Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Berliner_innen verhindern eine Zwangsräumung

http://www.youtube.com/watch?v=tbRCaBi47vw
dauert sechs minuten der film und ist ermutigend

free pussy riot

morgen, also freitag den 17 august 2012 findet der prozess, gegen die feminsistischen performerinnen von pussy riot statt.

Stilblüten aus Hochglanzbroschüren

Im Rahmen von „Lesetage selber machen – Vattenfall tschüss sagen“ veranstaltet der AKU Wilhelmsburg zwei satirische Lesungen. Hier die vielversprechende Ankündigung.

„Freuen Sie sich auf eine Reise durch ein Miniaturwunderland futuristischer Metropolenentwicklung, das auf vormals weißen Flecken des Hamburger Stadtplans aus dem Boden gestampft wird. Folgen Sie unseren Erkundungen pittoresker Wildnis – und lernen Sie mehr darüber, was ,urbane Siedler‘ unter ,Soft Houses‘ und ,Smart materials‘ verstehen.“

„Stilblüten aus Hochglanzbroschüren: IBA blickt auf Wilhelmsburg“
Mi, 25. April 2012, 20:30 Uhr, Buchhandlung im Schanzenviertel, Schulterblatt 55
Do, 26. April 2012, 19 Uhr, OpenAir, Treffpunkt: S-Bahn Wilhelmsburg

Bern: Desir veranstaltet einen Recht-auf-Stadt-Kongress

und hier der Inhalt der Mail, die wir erhalten haben:

„Recht auf Stadt“ Kongress
Dokumentieren – Informieren – Vernetzen – Animieren

6.-9. September 2012, Reitschule Bern

Bitte weiterleiten, auf Homepages hochladen etc.

Weitere Infos:
http://stadtkongress.twoday.net/

Mailingliste:
https://lists.immerda.ch/mailman/listinfo/stadtkongress

Das „Recht auf Stadt“, sei es im Zusammenhang mit erschwinglichem Wohnraum oder der Nutzung des „Öffentlichen Raumes“, das Recht Freiraum zu schaffen und zu nutzen, das Recht unseren Lebensraum selbst zu gestalten – all dies wird immer stärker eingeengt. Manchmal aktiv und direkt, sei es durch Zwangsräumungen oder Platzverweise. Oftmals aber nur so nebenbei, durch die Verdichtung der Reglemente und Ausbreitung von Kontrollmechanismen, welche immer
weniger Lücken zur Entfaltung lassen; durch die Kommerzialisierung des Raumes, wenn sich Grosskonzerne, Ladenbesitzer_innen und Diskotheken um die letzten freien Plätze balgen.

In diesem Gerangel um Macht, Einfluss und Kontrolle wird allen auf die Füsse getreten. Wer sich seine/ihre Freiheit zu nehmen versucht, wird attackiert und weggewiesen. Der Wunsch selbst zu denken und einen eigenen Kopf zu behalten, gilt zunehmend als Frechheit, wenn nicht sogar als Straftat.

Damit wir nicht noch mehr an Boden verlieren, wird es Zeit gemeinsam etwas zu tun. Bis jetzt wird darüber aber kaum gesprochen, und wenn bleiben es einzelne Gruppen, Themen oder Kampagnen. Daher wollen wir – die Gruppe Desir – möglichst viele Interessierte zusammen bringen um uns über die chronische, schrittweise Enteignung unseres
Lebensraumes auszutauschen und gemeinsam mögliche Gegenstrategien zu vergleichen und zu entwickeln.

VOM 06. BIS 09.09.2012 LADEN WIR DESHALB IN BERN ZUM KONGRESS RECHT
AUF STADT!

Dieser Kongress soll die Möglichkeit bieten einen Überblick über bestehende Gruppen und Aktivitäten zu erhalten, er soll den Gruppen aber auch die Möglichkeit bieten sich selber damit auseinander zu setzen, in welcher Beziehung sie zu diesem Thema stehen – ob und wie sie sich dabei einbringen wollen. Am Kongress möchten wir zusammen diskutieren, Kontakte herstellen und gemeinsame Projekte entwickeln.

Der Kongress soll bestimmt kein Treffen von Delegierten werden, vielmehr möchten wir eine so grosse Vielfalt erreichen, dass jede und jeder interessante Themen findet und neue Inputs und Denkanstösse für seine oder ihre zukünftige politische und/oder wissenschaftliche Arbeit mitnehmen kann. Reserviert euch daher diesen Termin und erscheint so zahlreich wie möglich.

Liebe Grüsse
Desir, Bern

--
6. – 9. September 2012 Bern

„Recht auf Stadt“ Kongress
Dokumentieren – Informieren – Vernetzen – Animieren

stadtkongress.twoday.net

Desir – Stadtkongress
Postfach 5053
CH-3001 Bern
Schweiz

hamburg: jetzt reichts! dem frauenmusikzentrum wird das zentrum genommen

okay, die mieten steigen. okay, das senatsamt für gleichstellung ist weg. okay, das museum für arbeit hat keine abteilung für frauengeschichte mehr, weil es nicht im zeitgeist liegt. okay, altona ist verloren an die investoren. aber ausgerechnet eine der letzten hinterhof nischen ottensens, das frauenmusikzentrum, durch die blöde scheiß gentrifizierung auch noch zu verlieren? das kann man (sic) doch nicht mit sich machen lassen. mit freude erinnern wir uns nach an ladyfest und espressiva, musikalische ereignisse, die die stadt gerockt haben und fordern:
große räume fürs fm: z jetzt und sofort.

Liebe Freunde und Freundinnen des FMZ,

am heutigen Tage wurde unser Mietverhältnis gekündigt. Zum 1. März 2013 müssen wir unsere Räumlichkeiten in der Großen Brunnenstraße 63a verlassen.
Nun liegt es in unserer Hand, was wir aus dieser Situation machen!

Unser Vermieter hat mehrere Flächen des Clausenhofes zum Verkauf angeboten. Augenscheinlich haben sich nun Kaufinteressenten gemeldet, die die Fläche des FMZ sowie die nebenan gelegenen Büroflächen zu einem Preis von 950.000€ kaufen möchten.

Der Verkauf wird in den nächsten Wochen über die Bühne gehen!
Unsere dringliche Bitte an euch: Nutzt eure Netzwerke!!!
Wer kennt InvestorInnen, die an einer solchen Fläche Interesse haben könnten? Gibt es vielleicht Möglichkeiten zum Zusammenschluss (InvestorInnengemeinschaft)?
Alle Informationen zur Immobilie haben wir euch als pdf angehängt. Schickt sie an alle Menschen, die potenziell Interesse haben könnten.

Wir haben nicht viel Zeit! Alles was euch einfällt, schreibt uns direkt oder ruft an unter untenstehender Telefonnummer.
Wenn dort niemand zu erreichen ist, bitte Maria Pallasch mobil unter 0174-93 25 788 anrufen!

Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten!

Liebe Grüße,

Euer Team
Maria Pallasch, Anne Koenen, Anna Weiße

frauenmusikzentrum (fmz)
grosse brunnenstrasse 63 a
22763 hamburg-ottensen

fon: (0)40-39 27 31
info@frauenmusikzentrum.de
www.frauenmusikzentrum.de

bürozeiten: di und mi von 11-15 uhr, do 17-21 uhr

Partisan des Möglichen. Vortrag über Lefebvre

derive – Radio für Stadtforschung dokumentiert den Vortrag „Ich bin ein Partisan des Möglichen“ von Klaus Ronneberger über Henri Lefebvre. Die Sendung kann über das Sendungsarchiv von Radio Orange FM 94.0 nachgehört werden. Hier die Ankündigung, inkl. Literaturhinweisen:

Der 1991 verstorbene französische Stadtphilosoph und -soziologe Henri Lefebvre ist gerade in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum wieder zu einer der zentralen Figuren in der Stadtforschung geworden. Das, obwohl seine Bücher zu städtischen Themen erstens schlecht übersetzt und zweitens auf Deutsch nur mehr antiquarisch erhältlich sind. Aktuell ist Henri Lefebvre in erster Linie durch seine Forderung eines „Recht auf Stadt“ bekannt. Unter diesem Slogan versammeln sich weltweit stadtpolitische Gruppen mit ihren Aktivitäten gegen die Auswirkungen einer neoliberalen Stadtpolitik.

Am 4. Oktober 2010 hat der Frankfurter Stadtforscher Klaus Ronneberger im Rahmen des von dérive veranstalteten Festivals urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen in Wien einen Vortrag über Henri Lefebvre gehalten. Der Titel des Abends lautetet „Die Stadt ins Werk setzen. Ein Abend über Henri Lefebvre“. Neben Klaus Ronneberger wirkten die KünstlerInnen Helmut Weber und Sabine Bitter sowie die Kulturtheoretikerin Elke Krasny an diesem Abend mit. Klaus Ronneberger gewährte in seinem Vortrag vor einem dicht gefüllten Saal einen Einblick in Lefebvres Thesen zur Produktion des Raumes, zur Urbanisierung und zum Recht auf Stadt.

Klaus Ronneberger, Studium der Kulturanthropologie, Europäischen Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften. Langjähriger Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main. Gegenwärtig freier Publizist.

Weiterführende Informationen:
- Klaus Ronneberger: Eingreifendes Denken – Zur Aktualität Henri Lefebvres. In: dérive – Zeitschrift für Stadtforschung 40/41
- Klaus Ronneberger: Henri Lefebvre und die Frage der Autogestion
- Henri Lefebvre (Wikipedia)
- Klaus Ronneberger, Stephan Lanz, Walther Jahn: Die Stadt als Beute. Bonn: Dietz, 1999
- urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen Wien: www.urbanize.at

Redaktion und Sendungsgestaltung: Christoph Laimer und Elke Rauth
Signations: Bernhard Gal (www.bernhardgal.com)
Sendungsverantwortung: Elke Rauth
Information und Kontakt: www.derive.at, mail@derive.at

Was macht eigentlich … die Neue Mitte Altona?

Liebe BlogleserInnen,

in der Rubrik „Was macht eigentlich…?“ hat Frau Kleine auf Abgeordnetenwatch eine Anfrage an zwei Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses (Andy Grote und Heike Sudmann) gestellt. Konkret lautet die Frage: Was macht eigentlich die Stadt in Bezug auf die Neue Mitte Altona für Deals? Die Informationen sind mehr als spärlich. Klar, einen Masterplan gibt es, autofrei soll es sein, ein paar Partizipationsspielchen finden statt, wo aber nie transparent gemacht wird, welche Bürgerwünsche auch wirklich umsetzt werden. Es gibt in Altona ein Infocenter, das mehr ein Desinformationscenter ist, so unkonkret und vage bleibt alles. Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Wie ist der Stand der Verhandlungen mit den Investoren? Wie viel sozialer Wohnungsraum entsteht dort? Was wird, für wen geplant? Hier die Anfrage:

„Als Anwohnerin im Gebiet der sog. Neuen Mitte Altona interessiere ich mich für den aktuellen Stand der Planungen. Konkretes zu erfahren, ist allerdings gar nicht so einfach. Ich möchte gerne wissen:

1.) Wie ist der Stand der Verhandlungen mit den aktuellen Besitzern (Bahn AG, Aurelis und Carlsberg-Brauerei)?

2.) Gibt es schon Vorverträge mit Investoren, wie z.B. ECE oder Redwood Grove International?

3.) Wie hoch fällt der Planungsgewinn aus und wie wird sicher gestellt, dass ein großer Teil dessen auch direkt den Altonaer Bürgerinnen und Bürgern in Form von günstigem Wohnraum zu Gute kommt?

Über eine Antwort und mehr Transparenz freue ich mich. Eine weitere hochpreise und kalte Hafencity können wir hier in Altona Nord nun wirklich nicht gebrauchen, sondern ich wünsche mir einen lebendigen Stadtteil, in dem – wie bisher – auch und vor allem Menschen mit geringem Einkommen leben können.“

Off Topic: Keine Beugehaft für Christa Eckes – Tödliche Beugehaftandrohung der Justiz

#######Beugehaft ist ausgesetzt##########

Um eine Zeugenaussage zu erzwingen soll eine krebskranke Frau in Beugehaft. Beugehaft, das bedeutet nun wirklich suboptimale Bedingungen für eine Genesung und greift damit tief in das Recht auf körperliche Unversehrtheit ein. Da wir letzteres als eine zentrale Basis für das gemeinsame Leben im verdichteten Raum Stadt halten nehmen wir nun hiermit den folgenden Aufruf gerne auf unsere Seite,:

Keine Beugehaft für Christa Eckes – Tödliche Beugehaftandrohung der Justiz

Unsere Freundin und Genossin Christa Eckes soll in Beugehaft gehen,‭ ‬weil sich das Oberlandesgericht‭ (‬OLG‭) ‬in Stuttgart dem Antrag der Bundesanwaltschaft‭ (‬BAW‭) ‬anschloss.‭ ‬Im August diesen Jahres stellte sich heraus,‭ ‬dass Christa an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt ist.‭ ‬Seit Anfang September wird sie mit Chemo-Therapie und Bestrahlung stationär im Krankenhaus behandelt und kämpft um ihr Leben.‭ ‬Eine Haft würde ihr Leben akut gefährden.‭ ‬Die dringend notwendige Therapie würde damit abgebrochen.‭ ‬Die angeordnete Maßnahme riskiert damit bewusst und zynisch ihr Leben.

Seit dem‭ ‬30.‭ ‬September‭ ‬2010‭ ‬läuft in Stuttgart der medial groß inszenierte Prozess gegen das frühere RAF-Mitglied Verena Becker.‭ ‬Hintergrund des Verfahrens ist die Erschießung des damaligen Generalbundesanwalts Buback‭ ‬1977.‭ ‬Obwohl Christa zur Zeit des Attentats auf Buback bereits mehrere Jahre im Knast saß,‭ ‬wurde sie wie viele andere ehemalige RAF Mitglieder im Vorfeld dieses Prozesses als Zeugin im Bundesgerichtshof‭ (‬BGH‭) ‬in Karlsruhe vorgeladen.‭ ‬Sie hat die Aussage verweigert und auf Antrag der BAW wurden bereits damals‭ ‬6‭ ‬Monate Beugehaft gegen sie verhängt,‭ ‬die aber zunächst zurückgestellt wurde.

Im September‭ ‬2011‭ ‬wurde sie vom OLG Stuttgart erneut als Zeugin im Prozess gegen Verena Becker geladen.‭ ‬Das vorgelegte Attest über Art und Schwere der Erkrankung hielt das Gericht nicht davon ab,‭ ‬im November eine Befragung von Christa im Aufenthaltsraum des Krankenhauses zu erzwingen.‭ ‬Christa bekam zu diesem Zeitpunkt gerade eine Infusion der Chemo-Therapie.‭ ‬Trotz der ausdrücklichen Aufforderung des Chef-Arztes,‭ ‬dass die Befragung auf keinen Fall länger als‭ ‬30‭ ‬Minuten gehen dürfe,‭ ‬dauerte die ganze Prozedur fast eine ganze Stunde.

Christa hat die Aussage verweigert und das OLG Stuttgart hat am‭ ‬1.‭ ‬Dezember sechs Monate Beugehaft gegen Christa angeordnet.‭ ‬Zuvor sollte allerdings die Haftfähigkeit geprüft werden.‭ ‬Der Beschluss des Gerichts wurde offen als Fax ins Stationszimmer des Krankenhauses geschickt,‭ ‬wo er von allen Vorbeigehenden gelesen werden konnte.‭ ‬Am‭ ‬9.‭ ‬Dezember wurde Christa die Ladung zum Antritt der Beugehaft zugestellt.‭ ‬Sie soll sich bis spätestens‭ ‬23.‭ ‬Dezember‭ ‬2011‭ ‬im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg bei Stuttgart einfinden.‭ ‬Ihre Haftfähigkeit wurde nicht geprüft.

Es ist völlig klar,‭ ‬dass Christa im Knast die für sie überlebenswichtige Krebstherapie nicht fortführen kann‭ – ‬auch nicht in einem der Knastkrankenhäuser,‭ ‬die eher Menschen unter Druck setzen als behandeln.‭ ‬Außerdem ist es für Christa in dieser Extremsituation sehr wichtig,‭ ‬die Nähe und den Austausch mit ihren Freund_innen und ihrer Familie zu haben‭ – ‬von Menschen umgeben zu sein,‭ ‬die ihr gut tun.‭

Der Erfolg ihrer Behandlung steht sowieso schon auf Messers Schneide,‭ ‬und jetzt kommt noch die Bedrohung seitens der Justiz dazu.

Warum Aussageverweigerung‭?

Ehemalige Gefangene aus der RAF erklärten in einem Papier vom Mai‭ ‬2010,‭ ‬veröffentlicht‭ „‬von Einigen,‭ ‬die zu unterschiedlichen Zeiten in der RAF waren‭“‬:‭ „‬Wenn von uns niemand Aussagen gemacht hat,‭ ‬dann nicht,‭ ‬weil es darüber eine besondere‭ „‬Absprache‭“ ‬in der RAF gegeben hätte,‭ ‬sondern weil das für jeden Menschen mit politischem Bewusstsein selbstverständlich ist.‭ ‬Eine Sache der Würde,‭ ‬der Identität‭ – ‬der Seite,‭ ‬auf die wir uns gestellt haben.‭“ ‬Und an anderer Stelle:‭ „‬Wir machen keine Aussagen,‭ ‬weil wir keine Staatszeugen sind,‭ ‬damals nicht,‭ ‬heute nicht.‭“

Christa besteht auf ihrem legitimen Recht Aussagen zu verweigern.

Das staatliche und gesellschaftliche Rachebedürfnis gegenüber den Menschen,‭ ‬die in der RAF organisiert waren,‭ ‬ist ungebrochen.‭ ‬Verlangt werden Reue und Unterwerfung.‭ ‬Alle,‭ ‬die nicht Abbitte leisten,‭ ‬werden weiterhin verfolgt und denunziert.‭ ‬Die BAW hat bereits in anderen Zusammenhängen die Beugehaft begründet:‭ „‬…die kollektive Aktion‭ (‬muss‭) ‬über das Mittel der Beugehaft gebrochen werden‭“ (‬s.‭ ‬Kasten‭) ‬und‭ „‬Die Beugehaft ist keine Strafe sondern eine Erziehungsmaßnahme‭“ (‬Oberstaatsanwalt in Memmingen,‭ ‬1989‭)‬.‭

Mit dem Prozess gegen Verena Becker wird die Verfolgungswut der Justiz noch nicht zu Ende sein.‭ ‬Weitere Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Mitglieder der RAF,‭ ‬die bereits verurteilt waren,‭ ‬sind schon eingeleitet.‭

Jetzt gilt es aktiv zu werden,‭ ‬Christa braucht euch jetzt alle‭!

Seid laut und erfinderisch,‭ ‬protestiert‭!

Bringt eure Empörung zum Ausdruck‭!

Wir fordern die sofortige Aufhebung der Beugehaft‭!

Hände weg von Christa‭!

Infos,‭ ‬Aktionen,‭ ‬Aktionsvorschläge und Aufrufe demnächst auf:

http://KeineBeugehaft.blogsport.de

Spendenkonto

Die Kosten,‭ ‬die nun auf Christa zukommen,‭ ‬können enorm anwachsen,‭ ‬denn alle gerichtlichen Aufwände,‭ ‬inkl.‭ ‬Knastaufenthalt,‭ ‬werden ihr in Rechnung gestellt.

Förderverein für antifaschistische Kultur

Konto Nr.‭ ‬222‭ ‬664‭ ‬15

Sparkasse Karlsruhe,‭ ‬BLZ‭ ‬660‭ ‬501‭ ‬01

IBAN:‭ ‬DE92660501010022266415

Verwendungszweck:‭ ‬Beugehaft

Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt

Erstellt von der Recht-auf-Stadt-AG der Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen:

Recht auf Stadt‘-Initiativen entstehen in letzter Zeit in vielen kleinen und großen Metropolen. Unterschiedliche Gruppen finden sich zusammen, nicht nur um den Ausverkauf der Städte zu begegnen, sondern um theoretische wie praktische Wege zu finden und zu bestreiten, die über die jetzige Gesellschaft hinausweisen.

Eines der zentralen Auseinandersetzungsfelder für Erwerbslose ist die Wohnfrage und die Repression in diesem Bereich von Seiten der Jobcenter (Zwangsumzüge, Kürzung des Regelsatzes nach Überschreitung der Mietobergrenze, Kürzung der Heizkostenzuschläge usw.). Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung über die soziale Frage im Kapitalismus wird auch in Erwerbslosengruppen über Alternativen zum herrschenden Regime gesprochen. Parallellen zu den “Recht auf Stadt”-Initiativen sind somit gegeben. “Recht auf Stadt” ist auch innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft-Prekäre Lebenslagen ein Arbeitsgruppenthema. Aus diesem inhaltlichen Zusammenhang ist das “Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt” entstanden.

Manifest der Erwerbslosen für ein Recht auf Stadt

Wir fordern:
Das Recht, die Fülle der Stadt zu genießen.

Der Verkauf unserer Innenstädte schreitet voran und damit verändern sich die Wohn- Lebens- und Arbeitsverhältnisse besonders von Erwerbslosen und Prekären drastisch. Die Folge: Viele können ihre Existenz nicht mehr sichern und sind vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Banken, private Investoren usw. profitieren vom Umbau und dem Ausverkauf unserer Städte. Gering bezahlte Prekäre, arme Kinder, Jugendliche, Kranke, Alte, Menschen mit Behinderung, MigrantInnen, Asylsuchende, Wohnungslose, Obdachlose werden gesellschaftlich abgehängt.
Dagegen stehen wir auf und sagen:

Recht auf Stadt bedeutet ein ausreichendes Einkommen für Alle und die freie Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben!

Wir benötigen mehr als ein Dach überm Kopf – gesunde Wohnungen, die bezahlbar sein müssen, nicht in Ghettos liegen, und nicht vom sozialen und kulturellen Leben der Stadt ausgrenzen.

Wir fordern

als BezieherInnen von Sozialleistungen
- Übernahme der tatsächlichen Kosten der Unterkunft und Heizung
- Keine Pauschalierung der Wohnkosten
- Das Recht in der angestammten Wohnung zu bleiben und auf freie Wohnungswahl

als MieterInnen
- Mietpreisbindung
- Das Recht, spekulativ leerstehenden Wohnraum zu nutzen
- kein Verkauf von öffentlich gebauten Häusern
- verstärkter Ausbau des sozialen Wohnungsbaus
- Das Recht, bei Mietmängel die Miete zu mindern
- Kostenlose Zurverfügungstellung von kommunalem Land z.B. für Gemeinschaftsgärten (Almende)

im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen
- Das Recht auf Bleibe für Alle
- Das Recht auf Zuzug für Alle, die hier leben wollen, insbesondere für MigrantInnen aus dem nicht EU-Ausland
- Geschützte Räume für Frauen und Migrantinnen ohne Papiere

für Alle

Freier Zugang zu den Ressourcen unserer Stadt
- Kulturelle Einrichtungen
- öffenliche Verkehrsmittel
- gastronomische Einrichtungen
- kostenlose Bibliotheknutzung, Schwimmbäder, Theater, Museen, ect..
- Barrietrefreier Zugang zu allen öffentlichen Gebäuden
- Mehr nichtkommerziele öffentliche Räume.
- Kostenlose Basisversorgung der Privathaushalte mit Trinkwasser und öffentliche Trinkstellen
- Kostenlose Baisversorgung der Privathaushalte mit Strom
- Kostenlose öffentliche Toiletten
- Kostenloser Zugang zu Gesundheitszentren.
- Rücknahme von Privatisierungen und Verbot von PPP und Cross-Border-Leasing-Projekten
- Geburtshäuser und Hebammen in jedem Stadtteil
- Weiterentwicklung von Schulen und Rathäusern zu Stadtteilzentren mit
- Unabhängigen Jugendzentren und/oder Bürgerzentren mit freiem Internetzugang
- Verkehrsvermeidende Infrastruktur, Entschleunigung“

medien aktivismus

Nem tetszik a rendszer – I don‘t like the system

Schanze, 1980

schanze_1980

„Es gab ein paar wirklich gute Gründe, hier zu wohnen“, schreibt Thomas Henning im jüngst erschienenen Fotoband „Schanze, 1980″ (Junius Verlag, 2011). Es sind vermutlich unzählige Fotos, die er, der seine fotografischen Vorbilder bei den amerikanischen Fotografen der 1950er und 1960er Jahre hat, seit den 1970er Jahren in verschiedenen Ecken Hamburgs gemacht hat.

„Schanze, 1980″ versammelt nun eine Auswahl dieser damals noch als Kodachrome-Dias entwickelten Schnappschüsse in Form eines im Nachhinein konstruierten Spaziergangs durch das Schanzenviertel, welcher wunderbar anzuschauen ist und dabei auf angenehme Art nicht moderiert wird: Neben einer kurzen Einleitung zum Buch werden die einzelnen Bilder lediglich von Straßennamen ergänzt – weitere Erläuterungen gibt es nicht. Auch verzichten Henning (und der Verlag) zum Glück (und vermutlich gewollt) darauf, mit dem Buch einen Beitrag zur aktuellen Gentrifizierungsdebatte leisten zu wollen – à la „früher war das hier alles noch bunt und unberührt“.

Das, was er in seinen Schnappschüssen festhalten wollte, nennt Henning die „Exotik des Alltags“. Nachdem er mir bei einem Kaffee die damals noch gänzlich andere Gewerbestruktur und das Leben im Quartier beschrieben hat („Es gab Kneipen, die nur Zimmer waren, in denen die Astra-Kisten gestapelt waren: Zwei Stapel – einer für die leeren, einer für die vollen. Mehr war da nicht drin. So traf man sich halt – das war schon schräg.“), kommt Henning darauf zu sprechen, wie es zu den Fotos im Schanzenviertel gekommen ist: „Ich habe schon damals im Viertel gelebt, und meine Freundin hatte einen Hund, mit dem ich immer rausgehen musste. Manchmal bin ich ‚zigmal an einer Stelle vorbeigekommen, ohne sie zu fotografieren. Und eines Tages war dann der Moment für das Foto da. Auf den habe ich nie bewusst gewartet, sondern ich lief zufällig dort entlang.“ Anders als heute konnte man 1980 noch nicht sofort sehen, ob der Schnappschuss ein guter geworden war. Es dauerte eine ganze Woche, bis die entwickelten Dias zurückkamen – mit oftmals überrauschenden Ergebnissen.

Henning schweift mit einem distanzierten Blick durchs Viertel – eine Distanz, die nahezu an Tristesse grenzt und die die Situationen, die er ablichtet, in keinster Weise zu schönen versucht: „Ich habe nicht gewartet, dass ein Sonnenstrahl in die Szene hineinfällt und die Situation dramatisch macht oder so. Es sind ganz normale, mehr oder weniger graue Tage, an denen ich fotografiert habe. Und: Es war so leer, wie es auf den Bildern aussieht. Es ist genau so gewesen.“

Auch an den fast nachkoloriert wirkenden Motiven zeigen sich Hennings bewusste Referenzen zu seinen amerikanischen Fotografen-Vorbildern: „Bilder wie das Coverfoto, die Fassade der Roten Flora, in der damals noch ‚1000 Töpfe‘ war, sind entstanden, weil ich versucht habe, wenigstens ein bisschen amerikanisches Großstadtflair in die damals noch sehr leere Stadt zu bringen.“
Das hat er geschafft.

Thomas Henning
Schanze, 1980
Junius Verlag 2011

hamburg: kein rathauschlüßel für aktikarnevalisten

Gängeviertel bietet dem Bauwagenplatz Zomia Unterstützung an

und positioniert sich damit auch nach Vertragsabschluss auf der stadtplanungvonobenkritischen Seite. Wir freuen uns also hiermit die solidarische Erklärung des Gängeviertels darstellen zu können:

Der einsame Cowboy

Mit dem Räumungsbescheid gegen den Wagenplatz Zomia setzt Bezirksamtschef Schreiber eine lange Reihe von erfolglosen und teils absurden Auseinandersetzungen fort. Es scheint als hätte er sich in seiner Rolle als „harter Hund“, den aber im Prinzip niemand will und braucht, verrannt.

Doch gibt er nicht auf. Verbissen verfolgt er ein aberwitziges Projekt nach dem anderen. Seien es nun der Zaun gegen die Obdachlosen in St. Pauli, die Trinker am Bahnhof oder die Kleingärtner in Wilhelmsburg. Diesmal soll also mal wieder der Wagenplatz Zomia dran glauben. Ein
Räumungsbescheid zum 3. November wurde gegen die kleine Gemeinschaft erwirkt. Das es für diesen keine sachlichen Argumente gibt scheint irrelevant. Hauptsache es herrscht Ruhe und Ordnung im kleinen Königreich.

Markus Schreiber mag seinen Sheriffstern mit Stolz tragen aber der Bezirk Mitte ist nicht der Wilde Westen und „Law and Order“ schon lange
nicht mehr angesagt. Stattdessen ist Stadtentwicklung in Kooperation möglich und nötig. Der Senat hat bereits bewiesen, dass er dazu eigentlich in der Lage ist. Wir fordern die BSU daher dazu auf die Räumung zu stoppen und Zomia auf seinem Zuhause stehen zu lassen. Der völlig veraltete Bebauungsplan muss gekippt werden, denn seien wir mal ehrlich, industrielle und gewerbliche Nutzungen sind hier aus verschiedensten Gründen hinfällig.

Warum in einer Stadt in der Tausende von Wohnungen fehlen nicht schon lange über die Vorteile der vernünftigen und logischen Alternative des Wagenlebens gesprochen wird, lässt sich wohl nur mit der Engstirnigkeit einiger politischer Entscheidungsträger erklären. Für eine Stadt die sich selbst gern als weltoffen, liberal und kreativ darstellt kann es doch nicht so schwierig sein die Menschen so leben zu lassen wie sie möchten, oder doch?

Sollte Senatorin Blankau aus unerfindlichen Gründen doch vor den Allmachtsfantasien ihres Parteikollegen einknicken werden wir nicht untätig zusehen. Für uns ist es absolut nicht einzusehen, dass es nötig sein soll mitten im Winter 15 Menschen aus ihrem Zuhause zu vertreiben, um die Profilierungssucht eines Einzelnen zu bedienen. Daher werden wir im Falle einer Räumung unseren Platz für Zomia öffnen, um ein für alle mal klarzumachen, dass Vertreibung aber auch gar nichts mit Problemlösung zu tun hat. Die nächste Runde heißt dann einfach:

Zomia goes Gängeviertel!

Gängeviertel, 05.11.2011

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access all areas

angela davis zu occupy wallstreet

gender and the city

No Gender Left Behind – Kansas City, July 2011 from Rebecca Kling on Vimeo.

nachbarn kennen

Know Your Neighbor: Sultana, The Queen of the Middle East Village from wnyc culture on Vimeo.

Topfschlagen gegen hohe Mieten in Hamburg

findet morgen Donnerstag den 27ten als eine Art Warm-Up für die Demo am Samstag statt.

Am Donnerstag, den 27.10. findet in Hamburg die Welturaufführung einer Mietenwahnsinnssymphoniestatt. Dahinter verbirgt sich Topfschlagen gegen steigende Mieten und Wohnungsnot, als eine Mischung aus Kunst und politischer Aktion, die die Stadt mit Schallwellen des Protests gegen den Mietenwahnsinn durchflutet.

Topfschlagen ist eine traditionelle Aktionsform, die schon immer Teil der Protestkultur gewesen ist. In Island, Spanien oder Südamerika war sie Teil der neuen sozialen Bewegungen. Organisiert wird das Ganze über soziale Netzwerke wie Facebook und Nachbarschaftsinitiativen in den Stadtteilen.

Überall sollen die Menschen die Fenster öffnen, auf die Straße gehen, die Kochtöpfe hervorholen und drauflos trommeln, um ab 19 Uhr für 10 Minuten einen Klangteppich der Unzufriedenheit über steigende Mieten und die aktuelle Wohnraumsituation entstehen zu lassen. Das Ganze wird währenddessen mit über die Stadt verteilten Mikrofonen eingefangen und live via FSK 93,0 Mhz als Rückkopplung über Radio zurück ins Wohnzimmer getragen.

Auf Facebook haben bereits über 800 Menschen ihre Beteiligung angekündigt. An mehreren Orten in der Stadt werden sich Leute zudem treffen um kollektiv und draußen auf den Topf zu hauen.

Treffpunkte sind u.a.:

- Schanzenviertel: Schulterblatt/Ecke Susannenstraße
- Harbug: Fußgängerzone/Rathaus (18:30 Uhr)
- Uni Hamburg: Cafe Knallhart/Campus
- Altona: Lessingtunnel

Mit der Aktion soll ein akustischer Klangteppich für das Recht auf Stadt erzeugt und die Demonstration „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum vergesellschaften!“ am Samstag, den 29.10. unterstützt werden. Kunst, Politik und Propaganda werden zu einer Symphonie des Mietenwahnnsinns verknüpft.

Die Klänge der Töpfe, das Scheppern und Dengeln sind Morsezeichen des Protestes im Hintergrundrauschen der Stadt, die wie eine eigene kollektive Sprache die Kritik an Wohnungsnot und Leerstand manifestieren.

Weitere Informationen zum Topfschlagen: http://topfschlagen.wordpress.com/

Mietenwahnsinn stoppen Demo am Samstag den 29.ten

um 13 Uhr an der Ubahn St.Pauli. da gehen wir hin.

Am kommenden Samstag, den 29.10. startet um 13h die grosse
Bündnisdemonstration „Mietenwahnsinn stoppen – Wohnraum
vergesellschaften“ vom Millerntorplatz.

Die geplante Veröffentlichung des Mietenspiegels im Herbst nehmen wir
zum Anlass, unsere Wut und Empörung über die Hamburger Wohnungspolitik
auf die Straße zu tragen und unsere eigenen Vorstellungen vom Wohnen und
Leben in einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen durchzusetzen.
Wir wollen zeigen, dass wir genug von einer Politik haben, die nur die
Interessen derjenigen vertritt, die es sich leisten können. Damit es ein
endrucksvolles Zeichen wird, ist es wichtig, dass viele Menschen kommen
und zeigen, dass Sie bereit sind gegen diese Politik aufzustehen: Kommt
zur Demonstration, bringt Freundinnen und Freunde mit und verbreitet
diese Mail weiter.

Den kompletten Aufruf und weitere Infos findet ihr immer unter
www.mietenwahnsinn.de