Jammerjaulen statt Kriegsgeheul

Oh, wie schön ist Jammern und das konsequente Draußen-bleiben als politisches Zeichen! Ein Danke-Schön an das Schwabinggrad Ballett für ihren exzellenten Auf- bzw. Abtritt heute morgen vor der Körberstiftung in Hamburg. So wurde der Beginn des Symposiums „Die Kunst der Intervention“, eine von der HFBK organisierte Lagebesprechung zwischen Kunst & Militär, gebührend beklagt, denn allein die Tatsache, dass sich hier so viele zum ungezwungenen Plaudern einfinden, ist jämmerlich. Aus dem Statement des Schwabinggrad Balletts:
„Wir versuchen, unsere ,Freunde‘ aus der Kulturszene davon abzuhalten, mit der Bundeswehr darüber zu räsonnieren, wie ,aktives Eingreifen soziale Wirklichkeit‘ verändert. Kurator Friedrich von Borries rennt aufgescheucht herum und lädt uns ein, doch am Podium teilzunehmen. Wir aber klagen lieber: ,Amelie, komm raus! Wehe du bringst Schwabinggrad ins Spiel! Not in our Name!‘ (an Amelie v. Deuflhard, Kampnagel-Intendantin) ,Matthias, verlass sofort das Podium!‘ (an Matthias v. Hartz, Internationales Sommerfestival, Kampnagel), ,Ligna, ward ihr nicht mal antideutsch? Und demnächst Radioballett in Kundus?‘ (an Ligna, Künstlergruppe).“

Ein kurzes Video der Aktion gibt’s auch. Interessant ist die Reaktion des Kurators, der außer dem krampfhaften Versuch, der Einbindung der Kritik keine andere Möglichkeit findet, mit dieser umzugehen. Dabei hatte bereits der Asta der HFBK im Vorfeld die Teilnehmenden angeschrieben und sie aufgefordert, ihre Teilnahme aufgrund der kriegslegitimierenden Funktion des Symposiums abzusagen. Die Leute, die also dort heute reinspaziert sind und geredet haben, taten dies im vollsten Bewusstsein, hier eine Mission erfüllen zu müssen.


1 Antwort auf „Jammerjaulen statt Kriegsgeheul“


  1. 1 Administrator 15. Juni 2011 um 19:41 Uhr

    ohje, da stimme ich ins jammern ein: warum lässt ligna die linke allein?

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