Archiv für Juli 2011

Eins auf den Deckel bekommen

Was den Schreberspacken, den KleingärtnerInnen in Altona und Bahrenfeld, da zugespielt wurde, ist ein echter Hammer. Die BSU hat eine bekannte PR-Agentur beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, wie sie die Erweiterung und Deckelung der A7 am besten gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern durchdrücken können. Es wird munter manipuliert, halb- und gegeninformiert, damit alle schön brav die mit dem Megaprojekt verbundenen Kröten (jahrelanger Dauerstau, Zerstörung von Grünflächen, Kostenexplosion, Mietsteigerungen) schlucken. Dafür werden alle Register gezogen. In Kindergärten sollen Kinder bunte Bilder zum Thema „Autobahn unter dem Deckel“ malen. Diese sollen dann im Krisenfall dazu verwendet werden, „die Aufregung herunter zu kochen“.

Meine „Lieblingsmaßnahme“ ist folgende: „Die BSU verschickt an Anwohner rund um die Autobahn (alle, die laut Immissionsstudie profitieren) eine gestaltete Postkarte / Brief mit angehängten / beiliegenden Ohropax. Die Botschaft lautet, dass die kommenden Lärmschutzmaßnahmen eine grundlegende Aufwertung der Lebensqualität bedeuten – das beiliegende Ohropax verdeutlicht dies und macht den Nutzen der Deckel erlebbar. Zielgruppe: Anwohner an und um die Autobahn (je nach prognostiziertem Baulärm nicht an die Anwohner direkt an die Autobahn, die den Versand von Ohropax als zynisch empfinden könnten)

Ein Großteil der Empfehlungen widmen sich dem „Kommunikativen Ansatz“, also dem Problem, wie man Presse und Öffentlichkeit möglichst gut eindeckelt. Da fließt jede Menge Geld in Broschüren, Newsletter und persönliche Journalisten-Schulungen fürs richtige Berichten. An die KriterInnen wird natürlich auch gedacht. Sie werden überwacht, ein wenig gehätschelt, um sie dann noch konsequenter als Deppen auflaufen lassen zu können. Schließlich heißt dieser Punkt nicht umsonst: „Symbolik“: Es verändert sich durch Kritik nix, aber wir tun mal so und am Ende gibt’s ne schöne Dokumentation! Im Speech der Pr-Agentur: „Die BSU muss sich offen gegenüber Bürgerinitiativen und Kleingärtnern zeigen, deren Kritik aufnehmen sowie weitere Multiplikatoren frühzeitig einbinden und informieren, damit nie der Eindruck entsteht, dass Bürger ignoriert und übergangen werden. Dies muss öffentlich dokumentiert werden und sollte weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren hinausgehen“.

Als notorische KritikerInnen und unbelehr- bzw. unmanipulierbar gelten die Recht-auf-Stadt-Initiativen, die nun unter besonderer Beobachtung stehen: „Kritische Initiativen wie Recht auf Stadt (bzw. die unter dieser Plattform agierenden Gruppierungen) positionieren sich eher als Fundamental-Opposition. Kooperationen erscheinen nicht möglich. Dennoch können diese Initiativen durch ihre Vernetzung, ihre plakative Ausdrucksweise gegenüber der Presse sowie ihren Zugang zu kritischeren Medien ein Risiko darstellen. Aus diesem Grund sollten Äußerungen oder Veranstaltungen weiterhin beobachtet werden. Bei einer möglichen medialen Berücksichtigung sollte dann über proaktive Pressearbeit reagiert werden.“ Und zudem müsste man diesen Initiativen doch mal eine gehörige Portion Ohropax ins Kritkermaul stopfen…

Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Vielen Dank an die chronisch weiter bohrenden Schreberspacken für die Bereitstellung der aufschlussreichen Informationen, die ich (obwohl es mir in den Fingern juckt) nicht noch weiter kommentiere. Ich vertraue auf mündige Lesende und jede/r kann sich selbst ein Bild machen über die neue Strategien zur Durchsetzung von umstrittenen städtischen Großprojekten: http://is.gd/4RMYHB

oz ist zu gefängnisstrafe verurteilt worden

wegen sprayen muss er jetzt 14 monate in den knast.

die iba wird nicht schlauer

sondern will lieber noch mehr abholzen und radikal verändern, als mit den leuten mal gucken was gehen könnte.
nun soll am ernst-august-kanal eine kleine betonlandschaft entstehen. just als wären wir wieder in den siebzigern, obwohl damals wurde ja auf den sozialen aspekt geachtet, also just, als wären wir in den siebzigern ohne die sozis.

oz prozess (sprayt in hamburg seit jahrzehnten seinen tag)

Kommt zur Urteilsverkündung! Freitag, 29.Juli – 8:30 Uhr / Spohrstraße 6 /
Amtsgericht Hamburg-Barmbek

Freiraum für OZ! http://www.free-oz.org/

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ist urban gardening gentrifizierung oder nicht

fragt ein artikel über das „gartendeck“ auf st.pauli am rande. die frage taucht in unterschiedlichen variationen immer wieder auf: sind künstlerInnen gentrifizierer? sind es die studentInnen? ist jeder gentrifizierer, der seine wohnung instandhält, verbessert? ist jeder garten ein aufwertungstrick? unseres erachtens nach nein. nicht aus sich heraus. erst wenn man sich nicht gleichzeitig gegen steigenende mieten und umwandlung in eigentum wehrt und stattdessen künstlert, verschönert, verbuntet, dann wird es irgendwann kritisch. aber, dass die mieten teuerer werden, wo es schön ist, ist kein naturereignis, das ist politik und es kann auch politisch dagegen gesteuert werden. also die forderung nach niedrigen mieten nicht vergessen und munter weiter gemüse ziehen oder was auch immer.

was hat die kampagne „not in our name“ gebracht

das wurde vor einer woche im golem in hamburg st. pauli diskutiert.
einen mitschnitt findet ihr hier
Die Untüchtigen – Diskussion – Not In Our Name Marke Hamburg by Die Untüchtigen
mit dank an „land for free“

Schanzenfest am 20. August

wer wie was wo und warum findet sich bei indymedia.
sehr schön finden wir diese passage:

Die aktuellen Wohnungsbauprogramme sind vor allem ein politisches Instrument, die Stadtteile im ökonomischen Sinne des Senates weiter aufzuwerten und damit den Mietenwahnsinn zu verschärfen. Statt Wohnraum im Interesse aller zu vergesellschaften, werden durch den Senat neue privatwirtschafliche Investitionsräume geschaffen und die Stadt auf vielen Ebenen privatisiert. Statt irgendwie Wohnungen zu bauen, die später in erster Linie der Mittelschicht zugute kommen, ist es notwendig, eine solidarische Stadt zu entwickeln mit der Vorgabe, die vorhandenen Ungerechtigkeiten nicht zu verschärfen, sondern abzuschaffen. Wir wollen weder, dass unter dem Vorwand des Wohnungsbaus jede Grünfläche in Hamburg plattgehauen wird, noch, dass Bauwagenplätze oder Menschen auf der Straße vertrieben werden.

Ateliers für Alle

Als müsse man nur eine Naht im sozialen Gewebe auftrennen, um dazuzugehören, zur Klasse der Sorglosen und Reichen, so ließen sich die Raumstrategien von Künstlern im Manhattan des ausgehenden 19. Jahrhunderts lesen. Genau auf der Grenze zwischen dem Habitat der Millionäre und wertlosem Brachland entlang Central Park West erwarben Künstler günstig Grundstücke und taten sich zusammen um zu bauen: Studio Buildings, Atelierhäuser – Wohnen, Arbeiten und Ausstellen unter einem Dach. Das hatte es bis dato nicht gegeben. Nicht einmal in Europa, wo der Berufsstand der Künstler viel anerkannter war. Der neue Gebäudetypus entsprach den Bedürfnissen der Künstler, repräsentierte sie als soziale Gruppe im urbanen Kontext und sorgte für Distinktion. Die Empfänge in den Studios zogen dann auch tatsächlich Vertreter der Klasse an, zu der man so dringend dazugehören wollte.
Nicht nur der Bautypus, auch die ökonomische Organisationsform der Studio Buildings war eine Novität. Künstler gründeten Housing Cooperatives, Wohnungsgenossenschaften. In ihrem Buch „Maler und Millionäre“ analysiert Ulrike Frohne, wie die Künstler des ausgehenden 19. Jhds. auf dem Immobilienmarkt zu Akteuren wurden, Trends setzten und schließlich der Popularisierung der Studio Buildings, die auch jenseits von Künstlerkreisen immer fashionabler wurden, zum Opfer fielen. Die gehobene Mittelschicht, die die Studio-Apartments bei den Empfängen kennengelernt hatte, entwickelte einen solchen Appetit auf diese Art des Wohnens, dass zur Wende ins 20. Jahrhundert kaum ein Künstler die exorbitant gestiegenen Mietpreise noch bezahlen konnte. Hinzu kam, dass das Studio, Kern der Studio Buildings, das zweistöckig, mit großzügigen Fenstern, umlaufender Galerie und offenem Kamin konzipiert war, bald nur noch dem Namen nach existierte, als Label, das vom Ursprungsphänomen abgelöst sich nun an allerlei kommodifizierbaren Räume heften ließ. Im Immobilienteil der New York Times von 1920 schalteten Real Estate Companies Anzeigen wie diese: „You’ll find them fascinating – these new co-operative apartments in ‘The Artist Colony’ just off Central Park sparkling in their architectural beauty …“

artistvillage

Bei einer Erkundungstour weißer Flecken auf unserer Berliner Landkarte sprang uns ein Bauschild an der Rummelsburger Bucht ins Auge: „www.ArtistVillage.de“. War das die Lösung des Ateliernotstands in Berlin? Hatten Künstler rechtzeitig am ausgefransten Stadtrand investiert? An der Demarkationslinie zwischen Industrieruinen und Entwicklungsgebiet annonciert die Tafel schwarz-weiße Reihenhäuser in Wasserlage. Ein „Ateliergeschoss“ mit großzügiger Verglasung, dessen Höhe abhängig vom Geldbeutel zwischen 3,50m und 5,50m variiert, krönt zwei darunter gelegene Etagen. Loft-Living war 1990er, Atelierhaus ist jetzt. Für ca. 480.000 Euro pro Einheit ist die Siedlung komplett verkauft. Im Portefolio der Architekten Beyer Schubert heißt es: „Erklärtes Ziel ist die Verbindung von familienfreundlichem Wohnen und konzentriertem Arbeiten für freischaffende Künstler, Grafiker und Architekten in geeigneten Räumen an einem inspirierenden, citynahen Standort. Synergieeffekte zwischen den einzelnen Künstlern sind gewünscht, aber nicht planbar. Ob es zu halbjährlichen Atelier-Rundgängen und Kunstfesten kommt oder gelegentlich zu einer Vernissage geladen wird, hängt von den Wünschen der zukünftigen Bewohner und Nutzer ab.“ Vermutlich wird es nicht dazu kommen, denn unter den neuen Besitzern findet sich nur eine Künstlerin. Im gleichen Portefolio und in unmittelbarer Nachbarschaft zum „ArtistVillage“ sind im „Atelierhaus am Wasserturm Rummelsburg“ Maisonette-Ateliers zwischen 169.000 Euro und 199.000 Euro noch zu haben. Die Begriffskarrieren von „Studio Building“ oder „Artist Colony“ zeigen, dass die Appropriation von Vokabeln durch den Markt ein Indikator für soziale Verdrängungsprozesse ist. Die „ArtistVillage“ in der Rummelsburger Bucht weist darauf hin, dass die KünstlerInnen ihre Schuldigkeit als Image-Provider für die Stadt getan haben und durch marktförmige Substitute ersetzt werden.

Artist Village – Worpswede assoziieren wir unwillkürlich und eine moorige Muffigkeit steigt in die Nase. Ein flüchtiger Blick ins Netz ergibt, dass die Vokabel bis an die Grenze der Korrumption durch bürgerliche Kunstvorstellungen popularisiert ist. Ihre Bedeutung oszilliert zwischen marktstrategischer Applikation durch Immobilienfirmen, die sich vom guten Namen ein gutes Geschäft versprechen und Orten, die aus dem Bedürfnis nach einer selbstbestimmten Gemeinschaft auf einem eigenen Territorium entstanden sind. Trotzdem würde man nicht unbedingt auf die Idee verfallen, die „High Desert Test Sites“, die Andrea Zittel gemeinsam mit anderen KünstlerInnen in der kalifornischen Wüste gegründet hat, auf eine Artist Colony zu reduzieren, oder „The Land“, das Rirkrit Tiravanija in Thailand mit ins Leben rief. Die Initiative in den postfordistischen Industrieruinen Detroits dagegen, für die Kunst keine Frage der Distinktion, sondern der Inklusion und des Überlebens geworden ist, bedient sich umstandslos der Wiedererkennbarkeit des Attributs. Und das chinesische Dafen, das vor 20 Jahren tatsächlich noch ein Künstler-Dorf war, hat sich zu einem Standort der Massen-Reproduktion von Gemälden ausgewachsen. Alteingesessene Artist Villages, deren Stiftungen Residencies und Fellowships organisieren, wie die MacDowell Colony, Noramerikas älteste Künstlerkolonie, haben in New Hampshires Wäldern überlebt und Kleinstädte kopieren das Konzept, um den Kulturtourismus anzukurbeln oder um aus der Not der Nachnutzung leerstehender Gebäude eine Tugend zu machen. Wo das nötige Eigenkapital, eine potente Stiftung, ein generöser Mäzen oder eine staatliche Förderung fehlt, gibt es Modelle der Selbstvermarktung mit B&B, Führungen, Kursen, Kreativcamps, wie in der Ein Hod Artists’ Village in Israel. Überall gilt das Authentizitätsversprechen: You’ll find them fascinating…

Die Rolle von Künstlern als Akteuren im städtischen Kontext jenseits des Kampfs ums nackte Überleben, des Gerangels um Stipendien, Projektgelder oder Atelierförderung, hat nichts von seiner Attraktivität verloren. Letztes Jahr erhielt die Künstlergruppe KUNSTrePUBLIK e.V. im Rahmen des Programms Stadtumbau West den Zuschlag im Interessenbekundungsverfahren für das ehemalige Güterbahnhofdepot am Westhafen Berlin-Moabit. Den Umbau zum Zentrum für Kunst und Urbanistik, einem Labor für künstlerische und wissenschaftliche Forschung mit 12 Wohnateliers und Gemeinschaftsräumen wird mit 1 Million Euro Lottomitteln finanziert. Die Bauarbeiten starten im August.

Lesetip: Ursula Frohne, Maler und Millionäre. Erfolg als Inszenierung: Der amerikanische Künstler seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, Verlag der Kunst, Dresden 2000

Künstlers Vattenfall und ein historisches Gelände:

Pressemitteilung der Künstlerinitiative Bullerdeich, 19. Juli 2011

UNSICHERHEIT BLEIBT
Der Wettbewerb um das Bille-Kraftwerk: Stand der Dinge

Die hochrangig besetzte Jury* habe die Empfehlung ausgesprochen, drei der insgesamt acht im Wettbewerb vorgelegten Nutzungskonzepte ausarbeiten zu lassen, so heißt es. Eigens wird in der Presse­mitteilung die „wirtschaftliche Tragfähigkeit“ von zwei Konzepten gewürdigt. Wenig
ist jedoch darüber zu lesen, welche zukünftigen Nutzungen die Auswahl vorsieht.
Nur so viel, dass sie insgesamt um eine sogenannte „Erlebenswelt des historischen Automobils“ kreisen. Über das dritte favorisierte „Konzept für kreative Impulse“ wird nichts Weiteres gesagt. Fraglich scheint sogar, ob es sich hier überhaupt um eine Wettbewerbseinreichung handelt.

Besteht Hoffnung für die KünstlerInnen am Bullerdeich und ihren Verbleib auf dem Gelände, wenn Vattenfall en passant die „Integration von Künstlern“ erwähnt? Bisher jedenfalls wurde die Künstlerinitiative Bullerdeich – trotzt ihrer Anfragen und ihres vitalen Interesses – an der Zukunftsgestaltung des alten Kraftwerks nicht beteiligt.
Die BestandsmieterInnen und KünstlerInnen vor Ort, die über Jahrzehnte zum Erhalt der Gebäude beigetragen haben, aktiv einzubinden, scheint bis heute nicht Teil von Vattenfalls Philosophie zu sein.

Auf den Vorschlag „1000plusX“, den die Künstlerinitiative Bullerdeich seit längerem schon in die Diskussion eingebracht hat und der eine Ausweitung der künstlerischen Nutzung skizziert, hat die Kraftwerkseignerin bislang nicht reagiert. Deshalb melden wir uns nochmals nachdrücklich zu Wort und fordern dazu auf, uns in die laufenden Gespräche über ein Gesamtkonzept einzubeziehen.

Kontakt:
ki.bullerdeich@gmx.de
Künstlerinitiative Bullerdeich auch auf facebook.

SENDEHINWEIS:
Heute, Mittwoch 20.07., zwischen 18:05 und 19:00 wird auf NDR 90,3 ein Feature über die Künstlerinitiative Bullerdeich und ihre aktuelle Situation ausgestrahlt.

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* Jurymitglieder: Markus Schreiber, Daniel Luchterhandt, Frank Ihlenburg, Ingrid Unkelbach, Amelie Deuflhard, Prof. Jörn Walter, Wilfried Jastrembski, Prof. Klaus Sill, Dr. Pit Hosak

Wegen der Öffentlichkeitsarbeit zum Prozess muss

der Hausbesetzer nun 240 Euro zahlen. Bei diesem Prozess vor dem Amtsgericht Altona scheint die Pressefreiheit doch einmal Verhältnismäßig billig zu sein. Sobald wir eine Kontonummer gefunden haben, an die man eine kleine Gabe zu den 240 Euro spenden kann, werden wir sie hier posten.

Gartendeck – Gärtnern auf St. Pauli

Vor ein paar Wochen klebte ein Zettel an unserer Haustür, der dazu einludt, zum Gartendeck zu kommen: einem urbaner Nachbarschaftsgarten zum gemeinsamen
Gemüseanbau in Hamburg St. Pauli – in der Großen Freiheit 62-68.

Nun sind ein paar Wochen vergangen, ich bin noch nicht dort vorbeigelaufen, lese aber gerade, wie es weitergegangen ist, was bis heute passiert ist, was gebraucht wird, etc. für die, die das auch wissen wollen, hier die Email vom Gartendeck:

Nach mehreren Wochen im Garten der St. Pauli Kirche / Park Fiction, wo wir im Gewächshaus angesät haben, sind wir seit Ende Juni in der Großen Freiheit. Nach zwei Wochen umtopfen, Erde mischen, noch mal ansäen, Tomatenhäuser bauen, Container ausstatten, Säcke bepflanzen, Sitzmöbel zimmern und dergleichen, haben wir gestern die Kisten für die Hochbeete erhalten und das Gartendeck geht in die nächste Phase:
Diese Woche findet der große Hochbeetaufbau statt und die Pflanzen kommen endlich in die Beete.

Geöffnet ist das das Gartendeck immer Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 20 Uhr
Alle sind willkommen, ob mit oder ohne grünen Daumen.

Infos findet Ihr hier.
Kontakt über info@gartendeck.de oder einfach in der Großen Freiheit vorbeikommen.

Es gibt ein paar Dinge, die das Gartendeck noch sehr gut brauchen kann, welche in privaten und öffentlichen Räumen gerne nutzlos herumliegen, aber im Garten noch nützlich sein können:

Bäckerkisten, lebensmittelecht mit durchbrochenem Boden, 40×60x30 cm
Europaletten oder Einwegpaletten, 120×80 cm
Pappen und Kartons
Leere Tetra Packs / Milchtüten
Holz, Latten, Platten für diverse Baumaßnahmen
Regale für den Lagercontainer
Spintschränke
Rollwagen, Sackkarren für Transport
Schubkarren

Wohnwagen, Bauwagen
Kaffeemaschine
Töpfe, Geschirr, Tassen, Gläser, Besteck
Bierbänke und -tische
Sonstige Tische und Stühle für den Außenbereich
Sonnen- und Regenschutz (Segel, Pavillion, Planen)
Grill

Wer also das ein oder andere davon hat, oder weiß, wo es zu finden ist – lasst es uns wissen.

Es freut sich über Besuch
Das Gartendeck

Hege, Pflege, Austausch und Planung immer:

Mittwoch bis Sonntag 14 bis 20 Uhr

Große Freiheit 62-68, 22767 Hamburg

Fragen, Anregungen und Aufnahme in den Verteiler: info@gartendeck.de

Nein zum Maulkorb, nein zur Gentrifizierung!

wir bilden mit interesse an demokratischen prinzipien und großem vergnügen diese pressemitteilung hier ab:

Nein zum Maulkorb, nein zur Gentrifizierung!
Presseerklärung der Besetzer_innen der Juliusstr. 40

Am 21.7.2011 soll der nächste Prozesstag gegen einen der 7 Besetzter_innen des Hauses Juliusstr. 40 um 8.45 Uhr am Altonaer Amtsgericht beginnen. Auch gegen diesen beschuldigten wurde vorab ein Strafbefehl über 750 Euro erlassen.
Gegen den Strafbefehl wurde Einspruch eingelegt.

Für diesen Prozesstag hat der Staatsanwalt in Rücksprache mit dem zuständigen Richter dem Anwalt des Beschuldigten ein schier unfassbares „Angebot“ unterbreitet. Das „Angebot“ beinhaltet die Einstellung des Verfahrens wegen angeblichen Hausfriedensbruch. Die Einstellung können aber nur in Betracht kommen, wenn von unserer Seite aus komplett auf die Pressearbeit verzichtet wird. Hinzu kommt, dass gänzlich auf die Anwesenheit von Unterstützer_innen verzichtet werden soll. Der Angeklagte dürfe nur in Begleitung seines Anwalts erscheinen.

Begründet wird dies durch die Anwesenheit von gut 40 Unterstützer_innen und der Presse bei einem vorangegangenen Prozesstag gegen eine weitere Besetzerin der Juliusstr. 40. Hier wurde mittels einer Volxküche vor dem Gerichtsgebäude eine Öffentlichkeit geschaffen. Der Vorschlag des Staatsanwaltes soll nun weiteres Aufsehen unterbinden, und die politische Diskussion verhindern.
Wir fragen uns nun: Warum ist eine Einstellung nur möglich wenn die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden soll? Soll hier Gesinnungsjustiz durchgesetzt werden, um linke Politik mundtot zu machen?

Wir werden uns jedenfalls nicht einschüchtern lassen und auch weiterhin Themen wie Hausbesetzungen in der Öffentlichkeit thematisieren. Ein Maulkorb wie der, der uns nun aufgezwungen werden soll gehört skandalisiert!

Hausbesetzungen sind ein legitimes Mittel um auf die Umstände im Schanzenviertel und die Verhaltensweisen der Investoren wie Landschulze aufmerksam zu machen. Diese lassen mehrere Wohnhäuser und Wohnungen seit Jahren leer stehen. Dieser Umstand betrifft auch das Haus Nummer 40 in der Juliusstrasse. Die Vermutung liegt nahe, dass die Wohnungen des Hauses zu Höchstpreisen verkauft werden sollen. Hierbei wird offenbar auf eine Räumung der in direkter Nachbarschaft liegenden Roten Flora spekuliert. Die Sanierung des Hauses wird im Schneckentempo betrieben, alle paar Monate werden einzelne Edelkacheln an die Wand gesetzt. Bis heute hat sich an der Situation nichts geändert. Immer noch steht hier Wohnraum leer.

Es ist unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, dass es den Verantwortlichen offenbar egal ist, dass in Hamburg eine Wohnungsnot herrscht. In dieses Bild passt, dass im vorangegangenen Jahr nur 755 neue Sozialwohnungen in Hamburg entstanden. Außerdem kritisieren wir, dass die Schickisierung des Schanzenviertels mittels der Schaffung teurer Eigentumswohnungen immer weiter vorangetrieben wird. Hierbei handelt es sich um einen Vertreibungsprozess, bei dem der Geldbeutel das entscheidende Argument darstellt. Die Wohnungsnot wird dabei von den Investoren schamlos ausgenutzt. Das Argument, dass hier Wohnraum entsteht, greift nicht, wenn dieser nicht zugänglich ist. Außerdem funktioniert dieses Haus als Bestandteil eines Aufwertungsprozesses, welcher das zentrale Wohnen für Menschen wie Student_innen, Harz 4 – Empfänger_innen, Arbeiter_innen etc. unmöglich macht.

An dieser Stelle sei festgestellt, dass es ein legitimes Recht aller ist, sich zu empören. Es wird versucht, das Machtmonopol des Staates auf diese Art und Weise gegen uns einzusetzen.
Wir sehen das „Angebot“ als kläglichen Versuch der Staatsanwaltschaft, uns die Möglichkeit nehmen zu wollen, weiterhin öffentlich auf diese Umstände aufmerksam zu machen.

Wir laden euch herzlich ein, zum Prozess zu erscheinen.

- Wir lassen uns nicht einschüchtern!

- Wir lassen uns keinen Maulkorb verpassen!

- Wir solidarisieren uns mit den Besetzer_innen des AZ Altona und allen anderen emanzipatorischen Besetzer_innen weltweit!

- Libertäre Politik ist richtig und notwendig!

Die Besetzer_innen der Juliusstr. 40

Kriminalisierung von Hausbesetzungen in Großbritannienen

soll gesetzlich verankert werden. occupation and properties bietet interessante links zum thema.

We Love Cupcakes


Nach dem ganzen Ärger um die Satzung, den es bei der MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel in Vision gab, scheint uns das Cupcakeessen ein erfreulicher Auftakt für weitere Planungen. Weiter so, liebe MietgenossInnen.

Schweigen gegen Straferlass?

Im Prozess um die Hausbesetzung in der Juliusstraße 40, hat der Staatsanwalt dem Angeklagten angeboten, das Verfahren einzustellen, wenn es nicht zu Öffentlichkeitsarbeit seitens der Hausbesetzer käme. Ja, wo wohnen wir denn?

»Ich repräsentier’ meine Stadt bis ich dahinscheide«

21. JULI 2011 // Diskussion: »Not In Our Name, Marke Hamburg« oder »Ich repräsentier’ meine Stadt bis ich dahinscheide« 20.00 Uhr im Golem

»Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen.« (Not In Our Name, Marke Hamburg)

»Ich bin den Künstlern dankbar« (Karin v. Welk, Kultursenatorin a.D.)

1,5 Jahre nach der Veröffentlichung des Textes »NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG«, über 5.500 Personen, die diesen unterzeichnet haben, lokalmediale Omnipräsenz, ungeteilte Anerkennung und Umarmung durch Freund und Feind, fanden wir, dass die Zeit für eine Zwischenbilanz gekommen ist.

Was waren die konkreten politischen Forderungen?
Was wurde erreicht?
Warum der Zuspruch durch die eigentlichen Verursacher des Elends?
Wer war das »WIR«, in »NION«?
Wer spricht für wen? Und mit wem?

HANNAH KOWALSKI (Gängeviertel)
CHRISTOPH TWICKEL (NION, Publizist)
KERSTIN STAKEMEIER (Kunsthistorikerin)
HANS-CHRISTIAN DANY (Künstler / Publizist) &
HANS STÜTZER (MODERATION)

sprechen über diese und andere fragen.

Der Eintritt ist frei.

kriegsklotz verhüllen

Blog Block

toll, aus diesem blog ist ein buch entstanden also aus einem teil davon, also ein block mit texten vom blog.
guckste hier:

Hausbesetzung in Wien geräumt am 14ten

Gestern früh wurde der seit Anfang Juli besetzte Lobmeyrhof in Wien Ottakring von Polizei und WEGA geräumt. Wir bauten innerhalb kürzester Zeit einen Raum auf, in dem verschiedendste Initiativen entstanden, Menschen selbstestimmt wohnen konnten und bereits in kurzer Zeit viele soziale und kollektive Projekte entstanden. Gleichzeitig war der Hof ein vibrierender Anlaufpunkt für unzählige Menschen, die für die Verwirklichung ihrer Ideen akuten Raumbedarf haben.“

homophobe kampagne in london

in mehren stadtteilen sind sticker an aufgetaucht, die eine rainbow-fahne durchgestrichen mit einem „no“ drübergeschrieben abbilden.
im guardian gibt es einen interessanten artikel dazu von einem schwulen aktivisten, der versucht, den konflikt in bezug auf das nachbarschaftliche zusammenleben in den viertel hin zu analysieren.

’s late afternoon on Bethnal Green Road, in east London, and I am rushing from the tube for a meeting. Suddenly, out of the corner of my eye I catch something that brings me to a stop: a rainbow flag turned into a no entry sign, with the words „gay free zone“ written across. Above are the words „Arise and warn“ and below „And fear Allah. Verily Allah is severe in punishment“. Both with a Koranic reference. I shiver, and am reminded of the words „Juden raus“ (Jews out) that my mother would have seen in Berlin in the 1930s. It is not something I thought I would ever witness 70 years on in one of the most diverse neighbourhoods in Britain, where gay pubs share the same streets as synagogues and Halal butchers.

The previous December, at a meeting of Rainbow Hamlets – the Tower Hamlets lesbian, gay, bisexual and transgender (LGBT) forum, which I co-chair with Rebecca Shaw, the police had told us about two reported anti-gay sticker sightings in the borough. They linked them to a sighting in neighbouring Hackney, one across the capital in Twickenham, and another in Nottingham.