, um die Wünsche und Bedürfnisse der Altonaer Bevölkerung im Bezug auf die Nutzung und Gestaltung der Flächen zu erheben und mit in die Planung einfließen zu lassen“.

Nun ist das Schreiben nicht das Ökopapier wert, auf dem es ausgedruckt wurde, denn zwei Monate später sieht die ganze Schose komplett anders aus. So hat ebendiese GAL-Altona in einer Sondersitzung am 22. Juli der Einrichtung eines „Vorbehaltsgebiets für die Stadt Hamburg“ zugestimmt und damit – freiwillig und ohne jede Not – die komplette Verantwortung für das Gebiet Altonaer Bahnhof auf die BSU übertragen. Damit sind mögliche Bürgerbegehren und eine Mitsprache der Anwohner/innen bereits im Vorfeld ausgehebelt. Lediglich eine Handvoll ausgewählter „Bürger“ dürfen den „Experten“ lauschen – ohne Mitsprache- oder Stimmrecht versteht sich. Die Mopo berichtet darüber unter dem treffenden Titel: Goldrausch in Altona.

Ein kleiner Rückblick: Elke Kleine hatte bereits im April eine Anfrage zum Thema bei Abgeordnetenwatch gestellt und zwar an Horst Becker von der GAL, der vor 2 Monaten noch der Meinung war, die BürgerInnen sollen sich doch mal locker machen: „Oft wird von BürgerInnenseite in Planungsverfahren der Vorwurf erhoben, dass Pläne viel zu früh feststehen und die Beteiligungsmöglichkeiten zu spät einsetzen. Eben dies wollen wir nun vermeiden.“ Auch Angela Banerjees kritische Nachfragen hatte er mit einem lässigen: „Die GAL-Bürgerschaftsfraktion und die Fraktion der GAL-Altona setzen sich für eine umfängliche Bürgerbeteiligung zur Entwicklung eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtteils ein“ pariert.

Nun ist also die investoren- und unternehmerfreundliche BSU in Altona am Zug und die Anwohner/innen wurden ausrangiert. Oder um es mit den Worten von Gesche Boehlich (ebenfalls GAL) zu sagen: „Dieser Stadtteil ist dem Niedergang geweiht“.

post it+++from town to town+V

fortsetzung von ...

über new york ist eigentlich alles geschrieben worden. ich bin jetzt seit 48 tagen hier; insgesamt verbringe ich 2 monate in der stadt, dem referenz-punkt von stadt, zumindest für die kapitalistische globalisierte welt. angereist mit tausend bildern im kopf, einem koffer voller zitate, filmszenen und projektionen. from town to town möchte ich in dieser bilderkiste stöbern und einzelne davon gegen das licht halten. nicht reiseliteraturtauglich, sondern eher notizenhaft. schnell auf meinem rückweg mit dem zug aus der stadt heraus geschrieben. habe dazu einen stapel gelbe post-it mit, die direkt und vergänglich erinnern. tagesnotitzen, die so lange halten wie sie kleben, ständig überklebt von neuen notitzen.

++++++++++++++++++++++post+it+++
01/08 eine seite, die ich als touristin auffallend nicht zu gesicht bekomme, ist die des armen new yorks. dabei hat die offizielle arbeitslosenquote im märz die 10-prozent-marke erreicht, nicht eingerechnet die vielen, die sich hier prekär, teilzeit und/oder ohne papiere durchschlagen. rasant steigende mieten & steigende obdachlosigkeit, wie die coalition for the homeless berichtet. doch von all dem ist in manhattan nichts zu sehen. manchmal, wenn ich auf den letzten zug an der penn station warte, sitzen dort noch mehr leute auf dem boden. eine frau hält wie ein schutzschild eine edle macy-papiertüte auf dem schoß, ihr kopf kippt nach vorne, ihre schuhe sind von unten durchlöchert. neben ihr liegt jemand, der auch nicht wie ein pendler aussieht. anscheinend gibt es hier spät abends ein kleines toleranzfenster – dort, wo sonst zero-tolerance herrscht.

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31/07 sonic youth spielen im prospect park in brooklyn – open air & for free. disharmonische gitarrenimpros, reduzierte bis gar keine publikumsansprache, fans um die mitte 30, von denen jede/r zweite/r im musikbusiness zu sein scheint. ja, und dann – kim gordon – live! für mich eine nostalgische zeitreise in die frühen 90er. eine musik, die irgendwie weh tut. ich erinnere mich an meine diffuse freude über eine musikerin auf der bühne, die antreibt. kim als role model und unerreichbares idol im fernen new york, deren eindrückliche stimme über mtv auch direkt in die provinz übertragen wurde: „kool thing“.

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29/07 was macht eigentlich gute kunst aus?, frage ich mich, während ich in einer hängematte liege und auf den bewölkten himmel von queens gucke. bin im ps1, einem ableger des momas, der gegenwartskunst zeigt. die hängematte und der offene innenhof sprechen auf jeden fall für’s museum, denn nach unzähligen filmen, installationen und – ja, auch malerei – ist hier der ort, um luft zu holen. eine arbeit beschäftigt mich beim abhängen: die von leigh ledare. ledare thematisiert sein verhältnis zu seiner mutter, das wenig grenzen kennt und mich provoziert. ist dieser tabubruch lediglich gutes productplacement? und warum macht mich die mutter mit ihrem heischen nach aufmerksamkeit (was ihm wiederum das material für die kunst liefert) gleichzeitig wütend und traurig?

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28/07 heute hab ich den präsidenten gesehen. er saß in einer von rund zehn limosinen, die an mir vorbei gerauscht sind. nachdem ich über eine stunde an der gesperrten houstonstreet stand und es überall aufgeregt hieß: „barack is crossing soon“, war ich dann im entscheidenden moment abgelenkt. eine frau, die gerade zur wartenden masse stieß, konnte es nicht fassen, dass barack gleich hier vorbei kommen soll. fix wurde ihr mann angerufen, der es auch nicht glauben konnte. zum beweis sollte ich das in den hörer rufen – über die sirenen- und hubschraubergeräusche hinweg. was ich dann auch in meinem schlechten englisch gemacht hab: „it’s true: obama is crossing!!!“ just in diesem moment flitzte er vorbei.

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27/07 das moma stand heute bei mir auf der tagesordnung und ein bißchen pflichtmäßig hab ich das dann auch abgehakt. die picasso- und matisse-sonderausstellungen waren so überlaufen, dass ich sie nur durchquert habe. so ein hype. andererseits finde ich es schön, wenn viele menschen ins museum gehen, aber diese massenevents überfordern mich schnell. dann aber doch noch ein paar moma-perlen gefunden: eine beeindruckende ausstellung über den beitrag von frauen zur fotografie und eine tolle arbeit von laurie anderson „oh superman“ (1981), die lustiger weise vor ein paar tagen bereits hier auf dem blog verlinkt war.

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24/07 die 7 fährt überirdisch durch queens. etwas, das ich heute sehr zu schätzen weiß, da meine füße sich vom vielen laufen über erholung freuen. durch die stadt zu fahren, verändert auch meinen blick auf stadt. ich verlasse manhattan und fahre eng an tag-übersäten häusern vorbei in den flächenmäßig größten borough hinein. der blick stellt sich auf schnelle schnitte ein: alte fabrik- und lagergebäude, aufgerissene straßen, hellbraune backsteinhäuser, dann wieder blöcke aus reihenhäusern aus holz. jemand gießt die blumen auf einem zwischendach, sein hund schaut über den dachrand. immer wieder brettern wir über mehrspurige zufahrtsstraßen, die queens an vielen stellen durchschneiden und die von oben wie unschöne narben aussehen.

Fortsetzung hier und Teil IV hier

stadtssport: breakdance

die saga und ihr umgang mit wohnungen: nüßlerkamp

in bramfeld gibt es eine straße mit den typischen hamburger terassenhäusern zweistöckige riegel, mit gärten dazwischen und in der nähe des bramfelder sees gelegen. anfang der neunziger wohnte eine freundin von mir in einer der wohnungen und so lernte ich die straße kennen. es gab legendäre strassenfeste mit auftritten von bands die dort wohnten, einer der mieter war künstler und machte laserinstallationen und man hatte ein wildes tolerantes leben in einer der versteckten ecken der stadt. unter der wohnung meiner freundin hielt sich eine frau mindestens zehn vögel, wobei zwei beos dabei waren und so klang das treppenhaus, wie eine tierhandlung. man sass viel draussen und plauderte mit den nachbarn und die kohleöfen verströmten in der wohnung eine wohlige wärme. die mieten waren günstig.
nun hat die saga seit 10 jahren nichts mehr an den wohnungen getan und sie dann verkauft. der neue inhaber lässt das ensemble komplett verfallen und übt sich in rabiater entmietung:
„„Donnerstag standen um acht Uhr morgens Handwerker mit Brechstangen im Hausflur und haben in allen leerstehenden Wohnungen die Türen und Zargen rausgerissen, ohne Vorwarnung“, sagt er.

War das schon der Beginn des Abrisses? „Nein, aber es hatten sich Fremde in den Wohnungen niedergelassen“, sagt Michael Sackermann (54), Sprecher von „Sahle Wohnen“. „Deshalb haben wir sie unbewohnbar gemacht.“

und das wo in hamburg der wohnraum immer knapper wird und kreativität doch angeblich gefördert werden soll.

mehr dazu kann man bei der webseite der bewohnerInnen des nüßlerkamps finden, denen von hier aus herzlichst solidarität zugegrüßt wird. auf der webseite findet man auch fotos, die einen angesichts des wohnungsmarkts in hamburg noch mehr mit dem kopf schütteln lassen.

da kann man doch nur noch hin zur guten nachricht des tages blicken:
der wirtschaftssenator gedaschko tritt neben ole von beust und karin von welck auch noch zurück. die politiker werfen also das handtuch und der weg wird frei gemacht für eine stadtpolitik von unten. jetzt schnell an die versammlungsorte und eigene pläne entwickeln. für eine räterepublik hamburg.

„brennender zaster“

ist ein kriminalroman aus argentinien, der bei wagenbach 2001 erschienen ist und 2010 in einer neuauflage.
gangster, die einem durch die detaillierten sachlichen beschreibungen ihrer lebensläufe und eigenenheiten ans herz wachsen, obwohl sie nicht gerade die heren lichtgestalten sind, rauben einen geldtransport aus und schießen auf alles was sich ihnen in den weg stellt. ihre flucht endet in uruguay genauer in montevideo, in einer zu einem nachtclub gehörenden wohnung, wo sie von der polizei, die in diesem krimi denkbar viel unangenehmer erscheint als die gangster, belagert werden. neben schönen beschreibungen von buenos aires und montevideo, der nützlichkeit von öffentlichen verkehrsmitteln zum zwecke der unsichtbarkeit und der beklemmungen die wohnungen auslösen können, glänzt der krimi durch folgende szene:

„In einem bestimmten Moment verbreitete sich die Nachricht, dass die Verbrecher fünf Millionen Pesos verbrennen, die vom Überfall auf das Rathaus von San Fernando übrig waren, von wo sie bekanntlich sieben MIllionen migenommen hattten. Sie begannen, Tausend.Peso-Scheine anzuzünden und aus dem Fenster zu werfen. Vom Klappfenster in der Küche segelte der brennende Zaster auf die Straßenkezugun hinunter. Die flammenden Scheine sahen aus wie leuchtende Schmetterlinge.
Ein empörtes Gemurmel gind durch die Menge.
‚Sie verbrennen es‘
‚Sie verbrennen den Zaster‘
Wenn Geld das einzige ist, was einen Mord rechtfertigt, und sie das, was sie getan haben, wegen dem Geld getan haben und wenn sie es jetzt verbrennen, dann haben sie keine Moral, kein Motiv, sie morden für nichts und wieder nichts, aus Lust am Bösen, aus reiner Bosheit, sie sind Mörder von Natur aus, gefühllose unmenschliche Verbrecher. Die empörten Zuschauer stießen entsetzte, haßerfüllte Scherie aus wie einem mittelalterlichen Hexensabbat (so die Zeitungsberichte), sie ertrugen es nicht, dasß man vor ihren Augen annährend fünfhunderttausend Dollar verbrannte in einer Aktion, die die Stadt und das ganze Land in lähmendem Entsetzen bannte und exakt fünfzehn endlose Minuten dauerte, denn soviel Zeit ist nötig, um diese astronomische Summe zu verbrennen, diese Banknoten, die aus Gründen, die sich dem Willen der Behörden entziehen, auf einer Blechplatte vernichtet wurden, die in Uruguay als >>Patona< < bezeichnet wird und beim Grillen zum Wenden der Glut dient. Auf einer solchen Blechplatte verbrannten sie das Geld, und die Polizisten sahen verblüft zu, denn was sollten sie tun gegen Verbrecher, die zu einer solchen Ungeheuerlichkeit fähig sind. Die empörten Menschen dachten unweigerlich an die Notleidenden und Besitzlosen, an die uruguayische Landbevölkerung, die in ärmlichen Verhältnissen lebt, an die Waisenkinder, denen dieses Geld eine bessere Zukunft gesichert hätte. Hätten sie nur eins der Waisenkinder gerettet, würde sie es verdienen, daß man sie leben läßt, diese Kretins, sagte eine Dame, aber sie sind bösartig, gefühllos, diese Bestien, so die Augenzeugen zu den Reportern, und das Fernsehen zeichnetet alles auf und sendete am nächsten Tag immer wieder die Bilder von dem Ritual, dass der Fernsehjournalist Jorge Foister als Akt des Kannibalismus bezeichnete." (Seite 140- 141)

ich musste dabei an „go create resistance“ vor ein paar jahren denken, wo das publikum 10 euro scheine verbrennen durfte und ich das bei der performance irgendwie lächerlich fand, die diskussionen die aber jahre später immer mal wieder darüber recht interessant.
bei georg simmel steht irgendwo in die „großstädte und das geistesleben“ etwas darüber, wie die großstädte dem diktat des geldes unterworfen sind, wie es dabei darum geht zwischen allen dingen immer das herauszufinden, was gleich ist, damit es mittels geld getauscht werden kann. und diese gangster im roman verbrennen einfach die gleichheit und lassen die tauschbarkeit in die luft fliegen.

in essen nehmen sich künstlers ihr recht auf stadt

auf der webseite der gruppe „freiraum 2010″ gibt es fragen und antworten dazu, warum sie in essen ein ehemaliges dgb-haus besetzt haben. gut fand ich die aussage „die türen waren offen“. das scheint mir ein valider grund. von dieser stelle aus wünschen wir viel erfolg, da wir finden, dass diese besetzung im rahmen des „kulturhauptstadt ruhr“-spektakels einen schönen akzent setzt und darauf hinweist, dass unsichere arbeitsbedingungen für keinen ein vergnügen sind, auch nicht für künstlers.

inzwischen haben die künstler das haus wieder verlassen und verhandeln nun mit dem dgb.

Altonaer Blutsonntag

Für den 1. August um 15:00 lädt die VVN BdA (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) zur Gedenkveranstaltung „Altonaer Blutsonntag“ ein – Treffpunkt ist am im Hinterhof des Altonaer Amtsgerichtes (Eingang Gerichtstraße).
Aus dem Aufruf:

Als am 16. Juli 1932 bekannt wird, dass am folgenden Tag ein Nazi-Aufmarsch von 10.000 SA- und SS-Anhängern mitten durch Altona geplant ist, schlagen die organisierten AntifaschistInnen Alarm (…) und bereiten sich darauf vor, die BewohnerInnen des „Roten Altona“ zu schützen. (…)

Am Tag des Aufmarsches greifen die Nazis die protestierenden AnwohnerInnen an, die AntifaschistInnen setzen sich zur Wehr. Zwei SA-Männer werden erschossen, die Polizei greift ein, in einer Schießerei werden dann 16 Arbeiterinnen und Arbeiter ermordet. Es folgen Verhaftungen vieler AntifaschistInnen, die jedoch wieder freigelassen werden müssen.
Gerichtlich wird lediglich der Mord an den SA-Männern verfolgt – vor einem faschistischen Sondergericht und unter Zuhilfenahme gefälschter Beweise. Die Kommunisten Bruno Tesch, Walter Möller, August Lütgens und Karl Wolf werden – obwohl ihnen keine Schuld am Tod der SA-Männer nachgewiesen werden kann – zum Tode verurteilt und am 1. August 1933 im Hof des Gerichts in Altona hingerichtet.

Vom Altonaer Blutsonntag handelt auch der neueste in der Edition Nautilus erschienene Krimi von Robert Brack: Blutsonntag.

Die Kommunistin Klara Schindler, selbstbewusste Reporterin der Hamburger Volkszeitung, hat mit einer neuen technischen Errungenschaft der Sowjetunion, einem Magnetophon, Zeugen über die Geschehnisse des sogenannten Altonaer Blutsonntags am 17. Juli 1932 befragt. Sie will die Aussagen möglichst genau dokumentieren, um damit die Lügen der Hamburger Polizei, der preußischen Behörden und der Presse über die Straßenkämpfe zwischen SA und Kommunisten aufzudecken.

– Ich habe ihn bislang nur angelesen, aber er scheint mir sehr geeignet, ihn schon jetzt weiterzuempfehlen. Er spielt im Gängeviertel, die Hauptperson ist besagte Klara – was mir sehr gefällt, sind doch nach wie vor die Protagonisten in Romanen wie auch in Krimis zumeist Männer – Frauen nehmen die Rolle der Geliebten, Mutter, … ein (So auch in Benioffs Bestseller „Stadt der Diebe“, welches ich jüngst in einer Bahnhofsbuchhandlung erstand – mangels Krimi in der Tasche und eine gute Zeitschriftenauswahl in den Bahnhöfen vermissend).
Demnach sei empfohlen: kommen – zur Gedenkversanstaltung – und lesen (gute Bücher).

hamburg: eine stadt ohne bürgermeister und ohne kultursenatorin

ist das jetzt schon die freihheit? vielleicht fangen wir jetzt mal an, viertelräte zu gründen, dafür budgets zu organisieren und die stadtplannung zu entern? das zeigen dann die nächsten tage und wochen. innensenator könnte auch noch gehen und die grundstückverwaltung in der finanzbehörde könnte sich ruhig mal auflösen.

Was passiert am Schröderstift?

Man weiß es nicht. Und weiß doch vielleicht manches – was zu erwarten sein könnte. Fakt ist, dass am vergangenen Dienstag der Stadtplanungsausschuss Eimsbüttel tagte und sich unter anderem mit den Uni-Um- und Neubaubauplänen befasste. Die Uni liegt ja nun bekanntlich zwischen Dammtor und Schlump und soll

im Bezirk Eimsbüttel wesentlich mehr Platz zur Verfügung bekommen als bisher. Bis zu 115 000 Quadratmeter neue Fläche soll die Uni erhalten. Sevecke will damit belegen, dass der Bezirk ausreichende Fläche für Hamburgs größte Hochschule bereitstellen kann.

Für das am Schlump gelegene Schröderstift, eins der ältesten Wohnprojekte Hamburgs, kann das unter Umständen bedeuten, dass die Bewohner die Gebäude möglicherweise für eine universitäre Nutzung verlassen müssen. Der Leihvertrag mit der Stadt Hamburg läuft noch sechs Jahre. Die Bauplanung für das gesamte Unigelände soll mit einer breiten Bürgerbeteiligung laufen.
Da kann man hoffen, dass die „breite Bürgerbeteiligung“ in diesem Fall mal anders aussieht als die breiten Bürgerbeteiligungen der vergangenen Jahre, die oftmals schmaler als ein Streichholz waren.

eine gute und eine normale, aber nicht minder schreckliche nachricht

also, über die intenationale gartenschau haben wir hier nun schon viel berichtet und uns letztens darüber gewundert, wie wenig widerstand sich auf wihlhelmsburg ereignet. nun gibt es eine frau, die sich weigert ihren schrebergarten zugunsten der iga aufzugeben. an dieser stelle: hut ab. solange die stadtplanung nicht mit den bürgern stadt plant sondern für und über die bürger, kann man dieses vertreten von einzelinteressen nur begruessen.

das war die gute nachricht.
leider normalität dürfte wohl die tatsache sein, dass sich ein junger mann der alterseinschätzung zwecks abschiebegelegenheit verweigert und ihm bis sein status geklärt ist, medizinische hilfe verweigert wird.
eine bekannte von uns hat mal bei migration und aids gearbeitet, da waren solche geschichte medizinischer unterversorung von menschen mit nicht regularisiertem aufenthaltsstatus legion und auch die medizinische flüchtlingsberatung dürfte leider hunderte solcher geschichten kennen.

schanzenfest schanzenfest

seit jahren wird es ja immer schwieriger auf dem schanzenfest überhaupt noch einen flohmarktstand unterzubringen.
auf dem schulterblatt ist es nahezu unmöglich, weil dort schon in der nacht davor leute ihre stände aufbauen um einen möglichst guten platz zu haben. nun stellt sich diese praktik als eine tolle heraus, anstatt darüber zu kichern, sollten woll alle damit anfangen in diesem jahr, denn
„Amtsleiter solidarisieren sich, wollen Bezirklichen Ordnungsdienst schicken, um im Vorwege den Aufbau von Ständen und Imbissen zu verhindern. “ und da hilft nur das zahlreich früher dasein.
yours
hausfrau

architektur spricht zurück


eine ausstellung in diesem gebäude, dass vorher vom ministerium für autobahnen genutzt wurde.
architecture speaks back:
„… erected in 1975 by architects George Chakhava (1923–2007) and Zurab Jalaghania is one of the most stunning buildings in the world. An example of a realized utopia (a utopie réalisable), it has been productive of an augmented reality, blending the image of the future under Communism with organic, palimpsestic architecture and the concepts of a continuous, non-master-planned environment. This three-day residency of Caucasian and international artists, architects, curators, academics, and of the Tbilisi public will offer rich and fascinating sessions of research and leisure around the multiple variations of this heterotopic place. The program includes talks, workshops, art and architecture, concerts, field trips, and roof parties. The point of departure refers to the poetics of frozen images, with its inherent potential of past and future meanings — whether the legacy of modernism, a moving and walking city, plug-in concepts, ‘back-to-the-future’ policies, and much more. For three days in July this fantastic building will become a diagram for various horizontal contributions, where one spontaneous act may radically change the project….“

bigness als städtebauliches prinzip

wird in der fr von heute diskutiert.

und in der zeit gibt es einen artikel über eine erfolgreich arbeitende bürgerplattform in berlin, dabei geht es zwar um schulpolitik, aber für städtische konflikte wie den umbau der rindermarkthalle in hamburg ist diese form der organisierung vielleicht kein ganz schlechtes vorbild.

auf st.pauli eine neue initiative: gegen den abriss der esso-häuser

es geht um ca. 1oo wohnungen und die intitiative setzt sich gegen abriss, für günstige mieten und für einen politikwandel in der hansestadt hin zu einer politik mit den bürgern ein.
am 17.7 gibt es von ihnen ein hoffest, wo man sicher unkompliziert in ein gespräch kommt:
St. Pauli Hoffest! Am 17.07.2010. Ab 17.00 Uhr. spielbudenplatz 5 a-c