Archiv für Februar 2011

dringend gucken: blaue säcke auf st.pauli


die mit öffentlichen medien gefüllten säcke schweben mit der leichtigkeit guter ideen durch den nachthimmel auf das privatisierte baugelände in der bernhardt-nocht-str. noch im flug streuen sie fragen aus, warum sagt der zaun, dass dahinter gebaut werden darf. wer gibt ihm das recht dazu. wann sind die informationen in den zeitungen nur noch müll, wann ein bisschen müll? sind texte schon der öffentliche raum? hat man mit den säcken dem privaten grundstück die öffentliche diskussion zurückgeschenkt? das wäre wirklich wünschenswert denn es wie es ein video weiter unten heißt „eigentum ist diebstahl“ und mindestens in die richtung kann gedacht werden, wenn es darum geht eine idee für eine gerechtere und lustigere und tollere stadt zu entwickeln.
f

trotzkisten über hausbesetzung

hamburg hausbesetzungen ein hoax?

wir sind drei der genannten adresse abgefahren und es war nichts zu sehen. nun fragen wir uns, ob wir einem indymediascherz aufgesessen sind, oder ob die besetzungen tatsächlich stattgefunden haben.

in der bernhardt-nocht-straße war auf jeden fall ordentlich was los. mit papier gefüllte blaue säcke wurde unter großem sportlichen einsatz auf das baugrundstück geworfen. den investoren wurde also kunst geschenkt, aus dem privaten ein öffentlicher ort gemacht. oder so eine art hybrid.
fotos gibt es bestimmt in den nächsten tagen. berichte auch und wahrscheinlich erfährt man mehr darüber bei supra oder no-bnq

ungarn: kultureller schub nach rechts

gerade hören wir ein gespräch von Esther Kinsky mit Liane von Billerbeck über den paradigmenwandel in ungarn. die erzählung darüber, dass nur noch „völkisch-nationale“-kultur gefördert wird und das diese politik immer tiefer in den ungarischen alltag eindringt ergibt mit der erzählung von magdalena marsovszky ein bedrückendes bild über das land, das gerade die eu-ratspräsidentschaft inne hat.
freunde von uns waren zudem gerade in budapest und bestätigten und ergänzten diese berichte. die stadt würde mehr und mehr zerfallen während gleichzeitig jeder platz mit nationalfahnen behängt würde und überall in der stadt neue statuen auftauchten, die „völkische“ motive abbilden.
uns gruselts

hausbesetzungen in hambur und berlin g: samstag 26 februar

gerade lasen wir auf der seite des centro sociale, dass heute in hamburg sieben leerstehende häuser besetzt wurden. die haben es wiederum von indymedia.

Uns BesetzerInnen geht es darum, unsere Wohn- und Lebenssituation an unsere Bedürfnisse anzupassen.
Vordergründig bedeutet das, dass wir unser Leben gemeinsam gestalten und somit ein sozial angenehmes Umfeld schaffen wollen.
Gemeinsames Leben ist für uns dabei mehr, als nur in einem Wohnhaus zu leben. Es ist die räumliche und materielle Möglichkeit alltäglicher Vereinzelung zu entkommen.

auch in berlin wurden mehrere häuser besetzt udn indymedia berichtet über beide aktionen in einem artikel der die besetzungen mit der räumung der liebigstraße und der räumungsbedrohung von der scharnistr 39 in berlin in zusammenhang setzt. in hamburg dürfte auc der auslauf des vertrages zwischen dem immobilienfantasten kretschmer und der stadt hamburg über die rote flora einen guten grund liefern um zeichen gegen die fortschreitende neoliberalisierung der städte zu setzen.

°°°außerdem wird es heute nachmittag an der hafentreppe spannend:

stadtnachrichten donnerstag 24 februar

dieses jahr muss der wiener wohnbaustadtrat mit 70 millionen euro weniger geld auskommen als im letzten. °°°°

dem berliner künstlerInnenhaus tachles wird das wasser abgedreht°°°sinti und roma warten auf den bereits zugesicherten wagenplatz°°° am 3.3 soll das hausprojekt scharni 29 geräumt werden°°°

in düsseldorf regt sich immer mehr widerstand gegen steigende mieten und unternehmerische stadtpolitiken. derzeit konzentrieren sich die aktivistInnen auf den stadtteil flingern°°°

die hamburger agmieten hat ein papier darüber verfasst, wie sie die wohnungspolitische lage nach der wahl einschätzen. laut den verfasserInnen gibt es auch nach dem gewinn der spd keinen grund die proteste für niedrigere mieten nachzulassen°°°

Ehemalige Seefahrtsschule an Privat verkauft

P R E S S E M I T T E I L U N G
23.2.2011

Die ehemalige Seefahrtsschule in Altona ist knapp vor den Wahlen unter Ausschluss der Öffentlichkeit an Privat verkauft worden. Zum Kaufpreis wurde zwischen den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart. Das Bauhaus-Gebäude der Seefahrtsschule und die gründerzeitliche Villa Conrad werden nun denkmalgeschützt. Zusätzlich entstehen 5500 qm Bruttogeschossfläche Eigentumswohnungen, offensichtlich unzulässigerweise auch auf Grundstücksflächen, die originär zum Elbpark gehören.

Noch im Tummel des Wahlkampfes ging der Verkauf klammheimlich über die Bühne. Die entsprechende Pressemeldung des Senats vom 17.2.2011 (pdf auf www.annaelbe.net) konnte kaum von der Stadtteilöffentlichkeit wahrgenommen werden. Die notarielle Beurkundung ist am 28.2.2011.

Allerdings heißt das weitere zu verkaufende Gebäude nicht „Heine-Villa“, wie in der Senats-Pressemitteilung angekündigt, sondern Villa Conrad, die im Heine-Park steht – was für einige Verwirrung im Vorwege sorgte. Weiß die Stadt Hamburg eigentlich, was sie genau verkaufen will?

Die Initiative anna elbe macht sich seit geraumer Zeit stark für den Erhalt der Seefahrtsschule, aber ebenso für deren kulturelle Nutzung durch die BürgerInnen unserer Stadt. anna elbe begrüßt grundsätzlich die Unterdenkmalsetzung der beiden Gebäude am Elbhang, kritisiert aber zugleich scharf die Privatisierung des öffentlichen Eigentums und die geplante Bebauung von Flächen, die zum öffentlichen Elbpark gehören.

Die Seefahrtsschule stand viele Jahre leer und war zwischenzeitlich vom Abriss bedroht. Es sollte auf dem Grundstück ein Hotel gebaut werden, dann eine Klinik für Betuchte, dann wiederum wollte ein Reeder einen überdimensionierten Glaspalast hoch ziehen. Durch die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit von anna elbe ist es zumindest gelungen, das architekturhistorisch wertvolle Gebäude und auch die Villa Conrad vor abrisswütigen Investoren zu retten.

Der Käufer ist nun eine Gesellschaft um den Architekten Meinhard von Gerkan; der Projektentwickler wird Hamburg Team. Die Seefahrtsschule ist für Gerkans private „Academy for Architectural Culture“ (aac) vorgesehen, die ein Exzellenzstudium schwerpunktmäßig für StudentInnen aus Fernost anbietet. Zudem wird in die oberen Stockwerke eine Designhochschule namens „Brand Academy“ von Shan Fan einziehen, die nach eigenen Aussagen „Markenidentitäten“ produzieren will. Der Stadtteil Altona und seine AnwohnerInnen werden herzlich wenig von der Existenz dieser Elitehochschulen profitieren.

Insgesamt 7900 qm Grundfläche öffentliches Eigentum wurden von der Stadt an die Investorengruppe verkauft. Auf den sog. „Funktionsflächen“ der Seefahrtsschule und des ehemaligen Schiffsimulators sollen nun Eigentumswohnungen in bester Lage entstehen. Das Problem: einige dieser Flächen sind als Park ausgewiesen und dürfen gar nicht bebaut werden. anna elbe fragt: Ist die Umwidmung des Bebauungsplans rechtmäßig?

Und anna elbe fordert:

- Keine Privatisierung der Seefahrtsschule, sondern öffentliche Nutzung durch die BürgerInnen dieser Stadt! In Altona gibt es keinen Ort, wo sich StadtteilbewohnerInnen treffen können, ohne zu konsumieren.

- Keine Änderung des Bebauungsplanes zugunsten von Eigentumswohnungen für Reiche! Erhalt aller Flächen, die zum Elbpark gehören, in öffentlicher Hand – ohne Kompromisse!

- Bekanntmachung des Kaufpreises! Die BürgerInnen Hamburgs haben ein berechtigtes Interesse zu erfahren, zu welchem Preis die Stadt öffentliches Eigentum verkauft!

- Öffentliche Diskussion über den Umgang mit städtischem Eigentum!

- Gesetzt den Fall, dass der Verkauf nicht mehr rückgängig gemacht werden kann: Der Gewinn aus dem Verkauf soll in Altona bleiben! Mit einer Förderung aus diesem kann das Altonaer Museum zu einem attraktiven, bürgernahen und beteiligungsorientierten Forum für Alle werden.

anna elbe – Weitblick für Hamburg

Für den Erhalt der ehemaligen Seefahrtsschule Rainvilleterrasse und ihre öffentliche und kulturelle Nutzung

times square museum

schöner beitrag darüber bei dradio wissen.

stadtnachrichten mittwoch 23 februar

in wien salzburg und jetzt auch noch in der steiermark gibt es ein bettelverbot°°°

bei einer analyse züricher baugrundstücke kam es zu dem ergebniss, dass es nur noch platz für weitere 150.000 personen in zürich gäbe.°°°

sarajewo 2011 ist das thema eine spiegel-artikels und wie die stadt mit ihrer vergangenheit lebt°°°

übersicht über die hamburger wahlergebnisse

und gratulation: die partei hat ihre stimmen verdoppeln können.
und hier zu übersichtlichsten übersicht die wir finden konnten:
wahlergebnisse

ps: nieder mit der elbvertiefung
gegen horrende mieten
und so weiter und so fort.

stadtnachrichten dienstag 22 februar

die lebensmittelpreise steigen weltweit°°°

in zürich machen mehr und mehr inhabergeführte geschäfte die läden dicht, weil sie sich die mieten nicht mehr leisten können°°°

300 migratInnen sind seit dem 25 januar im hungerstreik um einen legalen aufentahltsstatus für migratInnen durchzusetzen. no-rascism net listet eie reihe von möglichkeiten auf, wie man die hungerstreikenden unterstützen kann°°°

gegen kürzungen in den sozialhaushalten gehen zehntausende von us-amerikanern auf die straßen ihrer städte und protestieren°°°
über städtische politiken in chicago berichtet heute die faz°°°

deutschlandradio erklärt das „planfeststellungsverfahren“ als teil partizipatorischer stadtplanung °°°

das bundesverfasssungsgericht erlaubt demonstrationen auf flughäfen und bahnhöfen°°°

ob das schloss in berlin nun wieder aufgebaut wird oder aber nicht steht immer noch in den strenen parlamentarischer konstellationen°°° in charlottenburg soll nun am klausnerplatz mit einer plakette an roten wiederstand gegen den nationalsozialismus gedacht werden°°°in der jungleworld wird die gentrifizierung von friedrichshain diskutiert°°°rosa von praunheim hat einen dokumnentarfilm über die berliner stricherszene gedreht°°°bald fängt der umbau der kastanienalle an. und wie nicht anders zu erwarten gibt es streit°°° in berlin steigen die mieten derzeit am schnellsten im vergleich zu anderen städten in den der bundesrepublik°°°es gibt neun haftbefehle gegen menschen, die die liebigstraße gegen die räumung verteidigt haben und „wir bleiben alle“ ruft zur bildung eines solidaritätsnetzwerkes für die repressionsüberzogenen auf°°°am chamissoplatz sollen mieterInnen aus ihren wohnungen vertrieben werden, damit eigentumswohnungen daraus werden können°°°

in england stehen immer mehr läden leer°°°in london wurde das haus eines filmstars besetzt um in dem gebäude eine freie schule aufzumachen°°°

die rote flora situtiert sich mit einem text im öffentlichen raum hamburgs°°° die handelskammer stellt in einer broschüre ihre wünsche für hamburg in den nächsten zwanzig jahren vor. bürgerbeteiligung gehört eindeutig nicht dazu°°° über die veränderungen auf st.pauli berichtet der tagesspiegel mit einem artikel der auch noch mal erzählt, wie der fussballverein zu seiner totenkopffahne kam udn warum der initiator dieses kults inzwischen lieber zu altona93 geht und was das alles mit gentrifizierung und häuserkampf zu tun hat.°°°magerfettstufe antwortet auf ein portrait der stadt hamburg in der zeit, wo der hansestadt elitismus und kleinstädterei nachgesagt wird°°° der neue bauantrag für die umstrittene fernwärmetrasse ist gestellt°°°° der prozess gegen den graffitikünstler oz findet breite mediale betrachtung beim supramagazin°°° seit 37 jahren gibt es in mümmelmannsberg eine stadtteilzeitung. nun sollen ihr die fördergelder gestrichen werden°°°

wahl in hamburg

bei 20 stimmen für eine unübersichtliche anzahl an kanditaten, von denen mindestens wir meistens noch nie etwas gehört oder gesehen haben, kann man ganz schön auswahlschwierigkeiten bekommen.

beim versuch denen zu entkommen, führt der weg vielleicht zum wahlomaten der bundeszentrale für politische bildung, oder aber zum kanditatencheck beim ndr und während man selbst etwas erfährt, erfahren die macher der webseiten jede menge darüber, was die wähler so interessiert oder interessieren könnte. beim kandidatencheck sogar mit der postleitzahl verknüpft.

eine weniger datenhungrige aber dafür sehr viel mehr informationen ausspuckende quelle ist die parlamentsdatenbank. da können die dokumente des senats und der bürgerschaft durchgesehen werden und man bekommt einen eindruck von der politischen praxis der parteien in hamburg.
unsere lieblingsquelle also:
parlamentsdatenbank

umbau altona: netzfundstück

Pressemitteilung zum 15.02.2011

Vorgestern Abend (am 15.02.) fand eine Informationsveranstaltung der Anwohner_innen Initiative ALTOPIA, die sich um das Bahngelände Altona kümmert, im Foyer des Museums Altona statt. Gekommen waren rund 120 Besucher_innen und zur Diskussion stellten sich Vertreter_innen folgender Parteien (in alphabetischer Reihenfolge): CDU, DIE LINKE, FDP, GAL und SPD sowie Freie Wähler, ÖDP und Piratenpartei.

Im Rahmen des Einführungsvortrags wurde auf eine Senatsdrucksache des Haushaltsausschusses der Bürgerschaft eingegangen, die der Initiative „zugespielt“ worden war. Zunächst einmal geht es in diesem Schriftstück darum, dass die BSU die vorzeitige Bereitstellung eines Betrags von 1 Mio. EURO beantragt zur Verwendung für Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der Neubebauung des Bahngeländes. Das ist zunächst einmal. (abgesehen von der Höhe der Summe) nicht allzu erstaunlich, erstaunlich aber sind die Gründe, die angeführt werden, um von den Ausschussmitgliedern eine Bewilligung zu erhalten.

Hier der Text: „Es ist zwingend erforderlich, dass die im Haushaltsplan-Entwurf beim Titel 6610.971.10 ausgewiesene Betriebsmittel in Höhe von 1,0 Mio. EURO kurzfristig zur Verfügung stehen, andernfalls ergäben sich folgende Konsequenzen bzw. Nachteile für die Freie und Hansestadt Hamburg:

- Auf den Flächen von Holsten (Carlsberg-Konzern) und Aurelis ist ab 2012 der Bau von rd. 2.000 Wohnungen geplant. Dieses Zeitziel würde sich bei verspäteter Verfügung der Mittel entsprechend verzögern, was vor dem Hintergrund des aktuellen Wohnbauflächenbedarfs nicht vertretbar erscheint.
Im Ergebnis konnte in den Verhandlungen erreicht werden, dass die Eigentümer nicht nur die Kosten der inneren Erschließung (16 Mio. Euro) übernehmen, sondern sich auch mit einem Betrag von rd. 14 Mio. Euro an den Kosten der äußeren Erschließung beteiligen. Bei Verzögerung des Projekts könnte das verhandelte Gesamtpaket gefährdet werden und die Firmen könnten von ihren getroffenen finanziellen Zusagen zurücktreten.

- in der vergangenen Monaten konnte durch intensive Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden, dass bei der Altonaer Bevölkerung eine durchaus positive Grundhaltung zu diesem Großprojekt entstanden ist. Die Strategie einer intensiven und kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit muss zwingend fortgesetzt werden, um bereits erreichte Erfolge zu stabilisieren und weiter auszubauen. Auch hierfür sind sehr zeitnah zusätzliche Kapazitäten erforderlich“.

Quelle: BSU vorläufige Haushaltsführung 2011 Anlage 11d von Drucksache 19/8393 Bürgerschaft der FuHH – 19. Wahlperiode.

Aus der Sicht der Initiative stellen sich nun folgende Fragen: Woher denn bloß diese große Eile? Wer treibt denn die BSU derart vor sich her? Wenn die Investoren denn nun von der Kostenbeteiligungszusage von 14 Mio. Euro zurücktreten (die Kosten von 16 Mio. Euro für die äußere Erschließung für die Innere haben sie ohnehin selbst zu tragen) würden sie dann trotzdem bauen dürfen?

Argwöhnisch macht auch, dass von einer „Gefährdung des verhandelten Gesamtpakets“ die Rede ist. Handelt es sich also nicht um ein erstes „Zwischenergebnis“, wie Mark Classen von der SPD bei der oben genannten Veranstaltung vermutete?

Woran wollen die Investoren denn nun den Erfolg des Akzeptanz-Managements (mit Hilfe der 1 Mio. Euro) messen und von welchen Grad von Zustimmung der Altonaer wollen sie denn dann die Verwirklichung ihrer Pläne abhängig machen?

Wohlgemerkt: einen Reklamefeldzug in Form eines Pseudo-Bürgerbegehrens wie bei der Ansiedlung von IKEA kann es für das Bahngelände nicht geben. Hierfür hat sich der Senat den Weg selbst verbaut, indem er die Flächen der bezirklichen entzogen und unter eigene Planungshoheit gestellt hat.

Und ist das denn überhaupt ein Verhandlungserfolg?

16 Mio. für innere Erschließung: diese Kosten muss jeder Bauherr ohnehin selbst tragen, denn sie dienen der Vorbereitung des Grundstücks für die Bebauung. 14 Mio. für äußere Erschließung (z.B. Verkehrserschließung) – dies ist die eigentliche Kostenbeteiligungszusage, also das „Angebot, das die Stadt nicht ablehnen kann“ („Der Pate“ lässt grüßen!). Auf dem gesamten Planungsgebiet (also einschließlich der Fläche der Bahn AG) sollen 350.000 m² BGF (Bruttogeschossfläche) an Bebauung realisiert werden. Obwohl nur im Besitz der Hälfte dieser Fläche realisieren Aurelis und Holsten/Carlsberg rund 2/3 der gesamten vorgesehenen Bebauung d.h. 233.000 m² BGF.
Kosten von 14 Mio. würden bedeuten, dass die Investoren 60 EURO je Quadratmeter
BGF als Kostenbeteiligung in die Hand nehmen müssten für Maßnahmen also, ohne die die zukünftigen Mieter gar nicht zu ihren Wohnhäusern gelangen könnten!

Der Bau einer Wohnung kostet derzeit 2.000 EURO je m² BGF das heißt es werden
für die genannten Investoren (bei 233.000 BGF) 466 Mio. an Baukosten anfallen.
Setzt man die Summe der Kostenbeteiligung damit ins Verhältnis ergibt sich, dass es sich lediglich um 3% der Summe handelt, die also zusätzlich für die Kosten der äußeren Erschließung in die Hand genommen werden sollen.

stadtnachrichten freitag 18 februar

david cameron über den größten umbau des sozialsystems in großbritannien seit seiner einsetzung. dabei wird es zu massiven sozialen und räumlichen umstrukturierungen kommen, da das britische pendant zum wohngeld nur noch bezahlt werden wird, wenn die leute nachgewiesen im untersten sektor der miet- und immobilienpreise ihrer wohngegegend, die in der rede nicht näher auf eine größe hin definiert wird, wohnen. wenn man die mietenspiegel der wohngegenden als 100% nimmt, dann dürfen die benefit-bezügerlerInnen nur die 30% billigsten davon bewohnen. °°°

auch in lybischen städten sammeln sich die leute und fordern einen regierungswechsel ein. es wird zeit, dass europa die grenzen öffnet und menschen, die aus dem arabischen raum derzeit fliehen wollen menschenwürdiges asyl anbietet. deruglation der migration lautet unsere forderung. °°°

über das verhältnis von kritischen künstlern zu ihrer von den stadtentwicklern zugeschriebenen rolle als gentrifizierungsagentInnen hat das mute-magazin eine dialogische angeordnete buchpräsentation ins netz gestellt No room to move book launch talk by mute-magazine °°°

in der nähe von oldenburg in oldenburg gibt es das flüchtlingslager blankenburg. von dort gingen viele migrantische proteste gegen die unterbringungsbedingungen aus und es hat sich in der umgebung ein breites netz an unterstützerInnen dieser forderungen gefunden. über die geschichte dieses „lagers“ und aktuelle forderungen an die stadt oldenburg gibt es auf indymedia einen artikel°°°

die umstrittene berliner „taskforce ockernstraße“ streitet sich nun auch untereinander. dabei äußerte der geschäftsführer von integra, dem trägerverein für die „taskforce“ dass der bezirk häufiger nicht anonymisierte daten über die bewohnerInnen des kiezes angefordert hätte.
:

„Wir sollten mitteilen, wie viele Menschen in einer Wohnung leben, wie ihr Aufenthaltsstatus ist, in welchen Cliquen sie sind, ob sie Rauschgift nehmen – und alles nicht anonymisiert.“

°°° der berliner chamissokiez ächzt unter dem aufwertungsdruck und die anwohnerInnen kommen in hausbesetzungsstimmung°°°

stadtnachrichten donnerstag 17 februar

der britische premierminister hat nun endlich genauere eckdaten zur umstrukturierung der sozialleistungen in großbritannien bekannt gegeben. die liste ist lang. unter anderem wird es nur noch eine form von sozialer wohlfahrtsleistung geben und die auch nur als kredit.°°°

mute bietet einen blick auf die musikalische kultur der schülerInnen und studentInnen die letztens durch londons city gegen die erhöhung der studiengebühren und die streichung der stipendien für arbeiterklassenangehörige demonstrierten. dabei bietet der artikel eine nahsicht auf gründe und dynamik der beachtlichen proteste°°°


der „interventionistische werkzeugkasten“ bietet nicht nur tipps fürs guerilla gardening, nein auch neue wohnformen und architekturdesigns werden in einem bündel von maßnahmen gegen die herrschenden ungerechtigkeiten präsentiert°°°

die woz unterhält sich mit vier hausbesetzerinnen aus zürich über ihren alltag°°°

die financial times bietet eine interaktive karte zu den aufständen in der arabischenregion°°°

in berlin verdienen die meisten schlecht. über 1,1 millionen bewohnerInnen der stadt haben monatlich weniger als 1100 euro zur verfügung.°°°

übre moderniersierung und mietensteigerung in hamburg wurde auch auf der gestern abgehaltenen „2ten konferenz zur sozialen spaltung“ gesprochen. die ag-mieten resümiertdass die mieten in hamburg steigen und gleichzeitig die arbeitsverhältnisse prekäre werden°°°

stadtnachrichten mittwoch 16 februar

stadt lässt sich unseres erachtens nach nicht ohne globale migrationsströme denken und auch nicht ohne ihr gewaltvolles fernbleiben. deswegen nun die nachricht, dass die europäische grenzschutzagentur frontex aktiv gegen flüchtlingsströme aus tunesien vorgehen wird°°°

und auch die politiken der „inneren sicherheit“ bleiben beim denken und schreiben über stadt notwendig. so ist zu bemerken dass die polizei inzwischen den einsatz von „drohnen“ also unbemannten fluggeräten, derzeit zur videoüberwachung, regelhaft einführt. in berlin soll sogar der der görlitzer park mehrfach mittels dieser fliegenden agentenaugen überwacht worden sein°°°

das bundesdeutsche kabinett hat beschlossen, dass nachbarschaften kinderlärm, anders als die emissionen von gewerbe, erdulden müssen.°°°

in zürich-west spriessen die hochhäuser wie krokusse im frühling, leider spielt die infrastruktur eher gefährdete orchideensorten nach und so wächst die skepsis gegenüber den neu entstehenden quartieren°°°

der frage danch wie künstler derzeit in berlin leben geht der freitag nach und stellt im interview fest, dass die erhöhung der mietpreise auch das leben der künstlerInnen erschwert. ateliers, ausstellungsräume und wohnungen werden zu teuer um experimente wagen zu können°°°auf der berlinale kam es während einer premierenfeier zu solidaritätsaktionen für die liebigstr14 die vor zwei wochen geräumt wurde°°° in miete werden noch mehr luxuswohnungen gebaut°°° der gentrificationblog bespricht eine beitrag von dradio zur restrukturierung der gentrifizierung in berlin-mitte. dort sind es nicht mehr die alt-altbauten die aufgewertet werden, nein jetzt trifft es auf einmal die plattenbauten. nichts ist sicher vor der mieterhöhung°°°

324 euro müssen studentInnen in hamburg im durchschnitt für miete ausgeben. 21% mehr als im bundesdurchschnitt°°°

flanieren auf den spuren der bahn

der zündfunk-generator flaniert durch städte der geplanten europäischen magistrale paris-budapest. die redakteure machen halt in stuttgart und mühldorf am inn und beschreiben ihre eindrücke. das ganze gewürzt mit stadtkritischen kommentaren und einsprengseln aus der situationistischen internationale und der promendalogie. kurzum eine vergnügliche sendung mit kontextualen information zu derzeitigen konflikten. .

stadtnachrichten dienstag 15 februar

mehr zu den leeren kassen der kommunen findet sich bei telepolis°°°

eine app die rollstuhlgerechte orte anzeigt. das wurde auch mal zeit.°°°

in budapest ist der gay-prideim juni aufgrund von erwarteten verkehrsbehinderungen [sucks] verboten worden°°°

nach der besetzung in zürich und dem friedlichen abzug der besetzerInnen wurde heute nun mit dem abriss in der neufrankengasse. quartiersbewohnerInnen nahmen am bauzaun abschied.°°°

über das freiburger viertel vauban, dass einmal eine garnisonsstadt war und nun zum modelprojekt für bürgerbeteiligung taugen soll, lässt sich in der zeit lesen °°°

in berlin wird die springerstraße um- und ausgebaut und damit eine direkte verbindunglinie zwischen den bezirken mitte und kreuzberg hergestellt°°°

so, wie es nun geht mit der hamburger wahl erklären inzwischen einige webangebote dazu finden sich beim „wahlbeobachter“ links°°°° viel schelte erhält die elbphilharmonie in der wochenzeitung „die zeit“°°° meinungsäußerung auf wahlplakaten findet derzeit viel statt.°°

stadtnachrichten montag 14.2.

viele menschen fliehen derzeit aus tunesien und die eu versagt, wie schon seit jahren, bei einer willkommenheißenden solidarischen und menschenwürdigen flüchtlingspolitik,°°°

in paris gibt es so gut wie keine günstigen wohnungen mehr auf dem freien markt. selbst für neun quadratmeter große stübchen, die 600 euro kosten sollen gibt es genügend abnehmerInnen das eine konkurrenz entstehen kann. die gruppe jeudi noir nahm das zum anlass einen leer stehenden bürokomplex zu besetzen°°°

mit dem ziel politischer gestaltungsfähigkeit kauft die stadt winterthur häuser°°°

in der züricher weststraße können sich die länger dort wohnenden die mieten nicht mehr leisten, seit die straße umgebaut und aufgewertet wird. der tagesanzeiger geht der frage nach, was mit dem profit geschieht, der dort generiert wird.°°°
die bundesdeutschen kommunen sind so arm wie noch nie, sagt der spiegel°°°

ein neues bündniss fordert den ausstieg stuttgarts aus dem bahnprojekt „stuttgart 21″°°°

die bürgerInnen berlins stimmten mit ihrem ersten erfolgreichen volksentscheid für eine offenlegung der wasserverträge°°°der baustadtrat möchte das regierungsviertel irgendwie urbaner haben, darunter versteht er dann zum beispiel bäume die an paris erinnern und so auch gegen ein paar wohnungen hat er nichts. °°° der tagesspiegel weiß zu berichten dass berlin die coolste stadt sei, weil sie nach wie vor billig wäre.°°° im tagesspiegel wird außerdem bei den bezirksbürgermeisterInnen nachgefragt, was ihre größten bauprojekte in diesem jahr sind, im schnellen überflug liest sich die liste nach viel wirtschafts- und wenig wohnungsförderung. °°°mieterInnen von sozialswohnungen wollen nun dagegen klagen, dass investoren die immobilien in denen sie wohnen aufkaufen und dannach sukzessive die mieten erhöhen°°° das berliner mieterecho versucht mit einer analyse der haushaltspolitik zu ergründen, wie neoliberale politiken dazu geführt haben, dass die kommunen inzwischen nahezu handlungsunfähig sind auch und gerade in der wohnungspolitik°°° der gentrificationblog fragt sich, wie man nun die echten von den falschen zerborstenen ladenscheiben unterscheiden soll, da doch viele firmen es schick finden, sich ein „authentisch“ heruntergekommenes image zu geben°°°

gegen den mietenwahnsinn in hamburg richtet sich eine frisch erschiene erklärung die gerne unterschrieben werden soll°°°die neue ausgabe der recht-auf-stadt-publikation „2%“ ist erschienen°°°in diesem jahr kann rein rechtlich die rote flora verkauft werden. einen überblick über die derzeitige lage bietet indymedia°°°der erhalt der offenen jugendarbeit am stintfang ist immer noch fraglich°°° wie es am fischmarkt und am alten kaispeicher bald aussehen soll zeigt das abendblatt.°°°

über das wohnen im reihenhaus

gibt es bei deutschlandradio wissen einen netten beitrag. viel wird darin über die steenkampsiedlung in hamburg geredet und über die geschichte des reihenhauses als demokratisierung des wohnens.