Beiträge von kabelsalat

Nem tetszik a rendszer – I don‘t like the system

Schanze, 1980

schanze_1980

„Es gab ein paar wirklich gute Gründe, hier zu wohnen“, schreibt Thomas Henning im jüngst erschienenen Fotoband „Schanze, 1980″ (Junius Verlag, 2011). Es sind vermutlich unzählige Fotos, die er, der seine fotografischen Vorbilder bei den amerikanischen Fotografen der 1950er und 1960er Jahre hat, seit den 1970er Jahren in verschiedenen Ecken Hamburgs gemacht hat.

„Schanze, 1980″ versammelt nun eine Auswahl dieser damals noch als Kodachrome-Dias entwickelten Schnappschüsse in Form eines im Nachhinein konstruierten Spaziergangs durch das Schanzenviertel, welcher wunderbar anzuschauen ist und dabei auf angenehme Art nicht moderiert wird: Neben einer kurzen Einleitung zum Buch werden die einzelnen Bilder lediglich von Straßennamen ergänzt – weitere Erläuterungen gibt es nicht. Auch verzichten Henning (und der Verlag) zum Glück (und vermutlich gewollt) darauf, mit dem Buch einen Beitrag zur aktuellen Gentrifizierungsdebatte leisten zu wollen – à la „früher war das hier alles noch bunt und unberührt“.

Das, was er in seinen Schnappschüssen festhalten wollte, nennt Henning die „Exotik des Alltags“. Nachdem er mir bei einem Kaffee die damals noch gänzlich andere Gewerbestruktur und das Leben im Quartier beschrieben hat („Es gab Kneipen, die nur Zimmer waren, in denen die Astra-Kisten gestapelt waren: Zwei Stapel – einer für die leeren, einer für die vollen. Mehr war da nicht drin. So traf man sich halt – das war schon schräg.“), kommt Henning darauf zu sprechen, wie es zu den Fotos im Schanzenviertel gekommen ist: „Ich habe schon damals im Viertel gelebt, und meine Freundin hatte einen Hund, mit dem ich immer rausgehen musste. Manchmal bin ich ‚zigmal an einer Stelle vorbeigekommen, ohne sie zu fotografieren. Und eines Tages war dann der Moment für das Foto da. Auf den habe ich nie bewusst gewartet, sondern ich lief zufällig dort entlang.“ Anders als heute konnte man 1980 noch nicht sofort sehen, ob der Schnappschuss ein guter geworden war. Es dauerte eine ganze Woche, bis die entwickelten Dias zurückkamen – mit oftmals überrauschenden Ergebnissen.

Henning schweift mit einem distanzierten Blick durchs Viertel – eine Distanz, die nahezu an Tristesse grenzt und die die Situationen, die er ablichtet, in keinster Weise zu schönen versucht: „Ich habe nicht gewartet, dass ein Sonnenstrahl in die Szene hineinfällt und die Situation dramatisch macht oder so. Es sind ganz normale, mehr oder weniger graue Tage, an denen ich fotografiert habe. Und: Es war so leer, wie es auf den Bildern aussieht. Es ist genau so gewesen.“

Auch an den fast nachkoloriert wirkenden Motiven zeigen sich Hennings bewusste Referenzen zu seinen amerikanischen Fotografen-Vorbildern: „Bilder wie das Coverfoto, die Fassade der Roten Flora, in der damals noch ‚1000 Töpfe‘ war, sind entstanden, weil ich versucht habe, wenigstens ein bisschen amerikanisches Großstadtflair in die damals noch sehr leere Stadt zu bringen.“
Das hat er geschafft.

Thomas Henning
Schanze, 1980
Junius Verlag 2011

Annette Wehrmann Luftschlangentexte. CD-Release

S.O.S. St. Pauli und Mietenwahnsinn in Altona

An fast jeder Haustür in St. Pauli klebt in diesen Tagen ein Aufruf mit orangener und schwarzer Schrift: St. Pauli ruft auf, sich zu versammeln. Um zu diskutieren, wie es weitergehen kann bzw. was anders werden soll mit den Mieten, die konstant steigen und die sich viele langsam oder auch schon länger finanziell nicht mehr leisten – oder vielmehr: nicht mehr aufbringen – können. Die Zettel, die ein orangener Rettungsring mit der Aufschrift „S.O.S. St. Pauli“ ziert, laden ein zur „1. Stadtteilversammlung“, die unter dem Motto „Ist St. Pauli noch zu retten?“ stattfindet. Zeit und Ort: Samstag, den 22. Oktober ab 15 Uhr in der Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12. Die Einladenden sind Menschen, die auf St. Pauli wohnen oder arbeiten und Teil der Stadtteilinitiativen GWA St. Pauli Initiative Esso-Häuser, Es regnet Kaviar oder Reeperbahn 157 sind.

Drei Tage später findet, organisiert von der Altonaer Plattform gegen Verdrängung, eine ähnlich ausgerichtete Stadtteilversammlung statt: Für den 25. Oktober um 19 Uhr ist in die Große Bergstraße 154, ins SOAL-Bildungsforum (1. Stock. Eingang: von der Seite (Haus-Nr. 152) eingeladen, um ähnliche Themen zu diskutieren: Das Motto in Altona lautet „Mietenwahnsinn in Altona – wie stoppen?“ Einzig die Grundlage – und dadurch aber möglicherweise auch die Diskussion und daraus folgenden Strategien sind – aufgrund der im Vergleich zu St. Pauli unterschiedlichen Situation in Altona andere, denn, so die Einladung:

Im Gegensatz zu Ottensen oder St. Pauli sind hier viele Wohnungen im Besitz von SAGA-GWG und Genossenschaften.

Mehr Infos dazu oder auch über zukünftige Stadtteilversammlungen und Veranstaltungen anderer Art finden sich auf der Seite Mietenwahnsinn stoppen.

Fette Mieten Party bei der SAGA

Auf der Mietenwahnsinn-Seite ist zu lesen, dass gestern in den Räumen der SAGA gegen deren Mietenpolitik protestiert wurde.
Insbesondere, weil der Name der SAGA ja kürzlich in den Hamburger Medien als möglicher zukünftiger Besitzer der noch im Treuhandvermögen der STEG befindlichen Häuser im Karolinenviertel genannt wurde, lohnt es sich unserer Ansicht nach, darauf aufmerksam zu machen, was die SAGA macht und was die Reaktionen darauf sind:

Nur zwei Tage nach dem erfolgreichen „Miete nervt“-OpenAir-Konzert im Hamburger Schanzenviertel haben heute etwa 30 Wohnungssuchende und AktivistInnen der Kampagne Mietenwahnsinn stoppen eine Fette Mieten Party in einer SAGA-Geschäftsstelle in Altona gefeiert. Mit dieser Aktion wollten die TeilnehmerInnen auf die zunehmend unsoziale Wohnungspolitik des städtischen Wohnungsunternehmen SAGA/GWG aufmerksam machen.
Mit 130.000 Wohnungen verfügt die SAGA/GWG über 15% des gesamten Hamburger Wohnungsbestandes und hat damit großen Einfluss auf die Mietentwicklungen in dieser Stadt. Doch seit Jahren treibt das Unternehmen die Mieten in die Höhe.

Die Forderungen der Partygäste waren:
- Die SAGA-GWG darf nicht dazu benutzt werden, Haushaltslöcher zu stopfen: Finger weg vom Uni-Umbau!
- SAGA-GWG vergesellschaften! Das heißt: Umwandlung der SAGA in eine demokratisch kontrollierte Struktur.
- Keine weiteren Mieterhöhungen bei der SAGA-GWG! Runter mit den Mieten!

HH: Schilleroper besetzt

Am heutigen Sonnabend, den 1.10.2011, besetzten am Nachmittag AktivistInnen die seit mehreren Jahren leerstehende „Schilleroper“ in St. Pauli-Nord (Hamburg).

Wir hörten, dass sich zur Zeit rund 70 AktivistInnen vor und im Gebäude befinden und bislang Polizei nur am Rande aufgetaucht sei.
Wer mehr wissen will, müsste sich vielleicht mal in die Richtung bewegen.

Für diejenigen, die die Schilleroper in der Straße Bei der Schilleroper (hinter der Lerchenwache) in den letzten Jahren aus den Augen verloren haben:
Sie ist eins der vielen Gebäude in der Stadt, die derzeit leer stehen – trotz massiv steigender Mieten. Nun sind offenbar, obwohl Fenster und Türen mit Brettern vernagelt wurden, während das Gebäude vor sich hin rottet, AktivistInnen heute ins Haus gelangt, um es zu besetzen und um zu demonstrieren, dass der Mietenwahnsinn gestoppt werden muss.

***(die längst fällige) AKTUALISIERUNG***
Besetzung_Schilleroper
Die Besetzung hielt offenbar leider nur wenige Stunden vor. Wer am Samstag gegen 20Uhr oder später an der Schilleroper vorbeikam, traf nur noch auf zwei oder drei Hände voll Polizisten, die den Hintereingang des Gebäudes bewachten, während offenbar im Gebäude mit Taschenlampenlicht nach möglicherweise übrig gebliebenen BesetzerInnen gesucht wurde.
Auf der Straße konnte man erfahren, dass die Polizei zuvor 15 Leute aus dem Gebäude geholt und nach Personalienfeststellung losgelassen hat.

Der Zaun muss weg!

„Ganz ehrlich, ES REICHT!
Darum findet am 1. Oktober ab 14 Uhr eine Demo gegen Schreibers ausgrenzende Politik statt, die an der Kersten-Miles-Brücke, Helgoländer Allee, beginnt.

Der Aufruf zur Demo:

Der vor mehr als einer Woche gebaute Zaun an der Kersten-Miles-Brücke setzt der Vertreibungspolitik in Hamburg endgültig die Krone auf! Anstatt ernsthafte Schritte gegen Wohnungsnot und Mietenwahnsinn zu unternehmen und ausreichend Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen, werden die am härtesten Betroffenen dieser Entwicklung zu vertreiben versucht. Treibende Kraft hierbei ist der Bezirksamtsleiter – Mitte Markus Schreiber. Neben Vertreibung von Sexarbeiter_innen aus St. Georg und St. Pauli, der geplanten Räumung des Wilhelmsburger Wagenplatzes „Zomia“, der Privatisierung von Bahnhofsgeländen zur Vertreibung von Obdachlosen aus dem Stadtbild, werden Nachbarschaftsinitiativen und selbstverwaltete Wohnprojekte vom Mitgestalten an der Stadt ausgeschlossen bzw. massiv in Ihrer Arbeit behindert. Dies sind nur einige Beispiele einer langen Liste von verfehlter Stadtteilpolitik. Das werden wir nicht länger dulden! Deshalb fordern wir:

1. Sofortiger Rückbau des Zaunes unter der Kersten-Miles-Brücke
2. Schaffung von menschenwürdigen Wohnraum statt Schikanierung von Obdachlosen
3. Aufstockung der Finanzmittel im sozialen Sektor
4. Keine Privatisierung von Bahnhöfen und deren Vorplätzen
5. Keine Vertreibung des Wagenplatzes Zomia
6. Keine Vertreibung der SexarbeiterInnen aus St.Georg und St. Pauli
7. Rücktritt Markus Schreibers von seinen Ämtern aufgrund von unsozialem Verhalten!

Ohne Rückbau des Zaunes und Rücktritt Markus Schreibers, lehnen wir jegliche Schlichtungsgespräche ab.

Menschenwürde ist nicht verhandelbar!

„Anwohnerinitiative Münzviertel“ – „Attac Hamburg“ – „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ – „Bündnis Zaun muss weg“ – „Die Linke Bezirksverband Mitte“ – „Die Linke Landesverband Hamburg – „Echte Demokratie jetzt“ – „Elbrausch für alle“ – „Hedonistische Internationale“ – „Hinz & Kunzt“ – „one of many e.V.“ – „Piratenpartei Hamburg“ – „Politsch korrektes Bier“ – „St. Pauli Perlen – „Topfschlagen gegen Mietenwahnsinn und Wohnungsnot“ – „Wagenplatz Zomia“

Bettel- & Hurenflashmob

Am 15.09. findet um 17:30 vor der Bezirksversammlung Mitte ein Bettel- & Hurenflashmob statt.
Warum? Weil frei nach dem Motto ‚Unser Dorf soll schöner werden‘ Hamburg derzeit zum Provinznest umgestaltet wird und dies zu Lasten sogenannter Randständiger die dieses Idyll stören könnten, geschieht.

An Beispielen mangelt es nicht:
- Bezirksamtsleiter Schreiber will, dass der Straßenstrich von St.Georg ins Industriegebiet nach Rothenburgsort umgesiedelt wird.
- Die Straßenkinder und Obdachlosen, die unter der Kersten-Miles-Brücke lebten, wurden durch Umbaumaßnahmen für 100.000 € vertrieben, damit sich die Touristen, die zu ihren Bussen strömem, durch diesen Anblick nicht gestört fühlen.
- Der Bauwagenplatz Zomia soll aus Wilhelmsburg verschwinden und bekommt unsägliche Ersatzflächen angeboten: am Flughafenzaun, zwischen Gleisen, an die Grenze Schleswig-Holsteins, …
- Trinker sollen aus dem öffentlichen Raum verschwinden und in Trinkerräumen unsichtbar verwahrt werden.
Um das durchzusetzen sollen nicht nur Platzverweise erteilt, sondern auch immer mehr öffentlicher Raum, z.B. rund um den Hauptbahnhof, privatisiert und dann von Sicherheitsdiensten „betreut“ werden.
- Selbst ein, eigentlich begrüßenswertes, Winternotprogramm soll missbraucht werden Obdachlose zu registrieren und „Rückführmaßnahmen“ zuzuführen.
- In Folge galoppierender Gentrifizierung werden immer mehr Menschen, die mit dem Mietenwahnsinn nicht mit halten können aus ihren angestammten Quartieren vertrieben, wodurch nicht nur die vorhandenen sozialen Strukturen in den „Szenequartieren“ zerstört werden, sondern andernorts soziale Brennpunkte eskalieren und Menschen in eine räumliche Falle getrieben werden.
Gleichzeitig sollen demokratischen Rechte, die sich die Hamburger per Volksentscheid erkämpft haben, wieder kassiert werden.
So schwadroniert die SPD seit den letzten Wahlen immer wieder davon das neue Hamburger Wahlrecht wieder durch das alte zu ersetzen, obwohl noch nicht einmal verfassungsgerichtlich festgestellte Anforderungen, wie die Streichung einer Zugangshürde auf kommunaler Ebene, erfüllt sind.
Mit dem „Hamburger Vertrag“ wird ein vermeintlicher Konflikt zwischen allgemein als notwendig erachtetem Wohnungsbau und demokratischen Rechten postuliert und die Möglichkeit zu Bürgerentscheiden beschnitten.

Wer zeigen will, dass er/sie diese Entwicklungen nicht stillschweigend hinnehmen will, kommt am besten am Donnerstag den 15.09.11, um 17:30h, eine halbe Stunde vor Beginn der ersten Sitzung der Bezirksversammlung Mitte nach der Sommerpause, um vor der Bezirksversammlung zu betteln, der Prostitution nachzugehen, zu trinken und die Abgeordneten freundlich zu begrüßen.
Um 18:00h, zu Beginn der Sitzung, kann der eigenen Meinung auch noch in der Bürgerfragestunde nachgegangen werden.

Stadt für ALLE und echte Demokratie!
Keine Vertreibung und soziale Spaltung!

HAMBURG IST KEIN SCHREIBERGARTEN !!!

*** Danke für die Weiterleitung! ***

Topfschlagen gegen steigende Mieten und Wohnungsnot

Am 27. 10. soll in Hamburg um 19 Uhr 10 Minuten lang die gesamte Stadt mit Schallwellen des Protests gegen den Mietenwahnsinn durchflutet werden:

Egal, wo ihr seid, öffnet die Fenster oder geht auf die Straße, holt die Kochtöpfe hervor und trommelt drauf los!

Der akustische Klangteppich des Topfschlagens soll so der Unzufriedenheit über steigende Mieten Gehör verschaffen und die zwei Tage später, am 29. 10. stattfindende Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!“ unterstützen.

das „lietuva“ und das pro-test lab in vilnius – für den erhalt öffentlicher räume!

seit ca. 6 jahren versucht eine gruppe junger leute, künstler_innen und aktivist_innen, das letzte kommunale kino in der altstadt von vilnius, der hauptstadt litauens, zu erhalten (fotos). die gruppe, die mit vielfältigen, öffentlichkeits- und medienwirksamen aktionen den abriss des kinos mit dem namen “lietuva” zu verhindern versucht, agiert unter dem namen “pro-test lab” und protestiert ür die erhaltung öffentlicher räume in der stadt. begonnen hat das ganze schon vor längerer zeit: bis 1989, der zeit der sowjetregierung, spielten kinos eine bedeutsame im kulturellen leben. so gab es auch in vilnius zu der zeit eine große anzahl kommunaler kinos inmitten der innenstadt. das kulturelle leben wurde von staatlicher seite finanziell stark unterstützt und kinos waren regelmäßiger treffpunkt der bevölkerung. mit der unabhängigkeit litauens hat sich die kinolandschaft von vilnius dahingehend entwickelt, dass ein kino nach dem nächsten abgerissen wurde, um platz zu machen für shopping malls und loftwohnungen. dazu geführt hat das interesse der regierung, eine innenstadt zu schaffen, die im ranking der europäischen großstädte auf einen besseren platz hofft. ein schritt dorthin war die privatisierung der kommunalen kinos: investoren kauften die wertvollen grundstücke in innerstädtischen lagen, rissen die kinos ab und bauten neu.
so ist das “lietuva” mittlerweile das letzte der einst über 20 kommunalen kinos in der altstadt von vilnius, das noch steht – wenngleich es seit mehreren jahren nicht mehr bespielt wird. aber das ist eine andere geschichte. in einem interview gab einer der mitbegünder des pro-test lab auskunft über die bedeutung des namens des kinos: lietuva heißt übersetzt litauen. aufrund des namens war das kino auch während der regierung der udssr ein kino, dessen name darauf verwies, dass das land zuvor litauen hieß. die frage “treffen wir uns im lietuva” war somit eine referenz auf das eigene historische bewusstsein und somit war es immer auch ein politischer akt, zu sagen, “lass’ uns in lietuva treffen”.

derzeit gibt es einen prozess gegen einzelne aktivist_innen, da der investor gegen das pro-test lab geklagt hatte, weil, ihm zufolge, der protest eine wertminderung des objekts bzw. des grundstücks nach sich gezogen habe.

*** wir werden hierüber an anderer stelle weiter berichten. ***

jetzt schon – zum weiterlesen:
Art against privatization of the public space in Vilnius
und
Querying the memory of place by making sense of the pro-test lab in Vilnius

Finanzbehörde erwägt Räumung der Planungswürfel auf dem Areal

kam gerade in unser postfach geflattert. und weil die zeit offenbar drängt, kommt es direkt hierhin:

Der Mopo zufolge erwägt die Finanzbehörde die Räumung der Planungswürfel auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle, die dort erst am Freitag errichtet wurden.
Deshalb geht’s heute (Dienstag, 23.08.2011) ab 11 Uhr aufs Areal; um 12 Uhr ist Pressekonferenz und ab 14 Uhr das Programm „Bürger_innen informieren Politiker_innen“.
Kommt, wenn ihr könnt!

und hier die dazu gehörende pressemitteilung:

Finanzbehörde erwägt Räumung der Planungswürfel auf dem Areal – Anwohner_innen informieren Politiker_innen

Wie u.a. der heutigen Ausgabe der Hamburger Morgenpost zu entnehmen ist, erwägt die Finanzbehörde die Räumung der Planungswürfel auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle. Diese wurden erst am vergangenen Freitag von Anwohner_innen dort errichtet und der Stadt zum Geschenk gemacht – als Bestandteil eines demokratischen Planungsverfahrens für das Gelände und die seit mehr als einem Jahr leer stehende Halle.
Wir, die geschenkgebenden Anwohner_innen, sind erstaunt darüber, dass die Behörde an einen solchen Schritt denkt, ohne die Gabe auch nur in Augenschein genommen zu haben.
Welchen Sinn sollte es machen, ein Kunstwerk zu zerstören und ein Gelände zu räumen, dass zuvor lediglich zum Zerschlagen von Flaschen genutzt wurde?
Die Würfel stellen unbestreitbar eine Bereicherung der Situation auf dem Areal dar, nicht nur als ästhetisch wirksame Installation, sondern auch als Kommunikationsort für die Menschen in den benachbarten Vierteln.
Offensichtlich gibt es Missverständnisse hinsichtlich des Zwecks der Würfel und der Absichten der Anwohner_innen, die diesen Planungspavillon betreiben.
Diese Missverständnisse möchten wir ausräumen.

Am heutigen Dienstag, dem 23.08.2011 werden die Würfel um 11 Uhr als Treff- und Kommunikationsort für alle Anwohner_innen und Freund_innen geöffnet.

Um 12 Uhr laden wir Sie zur Pressekonferenz in den Planungswürfeln auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle ein (Neuer Kamp 25, früherer Zentralviehmarkt, ehemals Walmart und Real, neben U-Bahn Feldstraße).

Ab 14 Uhr erwarten wir Gäste aus Parteien und Fraktionen zum Programm „Bürger_innen informieren Politiker_innen“.

Wir hoffen, Sie zu beiden Terminen begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Anwohner_innen der Alten Rindermarkthalle

Was bisher geschah, findet sich hier auf dem blog von die leute:real.

Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!

Demonstration am 29. Oktober 2011. Start: 13 Uhr, Millerntorplatz, Hamburg

Und hier ist der dazugehörige Aufruf:

Knapp ein Jahr nachdem 5.000 Menschen mit der Forderung „Leerstand zu Wohnraum“ auf die Straße gingen, müssen wir feststellen: Ein grundlegender Kurswechsel in der Hamburger Wohnungspolitik ist nicht erkennbar.

Die Mieten steigen stadtweit auf unerträgliche Höhen, oftmals als Folge von Umstrukturierungsprozessen. Der Bedarf an günstigem, zentralem Wohnraum nimmt weiter zu. Neu gebaut werden nur hochpreisige Miet- und Eigentumswohnungen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von AnwohnerInnen. Noch immer stehen auch 1,4 Millionen Quadratmeter Büroraum ungenutzt leer. Menschen die schon lange in ihrer Wohnung leben, wagen keinen Umzug, da sie sich die neue Miete nicht werden leisten können. Obdachlose, MigrantInnen und Menschen mit geringem Einkommen werden, falls sie überhaupt den Zugang zu Wohnraum finden, in verschimmelte Wohnungen in schlechten Wohngegenden gedrängt.

Keine Mieterhöhungen durch den Mietenspiegel
Mit Erscheinen des Mietenspiegels im November wird den VermieterInnen erneut die Möglichkeit geboten, weiter an der Mieterhöhungsspirale zu drehen, und das sogar gesetzlich begründet. Die wild zusammengeschusterte, angeblich wissenschaftliche und neutrale Berechnungsbasis des Mietenspiegels führt stets nur zu weiteren Erhöhungen der Vergleichsmieten. Der Mietenspiegel, einst gedacht als Instrument, um die Situation der MieterInnen zu erleichtern und zu verbessern, ist zu einem Instrument der finanziellen Ausbeutung geworden. Zusätzlich zu den ohnehin gestiegenen Energiekosten, werden sich viele die den „ortsüblichen Vergleichsmieten“ angepassten Mieten nicht mehr leisten können.

Mietobergrenze jetzt
Um den Mietenwahnsinn in Hamburg zu stoppen, fordern wir, unverzüglich eine Mietobergrenze, weit unterhalb der derzeitigen Durchschnittsmiete, einzuführen. Gesellschaftlich benachteiligten Gruppen muss der vorrangige Zugang zu Wohnraum gezielt ermöglicht werden. Der unsozialen Vorenthaltung von bestehendem Wohnraum muss aktiv entgegengewirkt werden, indem Besetzungen ungenutzter, leerstehender Gebäude nicht weiterhin kriminalisiert, sondern gesellschaftlich wie politisch akzeptiert und gefördert werden. Der Neubau oder Abriss von Wohn- oder Gewerberaum darf nur unter gleichberechtigter Mitbestimmung der AnwohnerInnen umgesetzt werden.

Wohnraum vergesellschaften
Wir haben eine andere Vorstellung von Wohnungspolitik als die Immobilien-Verwertungskoalition aus Politik und Wirtschaft. Wohnraum ist für uns keine Ware, sondern ein öffentliches Gut, das wir zum Leben brauchen. Eine grundsätzliche Veränderung ist notwendig: Wohnraum muss dem profitorientierten Markt entzogen und unter gesellschaftlicher Kontrolle allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Vergesellschaftung von Wohnraum heißt für uns, dass die Frage, wer wo wohnen kann, nicht länger von den finanziellen Ressourcen der einzelnen abhängt. Entscheidungen über Nutzung, Umgestaltung oder Schaffung von Wohnraum müssen von den Mieterinnen und Mietern selbst getroffen werden.

Die geplante Veröffentlichung des Mietenspiegels im Herbst nehmen wir zum Anlass, unsere Wut und Empörung über die Hamburger Wohnungspolitik auf die Straße zu tragen und unsere eigenen Vorstellungen vom Wohnen und Leben in einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen durchzusetzen.

ES RUFEN AUF:

AG Altona-St.Pauli, AG Mieten im Netzwerk Recht auf Stadt, AG-Soziales der SOPO, AK Wohnraum für junge Menschen, AKU Wilhelmsburg, Altonaer Plattform gegen Verdrängung, Altopia, Avanti – Projekt undogmatische Linke, AZ Altona, Ballkult e.V., Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE, Café Exil, DIE LINKE Landesverband Hamburg, Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V., Fanladen St. Pauli, Gängeviertel, Geschichtswerkstatt St. Georg e.V., Hamburger Arbeitskreis Asyl e.V., Initiative Esso-Häuser, GWA St. Pauli e.V., HUDE – Jugendsozialarbeit in HH-Nord, Kampagne „Flora bleibt unverträglich“, LaRAGE (Raum und Gender), medibüro hamburg, Mietshäusersyndikat Hamburg, multipress, noya Hamburg, Plenum der Roten Flora, Punkrock St. Pauli, quartieren, Regenbogen/Alternative Linke, SDS Uni Hamburg, Sidewalx, Streetlife e.V., Sozialpolitische Opposition Hamburg e.V., supra magazin, ver.di-Jugend Hamburg, Verlag Assoziation A, Zeckensalon St. Pauli

aus 2% wurde verstärker

die erste ausgabe ist nun aus dem druck und existiert neben auf-papier auch im netz.
während sich die zeitung unter ihrem alten titel vor allem mit der mietenpolitik der SAGA/GWG auseinandersetzte, sollen die inhalte unter dem neuen namen – verstärker – nun etwas weiter gefasst werden und breitere bereiche der hamburger stadtentwicklung thematisieren.
der erste verstärker ist 12 seiten dick und kann hier digital gelesen werden.

verstärker wird von aktiven aus den initiativen im „recht auf stadt“-netzwerk geschrieben und produziert und kostenlos verteilt. er erscheint ca. alle drei monate.

House Magic Zine ist jetzt erhältlich

und zwar hier.

The contents of House Magic #3 includes:
Bulletins
Berlin: A stay at the Rote Insel in Berlin
Regenbogen Fabrik/Rainbow Factory tour
Ashley Dawson on Mainzerstrasse
Hamburg: “Right to the City” conference theses
Street cover by Ufe Surland
Provo pamphlet by Experimental Jetset
Paris: La Générale on the terrace
Legends of the Rue des Caves
Ljubljana: Metelkova Mesto
USA stories: Bronx, San Francisco
Hannah Dobbz Squatumentary
Despair
Amsterdam, London, Zürich, Paris, Madrid: Art Squats
picture pages

„Where We Were Not – Part One – Alexus’ Story“

bildwechsel und die villa magdalena k. laden ein zum Blechbox-Gespräch
am Mittwoch den 10.8. um 20:00 in die villa magdalena k.
Bernstorffstr.160a ( durch den Torgang), Hamburg

In der Reihe Blechbox-Gespräche und unter dem Motto „Das Gespräch – immer noch eine der effektivsten Kommunikationsformen unserer Zeit“ ist Jessica MacCormack aus Montreal zu Gast bei bildwechsel.
Jessica macht experimentelle Animationen, Video, malt, zeichnet, macht Performance, Installationen und interventionistische Projekte.
An diesem Abend geht es um ihr neustes Projekt, den animierten Dokumentarfilm „Where We Were Not“.
Über Jahre hinweg hat sie mit Frauen im Knast und in First Nation Community Projekten künstlerisch zusammen gearbeitet.
In dem Film erzählen eine Aktivistin gegen die Sklaverei und die Todesstrafe, eine First Nations Transgender Frau und zwei Frauen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden über Kriminalisierung und ihre Erfahrungen im kanadischen Gefängnissystem.
Jessica wird uns den ersten Teil „Where We Were Not – Part One – Alexus’ Story“ zeigen.
Sie wird über das aktuelle Projekt erzählen und bei Interesse gerne noch weitere Arbeiten vorstellen.
Gemeinsam wollen wir ins Gespräch und Austausch kommen über verschiedene Formen von biografischen und autobiografischen künstlerischem Arbeiten.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache (mit deutschen Zusammenfassungen) statt.
Getränke und ein kleiner Snack sind vorhanden.

Mittwoch, 10.8.11
20:00 Uhr
villa magdalena k.
Bernstorffstr.160a ( durch den Torgang), Hamburg

http://jessicamaccormackrmack.tumblr.com/
www.ilovebildwechsel.org
www.bildwechsel.org

nüsslerkamp videokunst gegen abriss

Milieu Nüßlerkamp from SyMmEx on Vimeo.

oz ist zu gefängnisstrafe verurteilt worden

wegen sprayen muss er jetzt 14 monate in den knast.

die iba wird nicht schlauer

sondern will lieber noch mehr abholzen und radikal verändern, als mit den leuten mal gucken was gehen könnte.
nun soll am ernst-august-kanal eine kleine betonlandschaft entstehen. just als wären wir wieder in den siebzigern, obwohl damals wurde ja auf den sozialen aspekt geachtet, also just, als wären wir in den siebzigern ohne die sozis.

oz prozess (sprayt in hamburg seit jahrzehnten seinen tag)

Kommt zur Urteilsverkündung! Freitag, 29.Juli – 8:30 Uhr / Spohrstraße 6 /
Amtsgericht Hamburg-Barmbek

Freiraum für OZ! http://www.free-oz.org/

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ist urban gardening gentrifizierung oder nicht

fragt ein artikel über das „gartendeck“ auf st.pauli am rande. die frage taucht in unterschiedlichen variationen immer wieder auf: sind künstlerInnen gentrifizierer? sind es die studentInnen? ist jeder gentrifizierer, der seine wohnung instandhält, verbessert? ist jeder garten ein aufwertungstrick? unseres erachtens nach nein. nicht aus sich heraus. erst wenn man sich nicht gleichzeitig gegen steigenende mieten und umwandlung in eigentum wehrt und stattdessen künstlert, verschönert, verbuntet, dann wird es irgendwann kritisch. aber, dass die mieten teuerer werden, wo es schön ist, ist kein naturereignis, das ist politik und es kann auch politisch dagegen gesteuert werden. also die forderung nach niedrigen mieten nicht vergessen und munter weiter gemüse ziehen oder was auch immer.