Archiv für August 2011

altona planungswerkstatt mit empörten bürgerInnen

scholz seine big city ideen

werden treffend und anregend in jf`s blog beschrieben. da findete man gute stichwörter um mehr über den neuen kurs der hamburger stadtentwicklung lesen zu können.

prostitution in bonn

in bonn werden gerade automaten aufgestellt, bei denen huren sechs euro einwerfen müssen, um eine nacht an dem ausgeschriebenen ort arbeiten zu dürfen. also so was wie parkautomaten für prostitutionsarbeitende. ob einkaufende demnächst für den eintritt in die einkaufszonen ihrer stadt löhnen müssen? also neben mehrwertsteuer noch wegezoll? angesichts stets knapper kommunaler kassen ein innovativer, ja nahezu kreativer, wirtschaftlicher gedanke. und dann auch bitte eine gebühr für den gang zu einem amt, eine grünanlagengebüher, eine bürgersteigsabnutzungssteuer, ach da gerät mein erbsenzählerherz ins schwelgen. eisessgebühren, nicht-aus-dem-weg-geh-gebühren, blöd-guck-gebühren. herrlich.
ein kleines bisschen besser (natürlich ganz ohne werten zu wollen, eher objektiv beurteilt) finden wir dann doch die idee von deutschlands reichen, die laut spiegel fordern mehr steuern zahlen zu dürfen.

tunten sur le radio galore

ja, es gibt sie noch: die großen versteckten klunker der subversion.
die vor nichts halt machen. die in bahnbrechendem tempo ihre intellektuelle, finanzielle, ideelle, und physische selbstausbeutung betreiben nur um euch ein subversives diadem ins haar stecken zu können.
warum sind tunten subversiv? weil sie als weibische kerle und männliche torten energisch und mit viel witz für ein leben jenseits der kategorien kämpfen wie ein königspudel um seinen kaviar und warum sind es blessless und didine? weil sie in einer stadt, die kultur und kleinkunst mit füssen tritt um sie dann als toursimusfaktor in geld umzuwandeln seit jahrzehnten immer wieder erheitern, verdutzen, erstaunen und erfreuen.
mindestens uns und hier kommt nun der informationsteil dieser werbung:

Radio & Web: Mittwoch 31.8.2011 Zwei Stimmen im Fummel auf fsk Radio, 21-23 Uhr

FSK Radio: Frequenzen: 93 MHz Antenne, 101.4 MHz Kabel in Hamburg
Livestream:http://www.fsk-hh.org/livestream

Zwei Stimmen im Fummel
Die Zwei Stimmen im Fummel möchten am Vorabend des Antikriegstages mit dem Gemischten Kaleidoskop von Asienan Lucrecia Kasilags Erbe erinnern. Blessless Mahoney, Didine van der Platenvlotbrug und die Hexe von Passau werden aleatorisch ihre und Ihre Tonalität im Sinne des datadám datadám datadám damdám erweitern. Kurz: Wenn der Móps mit der Wúrst übern Rínnstein spríngt!

2.
Mittwoch 30.11.2011 fsk Radio, 21-23 Uhr

FSK Radio
Zwei Stimmen im Fummel
Die Zwei Stimmen im Fummel widmen sich in dieser Sendung den Mauern in unseren Köpfen und Großstädten. Musikalische Herzensbildung mit der swingenden Abrissbirne. Feiern Sie mitDidine van der Platenvlotbrug und Blessless Mahoney auf ihrem akustischen Ruinenrundgangschon 31 Tage vor dem Jahreswechsel das Ende einer Welt. Studiogäste: das Waisenkind Hopsa und der Rosenkavalier!

kunstverein nicht mehr in der lage gehälter zu bezahlen

oder versteckt sich hinter meldung des abenblatts, dass der kunstverein sich nicht mehr in die lage versetzt sieht miete, gehälter und austellungen zu finanzieren, eine gelungene aktion mit dem zweck darauf hinzuweisen wie unwichtig die kultur und bildung den städtischen politiken geworden ist. wenn es letzters ist dann: respekt kunstverein. wenn ersters dann macht uns die nachricht sauer.

um mal aus dem persönlichen nähkästchen zu plaudern: dass die nächste kleine bücherhalle eine halbe stunde zufuss von unserem wohnort ist finden wir schlimm und trauern immer noch der am großneumarkt und der in der trommelstraße und der in eppendorf nach. auf der einen seite soll bildung in zeiten der dienstleistungs- und kreativökonomien die städtische ressource der zukunft sein, natürlich neben der hafenindustrie, und auf der anderen seite wird an den gut eingeführten städtischen bildungsinstitutionen wie hochschulen, schule, kunsthäusern, museen,theatern, schwimmbädern und bücherhallen gespart ohne ende.
wir finden: nieder mit den leuchttürmen hoch mit strand.

kunstverein nicht mehr in der lage gehälter zu bezahlen

oder versteckt sich hinter meldung des abenblatts, dass der kunstverein sich nicht mehr in die lage versetzt sieht miete, gehälter und austellungen zu finanzieren, eine gelungene aktion mit dem zweck darauf hinzuweisen wie unwichtig die kultur den städtischen politiken geworden ist. um mal aus dem persönlichen nähkästchen zu plaudern: dass die nächste kleine bücherhalle eine halbe stunde zufuss von unserem wohnort ist finden wir schlimm und trauern immer noch der am großneumarkt und der in der trommelstraße und der in eppendorf nach. auf deiner einen seite soll bildung in zeiten der dienstleistungs- und kreativökonomien die städtische ressource der zukunft sein, natürlich neben der hafenindustrie, und auf der anderen seite wird an den gut eingeführten städtischen bildungsinstitutionen wie hochschulen, schule, kunsthäusern, museen,theatern, schwimmbädern und bücherhallen gespart ohne ende.
wir finden: nieder mit den leuchttürmen hoch mit strand.

scholz möchte die stadt nach oben wachsen lassen

und plant eine nachverdichtung in die höhe um mehr wohnraum zu schaffen. ob das eine gute idee des spd-bürgermeisters ist, wird man wohl im laufe der politischen diskussion beurteilen können.

urbane gärten wachsen wie giersch

alea geduldet est

die würfel vor der alten rindermarkthalle an der feldstraße sind geduldet. finanzbehörde und sprinkenhof ag finden es okay, dass sie da stehen.
jetzt fehlen nur noch die aus steuergeldern generierten finanziellen ressourcen für die planung von den bürgern für die stadt und man wäre einen wirklichen schritt weiter in richtung zukünftige stadtentwicklung. aber erst mal: herzlichen glückwunsch an die aktivistInnen.

mutter, das ist sehr gut so

St-Pauli Würfel: Ein Räumung schwebt weiter durch die Luft

Dienstag 23 August.
Um 12 Uhr begann die Pressekonferenz der Initiative „Unser Arreal“ .
Rund 30 Leute versammelten sich bei den Planungswürfeln die nun seit letztem Freitag auf der Brachfläche vor dem ehemaligen Supermarkt stehen und einen bürgernahen Dialog ermöglichen sollen. Da standen StadtplanerInnen und Kaufleute, StatistikerInnen, Hartz IV EmpfängerInnen und Schreibende, HandwerkerInnen, KünstlerInnen und BäckerreifachverkäuferInnen, fast alle über 30 und in der Lage ihre Wünsche in Bezugnahme auf die städtischen Politiken und Realitäten flüssig und gelassen zu formulieren. Wünsche, von denen die Stadt in ihrer Broschüren und Projektbeschreibungen sagt, dass sie sie jederzeit gerne hören würde.
Die Würfel für eine offene Planung sind aber kein Projekt des Senats, um endlich mal den Kriterien moderner Stadtplanung zu entsprechen und ihre BürgerInnen und WählerInnen ernst zu nehmen, sondern ein Geschenk von St.PaulianerInnen und GängerviertlerInnen an Hamburgs BürgerInnen und ihre gewählten RepräsentantInnen.

Hier könnte sie stattfinden die Partizipation. Die Stadtplanung der Zukunft in der die Wähler wenigstens als „aktive Konsumenten“ städtischer Politik ernst genommen werden. Hier könnte ein politischer Aushandlungsprozess Raum fassen und eine Stadt könnte sich ganz ohne Internationale Baustellung aus den eigenen Ressourcen heraus neu erfinden. Jubeln nun die Behörden? Freuen sie sich über das Engagement der Menschen für ihre Viertel? Sind sie begeistert darüber endlich mal die „Bürgerbeteiligung“ zu erleben zu der sie so gerne einladen? Glücklich mit den hübschen Pflanzen und den temporären Bauten?

Nein, sie wollen die Würfel räumen lassen, wissen nur noch nicht genau wie. Also versuchen sie es mit Aussagen wie „Die Pächter möchten das nicht“.
Die Pächter, das ist eine Securityfirma die auf Nachfrage durch die Initiative sagte, dass sie gar nichts gegen die Würfel hätte. Die fänden sie sogar ganz gut. Die wollen also nicht räumen lassen. Wer ist es dann, der räumen lassen will ? Gestern schrieben wir noch die Finanzbehörde. Eben allerdings wurde erzählt, dass ein Sprecher der Finanzbehörde davon nichts gewusst haben wollte, es aber auch nicht dementieren möchte.
Gehen wir das Ganze mal durch:
Das Grundstück gehört dem Land Hamburg. Die Sprinkenhof AG verwaltet es. Die Securityfirma pachtet es.
Die Bauplanung liegt in den Händen des Bezirks und damit in der Verantwortung von Hansaplatz-Schreiber, dem Bezirksbürgermeister von Mitte. Wenn der Standort Bedeutung für die ganze Stadt hat, also das Bundesland Hamburg hat, dann ist der Bezirk aber raus aus der Planungsvollmacht.
Soweit so kompliziert. Irgendeine dieser Stellen möchten nun, dass Anwohner nicht selbstätig und derzeit noch unbezahlt ihr Engagement einbringen. Und die hat jemandem von der Inititative gesagt, dass sie mit einer Räumung rechnen müssen. Aber auf konkrete Nachfragen hin, möchte niemand das in den Raum gestellt haben.

Egal die Presskonferenz war jedenfalls sehr nett gemacht. Die Reden kurz und informativ, die Getränke gekühlt die Schnittchen vom Bäcker. Die Pflanzen aus der Keimzelle machten einen robusten Eindruck und die Interessierten auch.

Was wir nicht so richtig verstehen ist, warum man aus städtischer Perspektive was gegen diese Bauten haben könnte und warum die nicht einfach da stehen bleiben können. Sie sind ja keine Millionenverschlingende Maschine wie Elbphilharmonie und keine optische Belästigung wie die doofen tanzenden Türme, die ihren äesthtischen Müll über die angrenzden Viertel verteilen. In letztere kommen Büros rein, die keiner braucht weil über eine Millionen Quadrameter Büroräume in Hamburg leerstehen. Und da kommen Luxuswohnungen rein, die keiner wirklich braucht, dafür hat man doch eigentlich die Walddörfer und Blankenese ersteres mit viel Grün und Exklusivität letzteres mit Elbblick, viel Grün und vielen Touristen. Beide Viertel haben noch den enormen Vorteil, dass man dort die tanzenden Türme nicht sehen muss. Elbphilharmonie und tanzende Türme sind doch deutliche Belege dafür, dass die gewählten Vertreter der BürgerInnen Hamburgs es irgendwie nicht so richtig hinkriegen weder mit der Planung, noch mit der Beteiligung noch mit der Finanzierung. Auch die IBA mit der so geglänzt wird, schafft es nicht einmal all ihre Bauprojekte durchzuziehen.

Wir finden die Stadt könnte sich mal ordentlich darüber freuen, wenn BürgerInnen ihr helfen wollen. Vor allem wo zu erstens die Wohnungspreise in den letzten 10 Jahren auf St.Pauli 15 mal schneller gestiegen sind als im Rest der Stadt und zu befürchten steht, dass ab 2013 auch das an das Areal angrenzende Karolinenviertel massiv aufgewertet wird, wenn die Treuhandverträge zwischen Stadt und Sanierungsgesellschaft ausgelaufen sind. Also fordern wir: Die Würfel bleiben und die AktivistInnnen bekommen städtische Gelder für den Planungsprozess und die Beauftragung von ArchitektInnen und StadtplanerInnen.

Finanzbehörde erwägt Räumung der Planungswürfel auf dem Areal

kam gerade in unser postfach geflattert. und weil die zeit offenbar drängt, kommt es direkt hierhin:

Der Mopo zufolge erwägt die Finanzbehörde die Räumung der Planungswürfel auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle, die dort erst am Freitag errichtet wurden.
Deshalb geht’s heute (Dienstag, 23.08.2011) ab 11 Uhr aufs Areal; um 12 Uhr ist Pressekonferenz und ab 14 Uhr das Programm „Bürger_innen informieren Politiker_innen“.
Kommt, wenn ihr könnt!

und hier die dazu gehörende pressemitteilung:

Finanzbehörde erwägt Räumung der Planungswürfel auf dem Areal – Anwohner_innen informieren Politiker_innen

Wie u.a. der heutigen Ausgabe der Hamburger Morgenpost zu entnehmen ist, erwägt die Finanzbehörde die Räumung der Planungswürfel auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle. Diese wurden erst am vergangenen Freitag von Anwohner_innen dort errichtet und der Stadt zum Geschenk gemacht – als Bestandteil eines demokratischen Planungsverfahrens für das Gelände und die seit mehr als einem Jahr leer stehende Halle.
Wir, die geschenkgebenden Anwohner_innen, sind erstaunt darüber, dass die Behörde an einen solchen Schritt denkt, ohne die Gabe auch nur in Augenschein genommen zu haben.
Welchen Sinn sollte es machen, ein Kunstwerk zu zerstören und ein Gelände zu räumen, dass zuvor lediglich zum Zerschlagen von Flaschen genutzt wurde?
Die Würfel stellen unbestreitbar eine Bereicherung der Situation auf dem Areal dar, nicht nur als ästhetisch wirksame Installation, sondern auch als Kommunikationsort für die Menschen in den benachbarten Vierteln.
Offensichtlich gibt es Missverständnisse hinsichtlich des Zwecks der Würfel und der Absichten der Anwohner_innen, die diesen Planungspavillon betreiben.
Diese Missverständnisse möchten wir ausräumen.

Am heutigen Dienstag, dem 23.08.2011 werden die Würfel um 11 Uhr als Treff- und Kommunikationsort für alle Anwohner_innen und Freund_innen geöffnet.

Um 12 Uhr laden wir Sie zur Pressekonferenz in den Planungswürfeln auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle ein (Neuer Kamp 25, früherer Zentralviehmarkt, ehemals Walmart und Real, neben U-Bahn Feldstraße).

Ab 14 Uhr erwarten wir Gäste aus Parteien und Fraktionen zum Programm „Bürger_innen informieren Politiker_innen“.

Wir hoffen, Sie zu beiden Terminen begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Anwohner_innen der Alten Rindermarkthalle

Was bisher geschah, findet sich hier auf dem blog von die leute:real.

Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!

Demonstration am 29. Oktober 2011. Start: 13 Uhr, Millerntorplatz, Hamburg

Und hier ist der dazugehörige Aufruf:

Knapp ein Jahr nachdem 5.000 Menschen mit der Forderung „Leerstand zu Wohnraum“ auf die Straße gingen, müssen wir feststellen: Ein grundlegender Kurswechsel in der Hamburger Wohnungspolitik ist nicht erkennbar.

Die Mieten steigen stadtweit auf unerträgliche Höhen, oftmals als Folge von Umstrukturierungsprozessen. Der Bedarf an günstigem, zentralem Wohnraum nimmt weiter zu. Neu gebaut werden nur hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von AnwohnerInnen. Noch immer stehen auch 1,4 Millionen Quadratmeter Büroraum ungenutzt leer. Menschen die schon lange in ihrer Wohnung leben, wagen keinen Umzug, da sie sich die neue Miete nicht werden leisten können. Obdachlose, MigrantInnen und Menschen mit geringem Einkommen werden, falls sie überhaupt den Zugang zu Wohnraum finden, in verschimmelte Wohnungen in schlechten Wohngegenden gedrängt.

Keine Mieterhöhungen durch den Mietenspiegel
Mit Erscheinen des Mietenspiegels im November wird den VermieterInnen erneut die Möglichkeit geboten, weiter an der Mieterhöhungsspirale zu drehen, und das sogar gesetzlich begründet. Die wild zusammengeschusterte, angeblich wissenschaftliche und neutrale Berechnungsbasis des Mietenspiegels führt stets nur zu weiteren Erhöhungen der Vergleichsmieten. Der Mietenspiegel, einst gedacht als Instrument, um die Situation der MieterInnen zu erleichtern und zu verbessern, ist zu einem Instrument der finanziellen Ausbeutung geworden. Zusätzlich zu den ohnehin gestiegenen Energiekosten, werden sich viele die den „ortsüblichen Vergleichsmieten“ angepassten Mieten nicht mehr leisten können.

Mietobergrenze jetzt
Um den Mietenwahnsinn in Hamburg zu stoppen, fordern wir, unverzüglich eine Mietobergrenze, weit unterhalb der derzeitigen Durchschnittsmiete, einzuführen. Gesellschaftlich benachteiligten Gruppen muss der vorrangige Zugang zu Wohnraum gezielt ermöglicht werden. Der unsozialen Vorenthaltung von bestehendem Wohnraum muss aktiv entgegengewirkt werden, indem Besetzungen ungenutzter, leerstehender Gebäude nicht weiterhin kriminalisiert, sondern gesellschaftlich wie politisch akzeptiert und gefördert werden. Der Neubau oder Abriss von Wohn- oder Gewerberaum darf nur unter gleichberechtigter Mitbestimmung der AnwohnerInnen umgesetzt werden.

Wohnraum vergesellschaften
Wir haben eine andere Vorstellung von Wohnungspolitik als die Immobilien-Verwertungskoalition aus Politik und Wirtschaft. Wohnraum ist für uns keine Ware, sondern ein öffentliches Gut, das wir zum Leben brauchen. Eine grundsätzliche Veränderung ist notwendig: Wohnraum muss dem profitorientierten Markt entzogen und unter gesellschaftlicher Kontrolle allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Vergesellschaftung von Wohnraum heißt für uns, dass die Frage, wer wo wohnen kann, nicht länger von den finanziellen Ressourcen der einzelnen abhängt. Entscheidungen über Nutzung, Umgestaltung oder Schaffung von Wohnraum müssen von den Mieterinnen und Mietern selbst getroffen werden.

Die geplante Veröffentlichung des Mietenspiegels im Herbst nehmen wir zum Anlass, unsere Wut und Empörung über die Hamburger Wohnungspolitik auf die Straße zu tragen und unsere eigenen Vorstellungen vom Wohnen und Leben in einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen durchzusetzen.

ES RUFEN AUF:

AG Altona-St.Pauli, AG Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt, AG-Soziales der SOPO, AK Wohnraum für junge Menschen, AKU Wilhelmsburg, Altonaer Plattform gegen Verdrängung, Altopia, Avanti – Projekt undogmatische Linke, AZ Altona, Ballkult e.V., Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Café Exil, DIE LINKE Landesverband Hamburg, Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V., Fanladen St. Pauli, Gängeviertel, Geschichtswerkstatt St. Georg e.V., Hamburger Arbeitskreis Asyl e.V., Initiative Esso-Häuser, GWA St. Pauli e.V., HUDE – Jugendsozialarbeit in HH-Nord, Kampagne „Flora bleibt unverträglich“, LaRAGE (Raum und Gender), medibüro hamburg, Mietshäusersyndikat Hamburg, multipress, noya Hamburg, Plenum der Roten Flora, Punkrock St. Pauli, quartieren, Regenbogen/Alternative Linke, SDS Uni Hamburg, Sidewalx, Streetlife e.V., Sozialpolitische Opposition Hamburg e.V., supra magazin, ver.di-Jugend Hamburg, Verlag Assoziation A, Zeckensalon St. Pauli

aus 2% wurde verstärker

die erste ausgabe ist nun aus dem druck und existiert neben auf-papier auch im netz.
während sich die zeitung unter ihrem alten titel vor allem mit der mietenpolitik der SAGA/GWG auseinandersetzte, sollen die inhalte unter dem neuen namen – verstärker – nun etwas weiter gefasst werden und breitere bereiche der hamburger stadtentwicklung thematisieren.
der erste verstärker ist 12 seiten dick und kann hier digital gelesen werden.

verstärker wird von aktiven aus den initiativen im „recht auf stadt“-netzwerk geschrieben und produziert und kostenlos verteilt. er erscheint ca. alle drei monate.

schanzenfest am samstag

in der schanzenstraße fanden wir folgendes hauseingang:

Die Stadt, der Müll und die Kunst

Das Überleben eines Weltbildes kann nur gewährleistet werden, wenn die störenden und gefährlichen Elemente, die die anhaltende Koexistenz unterschiedlicher Weltbilder ausschließen, eliminiert, zurückgewiesen oder ignoriert werden. Elemente, die derartige Reaktionen auslösen, bilden die kulturelle Kategorie „Müll“.
Michael Thompson, Müll-Theorie. Die Schaffung und Vernichtung von Werten, 2003

Ihr Coach, erzählte unsere Nachbarin, riete ihr, jedes Projekt vom Ende her zu denken, sei es die Karriere, eine Beziehung oder den Lebensplan. Ob die Bonner Klofrau das beherzigte, als sie peu à peu, Cent für Cent 40.000 Euro am Finanzamt vorbei in die Garage ihres Vorstadthäuschens schaffte? Die Steuerfahndungsbeamten, hieß es, wateten durch das Kleingeld, das mit Kehrschaufeln auf eine LKW-Rampe geschippt werden musste. Trugen sie Gummistiefel in dieser Kleingeldschwemme des Steuermorasts? Stanken die Münzen aus dem Toilettengeschäft? Wie viele Kubikliter Kot und Urin waren für dieses Trinkgeld weggespült worden? 40.000 Euro sind ein ansehnlicher Betrag. Dennoch wurde darüber nicht berichtet wie über einen gehobenen Schatz, sondern wie über etwas Anrüchiges, über Abfall.

Was Müll ist, ist gesellschaftlich definiert und damit sind wir Künstler vertraut: Der Übergang von vergänglichen zu bleibenden Werten und umgekehrt ist auch in unserem Geschäft eine Frage der Vereinbarung. Die Verschränkung von Werk und Wert, die Konvertierbarkeit vom Werk in Werte, ist an ihr Herzeigen gebunden. „Das Herstellen von Kunst dreht sich um ein Ausstellen von Kunst, das sich um ein Herstellen von Ausstellungen dreht“, konstatiert Peter Sloterdijk (1). Künstler brauchen nicht nur ständig ein Projekt, schlimmer: Wer nicht ausstellt, gilt als arbeitslos. Die Demütigung durch Nicht-Anerkennung ist die Kehrseite des Begehrens nach Anerkennung. Wird das Recht, wahrgenommen und beantwortet zu werden verweigert, so Judith Butler, sterben wir einen sozialen Tod. Und das brach liegende Werk wird Müll. Der alchemistische Prozess der Umwandlung eines nichtigen Stoffes in Gold, wie ihn die Klofrau betrieb, ist fragil und reversibel.

Von schwindenden Produktionsräume und fehlenden Ausstellungsmöglichkeiten ist in Berlin viel die Rede. Über das Lagerproblem spricht man nicht und wenn, dann hinter vorgehaltener Hand. Es ist schambehaftet. Erfolgreiche Künstler haben kein Lagerproblem, sondern eine Galerie und Sammler, die sich auf Wartelisten setzen, um abzunehmen was man macht. Ein guter Freund hat sein Gesamtwerk in der Garage [sic] seiner Eltern in Westdeutschland untergebracht. Ein anderer unterhält in der Stadt verstreut fünf Lagerräume gleichzeitig. Ein dritter setzt den Quadratmeterpreis der Miete ins Verhältnis zu seinen Objekten um zu entscheiden, was er behält, ob er etwas Neues produzieren kann und was entsorgt werden muss.

Wenn wir die Situation der 8.000 bildenden Künstlerinnen und Künstler in Berlin unter dem Aspekt von haben und brauchen bilanzieren, dann haben wir jede Menge Kubikmeter künstlerischer Werke und brauchen dringend eine Kunst-Halle. Wenn schon nicht zum Ausstellen, dann doch zum Lagern – ein riesiges Depot zu Konditionen, die angesichts der steigenden Gewerbemieten die künstlerische Produktion nicht hemmen, sondern fördern. Eine direkte Künstlerförderung in Form von Stauraum. In welcher Weise der Stauraum auch Schauraum werden kann, führt beispielsweise das Schaulager in Basel vor.

Und wo wir schon dabei sind, die Sache vom Ende her zu denken: Angenommen, die Künstlerinnen und Künstler entscheiden sich gegen den Exodus nach Skandinavien (wo Ausstellungshonorare seit den 70er Jahren nicht mehr als anrüchig gelten und Garantie-Einkommen die prekäre Lage abfedern) und werden in Berlin alt – wohin mit Tausenden von Kunstgreisen in 20, 30 Jahren? Genügt ein Altenheim mit Ateliers, Ausstellungssälen und Diskurs-Disko? 8.000 KünstlerInnen – das ist schon ein veritables Dorf. Sollte nicht beizeiten über eine Artist Colony nachgedacht werden, in unmittelbarer Nachbarschaft der Kunst-Halle?

Auf dem Tempelhofer Feld ist Platz dafür. In Vergessenheit geratene Vorbilder gibt es genug: etwa die Siedlerbewegung im Wien der 1920er Jahre, die aus einer wilden Besiedlung freier innerstädtischer Flächen entstand und von Architekten und Intellektuellen wie Adolf Loos, Josef Frank und Margarete Schütte-Lihotzky geprägt war. „Große Architekten für kleine Häuser“ war das Motto der von Loos organisierten Bauschule, die Siedler beriet und unterstützte. Die Siedlungen waren „von bürgerlichen Strukturen unabhängig, genossenschaftlich organisiert und verwaltet, urban, frei und auf Selbstverwaltung ausgerichtet.“(2) Zeitgleich statteten in Deutschland Kommunen Siedler mit Boden und einem Baubudget aus.(3) Heute sehen Architekten wie raumlabor_Berlin und Lacaton & Vassal gerade im Mangel die Herausforderung, kreativ mit Ressourcen umzugehen und adäquate Raumlösungen zu schaffen. Noch sind wir KünstlerInnen rüstig genug, uns unsere eigene Sun-City zu bauen.

1) Peter Sloterdijk, Die Kunst faltet sich ein, in: Kunstforum International 104, 1989
2) http://www.demokratiezentrum.org/wissen/wissenslexikon/siedlerbewegung.html
3) siehe Hartmut Häußermann, Walter Siebel, Soziologie des Wohnens, 1996

House Magic Zine ist jetzt erhältlich

und zwar hier.

The contents of House Magic #3 includes:
Bulletins
Berlin: A stay at the Rote Insel in Berlin
Regenbogen Fabrik/Rainbow Factory tour
Ashley Dawson on Mainzerstrasse
Hamburg: “Right to the City” conference theses
Street cover by Ufe Surland
Provo pamphlet by Experimental Jetset
Paris: La Générale on the terrace
Legends of the Rue des Caves
Ljubljana: Metelkova Mesto
USA stories: Bronx, San Francisco
Hannah Dobbz Squatumentary
Despair
Amsterdam, London, Zürich, Paris, Madrid: Art Squats
picture pages

„Where We Were Not – Part One – Alexus’ Story“

bildwechsel und die villa magdalena k. laden ein zum Blechbox-Gespräch
am Mittwoch den 10.8. um 20:00 in die villa magdalena k.
Bernstorffstr.160a ( durch den Torgang), Hamburg

In der Reihe Blechbox-Gespräche und unter dem Motto „Das Gespräch – immer noch eine der effektivsten Kommunikationsformen unserer Zeit“ ist Jessica MacCormack aus Montreal zu Gast bei bildwechsel.
Jessica macht experimentelle Animationen, Video, malt, zeichnet, macht Performance, Installationen und interventionistische Projekte.
An diesem Abend geht es um ihr neustes Projekt, den animierten Dokumentarfilm „Where We Were Not“.
Über Jahre hinweg hat sie mit Frauen im Knast und in First Nation Community Projekten künstlerisch zusammen gearbeitet.
In dem Film erzählen eine Aktivistin gegen die Sklaverei und die Todesstrafe, eine First Nations Transgender Frau und zwei Frauen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden über Kriminalisierung und ihre Erfahrungen im kanadischen Gefängnissystem.
Jessica wird uns den ersten Teil „Where We Were Not – Part One – Alexus’ Story“ zeigen.
Sie wird über das aktuelle Projekt erzählen und bei Interesse gerne noch weitere Arbeiten vorstellen.
Gemeinsam wollen wir ins Gespräch und Austausch kommen über verschiedene Formen von biografischen und autobiografischen künstlerischem Arbeiten.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache (mit deutschen Zusammenfassungen) statt.
Getränke und ein kleiner Snack sind vorhanden.

Mittwoch, 10.8.11
20:00 Uhr
villa magdalena k.
Bernstorffstr.160a ( durch den Torgang), Hamburg

http://jessicamaccormackrmack.tumblr.com/
www.ilovebildwechsel.org
www.bildwechsel.org

nüsslerkamp videokunst gegen abriss

Milieu Nüßlerkamp from SyMmEx on Vimeo.