Archiv der Kategorie 'Allgemein'

ABSOLUT DER RICHTIGE SPORT FÜR MICH!

von Annette Wehrmann in der Galerie Dorothea Schlueter in Zusammenarbeit mit dem Ort des Gegen e.V.
Skulptur, Zeichnung, Video (1988 – 1993),Texte (1990 – 2000)
Zur Ausstellung erscheint eine 7-teilige Edition der »Blumensprengungen« und zur Finissage
eine Audio-CD mit zwei Lesungen von AnnetteWehrmann

Die Eröffnung findet am Freitag, den 28. Oktober, um 17 Uhr statt.
Die Ausstellung läuft bis zum 26. November 2011
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 – 18 Uhr

Annette Wehrmann (* 10. Juni 1961 in Hamburg; † Mai 2010) war eine deutschsprachige Künstlerin und Autorin. Sie studierte von 1985 bis 1993 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und an der Städelschule Frankfurt. Die »Sprengungen« (1993), die als Aktionen im öffentlichen Raum in Hamburg stattfanden, gehören zu ihren bekanntesten Arbeiten. Annette Wehrmann nahm in den 1990er Jahren an der Politisierung der Kunst teil, interessierte sich für Formen der Selbstorganisation und betrieb diese auch. Annette Wehrmann starb während der Vorbereitungen für die Ausstellung »Hacking the City« des Essener Folkwang-Museum.

Wehrmann entwickelte eine starke singuläre, künstlerische Position zwischen Skulptur und Intervention, die kunsthistorisch an die Methoden der Konzeptkunst und Aktionskunst sowie an die Sprache der Situationistischen Internationale anknüpft. Mit ephemeren und billigen Materialien stellte sie Objekte her, die ein Spannungsverhältnis zu gesellschaftspolitischen, erkenntnistheoretischen und künstlerischen Großfragen produzieren. Sie bearbeitete das Geld, die Religion, Gehirne, das Denken, die Stadt, den Staat, das Fernsehen, die Sprache. Von Beginn an legte sich ihr Werk mit der Welt an.

Für die Bundesgartenschau 2001 in Potsdam transformierte Annette Wehrmann einen sowjetischen Militärwachturm in einen Spiegelpavillon (»Der Turm«). »Das Konzept der BUGA sah vor, dass die Geschichte dieses Ortes nicht ganz und gar verleugnet wird. Ich habe einen dieser alten Wachtürme von innen entkernt, also die Aussichtsplattform und die nach oben führende Treppe entfernt, und in eine Art Spiegelkabinett verwandelt. Die Funktion war eigentlich umgekehrt: Ganz klassisch nach Foucault, hab ich den überwachenden Blick umgekehrt. Es entstand ein illusionär unendlicher Raum, wo die Grenzen nicht mehr erkennbar sind, wo vier bzw. fünf Spiegelwände ineinander spiegeln. Das ergab einen endlosen Raum, der eigentlich nur zwei Mal zwei Meter Grundfläche hatte«.

Neben ihren Texten zur Kunst verfasste Annette Wehrmann auch Literarisches. Mit ihren Lesungen von auf Luftschlangen verfassten Texten, in denen Alltagsbeobachtungen mit philosophischen und ästhetischen Fragestellungen verknüpft werden, demonstrierte Annette Wehrmann eine Visuelle Poesie in der dritten Dimension unter den Aspekten von Kunst im sozialen Kontext. Mit dem Projekt »ORT DES GEGEN« begab sich die Künstlerin auf die Suche nach Leerstellen im weitgehend definierten öffentlichen Raum, die mit eigenen Versionen eines persönlichen Widerstands aufgeladen werden können. »Der ‘ORT DES GEGEN’ bezeichnet eine Bruchstelle für zweckfreie Negation, insbesondere für ein zweckfreies Vergehen von Zeit, materialisiert in der Zunahme/Anhäufung von Abfall. Irgendwo zwischen zum Stillstand kommen und radikaler Freisetzung. Am ‘ORT DES GEGEN’ können die Einwohner zweckfrei und sinnfrei aufeinandertreffen, es ist aber auch das Gegenteil oder gar nichts möglich. Am ‘ORT DES GEGEN’ wachsen die Halden: Halden an Zeit und Langeweile, Überfluss und Abfall« erläuterte die Künstlerin in einem Text.

Eine der bekanntesten Installationen Annette Wehrmanns ist »Aaspa«, die für die Skulptur Projekte Münster 2007 konzipiert wurde. Sie sperrte das bei Spaziergängern und Radfahrern beliebte Ufer des Aasees, um dort eine Baustelle einzurichten. In dieser Arbeit gingen Themen wie die Privatisierung des öffentlichen Raums, die private Suche nach Erholung und Glück mit den Geschichten der utopischen Architektur und der Earth-Art eine verstörende Korrespondenz ein.

DOROTHEA SCHLUETER
GALERIE, NOBISTOR 36
22767 HAMBURG
+49(0)40 31973763

In Ungarn wird das Leben auf der Straße verboten

seit Victor Orban mit einer dreiviertel Mehrheit gewählt wurde, häufen sich die schlechten Nachrichten aus Ungarn. Die heutige ist die direkte Kriminalisierung von Obdachlosigkeit. Bei Drohung von Geld- und/oder Gefängnisstrafen soll es ab Dezember verboten sein, auf der Straße zu campieren.

love the freak – Lesung & Videoclips zu Coney Island & NYC

----------- Love the Freak ------------

Lesung & Videoclips zu Coney Island & NYC
Fr 4.11.11 ~ 20:00 ~ cafe munck, gilbertstr. 60, hamburg-st. pauli

Am Boden angekommen – der in die Jahre gekommene Luna Park mit seinen vom Meerwind verwitterten Farben. Ein Ort, dem man das Geworden-Sein von Stadt ansieht. Bis in die 1990er Jahre hinein galt Coney Island als zu gefährlich für TouristInnen. Ein handgemalter Shrimps mit Frack & Fliege preist seinen Verzehr an. Jemand bietet schlechte Tatoos an. Ein paar Drag-Queens bereiten sich auf die Meermaid-Parade vor und basteln an trashigen Kostümen. Keine Identität kann sich sicher sein, die einzige zu sein. Ein Nebeneinander von Nichthegemonialem, so scheint es.

Nicole Vrenegor liest aus: „heute habe ich den himmel und lenin gesucht. notizen aus new york city”, das im Juni 2011 im Sprung Verlag erschienen ist. Dazu gibt‘s Filme, Diskussionen und Austausch über Coney Island & New York City. Sprung Verlag ~ www.sprung-verlag.de

hamburgs senat nervt mit seiner inkompetenz

das mädchenprojekt „aizan“ muss nach 20 jahren erfolgreicher arbeit schließen, weil es keine förderung mehr bekommt.

Angezählt von Schwarz-Grün, kam der Todesstoß nun unter dem SPD-Bildungssenator Ties Rabe. Denn für die selbsternannten sozialdemokratischen Haushaltssanierer zählt vor allem „billig“. Als sich das Aizan im Frühsommer erneut um die Integrationsarbeit an den berufsbildenden Schulen bewarb, erlebte es das, was schon für viele Träger im sozial- und arbeitsmarktpolitischen Bereich den Tod bedeutet hat.

Kriegsvebrechen und Staatenimmunität werden vor dem IGh verhandelt

Die Vergangenheit lagert sich in der Gegenwart ab. Stets trifft man auf ihre Spuren, jedes Wort der Sprache eine Erzählung der Geschichte. Jeder Stein eines Hauses eine Erzählung der Städte. Jeder Prozess gleichzeitig eine Erzählung der Vergangenheit, eine Feststellung der Gegenwart und eine Erschaffung der Zukünftigkeit. Da Recht die Regeln unseres Zusammenlebens verbindlich festlegt und die Konstruktion der Nationalstaaten keinen unerheblichen Einfluss auf die Form der heutigen Stadt hat nehmen wir uns hier die Freiheit die Pressemitteilung zum Distomo-Prozess wiederzugeben:

Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV)

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF)

PRESSEMITTEILUNG vom 8.9.2011

Internationaler Gerichtshof (IGH) verhandelt über Entschädigungen für Opfer von NS-Verbrechen aufgrund einer Klage Deutschlands gegen die Republik Italien

Kundgebung griechischer NS-Opfer und deutscher UnterstützerInnen vor dem IGH in Den Haag am Montag, den 12. September 2011 von 9:00 – 10:00 Uhr

Kundgebung deutscher UnterstützerInnen am Freitag, den 9. September 2011 um 11.00 Uhr vor dem Außenministerium in Berlin

„Dieses Verfahren ist von zentraler Bedeutung für die Durchsetzung transnationaler Menschenrechte“

Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag beginnen am Montag, den 12. September 2011, die Anhörungen über die Klage Deutschlands gegen die Republik Italien. Als Beobachter hat der Gerichtshof Griechenland zu dem Verfahren zugelassen. Gegenstand der Verhandlungen, die bis zum 16. September 2011 angesetzt wurden, ist die Frage der Durchsetzbarkeit von Urteilen, die NS-Opfer wegen erlittener Kriegsverbrechen erfolgreich vor Gerichten in Italien und Griechenland erstritten haben. Die Bundesregierung sieht in diesen Urteilen eine Verletzung der Staatenimmunität. Sie erhob bereits Ende 2008 Klage vor dem IGH, um die Vollstreckung dieser rechtskräftigen Urteile zu verhindern und – mit der Autorität des IGH – einen Schlussstrich unter die zivilrechtliche Entschädigung von NS-Opfern ziehen zu können.

Der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV), Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und eine Vielzahl anderer Initiativen unterstützen dagegen die Forderungen der bislang nicht entschädigten NS-Opfer. Da sie vor dem IGH selbst nicht Partei sein dürfen und somit am Verfahren auch nicht unmittelbar beteiligt sind, werden am Freitag, den 9. September 2011 vor dem Außenministerium in Berlin und am 12. September vor dem IGH in Den Haag Kundgebungen stattfinden, um zumindest auf diese Weise ihren Stimmen Gehör zu verschaffen.

„Dieses Verfahren ist von zentraler Bedeutung für die Durchsetzung transnationaler Menschenrechte,“ sagt Rechtsanwalt Carsten Gericke, Geschäftsführer des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV). „Sollte sich die Position Deutschlands vor dem IGH durchsetzen, ist zu befürchten, dass dies nicht nur negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Verfahren nicht entschädigter Opfer von NS-Kriegsverbrechen haben wird, sondern in Zukunft generell die Durchsetzbarkeit von Entschädigungsansprüchen nach Kriegsverbrechen gravierend erschwert, wenn nicht gar vereitelt werden kann.“

„Alle Schulden zählen“, sagt Christian Staffa, Geschäftsführer von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. „Uns geht es um eine konkrete Anerkennung für das Leid und die Zerstörung, die die deutsche Besatzung für die griechische und italienische Zivilbevölkerung bedeutet hat.“

Seit Jahrzehnten verweigern bundesdeutsche Regierungen einem Teil der Opfer von NS-Kriegsverbrechen in ehemals von Nazi-Deutschland besetzten Ländern Entschädigungsleistungen; Verfahren vor deutschen Gerichten blieben ergebnislos. Dagegen hatten zahlreiche Klagen griechischer und italienischer NS-Opfer und deren Angehöriger vor einheimischen Gerichten Erfolg. Bereits im Jahr 2000 erstritten Überlebende und Angehörige eines Massakers deutscher SS-Truppen im griechischen Distomo vor dem obersten Gericht Griechenlands (Areopag) ein rechtskräftiges Urteil, demzufolge Deutschland 28 Mio. Euro zu zahlen hat. Nachdem eine Vollstreckung dieser Entscheidung in Griechenland scheiterte, erklärte der italienische Kassationsgerichtshof 2008 die Vollstreckung in Italien für zulässig. Parallel dazu entschied der Kassationsgerichtshof auch in Verfahren italienischer NS-Opfer, dass diese ihre Ansprüche vor italienischen Gerichten geltend machen können.

Vor diesem Hintergrund erhob die Bundesrepublik Deutschland am 22. Dezember 2008 gegen Italien Klage vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag mit dem Ziel, die Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen aus NS-Kriegsverbrechen zu vereiteln. Zur Begründung beruft sich die Bundesrepublik darauf, dass die italienischen Gerichte den Grundsatz der Staatenimmunität verletzt hätten. Dieser schließe es kategorisch aus, dass ein Staat vor Gerichten eines Staates verklagt werde. Die griechischen und italienischen Gerichte hatten demgegenüber festgestellt, dass die Durchsetzung der Menschenrechte vorrangig ist und der Grundsatz der Staatenimmunität jedenfalls bei Kriegsverbrechen und schweren Menschenrechtsverletzungen keine Geltung hat.

Der Ausgang des Verfahrens ist daher von zentraler Bedeutung für die Zukunft der transnationalen Menschenrechtsdurchsetzung, denn der IGH wird darüber zu entscheiden haben, welche Rolle nationalen Gerichten bei der Durchsetzung zivilrechtlicher Entschädigungsansprüche im Feld der „transitional justice“ zukommt und wie das Spannungsfeld zwischen Menschenrechten einerseits und Staatenimmunität andererseits aufzulösen ist.

Die Verhandlung wird im Livestream übertragen auf: www.icj-cij.org

Veranstaltungen und Termine:

Berlin, Freitag, den 9. September, 11 Uhr, Außenministerium

Kundgebung u.a. von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, VVN/BdA u.a. vor dem Außenministerium unter dem Motto „Keine Staatenimmunität für NS-Kriegsverbrechen“ mit Ludwig Baumann, Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz und Ulla Jelpke, MdB (Die Linke)

Montag, den 12. September, Den Haag:

ab 9:00 Uhr Kundgebung vor dem IGH in Den Haag

10:00 – 13:00 Uhr Besuch der Verhandlung mit Delegation griechischer Überlebender und deutscher UnterstützerInnen

18:30 Uhr Podiumsdiskussion: Compensation for Massive Violations of Human Rights: Contemporary Relevance and Challenges to State Immunity, Ort: The Hague University of Applied Sciences, Johanna Westerdijkplein 75, The Hague; mit: Prof. em. Michael Bothe (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main), Martin Klingner (Rechtsanwalt, Vertreter der Kläger aus Distomo/Griechenland) und Dr. Axel Hagedorn (Rechtsanwalt, Vertreter der “Mothers of Srebrenica); Veranstalter: RAV, ECCHR

Für weitere Informationen:

http://www.rav.de/projekte/keine-staatenimmunitaet-fuer-kriegsverbrechen/

Fact sheet: Weitere Hintergrundinformationen zu den konkret von dem Verfahren betroffenen Gruppen von NS-Opfern können der Anlage (PDF Seite 4-5) entnommen werden

No Border Camp Bulgarien

Mindestens seit 1998 gibt es sie, die No Border Camps, bei denen AktivistInnen sich an den Hotspots des europäischen Migrationsregimes treffen und Aktionen veranstalten um gegen die gewaltvollen und leider allzuoft für Wanderungsbereite tödlichen Migrationspolitiken der Nationalstaaten und Europas zu protestieren und, wenn es möglich ist, so in sie einzugreifen, dass mindestens für kurze Zeit die verachtenden Abläufe gestört sind. So war es auch vom 5. und dem 29. August 2011 in Siva Reka in Bulgarien. Die AktivistInnen richteten ihr Camp ein, öffneten eine Küche für alle, vernetzten sich mit den Menschen am Ort, entwarfen Strategien und gingen an die Orte um Sichtbarkeit herzustellen. Eine Aktion, die uns besonders gefallen hat, war die Umwandlung der Statue „Borderguard with his German Shepherd Dog“ in Svilengrad in die Statue „Super-Hero with Super-Rabbit“. Das Hasenkostüm ist eine Anspielung auf eine der Arbeitsweisen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex die unter dem Namen RABITs [Rapid Border Intervention Teams] verhandelt wird. Da wir für ein Prinzip von Stadt sind, dass Freiheit und Schutz für Alle bedeutet schätzen wir die Initativen der NoBorderBewegung sehr und freuen uns hier zwei Fotos von der Aktion abbilden zu können:

Unternehmensbroschüre Steg

Die Unternehmensbroschüre der privatisierten Stadtentwicklungsgesellschaft Steg ist im Netz einsehbar. Da tönt es direkt auf der ersten Seite so:

„Und nicht zuletzt gilt es, innovative Ideen und Projekte voranzutreiben und zu realisieren. Beispiele
sind Zentren für Existenzgründer und junge Unternehmen, nachhaltige Entwicklungskonzepte für Stadtteile oder ganze Städte, die Organisation komplexer Beteiligungsprozesse oder der Einsatz neuer Technologien im Bauwesen
(Passivhäuser und energetische Sanierung).

Nichts ist zu lesen von Nachbarschaften, sozialer Gerechtigkeit, Fairness, Umverteilung. Man findet sie nicht die Arbeitslosen, finanziell wenig Kapital habenden. Kein Wort über Alte, Bewegungseingeschränkte oder Menschen mit Sprachschwierigkeiten. In dieser Broschüre entwirft die Steg das Bild der unternehmerischen Stadt, ja des Unternehmens Stadt und nicht das einer Stadt, die für alle da ist. Da passt das Bild von der Schulterblattpiazza, das in der Broschüre fast eine Seite einnimmt, doch ganz hervorragend zur Illustration einer Stadt in der wir nicht wohnen wollen. (Achtung Small Brain Drain Possible)

scholz möchte die stadt nach oben wachsen lassen

und plant eine nachverdichtung in die höhe um mehr wohnraum zu schaffen. ob das eine gute idee des spd-bürgermeisters ist, wird man wohl im laufe der politischen diskussion beurteilen können.

schanzenfest am samstag

in der schanzenstraße fanden wir folgendes hauseingang:

Die Stadt, der Müll und die Kunst

Das Überleben eines Weltbildes kann nur gewährleistet werden, wenn die störenden und gefährlichen Elemente, die die anhaltende Koexistenz unterschiedlicher Weltbilder ausschließen, eliminiert, zurückgewiesen oder ignoriert werden. Elemente, die derartige Reaktionen auslösen, bilden die kulturelle Kategorie „Müll“.
Michael Thompson, Müll-Theorie. Die Schaffung und Vernichtung von Werten, 2003

Ihr Coach, erzählte unsere Nachbarin, riete ihr, jedes Projekt vom Ende her zu denken, sei es die Karriere, eine Beziehung oder den Lebensplan. Ob die Bonner Klofrau das beherzigte, als sie peu à peu, Cent für Cent 40.000 Euro am Finanzamt vorbei in die Garage ihres Vorstadthäuschens schaffte? Die Steuerfahndungsbeamten, hieß es, wateten durch das Kleingeld, das mit Kehrschaufeln auf eine LKW-Rampe geschippt werden musste. Trugen sie Gummistiefel in dieser Kleingeldschwemme des Steuermorasts? Stanken die Münzen aus dem Toilettengeschäft? Wie viele Kubikliter Kot und Urin waren für dieses Trinkgeld weggespült worden? 40.000 Euro sind ein ansehnlicher Betrag. Dennoch wurde darüber nicht berichtet wie über einen gehobenen Schatz, sondern wie über etwas Anrüchiges, über Abfall.

Was Müll ist, ist gesellschaftlich definiert und damit sind wir Künstler vertraut: Der Übergang von vergänglichen zu bleibenden Werten und umgekehrt ist auch in unserem Geschäft eine Frage der Vereinbarung. Die Verschränkung von Werk und Wert, die Konvertierbarkeit vom Werk in Werte, ist an ihr Herzeigen gebunden. „Das Herstellen von Kunst dreht sich um ein Ausstellen von Kunst, das sich um ein Herstellen von Ausstellungen dreht“, konstatiert Peter Sloterdijk (1). Künstler brauchen nicht nur ständig ein Projekt, schlimmer: Wer nicht ausstellt, gilt als arbeitslos. Die Demütigung durch Nicht-Anerkennung ist die Kehrseite des Begehrens nach Anerkennung. Wird das Recht, wahrgenommen und beantwortet zu werden verweigert, so Judith Butler, sterben wir einen sozialen Tod. Und das brach liegende Werk wird Müll. Der alchemistische Prozess der Umwandlung eines nichtigen Stoffes in Gold, wie ihn die Klofrau betrieb, ist fragil und reversibel.

Von schwindenden Produktionsräume und fehlenden Ausstellungsmöglichkeiten ist in Berlin viel die Rede. Über das Lagerproblem spricht man nicht und wenn, dann hinter vorgehaltener Hand. Es ist schambehaftet. Erfolgreiche Künstler haben kein Lagerproblem, sondern eine Galerie und Sammler, die sich auf Wartelisten setzen, um abzunehmen was man macht. Ein guter Freund hat sein Gesamtwerk in der Garage [sic] seiner Eltern in Westdeutschland untergebracht. Ein anderer unterhält in der Stadt verstreut fünf Lagerräume gleichzeitig. Ein dritter setzt den Quadratmeterpreis der Miete ins Verhältnis zu seinen Objekten um zu entscheiden, was er behält, ob er etwas Neues produzieren kann und was entsorgt werden muss.

Wenn wir die Situation der 8.000 bildenden Künstlerinnen und Künstler in Berlin unter dem Aspekt von haben und brauchen bilanzieren, dann haben wir jede Menge Kubikmeter künstlerischer Werke und brauchen dringend eine Kunst-Halle. Wenn schon nicht zum Ausstellen, dann doch zum Lagern – ein riesiges Depot zu Konditionen, die angesichts der steigenden Gewerbemieten die künstlerische Produktion nicht hemmen, sondern fördern. Eine direkte Künstlerförderung in Form von Stauraum. In welcher Weise der Stauraum auch Schauraum werden kann, führt beispielsweise das Schaulager in Basel vor.

Und wo wir schon dabei sind, die Sache vom Ende her zu denken: Angenommen, die Künstlerinnen und Künstler entscheiden sich gegen den Exodus nach Skandinavien (wo Ausstellungshonorare seit den 70er Jahren nicht mehr als anrüchig gelten und Garantie-Einkommen die prekäre Lage abfedern) und werden in Berlin alt – wohin mit Tausenden von Kunstgreisen in 20, 30 Jahren? Genügt ein Altenheim mit Ateliers, Ausstellungssälen und Diskurs-Disko? 8.000 KünstlerInnen – das ist schon ein veritables Dorf. Sollte nicht beizeiten über eine Artist Colony nachgedacht werden, in unmittelbarer Nachbarschaft der Kunst-Halle?

Auf dem Tempelhofer Feld ist Platz dafür. In Vergessenheit geratene Vorbilder gibt es genug: etwa die Siedlerbewegung im Wien der 1920er Jahre, die aus einer wilden Besiedlung freier innerstädtischer Flächen entstand und von Architekten und Intellektuellen wie Adolf Loos, Josef Frank und Margarete Schütte-Lihotzky geprägt war. „Große Architekten für kleine Häuser“ war das Motto der von Loos organisierten Bauschule, die Siedler beriet und unterstützte. Die Siedlungen waren „von bürgerlichen Strukturen unabhängig, genossenschaftlich organisiert und verwaltet, urban, frei und auf Selbstverwaltung ausgerichtet.“(2) Zeitgleich statteten in Deutschland Kommunen Siedler mit Boden und einem Baubudget aus.(3) Heute sehen Architekten wie raumlabor_Berlin und Lacaton & Vassal gerade im Mangel die Herausforderung, kreativ mit Ressourcen umzugehen und adäquate Raumlösungen zu schaffen. Noch sind wir KünstlerInnen rüstig genug, uns unsere eigene Sun-City zu bauen.

1) Peter Sloterdijk, Die Kunst faltet sich ein, in: Kunstforum International 104, 1989
2) http://www.demokratiezentrum.org/wissen/wissenslexikon/siedlerbewegung.html
3) siehe Hartmut Häußermann, Walter Siebel, Soziologie des Wohnens, 1996

House Magic Zine ist jetzt erhältlich

und zwar hier.

The contents of House Magic #3 includes:
Bulletins
Berlin: A stay at the Rote Insel in Berlin
Regenbogen Fabrik/Rainbow Factory tour
Ashley Dawson on Mainzerstrasse
Hamburg: “Right to the City” conference theses
Street cover by Ufe Surland
Provo pamphlet by Experimental Jetset
Paris: La Générale on the terrace
Legends of the Rue des Caves
Ljubljana: Metelkova Mesto
USA stories: Bronx, San Francisco
Hannah Dobbz Squatumentary
Despair
Amsterdam, London, Zürich, Paris, Madrid: Art Squats
picture pages

Eins auf den Deckel bekommen

Was den Schreberspacken, den KleingärtnerInnen in Altona und Bahrenfeld, da zugespielt wurde, ist ein echter Hammer. Die BSU hat eine bekannte PR-Agentur beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, wie sie die Erweiterung und Deckelung der A7 am besten gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern durchdrücken können. Es wird munter manipuliert, halb- und gegeninformiert, damit alle schön brav die mit dem Megaprojekt verbundenen Kröten (jahrelanger Dauerstau, Zerstörung von Grünflächen, Kostenexplosion, Mietsteigerungen) schlucken. Dafür werden alle Register gezogen. In Kindergärten sollen Kinder bunte Bilder zum Thema „Autobahn unter dem Deckel“ malen. Diese sollen dann im Krisenfall dazu verwendet werden, „die Aufregung herunter zu kochen“.

Meine „Lieblingsmaßnahme“ ist folgende: „Die BSU verschickt an Anwohner rund um die Autobahn (alle, die laut Immissionsstudie profitieren) eine gestaltete Postkarte / Brief mit angehängten / beiliegenden Ohropax. Die Botschaft lautet, dass die kommenden Lärmschutzmaßnahmen eine grundlegende Aufwertung der Lebensqualität bedeuten – das beiliegende Ohropax verdeutlicht dies und macht den Nutzen der Deckel erlebbar. Zielgruppe: Anwohner an und um die Autobahn (je nach prognostiziertem Baulärm nicht an die Anwohner direkt an die Autobahn, die den Versand von Ohropax als zynisch empfinden könnten)

Ein Großteil der Empfehlungen widmen sich dem „Kommunikativen Ansatz“, also dem Problem, wie man Presse und Öffentlichkeit möglichst gut eindeckelt. Da fließt jede Menge Geld in Broschüren, Newsletter und persönliche Journalisten-Schulungen fürs richtige Berichten. An die KriterInnen wird natürlich auch gedacht. Sie werden überwacht, ein wenig gehätschelt, um sie dann noch konsequenter als Deppen auflaufen lassen zu können. Schließlich heißt dieser Punkt nicht umsonst: „Symbolik“: Es verändert sich durch Kritik nix, aber wir tun mal so und am Ende gibt’s ne schöne Dokumentation! Im Speech der Pr-Agentur: „Die BSU muss sich offen gegenüber Bürgerinitiativen und Kleingärtnern zeigen, deren Kritik aufnehmen sowie weitere Multiplikatoren frühzeitig einbinden und informieren, damit nie der Eindruck entsteht, dass Bürger ignoriert und übergangen werden. Dies muss öffentlich dokumentiert werden und sollte weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren hinausgehen“.

Als notorische KritikerInnen und unbelehr- bzw. unmanipulierbar gelten die Recht-auf-Stadt-Initiativen, die nun unter besonderer Beobachtung stehen: „Kritische Initiativen wie Recht auf Stadt (bzw. die unter dieser Plattform agierenden Gruppierungen) positionieren sich eher als Fundamental-Opposition. Kooperationen erscheinen nicht möglich. Dennoch können diese Initiativen durch ihre Vernetzung, ihre plakative Ausdrucksweise gegenüber der Presse sowie ihren Zugang zu kritischeren Medien ein Risiko darstellen. Aus diesem Grund sollten Äußerungen oder Veranstaltungen weiterhin beobachtet werden. Bei einer möglichen medialen Berücksichtigung sollte dann über proaktive Pressearbeit reagiert werden.“ Und zudem müsste man diesen Initiativen doch mal eine gehörige Portion Ohropax ins Kritkermaul stopfen…

Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Vielen Dank an die chronisch weiter bohrenden Schreberspacken für die Bereitstellung der aufschlussreichen Informationen, die ich (obwohl es mir in den Fingern juckt) nicht noch weiter kommentiere. Ich vertraue auf mündige Lesende und jede/r kann sich selbst ein Bild machen über die neue Strategien zur Durchsetzung von umstrittenen städtischen Großprojekten: http://is.gd/4RMYHB

Schanzenfest am 20. August

wer wie was wo und warum findet sich bei indymedia.
sehr schön finden wir diese passage:

Die aktuellen Wohnungsbauprogramme sind vor allem ein politisches Instrument, die Stadtteile im ökonomischen Sinne des Senates weiter aufzuwerten und damit den Mietenwahnsinn zu verschärfen. Statt Wohnraum im Interesse aller zu vergesellschaften, werden durch den Senat neue privatwirtschafliche Investitionsräume geschaffen und die Stadt auf vielen Ebenen privatisiert. Statt irgendwie Wohnungen zu bauen, die später in erster Linie der Mittelschicht zugute kommen, ist es notwendig, eine solidarische Stadt zu entwickeln mit der Vorgabe, die vorhandenen Ungerechtigkeiten nicht zu verschärfen, sondern abzuschaffen. Wir wollen weder, dass unter dem Vorwand des Wohnungsbaus jede Grünfläche in Hamburg plattgehauen wird, noch, dass Bauwagenplätze oder Menschen auf der Straße vertrieben werden.

Ateliers für Alle

Als müsse man nur eine Naht im sozialen Gewebe auftrennen, um dazuzugehören, zur Klasse der Sorglosen und Reichen, so ließen sich die Raumstrategien von Künstlern im Manhattan des ausgehenden 19. Jahrhunderts lesen. Genau auf der Grenze zwischen dem Habitat der Millionäre und wertlosem Brachland entlang Central Park West erwarben Künstler günstig Grundstücke und taten sich zusammen um zu bauen: Studio Buildings, Atelierhäuser – Wohnen, Arbeiten und Ausstellen unter einem Dach. Das hatte es bis dato nicht gegeben. Nicht einmal in Europa, wo der Berufsstand der Künstler viel anerkannter war. Der neue Gebäudetypus entsprach den Bedürfnissen der Künstler, repräsentierte sie als soziale Gruppe im urbanen Kontext und sorgte für Distinktion. Die Empfänge in den Studios zogen dann auch tatsächlich Vertreter der Klasse an, zu der man so dringend dazugehören wollte.
Nicht nur der Bautypus, auch die ökonomische Organisationsform der Studio Buildings war eine Novität. Künstler gründeten Housing Cooperatives, Wohnungsgenossenschaften. In ihrem Buch „Maler und Millionäre“ analysiert Ulrike Frohne, wie die Künstler des ausgehenden 19. Jhds. auf dem Immobilienmarkt zu Akteuren wurden, Trends setzten und schließlich der Popularisierung der Studio Buildings, die auch jenseits von Künstlerkreisen immer fashionabler wurden, zum Opfer fielen. Die gehobene Mittelschicht, die die Studio-Apartments bei den Empfängen kennengelernt hatte, entwickelte einen solchen Appetit auf diese Art des Wohnens, dass zur Wende ins 20. Jahrhundert kaum ein Künstler die exorbitant gestiegenen Mietpreise noch bezahlen konnte. Hinzu kam, dass das Studio, Kern der Studio Buildings, das zweistöckig, mit großzügigen Fenstern, umlaufender Galerie und offenem Kamin konzipiert war, bald nur noch dem Namen nach existierte, als Label, das vom Ursprungsphänomen abgelöst sich nun an allerlei kommodifizierbaren Räume heften ließ. Im Immobilienteil der New York Times von 1920 schalteten Real Estate Companies Anzeigen wie diese: „You’ll find them fascinating – these new co-operative apartments in ‘The Artist Colony’ just off Central Park sparkling in their architectural beauty …“

artistvillage

Bei einer Erkundungstour weißer Flecken auf unserer Berliner Landkarte sprang uns ein Bauschild an der Rummelsburger Bucht ins Auge: „www.ArtistVillage.de“. War das die Lösung des Ateliernotstands in Berlin? Hatten Künstler rechtzeitig am ausgefransten Stadtrand investiert? An der Demarkationslinie zwischen Industrieruinen und Entwicklungsgebiet annonciert die Tafel schwarz-weiße Reihenhäuser in Wasserlage. Ein „Ateliergeschoss“ mit großzügiger Verglasung, dessen Höhe abhängig vom Geldbeutel zwischen 3,50m und 5,50m variiert, krönt zwei darunter gelegene Etagen. Loft-Living war 1990er, Atelierhaus ist jetzt. Für ca. 480.000 Euro pro Einheit ist die Siedlung komplett verkauft. Im Portefolio der Architekten Beyer Schubert heißt es: „Erklärtes Ziel ist die Verbindung von familienfreundlichem Wohnen und konzentriertem Arbeiten für freischaffende Künstler, Grafiker und Architekten in geeigneten Räumen an einem inspirierenden, citynahen Standort. Synergieeffekte zwischen den einzelnen Künstlern sind gewünscht, aber nicht planbar. Ob es zu halbjährlichen Atelier-Rundgängen und Kunstfesten kommt oder gelegentlich zu einer Vernissage geladen wird, hängt von den Wünschen der zukünftigen Bewohner und Nutzer ab.“ Vermutlich wird es nicht dazu kommen, denn unter den neuen Besitzern findet sich nur eine Künstlerin. Im gleichen Portefolio und in unmittelbarer Nachbarschaft zum „ArtistVillage“ sind im „Atelierhaus am Wasserturm Rummelsburg“ Maisonette-Ateliers zwischen 169.000 Euro und 199.000 Euro noch zu haben. Die Begriffskarrieren von „Studio Building“ oder „Artist Colony“ zeigen, dass die Appropriation von Vokabeln durch den Markt ein Indikator für soziale Verdrängungsprozesse ist. Die „ArtistVillage“ in der Rummelsburger Bucht weist darauf hin, dass die KünstlerInnen ihre Schuldigkeit als Image-Provider für die Stadt getan haben und durch marktförmige Substitute ersetzt werden.

Artist Village – Worpswede assoziieren wir unwillkürlich und eine moorige Muffigkeit steigt in die Nase. Ein flüchtiger Blick ins Netz ergibt, dass die Vokabel bis an die Grenze der Korrumption durch bürgerliche Kunstvorstellungen popularisiert ist. Ihre Bedeutung oszilliert zwischen marktstrategischer Applikation durch Immobilienfirmen, die sich vom guten Namen ein gutes Geschäft versprechen und Orten, die aus dem Bedürfnis nach einer selbstbestimmten Gemeinschaft auf einem eigenen Territorium entstanden sind. Trotzdem würde man nicht unbedingt auf die Idee verfallen, die „High Desert Test Sites“, die Andrea Zittel gemeinsam mit anderen KünstlerInnen in der kalifornischen Wüste gegründet hat, auf eine Artist Colony zu reduzieren, oder „The Land“, das Rirkrit Tiravanija in Thailand mit ins Leben rief. Die Initiative in den postfordistischen Industrieruinen Detroits dagegen, für die Kunst keine Frage der Distinktion, sondern der Inklusion und des Überlebens geworden ist, bedient sich umstandslos der Wiedererkennbarkeit des Attributs. Und das chinesische Dafen, das vor 20 Jahren tatsächlich noch ein Künstler-Dorf war, hat sich zu einem Standort der Massen-Reproduktion von Gemälden ausgewachsen. Alteingesessene Artist Villages, deren Stiftungen Residencies und Fellowships organisieren, wie die MacDowell Colony, Noramerikas älteste Künstlerkolonie, haben in New Hampshires Wäldern überlebt und Kleinstädte kopieren das Konzept, um den Kulturtourismus anzukurbeln oder um aus der Not der Nachnutzung leerstehender Gebäude eine Tugend zu machen. Wo das nötige Eigenkapital, eine potente Stiftung, ein generöser Mäzen oder eine staatliche Förderung fehlt, gibt es Modelle der Selbstvermarktung mit B&B, Führungen, Kursen, Kreativcamps, wie in der Ein Hod Artists’ Village in Israel. Überall gilt das Authentizitätsversprechen: You’ll find them fascinating…

Die Rolle von Künstlern als Akteuren im städtischen Kontext jenseits des Kampfs ums nackte Überleben, des Gerangels um Stipendien, Projektgelder oder Atelierförderung, hat nichts von seiner Attraktivität verloren. Letztes Jahr erhielt die Künstlergruppe KUNSTrePUBLIK e.V. im Rahmen des Programms Stadtumbau West den Zuschlag im Interessenbekundungsverfahren für das ehemalige Güterbahnhofdepot am Westhafen Berlin-Moabit. Den Umbau zum Zentrum für Kunst und Urbanistik, einem Labor für künstlerische und wissenschaftliche Forschung mit 12 Wohnateliers und Gemeinschaftsräumen wird mit 1 Million Euro Lottomitteln finanziert. Die Bauarbeiten starten im August.

Lesetip: Ursula Frohne, Maler und Millionäre. Erfolg als Inszenierung: Der amerikanische Künstler seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, Verlag der Kunst, Dresden 2000

Kriminalisierung von Hausbesetzungen in Großbritannienen

soll gesetzlich verankert werden. occupation and properties bietet interessante links zum thema.

kriegsklotz verhüllen

Blog Block

toll, aus diesem blog ist ein buch entstanden also aus einem teil davon, also ein block mit texten vom blog.
guckste hier:

Hausbesetzung in Wien geräumt am 14ten

Gestern früh wurde der seit Anfang Juli besetzte Lobmeyrhof in Wien Ottakring von Polizei und WEGA geräumt. Wir bauten innerhalb kürzester Zeit einen Raum auf, in dem verschiedendste Initiativen entstanden, Menschen selbstestimmt wohnen konnten und bereits in kurzer Zeit viele soziale und kollektive Projekte entstanden. Gleichzeitig war der Hof ein vibrierender Anlaufpunkt für unzählige Menschen, die für die Verwirklichung ihrer Ideen akuten Raumbedarf haben.“

homophobe kampagne in london

in mehren stadtteilen sind sticker an aufgetaucht, die eine rainbow-fahne durchgestrichen mit einem „no“ drübergeschrieben abbilden.
im guardian gibt es einen interessanten artikel dazu von einem schwulen aktivisten, der versucht, den konflikt in bezug auf das nachbarschaftliche zusammenleben in den viertel hin zu analysieren.

’s late afternoon on Bethnal Green Road, in east London, and I am rushing from the tube for a meeting. Suddenly, out of the corner of my eye I catch something that brings me to a stop: a rainbow flag turned into a no entry sign, with the words „gay free zone“ written across. Above are the words „Arise and warn“ and below „And fear Allah. Verily Allah is severe in punishment“. Both with a Koranic reference. I shiver, and am reminded of the words „Juden raus“ (Jews out) that my mother would have seen in Berlin in the 1930s. It is not something I thought I would ever witness 70 years on in one of the most diverse neighbourhoods in Britain, where gay pubs share the same streets as synagogues and Halal butchers.

The previous December, at a meeting of Rainbow Hamlets – the Tower Hamlets lesbian, gay, bisexual and transgender (LGBT) forum, which I co-chair with Rebecca Shaw, the police had told us about two reported anti-gay sticker sightings in the borough. They linked them to a sighting in neighbouring Hackney, one across the capital in Twickenham, and another in Nottingham.