Beiträge von kabelsalat

was hat die kampagne „not in our name“ gebracht

das wurde vor einer woche im golem in hamburg st. pauli diskutiert.
einen mitschnitt findet ihr hier
Die Untüchtigen – Diskussion – Not In Our Name Marke Hamburg by Die Untüchtigen
mit dank an „land for free“

Schanzenfest am 20. August

wer wie was wo und warum findet sich bei indymedia.
sehr schön finden wir diese passage:

Die aktuellen Wohnungsbauprogramme sind vor allem ein politisches Instrument, die Stadtteile im ökonomischen Sinne des Senates weiter aufzuwerten und damit den Mietenwahnsinn zu verschärfen. Statt Wohnraum im Interesse aller zu vergesellschaften, werden durch den Senat neue privatwirtschafliche Investitionsräume geschaffen und die Stadt auf vielen Ebenen privatisiert. Statt irgendwie Wohnungen zu bauen, die später in erster Linie der Mittelschicht zugute kommen, ist es notwendig, eine solidarische Stadt zu entwickeln mit der Vorgabe, die vorhandenen Ungerechtigkeiten nicht zu verschärfen, sondern abzuschaffen. Wir wollen weder, dass unter dem Vorwand des Wohnungsbaus jede Grünfläche in Hamburg plattgehauen wird, noch, dass Bauwagenplätze oder Menschen auf der Straße vertrieben werden.

Künstlers Vattenfall und ein historisches Gelände:

Pressemitteilung der Künstlerinitiative Bullerdeich, 19. Juli 2011

UNSICHERHEIT BLEIBT
Der Wettbewerb um das Bille-Kraftwerk: Stand der Dinge

Die hochrangig besetzte Jury* habe die Empfehlung ausgesprochen, drei der insgesamt acht im Wettbewerb vorgelegten Nutzungskonzepte ausarbeiten zu lassen, so heißt es. Eigens wird in der Presse­mitteilung die „wirtschaftliche Tragfähigkeit“ von zwei Konzepten gewürdigt. Wenig
ist jedoch darüber zu lesen, welche zukünftigen Nutzungen die Auswahl vorsieht.
Nur so viel, dass sie insgesamt um eine sogenannte „Erlebenswelt des historischen Automobils“ kreisen. Über das dritte favorisierte „Konzept für kreative Impulse“ wird nichts Weiteres gesagt. Fraglich scheint sogar, ob es sich hier überhaupt um eine Wettbewerbseinreichung handelt.

Besteht Hoffnung für die KünstlerInnen am Bullerdeich und ihren Verbleib auf dem Gelände, wenn Vattenfall en passant die „Integration von Künstlern“ erwähnt? Bisher jedenfalls wurde die Künstlerinitiative Bullerdeich – trotzt ihrer Anfragen und ihres vitalen Interesses – an der Zukunftsgestaltung des alten Kraftwerks nicht beteiligt.
Die BestandsmieterInnen und KünstlerInnen vor Ort, die über Jahrzehnte zum Erhalt der Gebäude beigetragen haben, aktiv einzubinden, scheint bis heute nicht Teil von Vattenfalls Philosophie zu sein.

Auf den Vorschlag „1000plusX“, den die Künstlerinitiative Bullerdeich seit längerem schon in die Diskussion eingebracht hat und der eine Ausweitung der künstlerischen Nutzung skizziert, hat die Kraftwerkseignerin bislang nicht reagiert. Deshalb melden wir uns nochmals nachdrücklich zu Wort und fordern dazu auf, uns in die laufenden Gespräche über ein Gesamtkonzept einzubeziehen.

Kontakt:
ki.bullerdeich@gmx.de
Künstlerinitiative Bullerdeich auch auf facebook.

SENDEHINWEIS:
Heute, Mittwoch 20.07., zwischen 18:05 und 19:00 wird auf NDR 90,3 ein Feature über die Künstlerinitiative Bullerdeich und ihre aktuelle Situation ausgestrahlt.

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* Jurymitglieder: Markus Schreiber, Daniel Luchterhandt, Frank Ihlenburg, Ingrid Unkelbach, Amelie Deuflhard, Prof. Jörn Walter, Wilfried Jastrembski, Prof. Klaus Sill, Dr. Pit Hosak

Wegen der Öffentlichkeitsarbeit zum Prozess muss

der Hausbesetzer nun 240 Euro zahlen. Bei diesem Prozess vor dem Amtsgericht Altona scheint die Pressefreiheit doch einmal Verhältnismäßig billig zu sein. Sobald wir eine Kontonummer gefunden haben, an die man eine kleine Gabe zu den 240 Euro spenden kann, werden wir sie hier posten.

Gartendeck – Gärtnern auf St. Pauli

Vor ein paar Wochen klebte ein Zettel an unserer Haustür, der dazu einludt, zum Gartendeck zu kommen: einem urbaner Nachbarschaftsgarten zum gemeinsamen
Gemüseanbau in Hamburg St. Pauli – in der Großen Freiheit 62-68.

Nun sind ein paar Wochen vergangen, ich bin noch nicht dort vorbeigelaufen, lese aber gerade, wie es weitergegangen ist, was bis heute passiert ist, was gebraucht wird, etc. für die, die das auch wissen wollen, hier die Email vom Gartendeck:

Nach mehreren Wochen im Garten der St. Pauli Kirche / Park Fiction, wo wir im Gewächshaus angesät haben, sind wir seit Ende Juni in der Großen Freiheit. Nach zwei Wochen umtopfen, Erde mischen, noch mal ansäen, Tomatenhäuser bauen, Container ausstatten, Säcke bepflanzen, Sitzmöbel zimmern und dergleichen, haben wir gestern die Kisten für die Hochbeete erhalten und das Gartendeck geht in die nächste Phase:
Diese Woche findet der große Hochbeetaufbau statt und die Pflanzen kommen endlich in die Beete.

Geöffnet ist das das Gartendeck immer Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 20 Uhr
Alle sind willkommen, ob mit oder ohne grünen Daumen.

Infos findet Ihr hier.
Kontakt über info@gartendeck.de oder einfach in der Großen Freiheit vorbeikommen.

Es gibt ein paar Dinge, die das Gartendeck noch sehr gut brauchen kann, welche in privaten und öffentlichen Räumen gerne nutzlos herumliegen, aber im Garten noch nützlich sein können:

Bäckerkisten, lebensmittelecht mit durchbrochenem Boden, 40×60x30 cm
Europaletten oder Einwegpaletten, 120×80 cm
Pappen und Kartons
Leere Tetra Packs / Milchtüten
Holz, Latten, Platten für diverse Baumaßnahmen
Regale für den Lagercontainer
Spintschränke
Rollwagen, Sackkarren für Transport
Schubkarren

Wohnwagen, Bauwagen
Kaffeemaschine
Töpfe, Geschirr, Tassen, Gläser, Besteck
Bierbänke und -tische
Sonstige Tische und Stühle für den Außenbereich
Sonnen- und Regenschutz (Segel, Pavillion, Planen)
Grill

Wer also das ein oder andere davon hat, oder weiß, wo es zu finden ist – lasst es uns wissen.

Es freut sich über Besuch
Das Gartendeck

Hege, Pflege, Austausch und Planung immer:

Mittwoch bis Sonntag 14 bis 20 Uhr

Große Freiheit 62-68, 22767 Hamburg

Fragen, Anregungen und Aufnahme in den Verteiler: info@gartendeck.de

fürs podium

Was war das denn? Wohl nicht die MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel

Gestern abend sollte die Gründungsversammlung der MieterInnengenossenschaft Karolinenviertel stattfinden, zu der sich über 100 Leute im Centro Sociale trafen. Ein Teil von ihnen war nicht wenig überrascht, wie der Abend ablief: Nach einer mehr als dreistündigen Diskussion war mir nicht klar, wohin die Reise mit den 4 Männern auf dem Podium gehen soll, die Satzungen, Beitrittserklärungen etc. im fein kopierten Stapel dabei hatten und wie bei der Bürgerschaftswahl jedem und jeder Interessierten sein Papierpäckchen vom Podium aus nach unten reichten.
Die Diskussion: ein Für und Wider zwischen „Sofort gründen – die Zeit eilt. Die Satzung ist eine Formalie.“ und „Unser Pfund sind wir selber! Unklarheiten in der Satzung müssen wir klären, bevor wir sie unterschreiben!“
Der Saal war voll. Viele Leute, die bei vorherigen Treffen schonmal dabei waren, aber auch viele Leute, die sich zum ersten Mal dazu gesellten. Gegründet wurde schlussendlich, ich weiß nicht, mit wie vielen, denn ich bin gegangen. Und war bei Weitem nicht die einzige. Die Gruppe teilte sich – ziemlich genau in der Hälfte – nach einer Abstimmung. Denn, da letztlich alle total müde waren und die Abstimmungsgrundlage nuschelig vorgetragen wurde, hat zunächst der fast komplette Saal für etwas abgestimmt, von dem sie nicht wirklich wussten, was es ist (Ich persönlich dachte, mit meiner Stimme dafür zu stimmen, dass nun endlich darüber abgestimmt wird, ob die beiden Vorschläge nun abgestimmt werden). Im zweiten Anlauf war es dann kaum besser: Die Zählung der gehobenen Hände war für mein Ermessen sehr grob „über den Daumen gepeilt“ und die Redeleitung zählte ein Ergebnis von circa 36 Stimmen für die sofortige Gründung und circa 34 Gegenstimmen, wobei die Gegenstimmen die waren, die sich, aufgrund der nach wie vor unklaren Grundlage und weiterem Informations- und Diskussionsbedarf, für eine weitere Erarbeitung und juristische Abklärung der Satzung VOR Gründung und Unterschrift, über einen Zeitraum von den nächsten 8 Wochen hinweg aussprachen. Die Abstimmung wurde vom Podium geleitet und und von dort aus kommentiert mit den Worten „Meint ihr, man muss zählen oder reicht das Bild?“ Für mich reichte das Bild … Ich werde mich in den nächsten Wochen weiter im Viertel umhören. Vielleicht kommt man ja da auf einen gemeinsamen Nenner.
Zusammengefasst kann ich nur sagen: Wie peinlich. Und eigentlich nicht mal das. Denn: Das waren keine süßen Fehler, das war auch nicht paddelig. Das war politisch gewollt.

Landgericht lässt erneut Mieterhöhung wegen „guter Wohnlage“ in Hamburg St. Georg nicht zu

Das entsprechende Urteil fiel heute beim LG Hamburg.
Die Pressemitteilung von Mieter helfen Mietern dazu ist im Folgenden abgedruckt:

Die Stadt Hamburg“ hatte im Wohnlagenverzeichnis 2009 als weitere Straße in St. Georg die „St. Georgstraße“ zur „guten“ Wohnlage hoch gestuft. Dadurch ermuntert versuchte wieder einmal ein Vermieter, eine Mieterhöhung aufgrund des Aufstiegs der Straße im Verzeichnis von der „normalen“ in die „gute“ Wohnlage zu begründen.
Da das Wohnen in St. Georg seit Jahren immer schicker und begehrter wird, steigen die Preise für Wohnungen ohnehin. Neuanmietungen werden für Familien und Normalverdiener unerschwinglich. Bei bestehenden Mietverhältnissen soll der Mietenspiegel die Mieter vor krassen Erhöhungen schützen. Dabei ist die Wohnlage ein wichtiges Kriterium für die Einordnung im Mietenspiegel. Dies kann einen Unterschied von mehr als einem Euro pro m² und Monat ausmachen.

Das Landgericht hatte bereits in einer früheren Entscheidung vom 01.06.07 (Az: 311 S 102/06 und 311 S 126/06) klargestellt, dass die Merkmale einer „guten Wohnlage“ in der Nachbarstraße Koppel nicht erfüllt seien. Eine gute Wohnlage werde geprägt durch „straßenbildprägendes Grün“, ein „gepflegtes Straßenbild“ sowie eine „ruhige Lage“ mit „starkem Grünbezug“.

In dem neuen Urteil (316 S 17/11) heißt es unter anderem:
„Der eine gute Wohnlage kennzeichnende „starke Grünbezug“ und das „straßenbildprägende Grün“ fehlen bei der“ (…) „St. Georgstraße völlig.“
„Die St. Georgstraße weist auch kein gepflegtes Straßenbild auf“
„Eine“ (…) „Durchmischung von Wohnungen mit Laden- und Gewerbenutzung ist typisch für eine normale Wohnlage und ist in guten Wohnlagen in der Regel nicht vorhanden“
„Bodenrichtwerte haben einen erheblichen Anteil an der Einordnung einer Wohnlage als gute Wohnlage. Wie die Zivilkammer 11 des Landgerichtes Hamburg“ (…) „zum Az. 311 S 102/06 zutreffend ausgeführt hat, bedingt das deutliche Ansteigen der Bodenrichtwerte jedoch nicht schon per se einen solchen Anstieg der Wohnqualität, dass eine deutliche Erhöhung der Mieten in diesem Bereich gerechtfertigt wäre.“
„Auch die zentrale Lage der St. Georgstraße führt nicht zu einer so überdurchschnittlich hohen Wohnqualität, die die Einordnung in die gute Wohnlage rechtfertigen würde.“

Die mit der Einordnung der betroffenen Wohnungen in eine gute Wohnlage begründeten Mieterhöhungen sind damit gestoppt und die jetzigen Mieter werden nicht zugunsten anderer zahlungskräftigerer Mieter verdrängt. (…)

Glückwunsch!

Wenn die Finanzierung unklar ist, ist die Zukunft öffentlicher Bibliotheken ungewiss

Fotograph Robert Dawson, der über Jahre hinweg hunderte amerikanischer Bibliotheken besucht und fotografiert hat, macht mit einer Fotoreihe unter dem Titel „Public Library: An American Commons“darauf aufmerksam, wie öffentliche Bibliotheken als gemeinschaftliche und öffentliche Orte genutzt werden und wie notwendig es ist, sie als solche zu erhalten.

library

Aus der Beschreibung der Ausstellung:

These are brutal times for public libraries. Two years ago they froze book purchases. Last year they cut staff and reduced service hours, spreading the pain among branches in rolling blackouts. This year they are on the chopping block again, and there is nothing to cut but bone. New York Mayor Michael Bloomberg’s proposed budget includes an 8 percent cut to library funding. The Houston Public Library is trying to make sense of a nearly 30 percent cut. Two weeks ago the library board in Gary, Indiana, voted to close the main library; it was either that or lose all four satellite branches.

thanks to prabha

Unterschriften sammeln für die Abschaffung aller AKWs in Japan

Wegen Dringlichkeit und der Verbreitung anbei eine Email bzw. ein Aufruf von Michi Kitazawa-Engel, einer in Deutschland lebenden Atom-Gegnerin aus Japan:

Liebe AtomkraftgegnerInnen im deutschsprachigen Raum,

95 Anti-Atom-Vereine in Japan haben zu einer Unterschriftensammlung fuer die Abschaffung aller AKWs in Japan und die Unterstützung der Opfer der Katastrophe im AKW Fukushima aufgerufen. Die gesammelten Unterschriften werden im Juli dem japanischen Premierminister Herrn Kan ueberreicht.
Ich habe das Unterschriftenformular ins Deutsche uebersetzt und bitte Euch, dass Ihr diese Aktion auch im deutschsprachigen Raum verbreitet! Das Formular kann von hier geholt werden. Bitte den Aufruf lesen!
Die gesammelten Listen müssen bis Ende Juni bei „Mihama no Kai“ (Verein gegen AKW Mihama, Oii & Takahama) in Japan ankommen (Die Adresse: links unten im Formular), d.h. sie müssen spaetestens bis 25. 6. aus Deutschland und den anderen europäischen Ländern abgeschickt werden. (Die Post durch den Luftweg aus Deutschland nach Japan braucht normalerweise 4 bis 5 Tage.) Da der Versand auch nicht ganz billig ist, solltet Ihr dafür um eine Spende bitten (Eine Briefsendung per Luftpost zwischen 20g und 2kg aus Deutschland nach Japan kostet zwischen 0,75 Euro und 16,90 Euro). Wer diese Unterschriften als einzelne Person sammelt, kann die Listen auch gern an mich schicken. (In diesem Fall aber bitte bis 20. 6. schicken!)

Dass die Greenpeace Deutschland gegen die Erhoehung der Strahlengrenze fuer Kinder in Fukushima vor der japanischen Botschaft in Berlin demonstriert hat, wurde durch mehrere japanische Internetseiten verbreitet (leider jedoch nicht durch Zeitungen, Fernsehsendungen …) Also, Japaner brauchen auch den Druck aus dem Ausland! Wir, die japanischen Atom-GegnerInnen freuen uns sehr über Eure Unterstützung!!

Bei Bedarf findet Ihr hier auch das originale Unterschriftenformular in Japanisch.
Die Homepage von „Mihama no Kai

Mit freundlichen Grüßen,

Michi Kitazawa-Engel
Spillbrunnenweg 26
D-21337 Lueneburg
kitazawa.m@gmx.de

Eindrücke „Gefahrenzone“ – 30. April, Hamburg

ein langjähriger anwohner kommentierte den gestrigen abend wie folgt:

also, wir haben jetzt auch kein vollständiges Bild von gestern abend…sondern nur sagen wir mal „generationsübergreifende Eindrücke“
über das, was gestern so als „Gefahrenzone“ realisiert wurde.
Es wurde nämlich scheinbar flächendeckend ein Großteil des Besucherstroms der Walpurgisnacht aus der „Gefahrenzone“ rausgehalten. Anders als bei vergleichbaren Ereignissen waren die großen Einfallstraße über Stunden gesperrt (nicht nur „situationsbezogen“). Außerdem gab es sehr weiträumig angesetzte Polizeisperren auch für Fußgänger, die zwar durchlässig waren, aber gleichwohl den Massen der „normalen“ BesucherInnen Angst gemacht haben dürften. Und die U3 war zusätzlich gesperrt wegen Bauarbeiten.

Viele Stadtteilbewohner mussten ihr Auto nach dem Samstagausflug außerhalb der „Gefahrenzone“ abparken und zu Fuß nach hause. Wir trafen auch Niendorfer, die orientierungslos den Kiez suchten, weil sich noch nicht einmal ein Taxi am Schlump finden ließ. Viele große „Tanz in den Mai“ – Partys im Stadtteil wurden wegen „nicht erreichbar“ schlicht kurzfristig abgesagt. Getränkelieferanten wurden auch nicht durchgelassen…usw. In der Bernstorffstraße und selbst auf der Schanze fiel der übliche Wochenend – Trubel jedenfalls aus. Es war eher wie an einem Sonntagabend.

Hinzu kam, dass an jeder Ecke (bei uns im 100m – Abstand) Polizei mit ca. 15 Leuten / 2 Wannen stand – gespenstisch.
Und die Polizei hatte wohl auch das bekommen, was eigentliches Ziel der Gefahrenzone gewesen sein dürfte: Sie waren mit den meist jugendlichen Protestlern mehr oder weniger alleine auf der Straße. Statt unübersichtlicher Lage mit kaum voneinander zu unterscheidenden Partygängern und linken Aktionsgruppen.
Auch keineswegs linke AnwohnerInnen haben diese Komplettabsperrung als vollkommen unangemessen empfunden. Erstaunlich, dass in den Medien online dazu nichts kommt.
Und man fragt sich natürlich auch: Wird jetzt der Stadtteil bei jeder Demo / Schanzenfest derart abgeriegelt, dass die meisten nicht mehr reinkommen? Ist das das neue Einsatzkonzept aus der nunmehr SPD – geführten Innenbehörde? Wird die Stadt dann jetzt demnächst immer verboten / abgeriegelt, während wir für „Recht auf Stadt“ demonstrieren?
Wer hat andere / ergänzende Eindrücke?

wohnungsnot und wohnungskämpfe in paris

„solidarité avec les mal logés!“
gestern, mitten in paris. knapp 100 personen hatten sich vor der schule für journalismus (CFJ) im 2. arrondissement von paris versammelt und protestierten, von einem megaphon unterstützt, für „wohnraum für alle“. anlass dazu gab ein termin des pariser bürgermeisters delanoé in der journalistenschule (wo er, so klang es, einen vortrag halten wollte). nach einer weile tauchten mehrere polizeiwagen auf und polizisten umringten die rufende und klatschende gruppe, der der einlass ins haus verwehrt blieb, und kesselten sie schließlich ein.
wir sind nicht bis zum ende der aktion geblieben, aber laut dem blog mal logés en colère kam es nach mehrstündigem kesseln seitens der polizei noch zu festnahmen einzelner protestierender, die – so der blog, der die kommentare der polizei dazu wiedergibt – auf eine order der schulleitung und des bürgermeisters hin stattfanden.

einen eindruck von der aktion gibt es hier:

Bertrand Delanoé envoie la police sur des… par HLMPOURTOUS
wohnungen sind in paris knapper denn je. waren noch im jahr 2001 100.000 menschen in paris auf wohnungssuche, sind es nun, zehn jahre später, aufgrund der miserablen politik 120.000 personen, die nicht wissen, wohin sie ziehen bzw. wo sie überhaupt wohnen können. wir selber haben nach einer weile den ort verlassen.

am tag zuvor hatten wir an verschiedenen stellen in der stadt zelte mit der aufschrift „je veux un logement comme tout le monde“ gesehen, die offensichtlich bewohnt sind und von zeit zu zeit den ort wechseln (müssen). (das unten abgebildete zelt stand am donnerstag nahe der sacré coeur, war aber am freitag nicht mehr am gleichen ort). nicht der preis der wohnungen, sondern der komplette mangel an genügend wohnraum ist das ,was in paris das problem ist.
logement1

zu wohnungspreisen in paris kann kurz ergänzt werden, dass die überschrift eines artikels in der gestrigen zeitung die anhaltende preisexplosion von immobilien in paris kritisierte: „la flambée des prix dure“ bis ende juni wird ein anstieg des quadratmeterpreises an die durchschnittlich € 8.000,--grenze erwartet. aktuell liegt der quadratmeterpreis „noch“ bei € 7.330,- pro m2.

good to know: sperrgebiet in hamburg am 1. mai

aus der polizeipresse

28.04.2011 | 12:25 Uhr
POL-HH: 110428-1. Polizei Hamburg richtet Gefahrengebiet ein

Hamburg (ots) – Zeit: 30.04.2011, 19:00 Uhr bis 01.05.2011, 05:00 Uhr sowie Zeit: 01.05.2011, 19:00 Uhr bis 02.05.2011, 05:00 Uhr
In den zurückliegenden Jahren ist es jeweils in der Walpurgisnacht und nach den Demonstrationen am 1. Mai zu Ausschreitungen im Schanzenviertel und den umliegenden Straßenzügen gekommen.
Im Zuge dieser Ausschreitungen wurden Straftaten wie Beleidigung, Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Vergehen nach dem Waffengesetz, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und schwerer Landfriedensbruch begangen.
Vor diesem Hintergrund hat die Polizei Hamburg für den oben genannten Zeitraum ein Gefahrengebiet eingerichtet.
Das Gefahrengebiet hat folgende örtliche Begrenzungen:
Nördliche Begrenzung:
Fruchtallee, Schäferkampsallee, Schröderstiftstraße einschließlich U-Bahnhof Christuskirche
Östliche Begrenzung:
Karolinenstraße, Glacischaussee
Südliche Begrenzung:
Millerntorplatz, Simon-von-Utrecht-Straße einschließlich U-Bahnhof St. Pauli
Westliche Begrenzung:
Holstenstraße, Stresemannstraße, Alsenstraße, Doormannsweg
Das Gefahrengebiet gilt einschließlich der aufgeführten Straßenzüge.
In dem Gefahrengebiet können Polizeibeamte lageabhängig Personen und mitgeführte Sachen durchsuchen, Platzverweise erteilen, Aufenthaltsverbote aussprechen und Personen in Gewahrsam nehmen.
(…)
Sch.

Kollektives Gedächtnis weiterentwickeln

Am 5. Mai ab 20 Uhr gibt es in der Roten Flora einen

Abend voller Bilder von Anfang ohne Ende.
Know your History!
Für alle, die den Anfang der Rote Flora nie gesehen haben und alle, die sich erinnern wollen.
Kollektives Gedächtnis weiterentwickeln und unsere Geschichten der Flora zusammentragen.

geplant von: Auf 180 und Vokü

Special Gästs:
Flora-Archiv mit Dias der Plakatwände und der Monatsplakate.

Austellung der ZECK-Titel
Leider nur von Band: der Flora Frauen Chor!
und Filme

die konsequenzen ziehen: atomkraft abschalten!

demo am 26. märz – moorweide

12 Uhr – auftaktkundgebung moorweide/dammtor

14 Uhr – rathausmarkt – großkundgebung

mehr infos auf ausgestrahlt

*** soweit bislang zu hören war, ist ein antikapitalistischer block auf der demo in planung ***

Rote Flora raus aus dem Grundbuch!

Am 28. März 2011 gibt’s eine Aktionistische Behördensprechstunde: um 14 Uhr, Caffamacherreihe 20. Denn:

Am 28. März laufen einige Klauseln des Vertrages zwischen Kretschmer und der Stadt aus, die einen Weiterverkauf der Flora bisher blockiert haben. (…) Für uns Anlass genug, einmal mehr den Verhältnissen auf die Füße zu treten: Wir statten dem Grundbuchamt einen Besuch ab und streichen im Do-it-yourself-Verfahren den Eintrag zur Flora aus dem Register der herrschenden Eigentumsordnung.

Nähere Infos auf florableibt.blogsport.de

acab, der graffitiman?

auf bildblog zu lesen:

Sprühfarbe ins Feuer
Auf einer ganzen Seite versuchte die „Nürnberger Zeitung“ gestern, ihren Lesern das Konzept „Graffiti“ näher zu bringen, inklusive des Spannungsfelds von Vandalismus und Kunst. Doch schon der erste Absatz lässt berechtigte Zweifel an der Kompetenz des Autors aufkommen:
„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Im Alltag ist Graffiti keine Kunst, sondern eine Zumutung. Zwar ist ein Schaltkasten – das bevorzugte Objekt der Sprayer – an und für sich keine ästhetische Offenbarung, aber beschmiert wirkt er noch hässlicher. Zumal viele noch nicht einmal den so genannten Tag beherrschen, also den schwungvollen Namenszug, sondern einfach nur ihren Namen hinschreiben, Acab beispielsweise, einen türkischen Vornamen.“ (…)

Fabulous St. Pauli im Linuxcafé/Centro Sociale

Fabulous St. Pauli, die Initiative für ein Fab Lab auf St. Pauli, geht auf Tour. Die erste Station ist das Linuxcafé im Centro Sociale: Montag, 7. März 2011, ab 19 Uhr

… aus der Ankündigung:

Wir haben unseren 3D-Drucker und eine Schneidemaschine für Papier dabei, um zusammen mit euch zu basteln und zu experimentieren. Dabei könnt ihr erfahren, was es mit unseren Fab Lab Plänen für St. Pauli auf sich hat und wie ihr uns dabei unterstützen könnt.
Fab Labs sind für jeden offene Werkstätten, die über Heimwerken und einzelne Gewerke (wie etwa Metallwerkstatt, Holzwerkstatt oder Schneiderei) hinausgehen. Möglich ist das unter anderem, weil in Fab Labs computergesteuerte Maschinen (Lasercutter, CNC Fräsen, 3D Drucker, Strick- und Nähmaschinen usw.) eingesetzt werden, mit denen vielfältige Materialien bearbeitet werden können. (…) Mehr Infos auf fablab-hamburg.org

Ehemalige Seefahrtsschule an Privat verkauft

P R E S S E M I T T E I L U N G
23.2.2011

Die ehemalige Seefahrtsschule in Altona ist knapp vor den Wahlen unter Ausschluss der Öffentlichkeit an Privat verkauft worden. Zum Kaufpreis wurde zwischen den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart. Das Bauhaus-Gebäude der Seefahrtsschule und die gründerzeitliche Villa Conrad werden nun denkmalgeschützt. Zusätzlich entstehen 5500 qm Bruttogeschossfläche Eigentumswohnungen, offensichtlich unzulässigerweise auch auf Grundstücksflächen, die originär zum Elbpark gehören.

Noch im Tummel des Wahlkampfes ging der Verkauf klammheimlich über die Bühne. Die entsprechende Pressemeldung des Senats vom 17.2.2011 (pdf auf www.annaelbe.net) konnte kaum von der Stadtteilöffentlichkeit wahrgenommen werden. Die notarielle Beurkundung ist am 28.2.2011.

Allerdings heißt das weitere zu verkaufende Gebäude nicht „Heine-Villa“, wie in der Senats-Pressemitteilung angekündigt, sondern Villa Conrad, die im Heine-Park steht – was für einige Verwirrung im Vorwege sorgte. Weiß die Stadt Hamburg eigentlich, was sie genau verkaufen will?

Die Initiative anna elbe macht sich seit geraumer Zeit stark für den Erhalt der Seefahrtsschule, aber ebenso für deren kulturelle Nutzung durch die BürgerInnen unserer Stadt. anna elbe begrüßt grundsätzlich die Unterdenkmalsetzung der beiden Gebäude am Elbhang, kritisiert aber zugleich scharf die Privatisierung des öffentlichen Eigentums und die geplante Bebauung von Flächen, die zum öffentlichen Elbpark gehören.

Die Seefahrtsschule stand viele Jahre leer und war zwischenzeitlich vom Abriss bedroht. Es sollte auf dem Grundstück ein Hotel gebaut werden, dann eine Klinik für Betuchte, dann wiederum wollte ein Reeder einen überdimensionierten Glaspalast hoch ziehen. Durch die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit von anna elbe ist es zumindest gelungen, das architekturhistorisch wertvolle Gebäude und auch die Villa Conrad vor abrisswütigen Investoren zu retten.

Der Käufer ist nun eine Gesellschaft um den Architekten Meinhard von Gerkan; der Projektentwickler wird Hamburg Team. Die Seefahrtsschule ist für Gerkans private „Academy for Architectural Culture“ (aac) vorgesehen, die ein Exzellenzstudium schwerpunktmäßig für StudentInnen aus Fernost anbietet. Zudem wird in die oberen Stockwerke eine Designhochschule namens „Brand Academy“ von Shan Fan einziehen, die nach eigenen Aussagen „Markenidentitäten“ produzieren will. Der Stadtteil Altona und seine AnwohnerInnen werden herzlich wenig von der Existenz dieser Elitehochschulen profitieren.

Insgesamt 7900 qm Grundfläche öffentliches Eigentum wurden von der Stadt an die Investorengruppe verkauft. Auf den sog. „Funktionsflächen“ der Seefahrtsschule und des ehemaligen Schiffsimulators sollen nun Eigentumswohnungen in bester Lage entstehen. Das Problem: einige dieser Flächen sind als Park ausgewiesen und dürfen gar nicht bebaut werden. anna elbe fragt: Ist die Umwidmung des Bebauungsplans rechtmäßig?

Und anna elbe fordert:

- Keine Privatisierung der Seefahrtsschule, sondern öffentliche Nutzung durch die BürgerInnen dieser Stadt! In Altona gibt es keinen Ort, wo sich StadtteilbewohnerInnen treffen können, ohne zu konsumieren.

- Keine Änderung des Bebauungsplanes zugunsten von Eigentumswohnungen für Reiche! Erhalt aller Flächen, die zum Elbpark gehören, in öffentlicher Hand – ohne Kompromisse!

- Bekanntmachung des Kaufpreises! Die BürgerInnen Hamburgs haben ein berechtigtes Interesse zu erfahren, zu welchem Preis die Stadt öffentliches Eigentum verkauft!

- Öffentliche Diskussion über den Umgang mit städtischem Eigentum!

- Gesetzt den Fall, dass der Verkauf nicht mehr rückgängig gemacht werden kann: Der Gewinn aus dem Verkauf soll in Altona bleiben! Mit einer Förderung aus diesem kann das Altonaer Museum zu einem attraktiven, bürgernahen und beteiligungsorientierten Forum für Alle werden.

anna elbe – Weitblick für Hamburg

Für den Erhalt der ehemaligen Seefahrtsschule Rainvilleterrasse und ihre öffentliche und kulturelle Nutzung

Innenstadtverdichtung bis in jede Lücke

Kein Hotel im Hinterhof (Schulterblatt) 18 a!!!!*

*Ist die Schanze noch zu retten?*

Nach dem Beschluss zur Erweiterung der Außen-Gastronomieflächen in der Susannenstrasse, der Planung eines 90 Betten Backpackerhotels in der Juliusstrasse &immer mehr Gastrobetrieben mit den entsprechenden Folgeerscheinungen wird den Anwohnern der Schanze nun eines der letzten Rückzugsgebiete genommen: im Hinterhof Schulterblatt 18 a wird ein Hotel (Boardinghaus) gebaut.
Im Abstand von ganzen 8,40 m zur Rückseite der Häuser Schulterblatt 14, 16, und 18 wird ein ehemaliges Werkstattgebäude um ca. 3 m aufgestocktund erweitert, um neben gewerblichen Räumen im Untergeschoss 12 Appartements zur touristischen Vermietung zu schaffen.
Der Hinterhof, der für ca. 98 Mietparteien eine gewisse Privatsphäre in der mittlerweile ewig lärmenden Schanze sichert, wird zum Empfangsbereich eines Hotels gemacht. (…)

Wer hat so etwas genehmigt? Welche politische Macht steht hinter solchen Entscheidungen? Zählt nur noch der Rang in den Touristik-Statistiken und nicht mehr der Hamburger Bürger? Das sind nur einige Fragen, die wir uns als (teils jahrzehntelange) Mieter stellen, seit wir per Aushang der ausführenden Baufirma (!) auf die sofort beginnenden Baumaßnahmen aufmerksam gemacht wurden.

dies ist teil einer pressemitteilung, die vor ein paar tagen hier ankam. ich hab nicht genau im kopf, um welchen hinterhof es gehen könnte, werde aber beizeiten mal vorbaischauen. eine möglichkeit dies zu tun, ist, zum (nächsten) anwohner_innen- und interessiertentreffen zu gehen: am montag, den 14.2.2011 um 20 uhr im restaurant plaka, schanzenstraße 25.