Alte Rindermarkthalle: The show must go on

„Seit 22. Mai ist der REAL St. Pauli geschlossen, das Gebäude steht fast ungenutzt leer. Seit Monaten laufen hinter verschlossenen Türen die Planungen für eine Music Hall (4.000 BesucherInnen), große Gastronomie (3.000qm) und riesige Büroflächen (über 10.000qm). Trotz aller Vorfestlegungen und Absprachen versucht der Bezirk mitsamt den Planungsbüros und Investoren immer noch so zu tun, als würde die Neunutzung des Geländes gemeinsam mit den AnwohnerInnen  ausgearbeitet und abgestimmt. Es war nie beabsichtigt, AnwohnerInnen an irgendeiner Entscheidung zu beteiligen. Am 25.11. sollen wir nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Schluss mit dieser Pseudo‐Beteiligung, sie ist eine einzige Farce!“ So beschreiben Anwohnende die Situation rund um das ehemalige Realgelände und laden ein, sich in die Diskussion einzubringen. Am Donnerstag, den 25. November, stellt der Bezirk die offiziellen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Ballsaal des Millerntor-Stadions vor. (Treffpunkt für alle Interessierten: 18:30, EX-REAL-Haupteingang).

Der Wolf, äh Bezirk, hat neuerdings Kreide gefressen: Von einer Music Hall will man plötzlich gar nichts mehr wissen: Alles Schnee von gestern. Antje Möller (GAL) wünscht sich laut Abendblatt einen „Vertrag mit Anwohnern“, eine „Vorfestlegung“ auf bestimmte Nutzungsmodelle sei nicht gewollt. Auch Andy Grote (SPD) fordert ein Beteiligungsverfahren wie bei der Messe. Wow! Das so offensichtlich vergurkte Messegelände inklusive Verdrängung der Bambule als leuchtendes Beispiel fürs Karoviertel? Das holt die AnwohnerInnen sicherlich aus ihren Schränken, die sich – bei allen bisherigen Mitbringseln des Bezirks (überwachtes Anmeldeverfahren für Veranstaltungen, Kriminalisierung der Protestierenden durch den Verfassungschutz) – nun aber mal locker machen sollen. War ja alles nicht so gemeint und überhaupt: Wir wollen ja nur reden. Ganz ungezwungen….