Archiv der Kategorie 'recht auf stadt'

liebig-räumung

eine ausgewählte presseschau zur räumung gibt es auf dem gentrificationblog°°°

am samstag durch st.pauli flanieren und damit aufwertung blockieren

liebig: das netz als territorium

unbekannte haben auf 101 webseiten die startseite durch dieses bild ersetzt:

hamburg solidemo für liebigstr.

nachdem am heutigen morgen die liebigstraße geräumt wurde, versammelten sich gegen acht uhr abends ca. 300-500 jahreszeitlich angemessen eingemummelte personen vor der roten flora und auf der gegenüberliegenden piazza. es war wenig polizeipräsenz zu sehen.

kaum hatte sich die demostration allerdings formiert bildete sich eine polizeikette um die nächstgelegene kreuzung schulterblatt/juliusstraße/bartelstraße abzuriegeln. signal für den start der demo war ein recht großes feuerwerk. mehrere raketen wurden gezündet. böller krachten, bengalos tauchten die event-meile in buntes licht. menschen die durch die polizeikette hindurch wollten, wurden von dieser masssiv zurückgedrängt, an den ärmel weggerissen. gegen die erste reihe der demonstration wurde mit schlagstöcken vorgegangen und immer wieder sah man handgreifliche polizisten, es dauerte mindestens eine viertelstunde bevor die demo losging. sprüche die skandiert wurden waren in etwa:
„miete verweigern, kündigung ins klo …. sowieso°
°ganz hamburg hasst die polizei“
„freiheit entsteht als kämpfende bewegung“

leider soll an dieser stelle berichtet werden, dass wir im dokumentationsinteresse die demo verloren haben. als wir uns im viertel umguckten um zu sehen, wie stark die polizeipräsenz ist zog die die demo wohl so schnell durch die strassen, das nichts mehr zusehen war, als wir nach 10 minuten wieder vor ort waren.

dann gingen wir den sirenen nach richtung st. pauli und traffen dort auf einige laufende grüppchen, die zum klang der sirenen mülltonnen auf die straße zogen und wahlplakate zerstörten.
jetzt am heimischen schreibtisch wieder angekommen, hört man aus den umliegenden straßen noch sirenen hektisch kreischen.

liebigstraße demo um 19 uhr am boxenhagener platz

außerdem finden sich auf youtube erste videos von der räumung und den protesten dagegen.
zudem findet sich auf indymedia ein bericht über die ereignisse des tages

liebig special

stets aktuelles gibt es beim liebigsoliblog und beim blog der hausbewohnerInnen°°

bei der piratenpartei gibt es einen video-livestream mit blick aufs haus. gerade um 12.45 hörte man ein bisschen hämmern. die transparente wehen im leichten wind°°°

^^^aktualisiertes^^^
12.52: laut polizeisprecher sind alle personen raus aus dem haus

12.15: neun personen sind noch im haus

um 12.11 meldet berlin-online in ihrem live-ticker mit martialischem vokabular, dass die polizei wände durchbricht und das 1500 demonstrantInnen durch die straßen der stadt ziehen°°°

bis 11.50 sind 12 personen festgenommen worden °°°

um 10.46 meldet die berliner zeitung ein feuer in der liebigstraße, dass die feuerwehr zum anlass nimmt, die drehleitern ranzukarren. von außen sei nichts sichtbar gewesen.°°°

^^^medien über medien^^^
einen bericht von der gestrigen pressekonferenz der hausbewohner findet man hier°°°

der freitag spricht im blogeintrag „krieg ums liebighaus“ über die medieninszenierung der räumung. und liefert links zur berichterstattung°°°

^^^soli^^^
das netzwerk stadtpolitischer initiativen hat sich mit einer presseerklärung solidarisch mit den bewohnerInnen des hauses erklärt°°°

achtzig leute besetzten solidarisch ein haus in hannover, das gestern morgen leider geräumt wurde°°°

der gentrification-blog hat zwei solidarische blogbeiträge verfasst einen mit links zu mehr informationen und einen mit einer analyse aus stadtentwicklungskritischer sicht°°°

für heute um 16 uhr lädt das autonome zentrum in köln in die kölner liebigstraße ein°°°

gestern nacht wurde in hildesheim ein haus solidarisch besetzt°°°

heute morgen wurde in der berliner frankfurter allee eine weitere solidarische besetzung gestartet.

Hunderte Autonome hatten schon am Morgen die Kreuzung Frankfurter Allee/Warschauer Straße/Petersburger Straße besetzt. Der Berufsverkehr ist lahmgelegt. Durch einen Durchgang in den „Stalinbauten“ an der Frankfurter Allee haben die Autonomen versucht, in Richtung Liebigstraße vorzudringen, scheiterten aber zunächst an einer Polizeikette mit Hunden. Daraufhin attackierten die Autonomen immer wieder die Polizeikette. Pflastersteine, Flaschen und Knallkörper flogen auf Polizisten. Es gab bis 10.30 Uhr acht Festnahmen. Fünf Polizisten wurden verletzt, einer davon schwer. Der Beamte musste mit einem Knalltrauma ins Krankenhaus.

°°°

allgemeines
der tagespiegel berichtet darüber, das die polizei und er gerichtsvollzieher ein von innen komplett zerstörtes haus vorgefunden hätten. die treppen waren draußen, die eingänge verbarrikadiert. so gut, dass die polizei inzwischen die wände durchbrechen musste, weil sie nicht durch die türen kamen°°°

der tagesspiegel blickt zurück auf brunnenstraße und yorckstraße°°°

würde irgendjemand es anders erwarten? die faz findet, die hausbesetzerInnen stünden auf verlorenem posten°°

Aktionstag St. Pauli

Für den 5. Februar rufen Ahoi und No BNQ zu einem Aktionstag St. Pauli auf und rufen

alle St. Paulianer_innen auf, rauszugehen, sich zu zeigen, zu flanieren, zu informieren. Die Zukunft St. Paulis wird nicht ohne die Menschen geplant. Wir bleiben alle! (…) Sanieren heißt das Zauberwort, was neben der Verbesserung und Instandsetzung der Häuser leider auch unweigerlich Mietpreise in die Höhe schießen lässt. Wir sind nicht gegen Veränderung, nicht gegen Verbesserung, aber das ist nicht ohne die Menschen, die hier leben, und ihre Mitbestimmung möglich.

Also: Augen auf und Füße raus!

Liebigstraße wir geräumt

seit heute morgen bzw. seit der nacht scheint, laut berliner tagesspiegel, die räumung der liebigstraße begonnen zu haben. der versuch, gerichtlich den räumungstermin auszusetzen, war gestern gescheitert. angst mache der polizei derzeit weniger die räumung als die demonstrationen, die heute folgen werden. mehr infos gibt es auf indymedia und, aktueller, auf twitter.

Der Sprayer OZ soll mal wieder in den Knast, wegen der paar Farbspuren, die er der Stadt schenkt

erreicht uns aus den weiten des netzes

Ein Gespenst geht um in den Städten!
FREE OZ’ ART AND ACTIVISM

Am 3. Februar 2011 beginnt ein Verfahren gegen Hamburgs bekanntesten Graffiti-Künstler. Bereits acht Jahre seines Lebens saß Oz im Gefängnis. Nun droht ihm eine weitere, im schlimmsten Fall mehrjährige Haftstrafe für seine künstlerische Tätigkeit. Oz wird dabei nicht nur als einzelner Streetart-Aktivist, sondern stellvertretend für Graffiti als kriminalisierte Form urbaner Kunst verfolgt. Die aktuellen Vorwürfe sind meist banal. Vielfach geht es um „Straftaten“ wie die Verschönerung der Rückseite von Verkehrsschildern oder das Anbringen von Aufklebern an Automaten. Kriminalisiert wird Oz ganz offensichtlich nicht für diese Taten, sie erscheinen einfach zu unaufdringlich, sondern für sein Gesamtwerk.

Gemessen am Bekanntheitsgrad dürfte Oz einer der erfolgreichsten Grafiker und Maler aus Hamburg sein. In ganz Europa kennt man seine Smileys und sein Logo, welches in Hamburg allgegenwärtig erscheint. Wo andere Künstler_innen umworben und vereinnahmt werden, die Stadt versucht, deren kreativen Ruhm für den Standort und die Marke Hamburg zu vermarkten, wird im Fall von Oz mit beispielloser Repression reagiert. Der Grund ist einfacher Natur: der Hauptteil seiner Arbeiten entzieht sich einer ökonomischen Verwertung.

In Boulevard-Medien wurde er in den vergangenen Jahren mit dicken Schlagzeilen als „Außenstehender“ und „Bedrohung der Gesellschaft“ diffamiert. Seine Arbeiten werden aus diesem Blickwinkel nicht als Bereicherung für die Menschen dargestellt, sondern als diffuse Gefahr für die Allgemeinheit heraufbeschworen. Das Urbane wird in dieser Deutung jenseits eines historischen Begriffes der Freiheit von Stadtluft zu einer sehr deutschen Form von Schicksalsgemeinschaft, der es sich unterzuordnen gilt. Menschen, die auf ihre Autonomie beharren oder einfach sperrig sind, werden dabei als zu bekämpfende Abweichung betrachtet.
Einerseits offenbart sich darin eine uralte, tiefsitzende bürgerliche Verachtung gegenüber anderen Lebensentwürfen, andererseits fehlen die Voraussetzungen, die Bedeutung kultureller Ausdrucksformen zu verstehen, die sich ökonomischer Sinnhaftigkeit scheinbar verweigern. Doch da die Gesetzmäßigkeiten des Kunstmarktes sich auch in jene Bereiche erstrecken, die versuchen sich ihm entziehen, ist ein Teil der Arbeit von Oz inzwischen durchaus auch in Ausstellungen und Galerien gelandet. Er steht damit in der Tradition von umstrittenen Künstlern wie Gérard Zlotykamien oder Harald Naegelie,

Dass „vergnüglicher Vandalismus“ Kunst darstellen kann, wittert sogar das Flaggschiff hanseatischer Lesekultur, die Zeit. Wird dort doch ein anderer Street-Art Aktivist regelrecht gefeiert: „Mit Banksy wurde der urbane Vandalismus unterhaltsam, wie kein anderer versteht er sich darauf, die ödesten Städte in lustvolle Ausstellungsräume zu verwandeln.“ Analogien sind ein gefährliches Pflaster und obwohl Smileys auf Stopschildern der Ironie von Bansky durchaus entsprechen, soll es nicht darum gehen, die Arbeiten beider zu vergleichen. Doch wer mag, stelle sich vor, Bansky hätte nicht im hippen London, sondern im schillernden Hamburg gelebt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hätte ihn durch 12 MEK Beamte observieren lassen, vor Gericht erfolglos nach Möglichkeiten gesucht, ihm als „notorischen Sachbeschädiger“ die Schuldfähigkeit abzusprechen und ihn damit als Triebtäter zu klassifizieren und mit Sicherheitsverwahrung zu bedrohen. In den Medien wäre sein Urteil hämisch mit „Graffitis nur noch im Knast“ begrüßt worden und er hätte große Teile seines Lebens in Haft verbracht.

Wir fragen uns, wo liegt das Verbrechen beim Zeichnen eines Smileys auf einen Stromkasten oder eine leere Wand? Wie lässt sich verstehen oder erklären, dass ein Mensch deshalb eine in der Summe mehrjährige Haftstrafe erhält, welche von der Dauer einer juristischen Schwere von Taten wie Mord oder Totschlag gleichkommt? Eine Gesellschaft, die dies bejaht oder zulässt, bewegt sich nicht nur jenseits rechtlicher Minimalstandards, sondern ist in jeder Hinsicht autoritär und inhuman, Sie begegnet der elementarsten aller Freiheiten mit einem der schwersten aller Mittel: Dem Recht auf Sichtbarkeit, Sprache und Selbstdeutung der eigenen Existenz mit langjährigem Freiheitsentzug und dem Gebot des Schweigens.

Der juristische Exorzismus, mit dem die Zeichen Oz ausgetrieben werden sollen, geht einher mit einem zunehmend repressiveren Begriff von Stadt und öffentlichem Raum. Kameraüberwachung, staatliche und privatisierte Kontrolle, Sauberkeit und Ordnung als Messpunkte subjektiver Sicherheit durchdringen den öffentlichen Raum. Parolen, Bilder, Plakate, Demonstrationen oder Straßentheater sind Bestandteile des öffentlichen Lebens.

Das meiste davon wird in den Innenstädten mittlerweile verboten, um einen reibungslosen Konsum zu perfektionieren. Im bürgerlichen Verständnis von Freiheit soll ökonomisch-rational gehandelt werden und Selbstverwirklichung erfolgt durch Arbeit und Warenkonsum. In den surrealen Botschaften von Oz liegt eine subtile Widerstandshandlung gegen Zwänge die mit solchen Normen verbunden sind. Sie sprechen eine verborgene Verweigerungshaltung an, eine innere Abwehr gegen die Aufgabe nonkonformer Individualität durch Selbsteinordnung in städtische Ordnungs- und Kontrollräume. Sie verweigern sich dem Diktat einer Funktionalität und Verwertung im Kapitalimus.

Menschen wie Oz gehören nicht in den Knast, sondern zum Leben in der Stadt. Sie sind wichtig, weil sie sich zeigen und einem Gewaltverhältnis, das uns in Form von nackten Wänden und schreiender Werbewirklichkeit umgibt, nachdenkliche Muster und Formen verleihen. Oz verleiht der Architektur der Stadt dabei eine Würde, die von Goldgräberstimmung und Investorenlandschaften, wachsender Stadt und Sicherheitsbedürfnissen längst vergessen und verdrängt wurde. Er gibt dem Bedürfnis nach Leben eine Sprache, die von den Mauern wiederhallt, kopiert wird und sich weiterverbreitet.

Das „Gespenst“ ist für den französischen Philosophen Jacques Derrida, das einsickerrn eines toten Zeichens in einen lebendigen Diskurs. In „Marx Gespenster“ ist es die Idee der Gerechtigkeit. Es gibt Menschen, die Marx vergessen lassen wollen, aber seine Gespenster werden sie nicht los. Sie „transformieren“ sich, niemand kann sagen, wann und wo sie auftauchen, doch sie kommen immer wieder. Auch die Symbolwelten von Oz trotzen der repressiven Wirklichkeit und vervielfältigen sich. Sie beschwören Unsicherheit in den Augen von Ordnungsfanatiker_innen und eine Kulisse des Begehrens für andere.

Sie erzählen nichts über die Urheberschaft oder eine Handlung von Oz, sondern davon, dass die Stadt kein toter Ort von Sachzwängen ist. Der Schriftzug Oz, die Smileys und Kringel sind künstlerischer Protest für Urbanität als Begriff von Freiheit gegenüber dem vermeintlich Notwendigen. Es gibt über 100 000 Oz Graffitis, sie sind in anderen Städten in Europa aufgetaucht und entstanden auch während seiner Haftzeit. Es ist nicht die Person, die jetzt verurteilt werden soll, sondern der Versuch, Gespenster zu vertreiben, die Aufbegehren gegen die scheinbare Alternativlosigkeit einer bestehenden Ordnung und Weltsicht. Eine Weltsicht, welche die Ökonomie zu einem Fetisch, Sinn und Zweck erklärt, dem sich das Politische, die Kunst und das Leben in der Stadt unterzuordnen haben. Darin besteht die Subversivität der Smileys, das entgrenzte Strafbedürfnis, die Hysterie gegen die sich gespensterhaft verbreitenden Zeichen und den Menschen Oz.

Wir fordern Freiheit für Oz und die Einstellung seines Verfahrens, weil jeder andere Zustand staatliche Gewalt als Modell und Kitt des gesellschaftlichen Zusammenlebens befördert und den Verlust von individueller Freiheit zugunsten der Zwänge einer ökonomischen Schicksalsgemeinschaft bedeutet. Wer Oz aus dem Bild der Stadt vertreiben will, will nicht ihm alleine die Sprache rauben, sondern allen, die versuchen, sich neu zu erfinden und sich jenseits bestehender Normen ausdrücken wollen.

Für eine Stadt der Zeichen, Bilder und
surrealen Botschaften!
Freiheit für Oz und Einstellung des Verfahrens!

AG Repression und Solidarität
Kontakt: freeoz@gmx.de

Dienstag 1.2.2011
Info- und Solidaritätsveranstaltung im Gängeviertel
zum aktuellen Prozess und der Repression gegen Oz
20 Uhr

………………………………….
Spendet Geld für Prozesskosten und die Öffentlichkeitsarbeit.
Zeigt Solidarität und besucht den Prozess gegen Oz. Leitet diese Solidaritätserklärung weiter und veröffentlicht sie.

Prozesstermine
3.2. 13 Uhr | 11.2. 9-13 Uhr | 18.2. 9-13 Uhr
25.2. 9-13 Uhr | 4.3. 9-13 Uhr | 11.3. 9-13 Uhr
Amtsgericht Barmbeck Saal E 10

heute samstag: demonstration gegen aufwertung, teure mieten und billigen kommerz

ab 18 uhr am millerntor

Liegenschaft an der Neufrankengasse 16 in Zürich besetzt

weiß jemand genaueres? hier kam gerade per Email diese Besetzungsinfo aus Zürich an – die recht frisch zu sein scheint. wenn’s so ist – das klingt gut! und nach zürich: viel vergnügen im liegenschaftsamt!

aus der Email:

Die Häuser und das Quartier denen, die sie beleben

Wir wollen Raum und zwar zentral! Wieso? Weil wir hier leben!

Gentrification – Join us! Cool! Hype! Expressiv-kreativ! Postmodern! Lifestyle pur! Underground! Spannend! Abnormal! Abenteuerlich! The upper class luxurious young creative society likes it! We bring it!

Illegal, scheissegal!

Subkultur, Freiraum und Selbstverwaltung. Kein Kommerz, keine Vermarktung und keine Gewinnorientierung!

All das passt dann doch nicht in die kapitalistische marktorientierte Logik. Und unsere Kultur wird zerstört oder legalisiert und vermarktet. Was wir eigentlich leben wollen, bleibt auf der Strecke. Deshalb bleiben wir am Ball, suchen uns Räume und immer wieder neue Räume in den Quartieren, in denen wir leben! Hier hats Platz, also nehmen wir ihn uns:

Wir haben die Liegenschaft an der Neufrankengasse 16 in Zürich besetzt!

Kein Abriss auf Vorrat, kein Abriss für Parkplätze, kein Abriss für teuren Wohnraum um damit das eigene Portemonnaie zu füllen, gell Vera!

Hafencity in Basel

Basel bewegt sich, „Basel tickt anders“ (so der offizielle Tourismus-Werbeslogan). Geht es aber um Stadtentwicklungsvisionen, so ist auch die sozialdemokratisch regierte Stadt am Rhein nicht anders als alle anderen. Toll sind Hochhäuser, Landmarks, der Wissens-Campus der Novartis, das Hochhaus der Hoffmann-La Roche und Umstrukturierungsideen, die weltstädtisch anmuten, Gutverdienende anziehen sollen – und am Ende bloss umstrukturieren, wenigvermögende Menschen vertreiben, langweilig daherkommen und die Fehler anderer Städte wiederholen.

So auch die neueste Vision, veröffentlich diese Woche durch den Stadtbaumeister Basels. Es geht darum, dass die alten Rheinhäfen, über die ein grosser Teil des Güterimports in die Schweiz abgewickelt wird, umgelagert werden an einen neuen Ort – und dadurch als Brachflächen in Zentrumsnähe in der dichtbebauten Stadt ohne Landreserven tout à coup hochinteressant werden – als Spielwiese der feuchten stadtentwicklerischen Visionen…

lest selbst (ich verweise ausserdem nochmals hierauf, publiziert vor längerer zeit: www.metrobasel.ch): Manhattan mitten in Basel

selbstverständlich ist das umliegende Hafenquartier im Moment noch eines derjenigen Quartiere, die gemeinhin als „populär“ oder „günstig“ bezeichnet werden…

flora festwochen: zitronen, goldene

K-SET – Archiv für selbstgemachte Publikationen

toll! ein archiv im netz mit flyern, zeitschriften, aufklebern, cassettencovern, plakaten … – von partyankündigungen über solibekundungen für besetzte häuser etc. bis zu sowas wie diesem:

plakat katze vermisst

Das K-Set Archiv in Zürich sammelt und archiviert seit 2004 selbstgemachte Publikationen: Dokumente, welche ausserhalb eines akademischen, professionellen oder kommerziellen Umfeldes entstanden sind. Alle archivierten Objekte – u.a. auch viele Plakate und Flyer der Zürcher Subkultur – wurden im öffentlichen und halbprivaten Raum gefunden, getauscht, gekauft oder geschenkt. Über den Katalog können einzelne Dokumente gefunden werden.

Die ehemaligen Räumlichkeiten an der Kalkbreitestrasse 4 musste K-Set im April 2010 wegen Abriss des Hauses verlassen. Das Archiv konnte nun im Provitreff am Sihlquai 240 untergebracht werden. Seit Dezember 2010 ist das Archiv nach Voranmeldung öffentlich zugänglich. Alle Dokumente können vor Ort kopiert werden. Keine Ausleihe.

großen dank an stadt.labor zürich für den hinweis!

utopia london

ich liebe beton! und ich möchte ihn gerne sehr bald sehen, diesen film, auf den spreeblick hinweist: ein film über nachkriegs-beton-bauten in london, was die absicht hinter ihnen war, dass sie z.b. aus der – so spreeblick

Vision einer fairen und offenen Gesellschaft heraus

entstanden sind. tom cordell hat ihn in london gedreht und lässt die damaligen architektInnen zu wort kommen, die mit so viel beton gebaut haben.
hier erstmal als vorgeschmack für andere betonliebhaber_innen: der trailer zum film „utopia london“:

Utopia London documentary trailer from utopialondon on Vimeo.

Leerstands-Mitmach-(Advents-)Kalender

Und wie gehts weiter?
Elektrolux sagt dazu:

„Quentchen gegen Quantum
Mit der Tür ins Haus – wie geht’s weiter im und um’s Electrolux?
Warum brauchen wir und vor allem wie bekommen wir bezahlbare Arbeits- und soziale Räume in Altona?
Get-together mit „Lux & Konsorten“ und allen interessierten Mitnutzer_innen.
18:30 Treffpunkt Planungscontainer Max-Brauer-Allee 163, danach gemeinsamer Umzug in beheizte Räumlichkeiten.“

marx mit lefebvre ergänzen und „die revolution der städte“ in bankbetreffen posten?

oder doch mitmarxen?

oder tschernyschewskis „was tun“?

Wagenplatz in Wilhelmsburg

Hut ab! ein neuer Wagenplatz – für mich sehr unerwartet – ist quasi „über Nacht“ entstanden. In Hamburg-Wilhelmsburg.

(…) Damit es über die Ungewissheit hinaus eine Chance auf eine Perspektive gibt, braucht der Platz Unterstützung und Solidarität!
Wir wollen ein Zeichen setzen in der Stadt. Das Ziel ist klar: Für mehr Wagenplätze in Hamburg.
Mit der Unterstützung vieler Menschen in Hamburg versuchen wir unser neues Zuhause so schnell wie möglich (er)lebbar zu machen.
Es soll Essen für alle, Live-Musik und Wärme, Kino und viel Kommunikation geben. Dafür und darüber hinaus brauchen wir euch! (…)

Deswegen: Fahrt vorbei!

Mehr Infos und eine Wegbeschreibung gibt es auf zomias Blog.
Die Adresse des Platzes: Buschweide, Hamburg Wilhelmsburg …
Nächste S-Bahn-Station: Veddel

Warum Leerstand

Anlässlich der morgen stattfindenden Demo „Leerstand zu Wohnraum“ (Samstag, 23.10., 13 Uhr, Uni-Campus Hamburg) beschreibt Andrej Holm auf seinem Blog die „Vorzüge“ von Leerstand gegenüber vermieteten Objekten: über das „Geschäft mit dem Leerstand“. Das Fazit:

So absurd es klingen mag: im Vergleich zu einer preiswerten Vermietung lohnt sich der Leerstand.

Immobilienwirtschaftliche Gründe für Leerstand gibt es viele: Steuerabschreibungsmöglichkeiten, Verlustzuschreibungen, Buchwerte und Beleihungswerte. Grundlage dessen ist – und das führt Andrej Holm in seinem Beitrag sehr präzise aus –, dass oftmals der fiktive Mietpreis bzw. die fiktiven Mieteinnahmen zur Berechnung des Werts der Immobilie – und somit auch zur Berechnung der Abschreibungsmöglichkeiten, etc. – herangezogen werden. Wenn der /die Eigentümerin also dem Leerstand eine Vermietung zu günstigen Konditionen vorzieht, verliert damit die Kapitalanlage gewisserweise (und paradoxerweise) an (Nutz-)Wert.
Da liegt der Hase im Pfeffer…

Leerstand-zu-Wohnraum

Am Samstag findet sie statt: die Leerstand-zu-Wohnraum-Demo
Start: 13.00 Unicampus, Von-Melle-Park. Ende: Astraturm, St. Pauli