Archiv für April 2011

wohnungsnot und wohnungskämpfe in paris

„solidarité avec les mal logés!“
gestern, mitten in paris. knapp 100 personen hatten sich vor der schule für journalismus (CFJ) im 2. arrondissement von paris versammelt und protestierten, von einem megaphon unterstützt, für „wohnraum für alle“. anlass dazu gab ein termin des pariser bürgermeisters delanoé in der journalistenschule (wo er, so klang es, einen vortrag halten wollte). nach einer weile tauchten mehrere polizeiwagen auf und polizisten umringten die rufende und klatschende gruppe, der der einlass ins haus verwehrt blieb, und kesselten sie schließlich ein.
wir sind nicht bis zum ende der aktion geblieben, aber laut dem blog mal logés en colère kam es nach mehrstündigem kesseln seitens der polizei noch zu festnahmen einzelner protestierender, die – so der blog, der die kommentare der polizei dazu wiedergibt – auf eine order der schulleitung und des bürgermeisters hin stattfanden.

einen eindruck von der aktion gibt es hier:

Bertrand Delanoé envoie la police sur des… par HLMPOURTOUS
wohnungen sind in paris knapper denn je. waren noch im jahr 2001 100.000 menschen in paris auf wohnungssuche, sind es nun, zehn jahre später, aufgrund der miserablen politik 120.000 personen, die nicht wissen, wohin sie ziehen bzw. wo sie überhaupt wohnen können. wir selber haben nach einer weile den ort verlassen.

am tag zuvor hatten wir an verschiedenen stellen in der stadt zelte mit der aufschrift „je veux un logement comme tout le monde“ gesehen, die offensichtlich bewohnt sind und von zeit zu zeit den ort wechseln (müssen). (das unten abgebildete zelt stand am donnerstag nahe der sacré coeur, war aber am freitag nicht mehr am gleichen ort). nicht der preis der wohnungen, sondern der komplette mangel an genügend wohnraum ist das ,was in paris das problem ist.
logement1

zu wohnungspreisen in paris kann kurz ergänzt werden, dass die überschrift eines artikels in der gestrigen zeitung die anhaltende preisexplosion von immobilien in paris kritisierte: „la flambée des prix dure“ bis ende juni wird ein anstieg des quadratmeterpreises an die durchschnittlich € 8.000,--grenze erwartet. aktuell liegt der quadratmeterpreis „noch“ bei € 7.330,- pro m2.

rote flora demo


bild ist von indymedia

die alte dame rote flora hat noch sehr viel rückhalt bei den leuten. über 5000 menschen taten sich heute nachmittag ab 16 uhr zusammen um für den erhalt der flora und für ein „recht auf stadt“ zu demonstrieren. viele hatten selbst gebastelte papphäuser und eine ganze gruppe überdimensionierte papp (oder styropor)-kameras dabei. auf dem dach der roten flora und auf dem des nebenstehenden hauses wurden bengalische lichter entzündet und flyer wurden von den häusern zu den demonstrantInnen geworfen. viele der geschäfte und kneipen hatten „flora bleibt“ plakate in den schaufenstern und die menge war recht vergnügt. gemeinsam ging man dann musik begleitet das schulterblatt herunter, rein in die kleine und enge ludwigstraße, durch die sternstraße am centrosociale vorbei, wo die demo aus den fenstern heraus mit plakaten begrüßt wurde zur feldstraße. dort kam es zu einer kundgebung und einem ungewollten längeren halt, weil die polizei meinte die demo anhalten zu müssen. laute chöre die „haut ab“ und „ganz hamburg hasst die polizei“ skandierten schallten durch die umliegenden viertel. nach einer weile durfte dann weiter gegangen werden und die demo zog bis nach altona.

good to know: sperrgebiet in hamburg am 1. mai

aus der polizeipresse

28.04.2011 | 12:25 Uhr
POL-HH: 110428-1. Polizei Hamburg richtet Gefahrengebiet ein

Hamburg (ots) – Zeit: 30.04.2011, 19:00 Uhr bis 01.05.2011, 05:00 Uhr sowie Zeit: 01.05.2011, 19:00 Uhr bis 02.05.2011, 05:00 Uhr
In den zurückliegenden Jahren ist es jeweils in der Walpurgisnacht und nach den Demonstrationen am 1. Mai zu Ausschreitungen im Schanzenviertel und den umliegenden Straßenzügen gekommen.
Im Zuge dieser Ausschreitungen wurden Straftaten wie Beleidigung, Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Vergehen nach dem Waffengesetz, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und schwerer Landfriedensbruch begangen.
Vor diesem Hintergrund hat die Polizei Hamburg für den oben genannten Zeitraum ein Gefahrengebiet eingerichtet.
Das Gefahrengebiet hat folgende örtliche Begrenzungen:
Nördliche Begrenzung:
Fruchtallee, Schäferkampsallee, Schröderstiftstraße einschließlich U-Bahnhof Christuskirche
Östliche Begrenzung:
Karolinenstraße, Glacischaussee
Südliche Begrenzung:
Millerntorplatz, Simon-von-Utrecht-Straße einschließlich U-Bahnhof St. Pauli
Westliche Begrenzung:
Holstenstraße, Stresemannstraße, Alsenstraße, Doormannsweg
Das Gefahrengebiet gilt einschließlich der aufgeführten Straßenzüge.
In dem Gefahrengebiet können Polizeibeamte lageabhängig Personen und mitgeführte Sachen durchsuchen, Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen und Personen in Gewahrsam nehmen.
(…)
Sch.

stadt selber machen demo

in den letzten jahren wird immer wieder in den medien behauptet, dass es sich bei den demonstrationen rund um den ersten mai um reine rituale handelt. also um kultische handlungen die zwar irgendwie etwas höherm dienen sollen, aber keine praktischen auswirkungen haben und die sich immer im gleichen muster wiederholen. wäre dem so könnten wir nun an dieser stelle schon mal den verlauf von der morgigen demonstration, der nacht danach und der euro-mayday-parade am tag darauf schreiben und hätten schon mal alles in der tasche. wir können aber nun an dieser stelle erfreut behaupten, dass dem nicht so ist. wenn das abendblatt schreibt, dass 2000 demonstranten erwartet werden bei der „stadt selber machen“ demo, dann heißt das noch lange nicht, dass nur so viele kommen werden. städtische politiken sind inzwischen für viele leute ein großes und wichtiges thema geworden und wir werfen jetzt mal die zahl von mindestens 5000 menschen in den ring, denn schließlich geht es darum, sich der gentrifizierung und den so oft behaupteten „natürlichen“ gang der aufwertung und mietpreissteigerung entgegenzusetzen. „natürlich“ sollte in einer demokratie kein sozialer prozess sein, dann könnte man ja direkt die verfassungen und gesetzbücher und all den anderen klimbim wegwerfen. sozialer raum ist produkt von aushandlungen und morgen wird hoffentlich ein starkes argument für den erhalt der roten flora und gegen mietsteigerung ins feld geworfen. mal sehen wie es wird.

rote flora bleibt

glaubt das abendblatt und argumentiert mit einem blick in die verträge, der anbindung der flora an die „recht-auf-stadt“-bewegung und der tatsache, dass die schanze ein sanierungsgebiet sei und danach wahrscheinlich unter den schirm einer sozialen erhaltungsverordnung gerät.
wir bleiben entschlossen und gespannt

die autonome stadt christiania macht die türen zu

für ein paar tage um darüber nachzudenken, ob sie ihre autonomie gegen den staat dänemark verteidigen werden. das in kopenhagen gelegene selbstorganisierte städtische projekt ist unter starkem druck von seiten der stadt kopenhagen und des staates. so hat der oberste dänische gerichtshof entschieden, dass der staat das land verkaufen darf. mehr dazu uaf den seiten des christianablogs.

stadt selber machen pressekonferenz

kann man hier nachhören:
teil 1:

der zweite teil findet sich hier
die demo findet am 30 april ab 16 uhr statt. versammelt wird sich vor der roten flora, achidi-john-platz 1.

shigeru ban

ist architekt und baut notunterkünfte für menschen, die gerade alles verloren haben. er versucht rückzugsräume zu schaffen, in denen es so gut es geht behaglich ist.

Karolinenviertel übernehmen Sie 3

wer Interesse hat, ein größeres Treffen vorzubereiten bei dem dann über eine Genossenschaft Karolinenviertel geredet werden soll, der kann am 2ten Mai um 19 Uhr in der Bartelstraße bei Mieter helfen Mietern vorbeischauen.

und wer wissen will, wie das karolinenviertel an der hamburger uni, in diesem fall der hafencity-universität verhandelt wird gehe dorthin:

Liebe Studierende, liebe HCU-Angehörige,

hiermit laden wir zur Vorstellung unserer Diplomarbeit mit dem Titel „Mythos Gentrifizierung? Handlungsoptionen für das Karolinenviertel nach der Sanierung“ ein.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 4. Mai 2011 um 17 Uhr in der Laterne (Averhoffstraße 38, Raum 372) statt.

Herzliche Grüße,

Frauke Funk und Enno Redeker

hausbesetzung: umfrage vom abendblatt

derzeit (donnerstag 10.34) haben 86% von 3127 der leserInnen verständnis dafür, dass linksautonome häuser besetzen um auf wohnungsnot aufmerksam zu machen.

no-bnq posterkampagne

es macht wirklich spass sich die ganze kampagne anzusehen.

Einladung: Recht-auf-Stadt-Kongress, Hamburg, 2.-5.6.11

Das Städtische definiert sich als der Ort, wo die Menschen sich gegenseitig auf die Füße treten, sich vor und inmitten einer Anhäufung von Objekten befinden, wo sie sich kreuzen und wieder kreuzen, bis sie den Faden der eigenen Tätigkeit verloren haben, Situationen derart miteinander verwirren, dass unvorhergesehene Situationen entstehen.“ (Henri Lefebvre)

Das Hamburger Netzwerk Recht auf Stadt lädt ein zur kollektiven Verwirrung, Begegnung, und Zerstreuung. Über verschiedene Orte der Stadt verteilt, findet vom 2.-5. Juni 2011 jede Menge Geplantes & Ungeplantes statt. Seid dabei und:
* bildet Situationen & Banden
* streift durch die Stadt & diskutiert durch die Nacht
* feiert auf dem Asphalt & analysiert den städtischen Abgrund
* zerlegt die eigene Praxis & rettet das utopische Potential
* kommt zum Recht-auf-Stadt-Kongress und bringt eure Nachbarinnen und Nachbarn mit.

Mit dabei sind u.a.: Manal Tibe Egyptian Centre on Housing Rights aus Kairo; Andrés Antillano vom Movimiento de Pobladores aus Caracas; VertreterInnen von Abahlali aus Südafrika (Bewegung der HüttenbewohnerInnen); AktivistInnen von IMECE/Istanbul; Yvonne P. Doderer (Büro für transdisziplinäre Forschung & Kulturproduktion) aus Stuttgart; Carla Rodriguez von Moi (Movimiento de Occupantes e Inquilinos) aus Buenos Aires; VertreterInnen vom Movement for Justice in El Barrio/New York; eine Vertreterin von Ir Lekulanu (Stadt für Alle) aus Tel Aviv (angefragt); Stadtlabor Zürich, Wu Meng und Zhao Chuan von Grass Stage aus China und viele, viele mehr.

Der Kongress wird veranstaltet vom Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg, von der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), den Freundinnen und Freunden des Centro Sociales und stadtpolitisch Aktiven aus anderen Städten. http://kongress.rechtaufstadt.net/

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Right to the City. The Congress. June 2nd to 5th 2011 at Hamburg

„The urban is defined as the place where people walk around, find themselves standing before and inside piles of objects, experience the intertwining of the threads of their activities until they become unrecognizable, entangle situations in such a way that they engender unexpected situations.“ (Henri Lefèbvre: La révolution urbaine, P. 39)

The „Network Right To The City Hamburg“ invites to collective confusions, encounters and diversions. At different places spread over the city, on june, 2nd to 5th 2011 a lot of planned and unplanned will take place.

Join us and:
* create situations & crowds
* roam through the city & discuss through the night
* celebrate on the concrete & analyse the urban abyss
* disassemble your very own practices & save utopian potentials
* join us at the „Right To The City Congress“ and bring along your neighbors.

With: Manal Tibe from Egyptian Centre on Housing Rights/Kairo; Andrés Antillano from Movimiento de Pobladores/Caracas; activists from Abahlali/South Africa; activists from Imece/Istanbul; Yvonne P. Doderer/Stuttgart; Carla Rodriguez from Movimiento de Occupantes e Inquilinos/Buenos Aires; activists from Droit au logement and No Vox/France; representatives of Movement for Justice in El Barrio/New York, a person from Ir Lekulanu (city for all)/Tel Aviv (inquired), Stadtlabor/Zürich; Wu Meng and Zhao Chuan from Grass Stage/China an many many more.

The Congress is organized by Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg and Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) together with many urban activists from other cities. Informations: http://kongress.rechtaufstadt.net/

Unmut im Karolinenviertel

bei einem spaziergang heute abend fanden wir diesen, recht frisch aussehenden, farbklecks auf dem neubau in der verlängerung der grabenstr. dieser neubau, die „neue karoline“ ist laut gerüchten extrem teuer und schon fertig verkauft und vermietet. da in letzter zeit immer mehr offensichtlich gut situierte menschen das viertel durchlaufen und neugierig die „buntheit“ geniessen, liegt der verdacht nah, dass sich mit dem farbklecks anwohner luft machen. schließlich steht zu befürchten, dass es auch im karolinenviertel so wie schon in der schanze und auf st.pauli immer teuerer und beliebiger wird.

a z altona: hausbesetzung

gestern abend, wir kamen gerade vom ländlichen osterfeuer, sangen sirenen und böller ihr lieder der auseinandersetzung und lockten uns nach altona. auf der rückseite der großen bergstraße war die ehemalige finanzbehörde frisch besetzt. davor so 100 leute die laut ein az altona forderten. teilweise in gelungenen cheers: a! z! azazazazaz!!! az az az Altona. das war nett. weniger nett wie immer die starke polizeipräsenz und ihre austrahlung von handlungsbereitschaft. stets im dienst des leerstandes. warum das so ein hohes gut ist, dass der staat es mit gewalt und die polizisten mit gefahr für leib und seele verteidigen bleibt fraglich. wir finden es eigentlich gut, wenn leerstehende häuser in einer stadt, die vor lauter mietpreissteigerung beginnt zu erstarren,neu genutzt werden, ohne dass eine „kreativagentur“ sich dazwischenschaltet. wir mögen innovative kreative und entschlossene entrepeneuers der häuserschluchten die versuchen sich und anderen lebenswerte orte zu schaffen. insofern danke für idee und umsetzung an die besetzerInnen. die stadt gehört allen.

wie es klingt, wenn der ndr die elbphilharmonie mit hilfe von ein paar alten floristInnen versenkt

die letzte schlacht
wir fanden den plot ein wenig wie bei „was tun wenns brennt“. und auch die art der dynamik die dort entsteht. gesellschaftsanalyse lässt sich mit der lupe suchen, nichts destotrotz hat das hörspiel irgendwie vergnügt und soll der geneigten leserInnenschaft dieses blogs nicht vorenthalten werden. schöner wäre, es gäbe mal was, was den ball nach vorne spielt und nicht irgendwie zurück, seitwärts und dann aus dem feld. aber, kann ja noch werden.

Karolinenviertel: Übernehmen Sie! Teil 2

frisch gefunden: in der senatsdrucksache 19/8515 steht, dass die Bürgerschaft den Senat ersucht hat folgendes in Erwägung zu ziehen: „eine Übertragung von Treuhandeigentum aus Sanierungsgebieten vornehmlich an nicht primär gewinnorientierte (öffentliche) Gesellschaften, Stifungen oder (Mieter-) Genossenschaften.“ (Seite 2 Spalte 2 Unterpunkt 2c)

die antwort des senats geht dann so:

b)Übertragung von Treuhandeigentum (Ziff. 2c aus Drucksache 19/4714)
Mit der Drucksache 19/4714, Ziffer 2.c) hat die Bürgerschaft den Senat u.a. ersucht „zu prüfen, mit welchen Maßnahmen eine geordnete und sozialverträgliche Entwicklung in den Stadtteilen mit Aufwertungstendenz gesichert werden kann. Zu schützen sind die Mieter von Wohn- und Gewerberaum. Hierbei ist insbesondere in Erwägung zu ziehen eine Übertragung von Treuhandeigentum aus Sanierungsgebieten vornehmlich an nicht primär gewinnorientierte (öffentliche) Gesellschaften, Stiftungen oder (Mieter-) Genossenschaften. Bei einer Übertragung von Treuhandvermögen an private Gesellschaften ist eine Sozialcharta zu vereinbaren, die über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren Mieterrecht und Mieterschutz sichert.“
Derzeit gibt es folgende Sanierungsgebiete mit Objekten, die sich in Treuhandverwaltung der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg
mbH (STEG) befinden:
St. Pauli Nord S3 – Karolinenviertel mit 910 Wohn-
und 200 Gewerbeeinheiten,

– Altona-Altstadt S2 – Chemnitzstraße mit 34 Wohn-
einheiten,
– Ottensen S2 – Osterkirchenvierteil mit 42 Wohn- und
8 Gewerbeeinheiten,
– St. Pauli S5 – Wohlwillstraße mit 163 Wohn- und 27
Gewerbeeinheiten.

Für die Modernisierung der Wohnungen bzw. Neubauten werden die Förderprogramme, insbesondere „Modernisierung in Sanierungsgebieten“, der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt (WK) in Anspruch genommen. Daraus ergeben sich Mietpreis- und Belegungsbindungen. Zurzeit bestehen Bindungszeiträume für die Modernisierungsförderung von 2011 bis 2030 bzw. bis maximal 2037 für die Neubauförderung.
In den Sanierungsgebieten St. Pauli-Nord S3 und St. Pauli S5 ist die Bau- und Modernisierungstätigkeit noch nicht beendet. Hier werden die Sanierungsverfahren
voraussichtlich in den nächsten Jahren abgeschlossen.
Das Sanierungsgebiet Ottensen S2 wird voraussichtlich Ende 2010 aufgehoben, Altona-Altstadt S2 wurde 2005 aufgehoben.

Wie zukünftig mit den noch im Treuhandvermögen der
STEG befindlichen Objekten umgegangen werden soll, ist derzeit Gegenstand der Diskussion zwischen den zuständigen Fachbehörden. Der Entscheidungsprozess
hinsichtlich der Zukunft des Treuhandvermögens ist noch nicht abgeschlossen.
sen die städtebaulichen und wohnungspolitischen Kriterien für die Veräußerung entsprechend gewichtet werden.
– Eine zweite Option ist, das Grundstück zugunsten von Baugemeinschaften zu disponieren. Auch in diesem Fall bestehen Steuerungsmöglichkeiten durch Vorgaben bei der Gewichtung der Auswahlkriterien für Baugemeinschaften.
Für beide Varianten gilt gleichermaßen, dass die Kriterien vorab offengelegt werden und potenzielle Erwerber sie kennen.
Bei bebauten Grundstücken besteht die Möglichkeit, dass die Mietergemeinschaft das Bestandswohngebäude erwirbt, sofern der Eigentümer zum Verkauf bereit ist.
Die Fachbehörde erarbeitet z.Z. ein Förderprogramm „Gebrauchterwerb“, das Mietergemeinschaften unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen soll, das von
ihnen bewohnte Haus zu erwerben. Hierbei ist vorgesehen, dass alle Mieter dem genossenschaftlichen Erwerbermodell zustimmen, Mitglieder der neu zu gründen-
den Genossenschaft werden und ein Mindestanteil der Mieterhaushalte die Einkommensgrenzen gemäß §8 Absatz 2 HmbWoFG nicht um mehr als 70% über-
schreiten.
Weiterhin werden energetische Anforderungen an das zu erwerbende Objekt zu erfüllen sein. Für gewerbliche Grundstücke und Objekte bietet Hamburg mit den von den städtischen Gesellschaften Sprinkenhof AG und STEG entwickelten und verwalteten
Gewerbehöfen und Gewerbeobjekten (wie z.B. „Haus der Multimediaproduzenten“, „Internet-Factory“, „Vehringhof“, „ETAGE 21“, „Sprungschanze“, „Wellengang“, „Musikzentrum St. Pauli KAROSTAR“) bereits seit Jahren günstigen Gewerberaum zur Vermietung an, auch und insbesondere in Stadtteilen mit Aufwertungstendenzen. Ziel ist es, Verdrängungsprozessen zu
Lasten kleiner und mittlerer Betriebe sowie Existenzgründerinnen und Existenzgründern entgegen zu wirken. Damit sollen auch Quartiersstrukturen erhalten
und gestärkt werden.
So bewirtschaftet die Sprinkenhof AG nahezu den gesamten Bestand bebauter stadteigener Gewerbe- grundstücke und stellt insgesamt 52 Gewerbeobjekte und Gewerbehöfe, verteilt über die Stadt, zur Verfügung. Die STEG bietet mit ihren 50 Büro- und Gewerbeflächen Kleinstgewerbeflächen mit Büroservice und flexiblen Kündigungsfristen an. Auch diverse private Gewerbehofbetreiber stellen Mieträume für kleine und mittlere Betriebe zur Verfügung.

(Hervorhebungen durch den Administrator)

karolinenviertel: hat mal jemand zahlen?

seit 1990 saniert die STEG das Karolineviertel nach selbstaussage „behutsam“.

uns würde nun interessieren, wieviel geld die bewohnerInnen des viertels mit ihrer miete seit dem erwirtschaftet haben und was mit diesem geld genau passiert ist.

für die englisch-lesenden hier noch ein interessanter link zu einer studie über das karolinenviertel, die es nur auf englisch gibt und die im wesentlichen von STEG-MitarbeiterInnen geschrieben wurde

das manifest der vielen

manifest-song:

beitrag des hessischen rundfunks

(seltsamerweise finden wir bei youtube keine möglichkeit zur einbettung von videos auf dem blog mehr. naja. ist einen klick weiter. dank kommentar hat es jetzt geklappt)
das manifest liest sich toll. demnächst kommt hier eine längere rezension.

Kollektives Gedächtnis weiterentwickeln

Am 5. Mai ab 20 Uhr gibt es in der Roten Flora einen

Abend voller Bilder von Anfang ohne Ende.
Know your History!
Für alle, die den Anfang der Rote Flora nie gesehen haben und alle, die sich erinnern wollen.
Kollektives Gedächtnis weiterentwickeln und unsere Geschichten der Flora zusammentragen.

geplant von: Auf 180 und Vokü

Special Gästs:
Flora-Archiv mit Dias der Plakatwände und der Monatsplakate.

Austellung der ZECK-Titel
Leider nur von Band: der Flora Frauen Chor!
und Filme

Karolinenviertel: Übernehmen Sie!

Gestern fand im Büro der Steg eine Veranstaltung zur Zukunft des Karolinenviertels statt. Eingeladen hatte Ingolf Goritz, der dann auch gleich den Zeitplan der Sanierung erklärte: “ Wir befinden uns jetzt in der letzen Phase der Sanierung….die STEG hat nur bis zum 31.12.2012 einen Vertrag mit der Stadt.“.
Dann geht das Treuhandvermögen wieder in die direkte Obhutschaft der Finanzbehörde. Schon im Mai 2008 listete die Zeiung „Schanze 20357″ die Optionen für die Zeit nach der STEG auf. So geschah es auch gestern Abend wieder:
a) Die Steg verwaltet das Gebiet weiter ,allerdings dann ohne die Auflagen eines Sanierungsgebietes
b) DIe Wohnungen kommen auf den freien Markt.
c) Die SAGA übernimmt die Verwaltung
d) Die BewohnerInnen entwickeln ein Genossenschaftsmodell.
eine weitere Alternative die gestern zur Sprache kam, war die Gründung einer Stiftung, die die Verwaltung des Viertels übernehmen würde.

Bei dem Treuhandvermögen, dass zur Zeit von der STEG im Karolinenviertel verwaltet wird, handelt es sich um 800 Wohnungen und 300 Gewerbeeinheiten. Es geht also um einiges in den nächsten zwei Jahren und es gilt gerade im „bunten“ und innenstadtnahen Karolinenviertel eine Lösung zu finden, die bedeutet, dass sowohl die Wohn- also auch die Gewerbemieten erschwinglich bleiben.

Einer der Teilnehmer der gestrigen Veranstaltung , der laut eigener Aussage seit 19 Jahren Genossenschaftsgründungen betreut , sagte es gäbe zur Zeit eine sehr gute Chance für die Gründung einer Karolinenviertelgenossenschaft und die Übernahme der Verwaltung des Treuhandvermögens.

Nicht zuletzt deswegen, weil die jetzt amtierende SPD seit Jahrzehnten öffentlich für Genossenschaften spricht und sich demensprechend leicht politischer Druck erzeugen liesse, schliessen wir uns dieser Einschätzung an.

Was also muss und kann man tun, wenn man verhindern will, dass sich die Lage im Karolinenviertel nach 2012 für Menschen mit wenig Lust oder Vermögen teuere Mieten zu zahlen massiv verschlechtert? Zunächst einmal kann man informiert an der Genossenschafts- und an der Stiftungsidee weiterarbeiten.
Die Runde von gestern Abend möchte dazu ein Vorbereitungstreffen machen um damit zu beginnen ein genossenschaftliches Modell auszuarbeiten und es dann der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Als gutes Vorbild wurde gestern unter anderem die Falkenriedgenosseschaft vorgestellt.

Hier an dieser Stelle folgt eine Reihe von Links zum zum Genossenschaftsmodell. Wer weiss, vielleicht bekäme man auch noch das „Real-Gelände“ mit in die Verfügungsmasse und könnte dort sowohl für die Nahversorgung als auch für neue preisgünstige Wohnungen als auch für Gewerbeexperimentierflächen sorgen.

Genossenschaft

was ist das?

beim ersten überfliegen des netzes fanden wir drei modelle:
1) die stadtteilgenossenschaft
2) die wohngenossenschaft
3) die mietergenossenschaft

der zentralverband deutscher konsumgenossenschaft definiert genossenschaften wie folgt:

Eine Genossenschaft ist eine selbständige Vereinigung von Personen, die sich auf freiwilliger Basis zusammenschließen, um ihre gemeinsamen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse zu befriedigen und ihre Vorstellungen in einem Unternehmen zu verwirklichen, das ihnen allen gemeinsam gehört und demokratisch geleitet wird.

beim genossenschaftsverband hingegen kann man sich über die rechtliche definition von genosseschaften informieren.

interessante Vorbilder


breslauerstr. in oldenburg:
da wurde genau das gemacht, was im karolinenviertel passieren könnte: aus mieterInnen wurden genossInnen in einem langsamen prozess, in dem nicht jede und jeder sofort genossenschaftsanteile kaufen musste. auf technisch heißt das: eine genossenschaft aus dem bestand heraus organisieren.

hamburger wohnungsbaugenossenschaften: webseite von 30 hamburger wohnungsbaugenossenschaften. auf der startseite findet sich eine grafik mit argumenten für genossenschaftliches wohnen.

gute Ideen

falkenriedgenossenschaft: hier kann man unter anderem nachlesen, wie sich die genossenschaft in ihrem alltag organisiert. wir fanden das gut, um wenigstens ungefähr zu wissen, was da an zeitlichem aufwand auf einen zukommen könnte

gängeviertel: das gängeviertel stellt sein genossenschaftsmodell recht ausführlich dar. inklusive der satzung, dem treuhandvertrag und antworten auf häufige fragen wie zum Beispiel „wer soll das bezahlen“. bemerkenswert fanden wir hier, dass ein genossenschaftsanteil beim gängeviertel 500 Euro kostet. wir fanden das relativ bezahlbar.

no-bnq: stellt ein konzept zur freundlichen übernahme des bernhardt-nocht-quartiers vor und es lohnt sich, durch die broschüre zu blättern, da man dort recht viele anregungen für die entwicklung eines viertels von den bewohnerInnen und nutezerInnen her findet.


bund demokratischer wissenschaftlerinnen und wissenschaftler:
die haben einen aufsatz mit argumenten dafür, warum es für eine stadt gut ist stadtteilgenossenschaften zu fördern

zentralverband deutscher konsumgenossenschaften(zdk): unterhält eine webseite mit dem titel „genossenschaftsgründung“. dort erfährt man viel über rechtliches und grundsätzliches und erhält auch formulare, die man bei einer gründung gebrauchen kann.

wo man geld herkriegt:

hamburger wohnungsbaukreditanstalt(wk): hier wird förderung für mietergemeinschaften, die eine mietergenossenschaft gründen wollen geboten.

frisch gefunden: in der senatsdrucksache 19/8515 steht, dass die Bürgerschaft den Senat ersucht hat folgendes in Erwägung zu ziehen: „eine Übertragung von Treuhandeigentum aus Sanierungsgebieten vornehmlich an nicht primär gewinnorientierte (öffentliche) Gesellschaften, Stifungen oder (Mieter-) Genossenschaften.“ (Seite 2 Spalte 2 Unterpunkt 2c)