Archiv für November 2010

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plakatkampagne gegen gewalt gegen frauen in istanbul

tipp vom mädchenblog

stadtnachrichten montag 29 november

hunderte von asylbewerberInnen haben in glasgow briefe erhalten, die sie dazu auffordern ihre habe in zwei taschen zu packen und sich bereit zur räumung ihrer wohnungen zu machen. laut guardian ist diese aufforderung der britischen grenzagentur für alle betroffenen unerwartet gekommen. °°°

die schweizer bevölkerung hat für das schärfste europäische ausländergesetz gestimmt. 53% der schweizerInnen sind dafür, dass menschen ohne schweizer pass nun sofort abgeschoben werden können, wenn ihnen eine, und sei es eine sehr kleine, straftat nachgewiesen werden kann. dabei war es den bürgerInnen des Berglandes egal, ob sie damit gegen Völkerrecht verstossen oder nicht. In zürich demonstrierten 2000 engagierte Personen gegen diese Verschärfung und viele künstlerInnen haben mit ihren Mitteln ebenfalls dagegen gearbeitet.°°°selbst in zürichs norden, am stadtrand, werden die wohnungen jetzt so teuer, dass bereits von einer „seefeldisierung“ gesprochen wird.°°°

las vegas hat inzwischen nur noch wenig geld°°°

die schweizer gemeinde pfäffikon möchte gerne londoner hedgefonds anlocken um nicht weiter zu schrumpfen°°°

in rio de janeiro umstellte die polzei in einer quasi-militärischen aktion eine informelle siedlung um gegen drogenhändler vorzugehen.°°°

vom 2. bis zum 6. dezember gibt es bauwagentage in wien°°°

duisburg spart an der pflege armer senioren°°°

bundesweit streichen die „Job-Center“ aufgrund von „sparmassnahmen“ „Ein-Euro-Jobs“. Katastrophal dürfte das wohl für all die Projekte werden, die in den letzten Jahen aus der institutionellen Förderung entlassen wurden, um dann mit „Ein-Euro-Kräften“ die Läden am Laufen zu halten.°°°

in berlin soll heute gegen eine geplante massenabschiebung von vietnamesInnen protestiert werden°°° in freidrichshain sollen weniger hotels und hostels entstehen°°°neue konzepte für stadtwerke werden vorgelegt°°°es gibt jetzt einen „urban intervention award“ damit ist wohl noch mehr partizipationssimulierende kunst zu erwarten und es steht in den sternen welches kritische potential diese „interventionen“ entfalten werden °°°bisschen was über das kreuzberg der achtziger erfährt man im portrait eines berliner fotografen°°°° seit immer mehr menschen auf demos filmen, wird „körperverletzung im amt“ häufiger angeklagt, da es endlich beweismittel gegen schlagende polizisten gibt. diese situation wird sich sicher noch verbessern, wenn die neu eingeführte kennzeichnungspflicht an allen uniformen umgesetzt ist, und damit die polizisten eindeutig identifiziert werden können. °°° die kastanienallee 86 steht in einer immobilienzeitung zum verkauf. eine analyse der lage bietet der gentrificationblog, hier ist auch die kommentardiskussion zu beachten. wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir die taktik „kauft doch einfach selber die häuser mit hilfe des mietshäusersyndikats“ als massenhafte stratgie wirklich so empfehlenswert finden. nicht das das noch die neue „neue heimat“ wird. °°°

die oppenheimer straße in darmstadt soll komplett abgerissen werden, dagegen wehren sich die bewohnerInnen der dort anliegenden häuser, die sich durch bezahlbare mietswohnungen auszeichnen.°°°

die grünen haben die hamburger koalition platzen lassen. heute werden die drei grünen senatoren aus dem amt entlassen und im februar gibt es neuwahlen. °°°die neuwahlen werden aus der sicht eines wilhelmsburger bloggers deutlich begrüßt°°°seit 22 jahren wird das schröderstift als wohnprojekt selbst verwaltet und genutzt. jetzt droht der uniumbau bis direkt vor die haustür zu wachsen und die bewohnerInnen sorgen sich um ihren ort°°° das ikea, das in die große bergstr möchte dann doch auf einmal größer werden°°° bezirksamt schreiber will wohl doch keine music.hall auf dem alten real-gelände bauen. schreiber äüßert sich beeindruckt über die gegnerInnen des projekts. zeitgleich entstehen gerüchte, dass der bezirk eine music-hall bei den esso-häusern implementieren möchte. °°°in dieser woche beginnt ein „bürgergipfel integration“ hh1 nahm das zum anlass ein filmchen über veddel zu drehen°°°sechs bauwagen suchen einen platz in wilhelmsburg und werden von einem ort zum anderen verschoben. für das recht auf selbstgewählte wohnformen gingen am freitag spontan 130 leute solidarisch mit den bauwäglerInnen auf die schneebedeckten straßen. heute wird wohl die entscheidung fallen, was in den nächsten wochen mit dem bauwagenplatz zomnia geschehen soll.°°°am beispiel der hamburger stadtbahnidee wird auf deutschlanfunkt direkte demokratie versus planfestellungsverfahren diskutiert.°°°° die schanzenturm ini lädt dazu ein, zum prozess gegen eine der mitstreiterInnen, der unter anderem widerstand gegen die staatsgewalt vorgeworfen wird, zu kommen. der findet am freitag den 3 dezember um neun uhr im strafjustizgebäude raum 297 statt°°°°laut mopo verkaufen sich luxusimmobilien in hamburg wohl ziemlich gut zur zeit°°°

Alte Rindermarkthalle – Abgeschreibert

Tja, gestern war ja Showtime: Der Bezirk hat die Gewinner der Machbarkeitsstudie des Geländes rund um die Rindermarkthalle gekürt. Eine Veranstaltung, die … – äh, nun ja – … also mir fehlen die Worte. Dafür hat das supra-magazin aber schon ganz viele passende Worte gefunden: „Es ist a Trauerspiel“ heißt die Polemik, die die Stimmung des Abends auf den Punkt bringt. Vielen Dank dafür:

Ich weiß ja gar nicht wo ich anfangen soll und wie das wohl alles endet? Ich war auf der Vorstellung der Ergebnisse des kooperativen Gutachterverfahrens zur Nutzung der Alten Rindermarkthalle, welche wir auch als Wal Mart oder Real kennen. Ich werde mit dem positiven beginnen. Ich habe neue Ausdrücke gelernt. Herr Böttcher von der CDU nannte das Areal der Alten Rinderhalle ein ,Filetstück`.

Ich möchte das gerne direkt recyclen und anmerken, dass mein persönliches verbales Filetstück am heutigen Abend nicht etwa das Filetstück war, sondern der Begriff ,attraktive‘ Durchwegung“, welcher der Vorstellung des Architekturentwurfs von André Poitiers entsprang.“ (…) Eine attraktive Durchwegung ist schließlich genau das, was unserem Viertel fehlt. Wir werden ja alle mal älter und wünschen uns vielleicht irgendwann mit einer vertrauten Person durch die Gegend zu spazieren und sagen zu können „Werner, findest du nicht auch, dass das eine furchtbar attraktive Durchwegung ist?“. (Hier den kompletten Text lesen …)

schiefer turm von pisa durch italienische studentInnen besetzt

und das nur zwei wochen nach den protesten der englischen studentInnen. wagenplatz in wilhelmsburg bleibt erst mal. schöne nachrichten. italien hier und wilhelmsburg hier. gängeviertel ist auch immer noch da.
scheint wohl bedarf an einer andere verteilung des kapitals in der welt zu geben. esso-häuserinitative wehrt sich gegen umstrukturierung. und so weiter und so fort. kleinigkeiten bisschen interessengeleitet zusammengeschustert aber genug um jetzt gut gelaunt ins bett zu gehen. ach und der streit ums real-gelände geht auch noch heiter weiter.

marx mit lefebvre ergänzen und „die revolution der städte“ in bankbetreffen posten?

oder doch mitmarxen?

oder tschernyschewskis „was tun“?

Alte Rindermarkthalle: The show must go on

„Seit 22. Mai ist der REAL St. Pauli geschlossen, das Gebäude steht fast ungenutzt leer. Seit Monaten laufen hinter verschlossenen Türen die Planungen für eine Music Hall (4.000 BesucherInnen), große Gastronomie (3.000qm) und riesige Büroflächen (über 10.000qm). Trotz aller Vorfestlegungen und Absprachen versucht der Bezirk mitsamt den Planungsbüros und Investoren immer noch so zu tun, als würde die Neunutzung des Geländes gemeinsam mit den AnwohnerInnen  ausgearbeitet und abgestimmt. Es war nie beabsichtigt, AnwohnerInnen an irgendeiner Entscheidung zu beteiligen. Am 25.11. sollen wir nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Schluss mit dieser Pseudo‐Beteiligung, sie ist eine einzige Farce!“ So beschreiben Anwohnende die Situation rund um das ehemalige Realgelände und laden ein, sich in die Diskussion einzubringen. Am Donnerstag, den 25. November, stellt der Bezirk die offiziellen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Ballsaal des Millerntor-Stadions vor. (Treffpunkt für alle Interessierten: 18:30, EX-REAL-Haupteingang).

Der Wolf, äh Bezirk, hat neuerdings Kreide gefressen: Von einer Music Hall will man plötzlich gar nichts mehr wissen: Alles Schnee von gestern. Antje Möller (GAL) wünscht sich laut Abendblatt einen „Vertrag mit Anwohnern“, eine „Vorfestlegung“ auf bestimmte Nutzungsmodelle sei nicht gewollt. Auch Andy Grote (SPD) fordert ein Beteiligungsverfahren wie bei der Messe. Wow! Das so offensichtlich vergurkte Messegelände inklusive Verdrängung der Bambule als leuchtendes Beispiel fürs Karoviertel? Das holt die AnwohnerInnen sicherlich aus ihren Schränken, die sich – bei allen bisherigen Mitbringseln des Bezirks (überwachtes Anmeldeverfahren für Veranstaltungen, Kriminalisierung der Protestierenden durch den Verfassungschutz) – nun aber mal locker machen sollen. War ja alles nicht so gemeint und überhaupt: Wir wollen ja nur reden. Ganz ungezwungen….

stadtnachrichten montag 22 november

wie es jetzt steht um besetzungen in den niederlanden wird bei indymedia beschrieben°°°

seit vierundzwanzig jahren gibt es die kommune niederkaufungen, die auf kollektive selbstversorgung setzt.°°°°

eine kleine berlin-fotostrecke von nan golding findet sich hier°°°°über die frage danach, ob tourismuskritik fremdenfeindlich ist, schreibt der gentrificationblog°°°°fotos von der sylvvio-meyer mahnwache hier und von der demo hier°°°

in der nacht brannten zwei autos in hamburg°°°° der arbeitskreis umstrukturierung unterstützt den bauwagenplatz in wilhelmsburg der rasch wieder geräumt wurde, über dessen verbleib nun aber verhandelt wird. heute um 18 uhr gibt es eine spontandemo am gänsemarkt°°°die spd mag die architketenpläne für den umbau altonas°°°°heute der prozess gegen die piraten in hamburg angefangen. die verteidiger bestreiten die rechtsgrundlage auf der er stattfindet°°°laut hamburgs internetportal möchte der senat gewerbeflächen in der innenstadt für wohnbebauung freigeben. ein hoch auf recht-auf-stadt°°°das netzwerk offene kinder- und jugendbetreuung lädt zu einem flash-mob am 3.12 vor dem karstadt in der mönkebergstr. ein um auf die schlechte lage der hamburger offenen kinder- und jugendarbeit hinzuweisen und darzustellen, dass die kürzungen hier hart treffen°°°die esso-häuser-mieter haben gespräche von vermieterseite aus angeboten bekommen und entwickeln nun eigene pläne für umbaustatt abriss°°°

Wagenplatz in Wilhelmsburg

Hut ab! ein neuer Wagenplatz – für mich sehr unerwartet – ist quasi „über Nacht“ entstanden. In Hamburg-Wilhelmsburg.

(…) Damit es über die Ungewissheit hinaus eine Chance auf eine Perspektive gibt, braucht der Platz Unterstützung und Solidarität!
Wir wollen ein Zeichen setzen in der Stadt. Das Ziel ist klar: Für mehr Wagenplätze in Hamburg.
Mit der Unterstützung vieler Menschen in Hamburg versuchen wir unser neues Zuhause so schnell wie möglich (er)lebbar zu machen.
Es soll Essen für alle, Live-Musik und Wärme, Kino und viel Kommunikation geben. Dafür und darüber hinaus brauchen wir euch! (…)

Deswegen: Fahrt vorbei!

Mehr Infos und eine Wegbeschreibung gibt es auf zomias Blog.
Die Adresse des Platzes: Buschweide, Hamburg Wilhelmsburg …
Nächste S-Bahn-Station: Veddel

feministisches radio in hamburg

Ungarns völkische Wende im Jahre 2010

Vortrag von Magdalena Marsovszky

Eine Veranstaltung der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden
Frau Marsovszky, eine exzellente Kennerin der politischen Verhältnisse in Ungarn, behandelt in ihrem Vortrag den drastischen Rechtsruck in Ungarn nach der Wahl im April 2010, in der um die 17 Prozent der ungarischen Bevölkerung für die sich offen rechtsextrem bekennende „Bewegung für ein besseres Ungarn“ (Jobbik) stimmten. Der Vortrag thematisiert das Wahlergebnis vor dem Hintergrund völkischer und demokratiefeindlicher Strömungen in einer Gesellschaft, in der Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus weit verbreitet und populär sind. In ihrer extremsten Variante geht diese Politik der chauvinistischen Parolen einher mit Terror rechtsradikaler und faschistischer Gruppen, wie der „Ungarischen Garde“ (Magyar Gárda), der bereits mindestens acht Menschen zum Opfer gefallen sind. Die wohl am stärksten gefährdeten Gruppen, gegen die sich jene Politik des Hasses richtet, sind Roma, Juden und Jüdinnen, Homosexuelle und die als „verjudet“ angesehenen Kosmopoliten und Linksliberale. Der Vortrag analysiert diese Entwicklungen und diskutiert ihre Bedeutung im europäischen Rahmen.

Magdalena Marsovszky, gebürtige Ungarin, ist freie Kulturwissenschaftlerin und Publizistin, Vorstandsmitglied im Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.(forschungsforum.net), lebt in Budapest und München und analysiert völkische Phänomene innerhalb der ungarischen Gesellschaft

Ort: Beim Schlump 83, 20144 Hamburg, Vortragsraum 2-023 (2. Stock)

hörfassung für google streetview

lesbian video

stadtnachrichten freitag 19 november

in griechenland wird noch stärker gespart werden. alleine im gesundheitswesen sollen 2,1 milliarden weggekürzt werden.°°°

in rom wird die positive bezugnahme auf den faschimus zum alltag. wie tief revisionismus und neofaschismus in die mitte der gesellschaft eingedrungen sind und welch kleinteilige verzahnung sie miteinander eingegangen sind berichtet ein hintergrundfeature bei deutschlandfunk. es steht sehr zu hoffen, dass diese entwicklung sich wieder umkehrt, wenn erstmal berlusconi abgetreten ist. °°°

die bundes-grünen denken nun darüber nach, wie soziale gerechtigkeit und energetische gebäudesanierung zusammen machbar werden könnten°°°die bundesbahn möchte nun doch gerne weiter machen mit stuttgart 21°°°terrorwarnungen, präsenzstärkung der „sicherheitskräfte“ im öffentlichen raum und der ruf nach mehr vorratsdatenspeicherung reichen sich die taschenlampen in die hand zur durchleuchtung der städte°°°

die gegnerInnen der stuttgarter riesenbauprojektes gestalten nun den park neu°°°

kulturpolitik
im zeichen des rotstifts beleuchtet die zeit°°°°

schleswig-holstein spart sich ein gefängnis°°°

morgen findet in berlin die 20ste gedenkdemo für sylvio meier, dem durch neonazis ermordeten hausbesetzer statt.°°°°°° gestern hingen fand unter dem motto „wohnungen für alle“ eine demo mit ca. 150 teilnehmerInnen gegen lagerunterbringung für flüchtlinge statt°°°

in hamburg altona soll der fernbahnhof aus der momentanen mitte des viertels nach bahrenfeld verlagert werden. auf dem neuentstehenden gelände sollen dann 2000qm wohnbebauung und 10.000 qm parklandschaft entstehen. in den printmedien wird nun zum grundtenor der berichterstattung die mögliche angst des bezirks und des senats vor einem „altona 21″. °°°auf der „fight gentrification – reclaim the Leerstand“-Karte wurde ein leeres gebäude in der löfflerstraße neu eingetragen°°°in der hamburger hochbahn wurde unfassbarerweise vor „zigeunern“ gewarnt. °°° die partei die linke hat ein 10-punkte-programm zur wohnungspolitik veröffentlicht°°°

i love bleiberecht

gestern auf dem hachmannplatz: leute unterschiedlichster interessenslagen trafen zusammen, um gemeinsam gegen abschiebung, für das bleiben von allen roma in deutschland, gegen grenzen, gegen residenzpflicht, gegen flüchtlingslager auf die straße zu gehen. mit gut vorbereiteten jingles, angenehmer musik und kraftvollen parolen gingen etwas über 2000 menschen durch die stadt.
es gab luftballons, transparente und selbstgebasteltete schilder, auf den dingen standen wie „innenminister sind kaltherzige schweine“. und richtig: diese woche findet die innenministerkonferenz in hamburg statt und bespricht weitere verschärfungen des sicherheitsdispositivs. davon ließ sich gestern auch so einiges wahrnehmen: vor dem hauptbahnhof patroullierten polizisten mit maschinengewehren wegen des terroralarms. was das für eine einübung werden soll, war nicht ganz klar. gegen einen selbstmordattentäter oder eine kofferbombe erscheinen doch maschinenpistolen recht sinnlos. einen zweck haben sie allerdings erfüllt: es war ein mulmiges gefühl, zur demo zu gehen. der demonstrationszug wurde dann auch von schier unendlichen kolonnen schwarzgekleideter „sicherheitskräfte“ begleitet, die munter ihre helme schwangen und keinen kontakt zwischen einkaufender und demonstrierender bevölkerung ermöglichten. es ist quasi nicht mehr der öffentliche raum, in dem hier demonstrationen stattfinden, es ist der polizeiliche. jede demo in den letzten tagen wurde zum wandelnden gefahrengebiet. gestern war es erst recht ein schreiendes ungleichverhältnis zu den immer wieder so nett deklarierten menschenrechten, für die die demonstrantInnen ja eintraten. der satz „die würde des menschen ist unantastbar“ entlockte uns nur noch ein sehr müdes lächeln, denn täglich wird sowohl an den eu-außengrenzen als auch in der binnenzone von den staaten und kommunen bewiesen, wie antastbar diese würde ist und wie wenig es darum geht, für gerechtigkeit zu sorgen. man möchte gerne wissen, was der gestrige polizeieinsatz gekostet hat und ist sich sehr sicher, dass von dem geld tausend flüchtlinge ein jahr in wohnungen wohnen könnten. gesehen haben wir mindestens vierzig wannen, sechs wasserwerfer, zwei räumfahrzeuge und so weiter und so fort. da bleibt nur ein: puh.

stadtnachrichten mittwoch 17 november

satellitenfotos von megacities finden sich in der sueddeutschen zeitung°°°

ein solifest für wagenplätze gibt es am 19ten in wien°°°

stuttgart21 aus kostengründen will die budnesbahn nun doch keine schnellbahnstrecke durch die schwäbische alb bauen°°°

der züricher mieterverband streitet sich mit den baugenossenschaften°°°

rund 60 städte aus aller welt planen einen freiwilligen klima-pakt°°°

bei den anti-castor-protesten setzte die niedersächsische polizei drohnen ein, die fliegenden automaten filmen aus der luft und leiten die daten direkt auf die bildschirme der überwacher°°°°

die taz interviewt einen polizisten zur räumung der mainzer straße vor zwanzig jahren in berlin°°°die gedenktafel für den von neonazis erstochenen hausbesetzer sylvio meier wurde mit teerfarbe beschmiert°°° eine diskussion zu mobilität und stadt ergab, dass das auto in zukunft seine hegemonialstellung verlieren wird. radfahrer und fussgänger übernehmen den urbanen raum°°°vermieter sagen, dass berlin bald keine freien wohnungen mehr haben wird°°°

°°°hamburg nimmt wahrscheinlich 580 millionen euro mehr ein, als eingeplant, möchte aber trotzdem weiter sparen.°°°bis jetzt sind vier gewerbeflächen für wohnungsbau freigegeben worden°°°“I love Bleiberecht“ Demonstration heute um 17.30 ab hachmannplatz am hauptbahnhof . dass es sich lohnt genau in der aktionswoche gegen die innenministerkonfernz demonstrieren zu gehen beweist alleine schon der vorstoss des niedersächsischen innenminister der mit mehr polizei in „ausländerviertel“ (was immer das sein soll) präsent sein möchte. gerade im sinne eines „recht auf stadt“ halten wir es für notwendig, die innenministerkonferenz als ort der entscheidungen über die regulierungen und sanktionierungen des städtischen zusammenlebens zu thematisieren.°°°das statistikamt hat die neusten zahlen rausgebracht.°°°

alte rindermarkthalle:

oder: ich brauche keine palmen, ich brauche eine bücherhalle

liest man in leicht veralteter hamburger literatur dann finden sich zum beispiel in dem band
„Der Bürger plant mit- Erläuterungen zum Bebauungsplanverfahren“ von Senator Volker LA
ange mit einem Vorwort versehen, aber ansonsten ohne bibliografische Angaben, der schöne Satz:

„Bebauungspläne sollen eine geordnete städtbauliche Entwicklung gewährleisten und dazu beitragen, eine menschwürdige Umwelt zu sichern“

Herrlich, dann möchte ich hiermit feststellen, das eine weitere Eventisierung der Stadtteile St.Pauli, Schanze und Karolinenviertel die Umgebung für BewohnerInnen zu einer menschenunwürdigen werden lässt, weil die Infrastruktur zur Nahversorgung mit Gütern des täglichen Gebrauchs immer schlechter wird, die Preise in den umliegenden Geschäften immer höher klettern, weil die Ladenmieten das auch tun und insgesamt eine Kultur des kleinsten kulturellen Nenners herrscht, da ansonsten bei den mieten das geschäftsrisiko zu groß wird für all diese mittelständischen selbstständigen. es wird also langweilig, repressiv und wegen der langen einkaufs- und sonstigen versorgungswege wirklich umständlich.
please go for menschenwürdige bebauung.

stadtnachrichten dienstag 16. november

eurozine bietet eine reportage über eine gruppe von roma in lille und die auswirkungen der rassistischen praktiken der französischen regierung auf ihr leben.°°°

der freitag berichtet, dass chongqing in westchina als stadt einen boom erlebet, dass aber auf kosten ihrer bürgerInnen°°°

in berlin scheint sich der kiezspaziergang zum mittel der wahl gegen aufwertung zu entwickeln. diesmal ein nachbericht über einen graefkiezspaziergang°°° heute wird um 16 uhr ab checkpoint charlie für wohnungen für alle demonstriert.°°° am 26ten november hingegen soll es zum bundestag gehen um dafür einzutreten, dass die sparpakete gestoppt werden°°°energiesanierung mit „echtem“ rotklinker soll mit bis zu fünfzig euro pro quadrameter gefördert werden von der stadt°°°

über den die hamburger „nicht“-kulturpolitik lässt sich im spiegel lesen°°°morgen kann man sich die entwürfe für das neue altona ansehen. denke ich an die hamburger stadtentwicklungspolitiken zur zeit wird mir fast schwindelig: altona umbau, hafencity, wilhelmsburg, st pauli mit alter rindermarkthalle und bernhard-nocht.quartier, eimsbüttel mit der umstrukturierung der uni, die veddel. puh, wo nehmen die nur zeit und geld her für all diese großprojekte und warum bauen sie so wenig soziale wohnungen, dass in der hinz und kunz schon von der wohnungsbaukatastrophe gesprochen wird.


mit dank an die stets gut gekleidete linktippgeberin

stadtteilspaziergang – no imk: modell impulskessel

zuerst war es fast noch ein bisschen witzig. am ende der beckstr. stand polizei, auf dem neuen pferdemarkt stand polizei, das schulterblatt runter immer mal so dreiergrüppchen polizei und ansonsten das ewig-gleiche schanzenpublikum auf der suche nach lebensmitteln und amuesemang. vor der roten flora, auf dem achidi-johm-platz 200-300 leute, die einen stadtteilspaziergang gegen gentrifizierung mitmachen wollen. ein mensch erzählt durch den lautsprecher die geschichte des ortes und verweist auf die zeiten als unter schwarz-schill, täglich menschen nicht-rosaner hautfarbe von der polizei kontrolliert worden sind und nicht selten heftigen repressionen ausgesetzt worden.

wir schlossen uns den spaziergängerInnen an und schon 200 meter weiter wurde die polizeipräsenz auf einmal massiv. durch eine plauderei verlangsamt waren wir auf einmal die letzten der spaziergängerInnen und hinter uns liefen 30 polizisten mit schwerer kleidung und helmen, die sie unter dem arm trugen. wir bewegten uns auf den bürgersteig nach vorne und kamen nicht weiter, weil die polizei die spaziergängerInnen impulsgekesselt hatte.

nach einer viertelstunde und einem redebeitrag zur geplante erweiterung der gastronomieaussenflächen in der susannenstr, ging es dann zum schanzenpark. da kam man noch nicht einmal bis zur ubahn. die polizei bildete eine kette bis hinein in die rechts und linksseitigen gebüsche. hier trugen viele schwarze helme und waren damit für herkömmliche digtalkamera unsichtbar. auch auf nachfrage kam man nicht zur ubahn und so war der zweite impulskessel komplett. da eine von uns zu panikattacken neigt, entschlossen wir uns dann nach hause zu gehen. auf dem rückweg sahen wir dann 10 wannen alleine im wendehammer bei der ubahn. insgesamt dürfte die zahl der polizisten locker so hoch wie die der in ihrer bewegungsfreiheit und in ihrem recht auf meinungsäußerung sehr gehinderten spaziergängerInnen locker überragt haben. vielleicht möchte der senat mit diesen ausgaben die wirtschaft ankurbeln im sinne von keynes?