Archiv für Oktober 2010

Leerstand zu Wohnraum from Feuerloescher TV in Hamburg on Vimeo.

stadtnachrichten

fallen wegen starker erkältung gerade aus.
bis bald
the townies

Warum Leerstand

Anlässlich der morgen stattfindenden Demo „Leerstand zu Wohnraum“ (Samstag, 23.10., 13 Uhr, Uni-Campus Hamburg) beschreibt Andrej Holm auf seinem Blog die „Vorzüge“ von Leerstand gegenüber vermieteten Objekten: über das „Geschäft mit dem Leerstand“. Das Fazit:

So absurd es klingen mag: im Vergleich zu einer preiswerten Vermietung lohnt sich der Leerstand.

Immobilienwirtschaftliche Gründe für Leerstand gibt es viele: Steuerabschreibungsmöglichkeiten, Verlustzuschreibungen, Buchwerte und Beleihungswerte. Grundlage dessen ist – und das führt Andrej Holm in seinem Beitrag sehr präzise aus –, dass oftmals der fiktive Mietpreis bzw. die fiktiven Mieteinnahmen zur Berechnung des Werts der Immobilie – und somit auch zur Berechnung der Abschreibungsmöglichkeiten, etc. – herangezogen werden. Wenn der /die Eigentümerin also dem Leerstand eine Vermietung zu günstigen Konditionen vorzieht, verliert damit die Kapitalanlage gewisserweise (und paradoxerweise) an (Nutz-)Wert.
Da liegt der Hase im Pfeffer…

Leerstand-zu-Wohnraum

Am Samstag findet sie statt: die Leerstand-zu-Wohnraum-Demo
Start: 13.00 Unicampus, Von-Melle-Park. Ende: Astraturm, St. Pauli

belgrad gay-pride radiobeitrag

ottensen: wo die aufwertung immer weiter geht

die zeit als das mercado gebaut wurde, war für uns damals schon die zeit, an der man ottensen komplett verloren gab. verloren an bio-supermärkte, schnick-schnack-läden, schicke restaurants. verloren für den charme einer stadt, in der man sich auch mit weniger geld wohl fühlen kann. dann dachte man eine zeitlang, okay, so sieht das also aus, wenn ein viertel durchgentrifiziert im modernen sinne ist. ein bisschen öko, ein bisschen kultur, ein bisschen viel esoterik, reste von politkram und viele engagierte gutbetuchte. dabei wurden die ärmern bewohnerInnen des viertels meist in richtung osdorf abgedrängt. jetzt wird es wohl die kulturell interessierten mit etwas unter mittelständischem bankkonto treffen, denn mit dem masterplan altona und der verdichtung im sinne von eigentumswohnungsbau, wird es nur noch teurer werden und das ist bekanntlich kein gutes pflaster für schöne kleine ideen.

flashmob von studentInnen in rom gegen etatkürzungen

stadtnachrichten mittwoch 13 oktober

dänische kommunen richten jetzt vermehrt hotlines und online-plattformen zur förderung der denzunziation von nachbarn ein. damit möchten sie ihre sozialausgaben senken°°°

hundertausende us-amerikaner verlieren monatlich ihr häuser, weil sie die raten nicht mehr zahlen können. das passiert auch jetzt noch.°°°

wegen des polizeieinsatzes gegen eine demonstration gegen stuttgart21 fordern die grünen einen untersuchungsausschuss°°°

senat und saga setzen ein klitzekleines signal gegen die stetige minimierung von sozialem wohnungsraum.°°° die leute, die für den erhalt des altonaer museums sind, bereiten ein bürgerbegehren vor°°°

der berliner senat startet eine bundesratsinitiative zur begrenzung von mieterhöhungen°°°ein bündnis fordert kostenfreien nahverkehr°°°

da die stadtnachrichtenlage heute so eine übersichtliche ist hier mal ein paar kleine randgedanken:
ich möchte eine stadt ohne leuchtturmprojekte.
eine die reichtum umverteilt im sinne von freiem zugang zu mobilität, kultur, bildung und gesundheit für all ihre einwohner.
eine stadt, in der mit heterogenität sorgsam umgegangen wird in der sie sozusagen gepflegt wird.
das das gehen kann, zeigen viele vorbilder.
in berlin sind bibliotheksausweise für menschen mit hartzIV kostenfrei.
wien zum beispiel mit seinen achtzig prozent mietwohnungen in gemeindehand, den stadtteilmusseen, dem queeren kleingeldfond, der günstigen portokosten für soziale projekte.
oslo mit der idee der allmende im stadtteil bjørvika

Für das künftige Stadtviertel Bjørvika, das in Oslos Hafengebiet entwickelt wird, hat die Stadt ein Versprechen gegeben: das Versprechen von freiem Zugang zu öffentlichem Raum und von Gemeinschaftlichkeit, enthalten im Begriff allmenning, Allmende oder Common Lands. Sieben Gebiete sind als Common Lands ausgewiesen.

so was hätte ich gern.

1973

besichtigung eines stadthäuschens in berlin

nextwilhelmsburg: netzfundstückchen

wes geistes kind next-hamburg ist liest sich aus folgendem netzzitat recht prima heraus. es grenzt schon an zynismus, einen bürgerdialog dann anzufangen, wenn der umbau vorbei ist um der stadt die kosten für den erhalt der umbauten zu sparen. so lesen wir das fundstückchen zumindest.

(….)Nextwilhelmsburg ist ein Bürgerdialog zur Frage, wie es nach 2013 auf den Elbinseln weitergehen soll.
Ziel des Bürgerdialogs ist eine Stadtvision, die von vielen Menschen getragen wird und vielleicht Grundlage für die Zeit nach 2013 sein kann.
Das ist der Ausgangspunkt:
IBA und igs werden 2013 vorbei sein – für manche zum Bedauern, für andere zum Glück.
In jedem Fall werden 2013 nicht alle Probleme und Hoffnungen gelöst oder erfüllt sein.
Soll nach 2013 wieder „Normalbetrieb“ einkehren? Oder soll der „Ausnahmezustand“ weitergehen?
Welche Orte brauchen weiterhin Veränderung? Welche sollten in Ruhe gelassen werden?
Welche von der IBA nur angerissenen Themen und Aufgaben sollten weiterverfolgt werden? Welche nicht? Und welche zusätzlich zur IBA-Agenda?
Und vor allem: wer kann die „Motorenrolle“ nach der IBA übernehmen? Ist das die Stunde des bürgeschaftlichen Engagements? Oder muss die Stadt weiter „ran“?
Durchgeführt wird Nextwilhelmsburg von Nexthamburg.
Nexthamburg ist Hamburgs Bürger-Stadt-Labor, seit 2009 aktiv. Wir führen halbjährliche Bürgerworkshops (Sessions) zu Fragen der Stadtentwicklung durch und organisieren einen dauerhaften Internetdialog. Unser Ziel ist es, abseits der „amtlichen“ Agenda eigene Impulse für die Stadtentwicklung zu setzen.
Wir sind 9 Gesellschafter (Planer und Medienexperten) und werden vom Bund im Rahmen des Programms „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ gefördert. Wir haben vier Partner (HafenCity Universität, IBA Hamburg, Museum für Hamburgische Geschichte, World Future Council). Der Bund gibt etwa 50 Prozent der Mittel, die wir für die Durchführung von Nexthamburg brauchen, unsere Partner und wir jeweils etwa 25 Prozent. Seit Juni diesen Jahres ist zudem die BSU unser Partner, mit der wir im Rahmen von „Stadt im Dialog“ kooperieren.
Nextwilhelmsburg ist die erste lokal fokussierte „Ausgründung“ von Nexthamburg, die als Sonderformat zu 50 Prozent vom Bund, zu 50 Prozent von der IBA getragen wird. Das Interesse der IBA: der Frage, was 2013 passieren soll auf „neutralem Boden“ Raum zu geben. Unser Interesse (und das des Bundes): wir wollen sehen, ob unsere im allgemeinen Stadtkontext gut erprobten Instrumente auch bei einem bereits definierten Thema und im begrenzten lokalen Radius funktionieren – und wie man Zielgruppen ansprechen kann, die sich üblicherweise nicht an öffentlichen Dialogen beteiligen.
So wollen wir vorgehen: Wir wollen ab Ende Oktober mit einem allgemeinen Dialog starten (IBA Forum) und bis ins Frühjahr 2011 zwei bis drei aufsuchende Sessions mit speziell migrantischen Wilhelmsburgern und „alteingesessenen“ Bürgern machen, um diese in bisherigen Dialogen eher unterrepräsentierten Gruppen zu hören. Als Ergebnis des Nextwilhelmsburg-Dialogs soll ein „Zukunftsatlas“ stehen – eine Mischung aus Szenario und Agenda, die auf den Ergebnissen des Dialogs aufbaut und hoffentlich weiter fortgeschrieben und diskutiert wird.
(…)

stadtnachrichten dienstag 12. oktober

europaweit sinken die möglichen mietennahmen bei büroimmobilien°°°

auf sardinien legten migrantInnen den flughafen lahm°°°

das einkaufen in der bundesrepublik wird teurer°°°den kommunalen krankenhäusern gehen die gelder aus°°°

für st. petersburg wurde das „gay-pride-verbot“ aufgehoben°°°

im stuttgarter schlossgarten werden jetzt tüten mit kastanien als „orginal stuttgarter pflastersteine“ verkauft .°°°

in frankreich wird gegen die rentenreform gestreikt°°°

athener polizist bekommt lebenslänglich wegen des mordes an Alexandros Grigoropoulos°°°

nach dem belgrade-pride stellen sich viele fragen, unter anderem die, wie man es findet, dass die parade auf die polizei angewiesen war. der anacharistische blog a3yo diskutiert das.°°°

in new york häufen sich homophobe angriffe

Am Wochenende wurden neun Angehörige einer Straßengang einem Richter vorgeführt. Sie hatten in einer leeren Wohnung in der Bronx schwule Teenager stundenlang misshandelt. Die Teenager wurden mit Teppichmessern schwer verletzt, mit Baseballschlägern geprügelt, man drückte ihnen Zigaretten auf den Geschlechtsteilen aus und vergewaltigte sie schließlich mit dem Stiel eines Gummistampfers.

Nur eine Woche zuvor wurde in einer Schwulenbar auf der Christopher Street, dem Geburtsort der amerikanischen Schwulenbewegung, ein Mann in einer Toilette schwer zusammen geschlagen. Die Angreifer hatten ihn vorher gefragt, ob dies eine Homosexuellen-Kneipe sei. Als er ja sagte, prügelten sie auf ihn ein. Kurz zuvor hatte sich ein homosexueller Student von der George Washington Bridge in Manhattan gestürzt, nachdem Kommilitonen ihn beim Sex gefilmt und das Video veröffentlicht hatten. Er hatte die Scham über sein erzwungenes Outing nicht ertragen können.

das manifest „not in our name“ hat es bis in eine rede der partei „die linke“ im bundestag gebracht. dort wurde das aktuelle grünbuch der eu „Erschließung des Potenzials der Kultur- und Kreativindustrien“ diskutiert. die sogenannten „farbbücher“ sind regierungsamtliche dossiers aufgegliedert wie folgt: grünbuch=diskussionspapier; weissbuch=sammlung von vorschlägen; schwarzbuch=öffentliche darstellung von missständen und so weiter und so fort°°°cdu findet das kultursparen immer noch supi, haben sie mit experten seit acht jahren vorbereitet. auch das sparen bei den bücherhallen muss ja so sein.°°°

au de la haine

belgrad: was ist da passiert

erst mal ist es wohl als erfolg für die queere bewegung zu werten, dass bis jetzt keine berichte über queere verletzte nach den ausschreitungen bekannt wurden. zum ersten mal seit 2001 ist es also gelungen, eine gay-pride in belgrad durchzuführen und die queers konnten, so sah das auf einigen der fotos aus, abends auch noch unbehelligt ein party feieren. dazu, so seltsam das klingt nach den erschreckenden ereignissen, erst mal: herzlichen glückwunsch. beeindruckend wie mutig die aktivist*innen für das recht auf heterogene lebensformen auf die strasse gehen.

letztes jahr wurde der pride durch die polizei abgesagt, da sie sehr kurzfristig das gefühl hatte nicht für die sichherheit der teilnehmer*innen garantieren zu können.

diesesmal hat es geklappt. das ist immerhin etwas. aber die massen die samstag gegen die rechte von homosexuellen auf die strasse gegangen sind, und das ausmass der gewalt bei den angriffen auf die parade am sonntag sind hochgradig erschreckend und lösen zumindest bei mir eine art stummheit aus, der ich versuche mit diesem artikel zu entkommen. erstmal versuche ich die zahlen zu kontexutalisieren. wikipedia teilt mir mit, das belgrad 1, 2 millionen einwohnerInnen hat. das ist irgendwie beruhigend, macht es doch die 20.000 homophoben demonstranten nicht zu einem hohen prozentsatz der belgrader bevölkerung.

andererseits, habe ich bei dem videomaterial, dass ich mir gestern stundenlang ansah keine leute gesehen, die den rechten mob aufgehalten haben. auch liest sich nirgendwo etwas von gegensdemonstrationen gegen den aufmarsch der homophoben nationalisten. ungehindert konnten sie also die stadt zerlegen, ohne dass andere bewohner derselben viel dagegen getan haben.
das macht leider die zahl glaubhaft, dass zwei drittel der serbischen bevölkerung gegen homosexualität ist. das könnten sie ja ruhig sein, im sinne der meinungsfreiheit, aber sie sind es nicht nur, sondern sie lassen auch homophobe akte geschehen und eben diese ausschreitungen zu, die man gestern sehen konnte, es ist also agressive homophobie. das bringt mich auf das fassungsloseste level von argumentation: „aber homosexualität tut doch keinem was“ was verdammt noch mal spricht den gegen alternative lebensentwürfe. und es wirft die frage auf, wie stark das bild eines heterosexuellen lebensentwurfs mit nation verbunden ist. ist der kern der nation der heterosexuelle geschlechtsakt? manchmal mag man das fast glauben. mit dieser argumentation hier komme ich wohl auf keinen grünen zweig. es bleibt dabei, dass ich die aggression gegen homosexualität und heterogene lebensformen nicht verstehen kann und nicht weiß wie man machen kann, dass sie aufhört. falls jemand von euch erhellende analysen hat: bitte her damit.
the hausfrau

greetings to queer beograd

stadtnachrichten montag 11. oktober

soweit wir das überblicken können ist es gestern nacht in belgrad nach einem tag voller homophober und nationalisitscher krawalle ruhig geblieben. °°°

in wien wurde gestern gewählt, die rechtspopulisten haben jede vierte stimme bekommen ingesamt 27% bekommen. gruselig, bei deren kampagnen, die blut und boden aufs populistitischste thematisiert haben. gegen die kampagne richtet sich jetzt eine aktion des bündnisses für menschenrechte und zivilcourage, die dazu auffordern gegen juristisch vorzugehen und anzeige gegen die fpö zu erstatten. °°°obdachlose frauen protestierten gegen die bettensteuer°°°

über die auswirkungen der wirtschaftskrise in portugal berichtet die jungle-world°°°

in münchen demonstrierten am wochenende zwischen 20.000 und 50.000 menschen gegen die atompolitik der bundesregierung°°°

seehofer in bezug auf hartz-IV

„Wer ein Arbeitsplatzangebot oder eine notwendige Qualifizierung ablehnt, dem müssen die Sozialleistungen gekürzt oder – in Wiederholungsfällen – komplett gestrichen werden. Da haben wir in Deutschland noch nicht die letzte Tapferkeit entwickelt“

in oldenburg gingen 3000 leute für eine erhöhung der hartz-IV-sätze auf die strasse.

„Die Regelsätze dürfen sich nicht an den sinkenden Löhnen, sondern müssen sich am gestiegenen gesellschaftlichen Reichtum orientierten“, erklärte ALSO-Aktivist Michael Bättig

°°°

die kanzlerin der bundesrepublik ist immer noch für stuttgart21, alleine schon weil man wohl vor bürgerinitiativen nicht einknicken darf denn „dann ist das Land nicht mehr veränderbar“. ist auch egal, ob es auf der sachargumen eben etwas für oder gegen dieses infrastrukturprojekt gibt, hier geht es ums ganze. in stuttgart wird also gewählte demokratievertreter gegen wähler gespielt und geißler setzt sich vermeintlich in die mitte als mediator. die vertreterInnen der angemeldteten schülerdemo im park, die von der polizei mit wasserwerfer- und knüppeleinsatz aufgelöst wurde, halten daran fest, dass die gewalt ausschließlich von der polizei ausgegangen sei und belegen diese aussage mit weiterem videomaterial°die faz bemüht sogar die hafenstr. in hamburg um irgendwie über die neue demokratiefreudigkeit der bürger nachdenken zu können. °°°

berlin friedrichshain hatte am wochenende drei gruppierungen die auf wohnungsmangel und zu teure mieten aufmerksam machten°°°aus sicherheitsbedenken wird im regierungsviertel ein radweg nicht gebaut°°°über mietensteigerung in folge von energiesanierung in berlin schreibt der tagesspiegel und zitiert mietervereine mit der aussage „fast jeder dritte müsste umziehen“ wenn die mietsrechtnovelleumgesetzt wird. °°°in der zweiten oktoberhälfte gibt es drei „kiezspaziergänge“ um damit gegen hohe mieten zu protestieren°°°

der nicht-kultursenator hamburgs freut sich, dass sich jetzt so viele für kultur einsetzen. und der un-bürgermeister ist zufrieden mit seinem vasallen. °°°das st.pauli museum hat aufgemacht°°°oberbaudriektro jörn walther freut sich darüber ein modernist zu sein und findet glas und stahl toll. °°°

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